NEUER SKANDAL an der Wall Street


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NEUER SKANDAL an der Wall Street

 
11.04.02 11:54
Peinliche Enthüllung an der Wall Street: Privat werteten Analysten Unternehmen als Schund. Investoren wurde die Aktie jedoch wärmstens empfohlen. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt.

New York/Hamburg – Nach dem Absturz der Internetbranche und dem Enron-Skandal ist der Ruf der Analystenzunft bereits arg lädiert. Weiteres Ungemach droht, und mittendrin steckt eines der renommiertesten Geldhäuser: Merrill Lynch (ML). Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer wirft den hochbezahlten Wertpapierexperten vor, wissentlich Anleger mit geschönten Analysen getäuscht zu haben.

Zum Beweis hat Spitzer vor Gericht brisantes Material veröffentlicht. So bezeichneten Merrill-Lynch-Analysten in privaten E-Mails Unternehmen abschätzig als "Ramsch" und "Scheiße" ("a piece of junk" und "such a piece of crap"), obwohl die Aktien Investoren zum Kauf empfohlen wurden, zum Teil sogar mit dem bestmöglichen Rating. "So dramatisch und verurteilenswert diese Beweise gegen Merrill Lynch auch sind, es könnte nur die Spitze eines Eisberges sein", sagte Spitzer.

Die "explosivsten Dokumente, die ich je gesehen habe"

John Coffee, Professor für Unternehmensrecht an der Columbia University, nannte die vorgelegten Dokumente die "explosivsten, die ich je gesehen habe". Die anstehenden Gerichtsverhandlungen könnten für Merrill Lynch und andere Wall-Street-Banken eine "zeremonielle Demütigung" werden.

Merrill Lynch bemüht sich unterdessen, seinen Ruf zu verteidigen und weist die Anschuldigungen zurück. Die E-Mails seien aus ihrem Kontext genommen worden und die gezogenen Rückschlüsse "einfach falsch".

Vizepräsident Robert McCann, zuständig für den Bereich Research, führte in einer Stellungnahme des Unternehmens die zum Teil bereits unternommenen Schritte an, die Arbeit der Analyse-Abteilung zu verbessern. So sollen Analysten künftig nach Erfüllung ihrer Prognosen bewertet und bezahlt werden. Dies sei Teil einer im vergangenen Sommer gestarteten Überarbeitung des gesamten Research-Bereichs.

"Vertrauen der Investoren systematisch missbraucht"

Ankläger Spitzer hingegen argumentiert, dass Merrill Lynch das Vertrauen der Investoren missbraucht habe. Systematisch sei die Research-Abteilung als Verkaufsarm für die Investmentbank genutzt worden. Nun drängt der Staatsanwalt auf ein hohes Strafgeld. In Verhandlungskreisen wird von 100 Millionen Dollar berichtet, die teils als Strafe und teils als Wiedergutmachung an Investoren gezahlt werden soll.

Zudem soll sich Spitzer dafür einsetzen, dass die Research-Abteilung als unabhängiger Bereich ausgegliedert wird. "Das würde uns helfen, zu einem Punkt zu gelangen, an dem wir in der ganzen Industrie strukturelle Entlastung bekämen. Ich glaube, man hat erkannt, dass mehr getan werden muss, als nur Überwachungsbüros anzumeckern."

Namhafte Banken im Visier der Justiz

Im Zuge der Untersuchung über Research-Methoden an der Wall Street interessiert sich die Staatsanwaltschaft auch für andere namhafte Banken. Der US-Bundesstaat New York untersucht mögliche Interessenskonflikte zwischen Analysten und Investmentbanken. Nach Angaben des Wall Street Journal vom Mittwoch gehören Goldman Sachs, Credit Suisse First Boston, Morgan Stanley Dean Witter, Lehman Brothers, UBS PaineWebber, Salomon Smith Barney, Lazard Freres und Bear Stearns zu den Unternehmen, die eine Vorladung bekommen könnten.

In den kommenden Monaten müssen sich zumindest die Analysten von Merrill Lynch auf etliche Verhandlungstermine einstellen. Offiziellen Stellen zufolge sollen ehemalige und immer noch bei Merrill Lynch beschäftigte Mitarbeiter zu einer öffentlichen Vernehmung vorgeladen werden.

mm.de

Gruß    
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jahr2002istda:

schreckliche welt! widerwärtig!schlau!? o.T.

