Nortel glaubt an weltweites Ende der Krise am Tele


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Nortel glaubt an weltweites Ende der Krise am Tele

 
20.06.01 13:36
Nortel glaubt an weltweites Ende der Krise am Telekommarkt
Von Andreas Krosta, Bonn

Nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Tage will Nortel mit betontem Optimismus die Finanzmärkte wieder auf seine Seite bringen.

Das mit Ericsson und Cisco zu den größten Netzwerkausrüstern der Welt zählende Unternehmen sieht ein baldiges Ende der Krise am Markt für Telekommunikationstechnik. "Wir glauben, dass die Telefon- und Internetkonzerne ab Juli 2002 wieder verstärkt in ihre Infrastruktur investieren", sagte der Deutschlandchef von Nortel Networks, Josef Ellmauer, am Dienstag der FTD. "Wir sind auf gutem Weg. Ich bin da optimistisch."

Die Kanadier hatten vergangene Woche den Wert teurer Zukäufe nach unten korrigiert. Dies war nötig geworden, weil die Unternehmen in der Flaute der Telekommunikationsbranche erheblich an Wert verloren haben. Nortel musste deshalb 12,3 Mrd. $ abschreiben. Dies bescherte dem Unternehmen im zweiten Quartal einen Verlust von 19,2 Mrd. $. Zum Vergleich: 2000 setzte Nortel 31,3 Mrd. $ um. Die Aktie fiel durch die Negativmeldung seit Freitag von 10,6 $ um 21,39 Prozent auf 8,45$. Die Einsparungen bei den Telefonkonzerne schlagen voll auf die Ausrüster durch. Die Telefonfirmen verschieben durch die mäßig wachsende Weltwirtschaft Investitionen in ihre Netze.



Netze für die dritte Mobilfunkgeneration


Europa und Deutschland seien von dieser Krise nicht so sehr betroffen, sagte Ellmauer. Der Aufbau der Netze für die dritte Mobilfunkgeneration im kommenden Jahr lasse die Umsätze zumindest nicht einbrechen. Nortel baut das Fernstreckennetz für den Mobilfunk für die Deutsche Telekom und für British Telecom. Ein Netz für die dritte Mobilfunkgeneration soll den Angaben der Betreiber zufolge bis zu 5 Mrd. Euro kosten. Die Verträge mit BT und der Telekom bringen Nortel auch als Netzausrüster für die BT-Tochter Viag Interkom ins Gespräch. "Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagte der Deutschlandchef von Nortel.


Die von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post erlaubten Kooperationen beim Bau der UMTS-Netze würden die Umsätze nach hinten verschieben. "Wir rechnen nicht damit, dass wir insgesamt weniger erzielen." Die Behörde hatte den Mobilfunkbetreibern aus Kostengründen erlaubt, die Sendetechnik gemeinsam zu nutzen.


Sorgen bereiten Ellmauer allerdings Kunden, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken und in die Insolvenz steuern könnten. "Das wird sich in ein bis zwei Monaten herausstellen. Wenn die Kunden wegbrechen, dann werden wir auf einen Teil unserer Umsätze verzichten müssen. Das bringt uns nicht um, aber wir werden dann noch mehr Kosten einsparen müssen", sagte der Manager. Derzeit rechnet Nortel in Deutschland mit Umsätzen auf Vorjahresniveau von etwa 2 Mrd. DM.



© 2001 Financial Times Deutschland
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