Obgleich Informationstechnologie für das Militär immer wichtiger werden wird und es nicht genug heimische Experten gibt, sollen Ausländer von Computerarbeiten aus Sicherheitsgründen weitgehend ausgeschlossen werden
Das Pentagon hat die Finanzierung von 15 neuen technologischen Systemen bewilligt, die alle stark auf der Informations- und Kommunikationstechnik beruhen. So soll unter dem Titel "Pathfinder" die "Integration von unbemannten Bodenfahrzeugen und Flugzeugen mit Sensoren in einem mobilen Netzwerk" für Einsätze in Städten entwickelt werden. Gebraucht werden für solche Projekte erfahrene Computerexperten. Doch jetzt plant das Verteidigungsministerium, ausländische Experten weitgehend aus solchen Computerprojekten aus Sicherheitsgründen auszuschließen.
Die vom Verteidigungsministerium für das Haushaltsjahr 2002 mit insgesamt 159 Millionen Dollar geförderten Projekte im Rahmen der Advanced Concept Technology Demonstration (ACTD) sind allesamt Hightech-Entwicklungen, die unter dem Stichwort der Terrorbekämpfung laufen. Geplant ist etwa ein "Micro Air Vehicle", eine Minidrohne mit einer Größe von 15-20 cm, um die Umgebung, besonders wiederum in Städten, erkunden zu können. Mit SPARTAN will man ein unbemanntes, ferngesteuertes Boot mit Waffen zur Erkundung und zum Kampfeinsatz schaffen. Das "Coalition Information Assurance Common Operational Picture" soll den Sicherheitsstatus aller für eine Operation entscheidenden Systeme dem Kommandeur möglichst in Echtzeit liefern. Auch ein besseres automatisches Übersetzungssystem für Sprache und Schrift soll realisiert werden. Und für den Schutz in den Staaten soll ein sicheres und gegen Anschläge geschütztes Netzwerk zwischen Behörden entstehen, um schnell und koordiniert auf Bedrohungen reagieren zu können.
Für das Haushaltsjahr 2003 sind von der US-Regierung insgesamt 52 Milliarden Dollar für die Informationstechnologie vorgesehen. Das sind vier Milliarden mehr als dieses Jahr. Allein 4,2 Milliarden Dollar sollen in die Cybersicherheit gehen, über 700 Millionen werden zur besseren Vernetzung der Behörden ausgegeben. Die Hälfte der Gelder, insgesamt 26 Milliarden, soll dem Pentagon zugute kommen. Beabsichtigt wird mit der Budgetsteigerung auch eine Förderung der Hightech-Branche.
Innerhalb von 90 Tagen aber, so berichtet die LA Times:www.latimes.com/ heute, will das Pentagon den Zugang von ausländischen Experten auf geheime, aber auch auf "wichtige, aber nicht-geheime" Informationen und Systeme beschränken. Dazu gehören auch solche Arbeiten wie die Bearbeitung der Gehälter, das Schreiben von Software oder die Wartung von Mailsystemen. Die Maßnahme, die für ein Drittel der zivilen Mitarbeiter des Pentagon gültig sein soll, will Risiken mindern, die durch die Mitarbeit von Ausländern entstehen könnten, die beispielsweise für Firmen arbeiten, an die vom Pentagon Aufträge vergeben wurden. Gefürchtet wird beispielsweise, dass Programmierer Hintertüren in Programme einbauen oder auch nur neue Entwicklungen wie die oben genannten ausspionieren könnten.
Die IT-Branche, schrieb Pete Nelson, der für persönliche Sicherheit zuständige Abteilungsleiter des Pentagon der Times, basiere weitgehend auf Vertragsnehmern. Programmieren und Datenverarbeitung würden dorthin ausgelagert, wo die Arbeit billiger ist. Das müsse stärker in Sicherheitsmaßnahmen eingebunden werden. Einzelheiten der geplanten Restriktionen wollte er aber nicht nennen. Angeblich kann das Pentagon nicht einmal abschätzen, wie viele Angestellte und Auftragnehmer Ausländer sind. Richard Clarke, der Berater für Cybersicherheit von Präsident Bush, ist vom Pentagon-Plan allerdings nicht überzeugt. Es käme weniger darauf an, woher jemand komme, entscheidender sei "das Design und die Architektur unserer Informationssysteme". Er unterstützt die Einführung von Hintergrund-Überprüfungen oder von Programmen, mit denen die Tastaturanschläge an den Arbeitsplätzen erfasst werden.
