Sondern es gibt auch a-Si-Dünnschicht wie von Sharp oder Astronergy oder die CIS-Dünnschicht ala Solar Frontier, Mia Sole oder auch Q-Cells. Gerade CIS kommt mittlerweile rasent schnell an den Wirkungsgrad der multikristalline Module ran.
Außerdem ist dein Satz "der Minderertrag bei hohen Temperaturen wird durch den höheren Wirkungsgrad mehr als kompensiert" so nicht haltbar. Ich weiß ja nicht wie lange du dich mit PV beschäftigst bzw. du dich überhaupt auskennst, aber das alles muss man viel differenzierter betrachten und nicht mit einem pauschal gehaltenen Satz einfach so beiseite schieben. So einfach ist das nun wirklich nicht.
Bei Temperaturen von um die 35 Grad geht der Wirkungsgrad bei Silziummodulen massiv in den Keller und genau da kommt der ganz große Vorteil der Dünnschicht ins Spiel. Siehe z.B. das Q-Cells CIS-Modul Q.Smart. Oder schau dir doch nur mal den indischen Solarmarkt an, da dominiert die Dünnschicht mit einem Marktanteil von rd. 60% (First Solar, Abound Solar, Moeser Baer, Solar Frontier und auch Q-Cells spielt da ein wenig mit ihren CIS-Modulen mit), denn neben den hohen Temperaturen kommt in Indien noch das wesentlich bessere Schwachlichtverhalten der Dünnschicht zum Tragen. Die hohe Luftfeuchtigkeit in Indien sorgt sehr oft für diffuse Lichtverhältnisse und wie man ja weiß ist das Schwachlichtverhalten der Silziummodule nun wirklich nicht gerade gut.
Es ist davon auszugehen, dass sich der PV-Markt zunehmend von Mitteleuropa aus
auf Standorte mit stärkerer Sonneneinstrahlung und höheren Temperaturen wie Nordamerika, China, Indien, Nordafrika und den Nahen Osten ausdehnen wird. In diesen Regionen kommen die pysikalischen Eigenschaften der Dünnschichttechnologie voll zum Tragen und das wird nach meiner Einschätzung dafür sorgen, dass die Dünnschicht immer mehr Marktanteile dazu gewinnen wird. Derzeit sind es ja nur 20%, aber je mehr in heißen Regionen PV verbaut wird umso mehr wird Dünnschicht Marktanteile dazu gewinnen. Jedenfalls spricht derzeit alles dafür, dass es so sein wird.
Bei einigen Posts macht es mir den Anschein, dass da einige den US PV-Markt gar nicht kennen oder einschätzen können. Deshalb hier mal zu einer Anlayse der SEIA zum US PV-Markt für Q2:
www.seia.org/galleries/pdf/SMI-Q2-2011-ES.pdf
Diese Bestandsaufnahme ist sehr lesenswert und man kann auch darin sehr gut erkennen warum Solarworld in den USA so große Absatzprobleme hat. Der US Pv-Markt kann nicht mal ansatzweise mit dem deustchen PV-Markt verglichen werden und wenn man das verstanden hat kann man erst die Chancen von Solarworld in den USA einschätzen. Es ist nicht alleine damit getan, dass Solarworld in den USA eine große Fabrik hat. Der gehört dan schon mehr dazu.
Wenn das private Aufdachanlagengeschäft in den USA nicht signifikant anzieht, die 350 MW bis 400 MW in diesem Jahr in den USA sind ganz einfach viel zu wenig (in Deutschland rd. 3.000 MW in 2011), dann wird Solarworld im US-Markt keine große Sprünge machen können. Chinesen hin oder her. Außerdem sind die Systemkosten für private Aufdachanlagen in den USA mit 6,42 $/W ganz einfach viel zu teuer. In Deutschland oder Frankreich sind kleinere Aufdachanlagen um gut 30 bis 35% billiger. Interessant ist auch, dass die Preise in den USA für kleinere Aufdachanlagen in den letzten 12 Monate nur um 0,30 $/W bzw. 5% gefallen sind !! In diesem PV-Segement scheint es jedenfalls in den USA noch kein Preisduming zu geben. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille und der liebe Herr Asbeck liebt es nur zu gerne von den eigenen Problemen abzulenken. Das ist meine Meinung.