Ich hatte zwar bereits eine Erklärung gepostet. Nun habe ich jedoch eine gefunden, die ich für ausgezeichnet halte. Die kommt an das Niveau der Sendung mit der maus; ein Niveau, dass ich benötige.
Wie Sie in beigefügter Grafik erkennen können, kostet Erdöl für
Lieferungen im Februar deutlich weniger als bei weiter in der Zukunft liegenden
Terminen. Der am weitesten in der Zukunft liegende Liefertermin,
den die New Yorker Ölbörse NYMEX vorsieht (Dezember 2017) sieht zum
Schlussstand am 19. Januar 2009 einen Lieferpreis pro Barrel von 77,30
US-Dollar vor, was 131,02 Prozent über dem Preis für Lieferungen im
Februar 2009 liegt. Ein Grund für die günstigen Preise für zeitnahe
Lieferungen sind die hohen Ölvorräte in Cushing, Oklahoma. In der Region
stehen die meisten Ölraffinerien der Staaten, die sich wegen der
Konjunkturschwäche einer fallenden Nachfrage nach Mineralölprodukten
gegenübersehen. Betrachten wir die Terminstrukturkurve von Erdöl (Abb.
1), so wird deutlich, dass die Handelsteilnehmer einen Rückgang der
Lagerbestände in den kommenden Jahren erwarten.
Investieren in Erdöl bei steigenden „Zukunftspreisen“
Anleger, die heute in Erdöl über ETCs oder Zertifikate investieren, die nicht
mit einer festen Laufzeit versehen sind bzw. sich nicht auf einen bestimmten
festen Futures-Kontrakt beziehen, müssen sich der Rollproblematik
stellen, die besagt, dass noch vor dem Auslaufen des jeweils eingegangenen
Termingeschäfts in den nächst fälligen Future gerollt werden muss,
um eine physische Auslieferung zu verhindern. So müsste beispielsweise
der März-Kontrakt, der Lieferungen im März 2009 vorsieht, gegen den
April-Kontrakt getauscht werden, indem der März-Kontrakt verkauft und
der April-Kontrakt gekauft wird.
Da nun aber der April-Kontrakt durch die Contango-Terminstruktur mehr kostet, als sich durch den März-Kontrakt zum gleichen Transaktionszeitpunkt erzielen lässt, kann im Rahmen dieses Rollvorganges nur eine geringere Anzahl an Kontrakten zu dem höheren Preis erworben werden. Zwar ist dem Anleger allein durch das Rollen auf dem ersten Blick noch kein Verlust entstanden, da die Gesamtposition zunächst immer noch den gleichen Wert ausweist, doch liegt damit die Messlatte für den Spot-Preis in der Folgezeit entsprechend höher. So muss die bereits eingepreiste höhere Kurserwartung bis zum nächsten Rolltermin am Kassamarkt erst noch entsprechend nach oben nachvollzogen werden, da sonst im Ergebnis ein sogenannter Rollverlust entstehen würde. Der durch eine Contango-Konstellation beim Rollvorgang hervorge rufene Verlust an Partizipation muss also durch immer weiter steigende Preise am Kassamarkt aufgefangen werden. Um allerdings mit "Contango- Rohstoffen" überhaupt in die Gewinnzone zu gelangen, müsste der Spot-
Preis in jeder Rollperiode noch stärker steigen als dies in den Futures bereits vorweggenommen wurde. Dies dürfte bei den aktuellen Aufschlägen für die aufeinander folgenden Kontrakte für Februar (33,46 USD), März (39,74 USD) und April (46,4 USD) aber nicht ganz leicht sein.
Quelle: Rohstoff-Report Ausgabe 02 | 20.01.2009
