Zu 2)
Ich weiß nicht, wieso das Argument mit dem Überlaufen der NPD-Mitglieder zu anderen Parteien ein schlechtes sein soll.
Ich wäre Dir verbunden, wenn du deine recht apodiktisch klingende These etwas untermauerst.
Als die SRP und die KPD verboten wurden, sind deren Mitglieder in Nachfolgeorganisationen oder anderen Parteien wieder aufgetaucht.
Die DKP selbst wurde als modifizierte KPD neu gregründet. Der KPD-Vorsitzende und Fraktionsvorsitzende im Bundestag Max Reimann war sogar Ehrenvorsitzender der DKP.
Das verdeutlicht sehr gut, was teilweise mit führenden Mitgliedern und erst recht mit einfachen Mitgliedern bei einem Verbot passiert.
Im übrigen verstehe ich nicht, weshalb du gegen die Wahlkampfkostenerstattung wetterst. Zum einen repäsentiert die NPD einen wenn auch geringen Teil der Wähler, und damit des Volkes. Diese Finanzierung ist damit Teil des Demokratieprinzips. Zum anderen sind gerade wegen der geringen Stimmenanteile der NPD die Gelder lächerlich.
Die Volksparteien kriegen im Schnitt das 80-100fache.
Zu 5)Der Zulauf zu anderen, neuen Parteien ist auch ohne NPD Verbot möglich. Du kannst ja gegen die Schill-Partei sagen, was Du willst, aber sie hat in Hamburg dafür gesorgt, daß die NPD 0,0% der Stimmen bekam. Ähnliche Ergebnisse sind in den neuen Bundesländern auch zu erwarten. Unterschätze nicht die Hemmschwelle der wenn auch unzufriedenen Bürger, eine extremistische Partei zu wählen.
Eine Partei, wie es die Schill-Partei nun mal ist, hat damit
die NPD in Hamburg völlig bedeutungslos gemacht, weil sie als alternatives Ventil für den Unmut der Bürger fungierte.
Man kann jedoch nicht sagen, daß die Angehörigen der NPD dadurch zu Märtyreren gemacht worden sind.
Diesen Effekt erreichst Du aber mit einem Verbotsverfahren.
Ich halte an meiner Auffassung fest, wonach das Verbotsverfahren reiner kontraproduktiver Aktionismus ist.
Irgendwie kann ich freilich Deinen Standpunkt verstehen. Du befürchtest schwerwiegende Konsequenzen für den Fall einer NPD-Machtergreifung, da Du mit einer Philipinin verheiratet bist. Im besten Falle würdest Du rechtzeitig auswandern. Im schlimmsten Falle würde man dich und deine Frau wegen "Rassenschande" liquidieren.
Da sind wir übrigens bei einem Punkt, wo diese Partei viel effizienter als mit einem Verbotsverfahren bekämpft werden kann.
Die Masse der Bürger sieht ein, wie weltfremd der Rassismus ist.
Es gibt nun mal in Deutschland zu viele gemischtrassige Ehen und Freundschaften mit Nichtdeutschen, als daß so eine Partei mit ihren starren Vorstellungen von Rassenhygiene mehrheitsfähig werden könnte. (Anders wäre es nur, wenn sie ihr diesbezügliches Dogma lockern würde.)
Bei den Leuten, die an solch hehren Grundsätze glauben, gibt es andere Ansatzpunkte, die man wie einen ausgelutschten Kaugummi breitreten kann.
Diese Leute sehen es also als Rassenschande an, wenn sich ein Angehöriger der arischen Herrenrasse mit Untermenschen einläßt? Nun, das damalige NPD-Vorstandsmitglied und JN-Vorsitzender Sascha Roßmüller ließ sich von einer polnischen Dirne 1999 oral befriedigen. Nach seinen Angaben fühlte er sich dabei so richtig als Herrenmensch.
Noch offener kann man seine Verlogenheit nicht darstellen. Vielmehr führen solche Dinge diese ganze Ideologie ad absurdum. Es wundert mich nur, daß sich die Presse nicht auf diese Lachnummer gestürzt hat.
Viele Grüße,
Hungerhahn