Öl-Dienstleister profitieren vom Rohstoffboom


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Öl-Dienstleister profitieren vom Rohstoffboom

 
11.08.05 13:38
Die wachsenden Investitionen der Ölkonzerne haben Prospektionsfirmen, Ingenieurbüros und anderen Dienstleistern einen Aufschwung beschert. Abhängig davon, wie stark die Rohölpreise und dementsprechend die Investitionen der Ölgesellschaften steigen, sieht Goldman Sachs für die Aktienkurse der Öldienstleister im kommenden Jahr ein Aufwärtspotential von bis zu 20 Prozent.


Daher wird jetzt die Analyse von neun börsennotierten Service-Anbietern aufgenommen, darunter die französische Geophysique, die niederländische SBM-Gruppe und die norwegische Stolt Offshore mit dem Anlageurteil "outperform". Der Sektor insgesamt erhält die Einstufung "attraktiv".

Schwankende Rentabilität

Die Branche umfaßt vielfältige Dienstleistungen auf allen Stufen der Öl- und Gasförderung. Die Ermittlung und Auswertung seismischer Daten für die Erforschung von vermuteten neuen Ölvorkommen gehört dazu ebenso wie die Konstruktion, der Bau und der Betrieb von Ölförderanlagen. Der Markt ist zersplittert: Einige Unternehmen haben sich auf bestimmte Hochtechnologie-Nischen spezialisiert. Andere bieten sämtliche Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette an.

Die europäischen Öldienstleister konzentrieren sich überwiegend auf Konstruktion und Bau von Ölförderanlagen. Dazu gehören insbesondere die sogenannten FPSO-Schiffe, die bei der Hochseeförderung in großen Meerestiefen eingesetzt werden. In der Branche herrscht intensiver Wettbewerb.

Die Rentabilität und die Börsenbewertung des Sektors weisen eine hohe Schwankungsanfälligkeit auf. Ursache sind die ebenfalls großen Schwankungen der Ölpreise. Das Auf und Ab hat sich in der Vergangenheit immer wieder in Überkapazitäten niedergeschlagen. Die operativen Gewinnmargen des Sektors bewegten sich im jüngsten Konjunkturzyklus zwischen drei und acht Prozent; die Barrenditen schwankten zwischen knapp acht und elf Prozent.

Im konjunkturellen Hoch

Aufgrund der hohen Schwankungsanfälligkeit sind einige Öldienstleister wie etwa die norwegischen Firmen Aker Kvaerner, Petroleum Geo-Services (PGS) und Stolt in den vergangenen Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Wiederholt haben größere Anbieter bedrängte kleine Mitbewerber übernommen, wenn deren Aktienkurse auf einen Tiefstand gefallen waren. Die Konsolidierung des Sektors wird sich voraussichtlich beim nächsten Abschwung fortsetzen.

       Öl-Dienstleister profitieren vom Rohstoffboom 2052431

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Derzeit befindet sich die Branche aber in einem konjunkturellen Hoch. Bei Ölpreisen, die aktuell gut 60 Dollar pro Barrel (159 Litern) betragen und auf längere Sicht immer noch mehr als 50 Dollar erreichen dürften, werden die Investitionen der Ölindustrie auch im kommenden Jahr zunehmen. Wegen der steigenden Nachfrage verzeichnet der Sektor eine hohe Auslastung der Kapazitäten. Der Mangel an Reservekapazitäten insbesondere bei FPSO-Schiffen gibt den Anbietern wieder größeren Spielraum bei der Preisgestaltung. Gleichzeitig leidet die Branche unter Personalknappheit; es gibt nicht genügend qualifizierte Ingenieure, um die gegenwärtige Auftragsflut zu bewältigen.

Aufgrund der zunehmenden Kapazitätsengpässe wird erwartet, daß die operativen Margen der Öldienstleister dieses Jahr im Durchschnitt 7,9 Prozent betragen und 2006 auf 8,2 Prozent steigen. Die Barrenditen auf das investierte Kapital, die sich 2005 auf 10,9 Prozent belaufen werden, erreichen im kommenden Jahr voraussichtlich im Durchschnitt 11,6 Prozent. Der Aufschwung des Sektors wird 2006 fortdauern; bei weiter steigenden Rohölpreisen könnte er sich sogar bis 2007 fortsetzen.

