@ AngelaF.
>> Schon interessant, dass da seitens der Sparkassen/Volksbanken immer noch
>> eine Verschnupftheit an den Tag gelegt wird. Die Sache mit den Klimaklebern
>> liegt ja nun schon fast eineinhalb Jahre zurück.
Ich fand eher interessant, wie offen der Vorstand damit umgegangen ist. Die sind wirklich transparent und ehrlich.
Vielleicht muss man zwei Dinge mal klarstellen:
1. Es gibt nicht DIE Volksbanken und Sparkassen. Es gibt in Deutschland rund 700 selbstständige Volksbanken und rund 350 selbstständige Sparkassen. Die sind zwar jeder in einem eigenen Verbund organisiert, treffen aber jeder für sich eigene Entscheidungen.
2. Ökoworld war längst nicht bei allen Volksbanken und Sparkassen im Vertrieb. Ganz im Gegenteil. Wie auf der HV zu erfahren war, waren vor allem ca. zehn gut vernetzte Sparkassen aus dem Baden-Württemberger Raum überdurchschnittlich vertriebsstark - auch noch in 2022. Und die konnte man bis heute nicht wieder überzeugen. Die fehlen Ökoworld derzeit im Vertrieb.
Fazit: Es gibt eine Menge Volksbanken und Sparkassen, die man neu gewinnen kann. Insofern ist Ökoworld nicht unbedingt darauf angewiesen, dass bestimmte Sparkassen und Volksbanken nicht mehr nachtragend sind.
Ich denke, dass man sich auch bewusst sein sollte, dass es immer gewisse Abflüsse geben wird. Das ist völlig normal. In der Vergangenheit sind üblicherweise jedes Jahr ca. 13 % der AuMs, die Ökoworld am Anfang des Jahres hatte, in den folgenden 12 Monaten abgezogen worden (siehe Tabelle am Ende des Beitrags). Dieser Abfluss muss durch neue Zuflüsse kompensiert werden.
Mein Eindruck ist, dass Ökoworld 2023 und zum Teil auch in 2024 überdurchschnittlich starke Abflüsse hatte. Dafür gab es auch gute Gründe. Aber jetzt ist mein Eindruck, dass sich die Abflüsse langsam wieder Richtung Normalniveau bewegen. In der Tendenz werden die Nettomittelabflüsse immer geringer. D.h. was noch fehlt ist, dass Ökoworld wieder die Zuflüsse in Gang bekommt. Da hilft mit Sicherheit die gute Performance der Fonds seit November 2023 und das sie daran arbeiten.
>> Dezember pari sein; Bei allem Optimismus - aber das dürfte kaum möglich sein.
Warum nicht? Wenn der Vertrieb wieder anspringt kann das durchaus möglich sein.
Aber klar, es kann auch länger dauern. 2008 hatte der Ökovision Fonds einen unglaublichen Kursverlust von -48,2 % gehabt, den der Ökoworld Klima noch mit -51,8 % übertroffen hat. Minus 50 % Performance in nur einem Jahr! Das hat im Anschluss ein paar Jahre lang zu Nettomittelabflüssen geführt. Trotzdem waren die AuMs (und nur die sind für die Aktionäre entscheidend) einigermaßen stabil. Und ab 2012 oder 2013 gab es dann wieder Nettomittelzuflüsse. Und im Anschluss gab es diese unglaubliche Entwicklung bis 2021.
AuMs in Mio. €
31.12.2007...1.016
31.12.2008......469
31.12.2009......538
31.12.2010......521
31.12.2011......433
31.12.2012......488
31.12.2013......565
31.12.2014......617
31.12.2015......740
31.12.2016......838
31.12.2017...1.075
31.12.2018...1.096
31.12.2019...1.650
31.12.2020...2.527
31.12.2021...4.205
Das ist nicht mein ideales Szenario, aber bei der aktuellen Bewertung könnte man im Notfall auch damit leben. Und es zeigt, dass es ein Fehler ist, Trends einfach immer weiter fortzuschreiben.
(Verkleinert auf 66%)

