Jetzt wird's ganz finster: SAP-Aktie mit neuem Verkaufssignal!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Neues Mehrjahrestief: SAP-Aktie mit Verkaufssignal!
Der seit Monaten anhaltende Abwärtstrend von DAX-Schwergewicht SAP hält nicht nur an, am vergangenen Freitag hat er auch eine weitere Eskalationsstufe erreicht. Die Aktie ist auf ein Jahres- und damit auch ein neues Mehrjahrestief gefallen. Solche bedeuten aus charttechnischer Perspektive starke Verkaufssignale.
Bemerkenswert: Obwohl sich vor dem Wochenende mit Berenberg und der UBS gleich zwei Research-Häuser positiv zur Aktie geäußert hatten mit bekräftigten Kaufempfehlungen und Kurszielen jenseits der 200-Euro-Marke fiel die SAP-Aktie per Wochenschluss unter ihre wichtige, bei 140 Euro verlaufende Unterstützung.
Verantwortlich für die Abgaben war ein schwacher Ausblick der Beratungsgesellschaft Accenture, welcher einmal mehr die gesamte Software-Branche unter Druck setzte.
So hoch sind die jetzt zu erwartenden Kursverluste
Sind angesichts des neuen Verkaufssignale bei SAP (SAP Aktie) weitere Verluste zu befürchten und wenn ja, wie hoch? Oder gibt es im angeschlagenen Chartbild nicht doch auch Indizien für eine Gegenbewegung, die für Entlastung und neue Hoffnung sorgen könnte?
Über 50 Prozent sind hier schon weg ...
Übergeordnet befindet sich die SAP-Aktie in einem seit eineinhalb Jahren anhaltenden Abwärtstrend. Der hat sie ausgehen von ihren Rekordnotierungen um 275 Euro inzwischen mehr als die Hälfte ihres Wertes gekostet. Allein in diesem Jahr belaufen sich die Kursverluste auf fast 36 Prozent. Damit handelt das Papier fest in der Hand der Bären.
Im Bereich von 140 Euro war es zuletzt zu einer Bodenbildung gekommen, welche durch steigende technische Indikatoren unterstützt war. Dadurch gelangen gleich mehrere Erholungsversuche und schließlich auch der Anstieg über die 50-Tage-Linie, womit SAP zu einem ersten prozyklischen Kaufsignal kam.
Am Widerstandsbereich bei 175 Euro war für die Käuferinnen und Käufer der Aktie jedoch kein Vorbeikommen. SAP war mit Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) bereits überkauft. Das führte zu Gewinnmitnahmen und einem erneuten Aufsetzen bei 140 Euro.
... und jetzt könnten nochmal knapp 15 Prozent dazukommen!
Für einige Handelstage sah es so aus, als würde dieser dem Verkaufsdruck standhalten. Doch genau dieses Szenario ist jetzt vom Tisch. Der schwache Tages- und Wochenschluss am Freitag sorgte für ein neues Mehrjahrestief und damit für ein Verkaufssignal, was weitere Verluste in den kommenden Wochen befürchten lässt.
Unterstützt wird das Verkaufssignal durch einen schwachen RSI sowie einen Trendstärkeindikator MACD, der unter die Nulllinie gefallen ist und damit einen Abwärtstrend der Aktie anzeigt. Dass der MACD gleichzeitig unter der (roten) Signallinie liegt, lässt außerdem eine Beschleunigung der Verkaufsdynamik befürchten.
Die nächste Anlaufstelle dürfte der Unterstützungsbereich zwischen 120 und 125 Euro sein, welcher im Sommer 2023 etabliert wurde. Sollte auch dieser unterschritten werden, stünde um 115 Euro noch eine Auffangzone bereit. Damit könnte die SAP-Aktie vor Verlusten von weiteren rund 15 Prozent stehen.
Für eine Trendwende spricht aktuell nur wenig
Mit Blick auf mögliche Trendwendechancen gibt es angesichts des erneut stark angeschlagenen Chartbilds gegenwärtig nur wenig Anhaltspunkte. Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufwärtstrends der technischen Indikatoren, welche die letzte Erholung zunächst begleitet und bestätigt hatten, ihre Erholung jetzt aufgegeben habe.
Der RSI notiert auf Tageskursbasis zwar leicht im überverkauften Bereich, allerdings noch nicht so tief, als dass eine Gegenbewegung zwingend wäre. Damit ist er trendbestätigend einzuordnen, was für weitere Verluste und gegen eine rasche Erholung der Aktie spricht. Prozyklische Kaufsignale lägen erst oberhalb der 50-Tage-Linie wieder vor, insbesondere ein nachhaltiger Anstieg über 175 Euro würde für Entlastung sorgen, ein solcher ist angesichts der ausgeprägten technischen Schwäche aber nicht zu erwarten.
Die SAP-Aktie verschärft mit einem neuen Mehrjahrestief ihren Abwärtstrend und dürfte angesichts des neuen Verkaufssignals vor weiteren Kursverlusten stehen.
Zwar äußern sich Analystenhäuser unverändert immer wieder positiv zur Aktie, Schwung hat sie dadurch bislang jedoch nicht erhalten, was ein weiterer Beleg für die Hartnäckigkeit des aktuellen Abwärtstrends ist, für den es an Umkehrsignalen noch fehlt.
Wer an einem Einstieg in die Aktie interessiert ist, sollte gegenwärtig abwarten, ob es nicht im Bereich von 120 bis 125 Euro zu einem neuen Boden kommt. Wer bereits investiert ist muss sich die Frage beantworten, ob die zu erwartenden bis zu 15 Prozent noch innerhalb oder bereits außerhalb der eigenen Verlusttoleranz liegen.
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