Frankreich, Holland, Norwegen

Die französische Geophysique ist der einzige europäische Öldienstleister, der sich auf die Ermittlung seismischer Daten für die Ölexploration spezialisiert hat. Im Festlandsgeschäft erzielt Geophysique derzeit zwar Verluste, und auch die Offshore-Sparte ist momentan nicht sehr ertragsstark. Dennoch wird erwartet, daß die Barrenditen aufgrund des sehr attraktiven, marktführenden Produktegeschäfts der Tochtergesellschaft Sercel höher ausfallen als bei den Mitbewerbern. Der faire Wert der Aktie wird daher auf 90 Euro beziffert; dies impliziert ein Aufwärtspotential des Börsenkurses von 14 Prozent.

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Die holländische SMB Offshore ist Marktführer beim Bau und Betrieb von geleasten FPSO-Schiffen. Das Unternehmen erzeugt stabile Barrenditen, die im oberen Viertel der Sektorwerte liegen. SMB ist vor allem in der Tiefseeförderung engagiert, wo das Wachstum besonders groß ist und eine Vielzahl neuer Aufträge zu erwarten ist. Der faire Wert der SMB-Aktie wird daher bei 75 Euro gesehen; dies entspricht einem Kurspotential von 24 Prozent.

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Die norwegische Stolt Offshore ist als Nischenanbieter ebenfalls im wachstums- und ertragsstarken Tiefseegeschäft tätig. Unseres Erachtens spiegelt die aktuelle Börsenbewertung noch nicht die überdurchschnittlich hohen Barrenditen und guten geschäftlichen Perspektiven des Unternehmens wider. Stolt könnte ein attraktives Übernahmeziel für einen der größeren integrierten Öldienstleister sein.

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Der Autor ist Analyst bei der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs in London.

Quelle: Faznet.de
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Rekordölpreis belastet Firmengewinne kaum

 
14.08.05 16:17
Der Preis für Rohöl klettert immer höher. Die Aktienkurse in Europa zeigen sich davon aber unbeeindruckt. Analysten begründen den Anstieg der Aktienindizes auf Drei-Jahres-Hochs mit dem starken Wachstum der Unternehmensgewinne.


Nach Daten des Informationsdienstleisters Ibis unterstellen die Analysten für das Jahr 2006 im Schnitt ein Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen von 14 Prozent. Dies drückt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Dax auf attraktiv erscheinende zwölf.

Der Ölpreis hat seinen Höhenflug am Freitag fortgesetzt. Im elektronischen Handel in New York stieg die Notierung für ein Barrel in der Nacht zum Freitag kurzzeitig auf das Rekordhoch von 66,11 Dollar (rund 53,29 Euro). Am Morgen (8.45 Uhr MESZ) stand die Notierung bei 66 Dollar. In London lag der Preis für ein Fass der Referenzsorte Brent am Morgen  bei 65,74 Dollar, nachdem er zuvor einen neuen Rekordstand von 65,85 Dollar erreicht hatte. Auch in Asien wurde mit einem Faßpreis von 66,05 Dollar ein neues Rekordhoch erzielt.

Keine Lohn-Preis-Spirale

In ihrem Optimismus lassen sich die Analysten vom hohen Ölpreis kaum bremsen. In der Tat ist bislang verblüffend, daß die gestiegenen Rohölpreise kaum Bremsspuren in den Gewinnen der Unternehmen hinterlassen. Ein Barrel amerikanisches Rohöl (rund 159 Liter) war zum Jahresbeginn etwa 45 Dollar wert. Zur Wochenmitte kostete die Sorte WTI schon 66 Dollar - so viel wie noch nie. Weil der Dollar seit Jahresbeginn tendenziell gegenüber dem Euro aufwertet, trifft der Anstieg des Rohölpreises in Euro rechnende Unternehmen sogar noch härter. Der Anstieg in Euro beträgt rund 70 Prozent, in Dollar 50 Prozent. Zwar haben sich viele Unternehmen gegen steigende Ölpreise zumindest teilweise mit Terminkontrakten versichert, aber diese Absicherung läuft nach und nach aus. Das bedeutet: Die Kosten steigen.