Warnungen über lasche Sicherheitsmaßnahmen bei den Computersystemen gab es bereits reichlich. Auch vor der Jahrtausendwende wurden Warnungen geäußert, dass Hintertüren zum Spionieren oder zum Durchführen von Anschlägen in Programme eingebaut worden sein könnten. Bekannt geworden ist allerdings kein Fall. Die wirkliche Gefahr geht in aller Regel von Insidern aus, die sowieso Zugriff auf die Systeme haben.
Die Sicherheitsmaßnahmen des Pentagon könnten allerdings, wie manche befürchten, ihrerseits zu Problemen führen, da es noch immer zu wenige heimische Computerexperten gibt, um die leeren Positionen zu füllen. Die Firmen im Silicon Valley haben, so Annalee Saxenian einen Anteil zwischen 10 und 40 Prozent von Ausländern unter ihren Angestellten, die vor allem aus asiatischen Ländern wie China, Indien oder Taiwan stammen. Zwischen 1991 und 2000 wurden 46 Prozent der US-amerikanischen Promotionen in Informatik an ausländische Studenten verliehen. Da das Interesse der Amerikaner an einem Studium der Informatik nicht besonders groß ist, würde eine Sperre für ausländische Experten, die noch keine US-Bürger wurden, zumindest zu größeren Geldausgaben führen, um die steigenden Gehälter der raren US-Experten zu bezahlen, oder vielleicht auch manche Entwicklungen ganz gefährden. Vielleicht würde auf diese Weise die Technologielücke zwischen den Amerikanern und Europäern ein wenig kleiner werden, ohne dass die Europäer etwas machen müssten ...
Das Pentagon hat die Finanzierung von 15 neuen technologischen Systemen bewilligt, die alle stark auf der Informations- und Kommunikationstechnik beruhen. So soll unter dem Titel "Pathfinder" die "Integration von unbemannten Bodenfahrzeugen und Flugzeugen mit Sensoren in einem mobilen Netzwerk" für Einsätze in Städten entwickelt werden. Gebraucht werden für solche Projekte erfahrene Computerexperten. Doch jetzt plant das Verteidigungsministerium, ausländische Experten weitgehend aus solchen Computerprojekten aus Sicherheitsgründen auszuschließen.
Die vom Verteidigungsministerium für das Haushaltsjahr 2002 mit insgesamt 159 Millionen Dollar geförderten Projekte im Rahmen der Advanced Concept Technology Demonstration (ACTD) sind allesamt Hightech-Entwicklungen, die unter dem Stichwort der Terrorbekämpfung laufen. Geplant ist etwa ein "Micro Air Vehicle", eine Minidrohne mit einer Größe von 15-20 cm, um die Umgebung, besonders wiederum in Städten, erkunden zu können. Mit SPARTAN will man ein unbemanntes, ferngesteuertes Boot mit Waffen zur Erkundung und zum Kampfeinsatz schaffen. Das "Coalition Information Assurance Common Operational Picture" soll den Sicherheitsstatus aller für eine Operation entscheidenden Systeme dem Kommandeur möglichst in Echtzeit liefern. Auch ein besseres automatisches Übersetzungssystem für Sprache und Schrift soll realisiert werden. Und für den Schutz in den Staaten soll ein sicheres und gegen Anschläge geschütztes Netzwerk zwischen Behörden entstehen, um schnell und koordiniert auf Bedrohungen reagieren zu können.