 
11.04.02 11:56
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"Effiziente Manipulatoren"

 
11.04.02 12:12
Anleger stützen ihre Entscheidungen auf Empfehlungen der Analysten - doch die sind alles andere als unabhängige Tippgeber. Ihr Fair Play entscheidet mit über das Wohl und Wehe eines Finanzplatzes.

NEUER SKANDAL an der Wall Street 633314
"Chinese Walls" sollen den Investment-Bereich eines Finanzhauses von der Research-Abteilung trennen. Doch nicht immer bleibt die Mauer dicht.
 
Ein Verhaltenskodex für Analysten soll dabei helfen, die Spielregeln der Finanzmärkte offen zu legen und damit das Vertrauen der Anleger wiederzugewinnen. Bereits im Sommer 2000 haben Rüdiger von Rosen, Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstituts, und Wolfgang Gerke, Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, einen Entwurf für einen solchen Analystenkodex vorgelegt.

Der Kodex für "anlegergerechte Kapitalmarktkommunikation" sieht unter anderem vor, dass Analysten nicht selbst mit denjenigen Aktien handeln, mit denen sie sich beschäftigen. Außerdem sollen sie ausdrücklich auf die Geschäftsbeziehungen ihrer Bank zu den untersuchten Unternehmen hinweisen: Eine Bank, die zum Beispiel den Börsengang eines Unternehmens begleitet hat und selbst ein großes Paket der betreffenden Aktien hält, dürfte diesem Unternehmen freundlicher gesonnen sein als andere Finanzinstitute. Geschäftsbeziehungen zwischen Banken und untersuchten Unternehmen sind nicht ungewöhnlich. Der Anleger kann aber mit Hilfe der zusätzlichen Information seine Informationsquelle besser beurteilen.

"Wir sind keine neutralen Beobachter"

"Wir sind keine neutralen Beobachter von der Universität - wir sollen für unsere Bank Geld verdienen", stellt Andrew Lockhart, Head of Research bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW), klar. Eine neutrale bis negative Empfehlung sei kommerziell wertlos: Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass nach einer hauseigenen Untersuchung bei DKW im Juni 2000 56 Prozent der Analysen positiv ("kaufen", "aufstocken"), 35 Prozent neutral und nur acht Prozent negativ ("verkaufen", "reduzieren") ausfielen. Lockhart warnt Anleger davor, Analysten als neutrale Instanz misszuverstehen. Dennoch können ihre Informationen wertvoll sein, wenn die Spielregeln eingehalten werden.

"Chinese Walls" nicht durchlöchern

Zu diesen Spielregeln zählt laut Lockhart, die so genannte "Chinese Wall" nicht zu durchlöchern, die zum Beispiel die Investment-Abteilung einer Bank von der Research-Abteilung trennt. Wenn ein Analyst über diese Chinese Wall in die Investment-Abteilung hinübergezogen werde, dann dürfe er nicht mehr mit Kunden telefonieren und Empfehlungen veröffentlichen.

Als "unerträglich" bezeichnet Lockhart folgenden Fall: Dresdner Kleinwort Wasserstein hatte gemeinsam mit einer weiteren Bank einen Börsengang vorbereitet. Deren Analyst habe monatelang in der Investment-Abteilung Kontakt zu Wirtschaftsprüfern und dem Unternehmen gepflegt. Anschließend habe er eine Studie veröffentlicht, um den Börsengang zu vermarkten. "So etwas müssen wir unterbinden", sagt Lockhart. Ein Analyst, der ins Investmentbanking eingebunden werde, sei als Schnittstelle zwischen Markt, Unternehmen und Investmentbank eher ein "effizienter Manipulator" als ein neutraler Beobachter.

Gesetzesregeln statt freiwilliger Selbstkontrolle

Dass Analysten nicht selbst die von ihnen empfohlenen Aktien kaufen, hält auch Lockhart für sinnvoll. Andere Analysten halten ein eigenes finanzielles Engagement nach dem Motto "put your money where your mouth is" eher für einen Vertrauensbeweis. Umstritten ist auch, ob der Verhaltenskodex für Analysten auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung gelten soll. Das Finanzministerium tendiert nach jüngsten Informationen dahin, den Kodex gesetzlich zu verankern und durch ein Kontrollgremium überwachen zu lassen. Auch Wolfgang Gerke, einer der Autoren des Entwurfs, hält eine Überwachung zum Beispiel durch das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel für wichtig (siehe Interview: "Wir brauchen eine europäische Börsenaufsicht").

