Quelle Spezialwerte
03. JUNI 2026
Die BankM hat am Montag ein Basisstudien-Update für
Ökoworld veröffentlicht. Dabei vergeben die einzigen die Aktie
beobachtenden Analysten ein nunmehr erhöhtes Kursziel von
39,15 Euro (zuvor 37,05) und sehen die Aktie weiter als Kauf.
Für 2026 geht die Bank M in Übereinstimmung mit der
Unternehmensguidance zwar von erneuten Rückgängen im
Umsatz und Ergebnis aus, diese Rückgänge sollen jedoch
deutlich geringer als in 2025 ausfallen, da die Mittelabflüsse
durch die im bisherigen Jahresverlauf gute Fondsperformance
kompensiert würden, bevor im Laufe des Jahres 2027 die Assets
under Management (AuM) wieder ansteigen sollen. Die Analysten
kommen in ihrer Fundamentalanalyse auf einen Wert von 36,23
Euro je Aktie und in ihrer Peer Group-Analyse auf Basis der
Jahre 2026 und 2027 im Mittel auf einen Wert von 42,07 Euro
je Aktie, so dass sich zu gleichen Teilen gewichtet aus der Bank
M-Analyse ein fairer Wert von 39,15 Euro je Aktie ergibt.
Aus unserer Sicht fällt dieses Kursziel zu niedrig aus, erstens,
weil die Analysten mit einem zu niedrigen Nettocashbestand
und zweitens in ihren Plandaten für die kommenden Jahre doch
sehr konservativ mit stetig fallenden Ergebnissen rechnen. So
soll beispielsweise laut Discounted-Cashflow-Modell das EBIT
in den kommenden vier Jahren zwar recht stabil bei rund 20
Mio. Euro pro Jahr verbleiben (Planungsphase I), sich aber in
den Jahren 2030 bis 2033 ungefähr halbieren (Planungsphase
II). Daran anschließend wird für die Berechnung des Terminal
Value dann sogar nur noch ein Jahres-EBIT von 8,3 Mio. Euro
zugrunde gelegt. Dies erscheint uns doch arg pessimistisch und
erklärt das niedrige Kursziel.
Blickt man dagegen in die Peer Group-Analyse, wird ersichtlich,
dass vergleichbare Unternehmen im Durchschnitt ungefähr mit
einem EV/Umsatz-Multiple von 3,5 und einem EV/EBIT-Multiple
von 9 gepreist werden. Auf dieser Vergleichsbasis ergibt sich
anhand der aktuellen Kennzahlen der Ökoworld (grob rund 50
Mio. Euro Umsatz und rund 20 Mio. Euro EBIT) über den Daumen
gerechnet ein fairer Enterprise Value rund um 180 Mio. Euro. Dazu
zeigt die aktuelle Bilanz einen Nettocashbestand (inkl. Wertpapiere)
von rund 140 Mio. Euro, woraus sich ein fairer Wert von rund 320
Mio. Euro, mithin rund 49 Euro je umlaufender Aktie errechnet.
Die Ökoworld-Fonds sind auch in den letzten Wochen weiter
stark gelaufen, so dass sich nach unseren Berechnungen zum
Monatsultimo Mai ein neuer Höchstwert für das laufende Jahr
im Gesamtvolumen von 2.693 Mio. Euro für die fünf Ökoworld-
Fonds ergibt. Dies ist gegenüber dem Jahresstart (2.356 Mio.) ein
deutlicher Zuwachs von 14,3 %. Zwei der fünf Fonds (gemeinsames
Volumen ca. 800 Mio. Euro) notieren inzwischen auf
Allzeithochs, der größte Fonds Ökoworld Classic (Volumen knapp
1.700 Mio.) notiert nur noch rund 7 % unter seinem Allzeithoch.
Neben der damit kalkulierbar werdenden Erholung bei den von
den Fondsvolumina abhängigen fixen Verwaltungsgebühren rückt
damit auch die Möglichkeit bald wieder fließender Performance-
Fees in immer greifbarere Nähe. Nachdem der größere Verkäufer
(wir berichteten über die immer wieder nachgeschobenen
Eisberg-Orders) inzwischen offenbar eine Verkaufs-Pause einlegt
oder seinen Bestand komplett veräußert hat, zeigte die Aktie
zuletzt einen Kurssprung vom zuvor gedrückten Kursniveau
und konnte in den letzten zwei Wochen um 10,2 % zulegen.
Da die Aktie fundamentalanalytisch immer noch massiv unterbewertet
ist und mit der bevorstehenden Hauptversammlung
(19. Juni) angesichts einer Dividende von 1,97 Euro je Aktie
eine satte Dividendenrendite von 6,4 % lockt, sollte die jüngst
gesehene Kurserholung erst der Anfang gewesen sein. Wir
sehen die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau weiter als
klaren Kauf mit Kursziel 47 Euro.