Für das Haushaltsjahr 2003 sind von der US-Regierung insgesamt 52 Milliarden Dollar für die Informationstechnologie vorgesehen. Das sind vier Milliarden mehr als dieses Jahr. Allein 4,2 Milliarden Dollar sollen in die Cybersicherheit gehen, über 700 Millionen werden zur besseren Vernetzung der Behörden ausgegeben. Die Hälfte der Gelder, insgesamt 26 Milliarden, soll dem Pentagon zugute kommen. Beabsichtigt wird mit der Budgetsteigerung auch eine Förderung der Hightech-Branche.
Innerhalb von 90 Tagen aber, so berichtet die LA Times:www.latimes.com/ heute, will das Pentagon den Zugang von ausländischen Experten auf geheime, aber auch auf "wichtige, aber nicht-geheime" Informationen und Systeme beschränken. Dazu gehören auch solche Arbeiten wie die Bearbeitung der Gehälter, das Schreiben von Software oder die Wartung von Mailsystemen. Die Maßnahme, die für ein Drittel der zivilen Mitarbeiter des Pentagon gültig sein soll, will Risiken mindern, die durch die Mitarbeit von Ausländern entstehen könnten, die beispielsweise für Firmen arbeiten, an die vom Pentagon Aufträge vergeben wurden. Gefürchtet wird beispielsweise, dass Programmierer Hintertüren in Programme einbauen oder auch nur neue Entwicklungen wie die oben genannten ausspionieren könnten.
Die IT-Branche, schrieb Pete Nelson, der für persönliche Sicherheit zuständige Abteilungsleiter des Pentagon der Times, basiere weitgehend auf Vertragsnehmern. Programmieren und Datenverarbeitung würden dorthin ausgelagert, wo die Arbeit billiger ist. Das müsse stärker in Sicherheitsmaßnahmen eingebunden werden. Einzelheiten der geplanten Restriktionen wollte er aber nicht nennen. Angeblich kann das Pentagon nicht einmal abschätzen, wie viele Angestellte und Auftragnehmer Ausländer sind. Richard Clarke, der Berater für Cybersicherheit von Präsident Bush, ist vom Pentagon-Plan allerdings nicht überzeugt. Es käme weniger darauf an, woher jemand komme, entscheidender sei "das Design und die Architektur unserer Informationssysteme". Er unterstützt die Einführung von Hintergrund-Überprüfungen oder von Programmen, mit denen die Tastaturanschläge an den Arbeitsplätzen erfasst werden.
Warnungen über lasche Sicherheitsmaßnahmen bei den Computersystemen gab es bereits reichlich. Auch vor der Jahrtausendwende wurden Warnungen geäußert, dass Hintertüren zum Spionieren oder zum Durchführen von Anschlägen in Programme eingebaut worden sein könnten. Bekannt geworden ist allerdings kein Fall. Die wirkliche Gefahr geht in aller Regel von Insidern aus, die sowieso Zugriff auf die Systeme haben.
Die Sicherheitsmaßnahmen des Pentagon könnten allerdings, wie manche befürchten, ihrerseits zu Problemen führen, da es noch immer zu wenige heimische Computerexperten gibt, um die leeren Positionen zu füllen. Die Firmen im Silicon Valley haben, so Annalee Saxenian einen Anteil zwischen 10 und 40 Prozent von Ausländern unter ihren Angestellten, die vor allem aus asiatischen Ländern wie China, Indien oder Taiwan stammen. Zwischen 1991 und 2000 wurden 46 Prozent der US-amerikanischen Promotionen in Informatik an ausländische Studenten verliehen. Da das Interesse der Amerikaner an einem Studium der Informatik nicht besonders groß ist, würde eine Sperre für ausländische Experten, die noch keine US-Bürger wurden, zumindest zu größeren Geldausgaben führen, um die steigenden Gehälter der raren US-Experten zu bezahlen, oder vielleicht auch manche Entwicklungen ganz gefährden. Vielleicht würde auf diese Weise die Technologielücke zwischen den Amerikanern und Europäern ein wenig kleiner werden, ohne dass die Europäer etwas machen müssten ...