„Es ist schon erstaunlich, wie robust die Unternehmensgewinne dennoch sind”, sagt Ralf Zimmermann, Aktienstratege des Bankhauses Sal. Oppenheim. Zimmermann hat dafür mehrere Erklärungen. „Offenbar schaffen es die Unternehmen, unter dem Zwang des hohen Ölpreises effizienter zu arbeiten.” Auch komme es derzeit in Deutschland nicht zu einer Lohn-Preis-Spirale. „Die Lohnstückkosten in Deutschland gehen nach unten und entwickeln sich auch im Vergleich zu Frankreich und Italien für in Deutschland produzierende Unternehmen vorteilhaft”, streicht Zimmermann heraus.

Komfortable Position vieler Dax-Unternehmen

Die Kehrseite: Die höheren Rohstoffkosten überwälzen die Unternehmen weitgehend an die Verbraucher. Beste Beispiele dafür sind die eigentlich anfälligen Fluggesellschaften. Die Lufthansa kassiert aber auf Langstrecken-Flügen derzeit bis zu 74 Euro Treibstoffzuschlag und überraschte dieser Tage trotz des hohen Ölpreises mit einem über den Erwartungen liegenden Halbjahresgewinn.

Die offenbar komfortable Position vieler Dax-Unternehmen gegenüber ihren Kunden könnte auch erklären, warum das Konzept der CDU/CSU, die Mehrwertsteuererhöhung um 2 Prozentpunkte zu erhöhen, an der Börse nicht schlecht angekommen ist. Eine generelle Steuer auf die Produzentenpreise wirkt ähnlich wie ein Ölpreisanstieg. „Die von der Union geplante Mehrwertsteuererhöhung belastet alle Konsumenten mit 12 Milliarden und die Unternehmen mit 4 Milliarden Euro”, schätzt Bernd Meyer von der Deutschen Bank den Überwälzungseffekt auf die Verbraucher.

Unternehmen weichen Rohstoffpreisen aus

Dem stehe eine Entlastung von Unternehmen und Arbeitnehmern von jeweils rund 9,5 Milliarden Euro gegenüber, da die Sozialversicherungsbeiträge gesenkt werden sollen. Unter dem Strich brächte das Vorhaben der Union den Unternehmensgewinnen demnach weiter Rückenwind. Zimmermann und Meyer sind sich einig, daß die Konsumentennachfrage zunächst nicht in Gang kommt und Aktien von Industrieunternehmen daher gegenüber den von der Konsumlust der Verbraucher abhängigen Einzelhandelsgesellschaften bevorzugt werden sollten.

Denn die Verbraucher können den höheren Rohstoffpreisen weniger gut ausweichen als die Unternehmen. In Deutschland war leichtes Heizöl im Juli 41,2 Prozent teurer als vor einem Jahr und verzeichnete damit den höchsten Preisanstieg seit fast fünf Jahren, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Kraftstoffe waren um 9,4 Prozent teurer als im Juli 2004, bei Diesel betrug der Anstieg 18,9 Prozent. Die anderen Haushaltsenergieträger wurden ebenso überdurchschnittlich teurer: Die Strompreise stiegen innerhalb eines Jahres um 4,4 Prozent, die Gaspreise um 9,7 Prozent. Zentralheizung und Fernwärme waren im Juli 2005 sogar 15,8 Prozent teurer als im Juli 2004.

Quelle: www.faz.net/s/...A7AC35B1EEAA6587EF~ATpl~Ecommon~Scontent.html  
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Amerikanische Ölaktien sind moderat bewertet

 
15.09.05 10:45
Die Ölindustrie und angrenzende Branchen gehören an der Wall Street in diesem Jahr zu den Gewinnern. Der Hurrikan „Katrina” und seine Zerstörungen an der für die Erdöl- und Erdgasindustrie so wichtigen amerikanischen Golfküste haben die Kurse zunächst einmal weiter nach oben getrieben.


Der Amex Oil Index, in dem zwölf große internationale Ölkonzerne von Exxon-Mobil über BP bis zu Total gebündelt sind, hat seit Jahresbeginn um 45 Prozent auf 1.043 Punkte zugelegt, angetrieben von den stetig steigenden Preisen für Rohöl.

Allein seit der Ankunft des Hurrikans an der Golfküste ging es für den Index um 9 Prozent nach oben. Das in New York gehandelte Öl hat nach dem Hurrikan zwischenzeitlich einen Höchststand von mehr als 70 Dollar erreicht, mittlerweile notiert der Rohstoff wieder unter 64 Dollar.

Gewinne können höher ausfallen als gedacht

Trotz der rasanten Kurssteigerungen kann man in der Ölbranche nicht von einer Börsenblase sprechen, denn die Bewertungen werden von guten Ergebnissen gestützt. Exxon-Mobil hat zum Beispiel ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des für dieses Jahr erwarteten Ergebnisses von rund 13. Das ist weniger als der Durchschnitt im breitgefaßten Börsenindex S&P 500 (rund 16).

Selbst einer der größten Börsen-Überflieger aus der Branche, der amerikanische Raffineriebetreiber Valero, scheint mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 nicht überbewertet. Valero hat seit dem Hurrikan an der Börse um 24 Prozent zugelegt, seit Jahresanfang liegt das Plus bei 150 Prozent.

Wenn es nach Wall-Street-Analysten geht, könnten die Gewinne von Energiekonzernen in diesem Jahr noch deutlich höher ausfallen als bisher gedacht. Nach Angaben von Reuters erwarten sie für das laufende Quartal im Durchschnitt ein Ergebniswachstum gegenüber dem Vorjahr von 50 Prozent. Vor dem Hurrikan lag die Schätzung noch bei 28 Prozent. Exxon-Mobil wird im Gesamtjahr wohl einen Rekord-Nettogewinn von mehr als 30 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Grundsätzlich steigender Ölbedarf

Sowohl die Gewinne als auch die Aktienkurse hängen allerdings ganz maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Ölpreises ab. Darüber gibt es sehr verschiedene Auffassungen. Mehrere Wall-Street-Banken sagten in den vergangenen Tagen, sie rechneten aufgrund der hohen Ölpreise zumindest mit einer leichten Abschwächung der Nachfrage - was sich dann wiederum in niedrigeren Preisen niederschlagen könnte.

Ein Indiz dafür sieht Ed Keon, Investmentstratege von Prudential Equity, in einer gesunkenen Nachfrage nach Benzin in Amerika. Andere Analysten meinen hingegen, daß solche punktuellen Nachfragedellen an grundsätzlichen Trends wie dem rasant steigenden Ölbedarf von China und Indien nichts änderten - und der Ölpreis deshalb auf hohem Niveau bleiben werde.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Nachfrage und des Ölpreises führt zu sehr unterschiedlichen Anlageempfehlungen: So reduzierte Keon in dieser Woche den Anteil von Energieaktien in seinem Modell-Portfolio um 2,5 Punkte auf 8,5 Prozent. Dagegen hat die Investmentbank CSFB den Energiesektor auf „übergewichten” hochgestuft.

Verknappung durch „Katrina” bringt höhere Margen

Innerhalb der Ölindustrie gehören im Moment die Betreiber von Raffinerien wie Valero oder Tesoro zu den begehrtesten Werten an der Börse. Dies erklärt sich mit den begrenzten Raffineriekapazitäten in Amerika. Schon vor „Katrina” arbeitete die Branche an der Auslastungsgrenze.

Der Hurrikan hat 10 Prozent der Kapazitäten lahmgelegt, die Hälfte davon für einige Monate. Diese Verknappung bringt den Betreibern von funktionsfähigen Raffinerien höhere Margen und höhere Gewinne. Nach Ansicht von Analysten werden Raffinerien noch einige Zeit lang ein Engpaß sein, was den Betreibern weiter gute Kursperspektiven gibt. Für Valero zum Beispiel haben einige Analysten kürzlich ihre Kursziele weiter erhöht. Die Deutsche Bank ging bis auf 165 Dollar - derzeit kostet das Papier 111 Dollar.

Quelle: www.faz.net/s/...8CA01AE907009E574C~ATpl~Ecommon~Scontent.html  
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