Lauschangriff: Die Compliance-Abteilung hört mit

Die Banken haben bereits Fair-Play-Regeln wie das Verbot von Daytrading oder die Offenlegung aller Transaktionen der Mitarbeiter installiert. Kontrolle ist für sie nichts Neues. Über die Einhaltung der Geschäftsprinzipien wie über die Chinese Walls wacht innerhalb einer Bank die Compliance-Abteilung. "Es ist bei uns üblich, dass die Telefongespräche der Analysten mitgehört werden", sagt Lockhart. Derzeit werde daran gearbeitet, den Lauschangriff mit Hilfe einer eigenen Mobilfunkzelle auch auf die Mobiltelefone der Mitarbeiter auszuweiten. "Fair Play gibt es nur, wenn die Regeln klar sind und ernst genommen werden", so Lockhart.

mm.de
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Depothalbierer:

Ja, und? Hab ich heute morgen auch gelesen, eine

 
11.04.02 12:55
weitere Bestätigung meiner Meinung über Anale, nichts weiter.
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uiuiui:

Skandal ist normal an der Wallstreet

 
11.04.02 13:12
Was ist da neu dran. Neu ist nur, dass heute jeder normale Mensch auf die Analysten sch......

Das Juppytum hat sich überlebt.
uiui  
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Happy End:

up für Speculator und P.-P- Weiler ;-)))

 
11.04.02 13:38
 
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malen:

traurig, traurig o.T.

 
11.04.02 17:14
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super_egon:

das paßt auch dazu

 
11.04.02 17:21
Aktientipps für "Schrott-Firmen" bringen Merrill Lynch in Bedrängnis
New Yorker Staatsanwaltschaft erhebt Klage gegen renommiertes Wertpapierhaus
Peter de Thier

www.berlinonline.de/aktuelles/.../wirtschaft/.html/133934.html
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Katjuscha:

Hhmmm

 
11.04.02 17:33
11.04.2002
Infineon "NT strong buy"
Merrill Lynch  

Die Analysten vom Investmenthaus Merrill Lynch stufen die Aktie von Infineon (WKN 623100) unverändert mit "NT strong buy/LT buy" ein und sehen das Kursziel bei 32 Euro.

Infineon habe zwar im Mobilfunkbereich einen überdurchschnittlich hohen Umsatzrückgang hinnehmen müssen.

Die Gewinne im DRAM-Bereich würden jedoch bei weitem den größten Gewinnkatalysator darstellen. Insofern sei die Aktie gegenüber Verschiebungen im Mobilfunkbereich weniger empfindlich.

Trotz der bevorstehenden Aktienplatzierung durch die Mutter Siemens und der jüngsten Underperformance aufgrund der temporären Preisschwäche bei den DRAM`s bleibe man der Aktie gegenüber positiv eingestellt.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die Analysten von Merrill Lynch die Infineon-Aktie mittelfristig stark zu kaufen.


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Mit anderen Worten: INFINEON STRONG SELL?

 
11.04.02 21:24
;-)
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IBM im Fadenkreuz der SEC

 
12.04.02 06:01
Der jüngste Kursrückgang bei der IBM-Aktie zeigt, wie blank die Nerven der Aktionäre liegen, wenn es um das Thema Bilanzen geht. Angeblich soll die US-Börsenaufsicht SEC eine Untersuchung des Computer-Riesens anstreben. Gegenstand soll der Verkauf der Glasfaser-Sparte an JDS Uniphase sein. Statt als außerordentliche Einnahme unter "other income" waren die dabei eingenommenen 280 Millionen Dollar im vierten Quartal mit den Betriebskosten verrechnet worden. IBM hatte für 2001 erstmals eine detailliertere Jahresbilanz vorgelegt. Dort lassen sich keine anderen potenziellen Streitfälle erkennen. An der Börse wird auf die drei Buchstaben SEC wahrscheinlich überreagiert.  
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ComROAD verkaufen

 
12.04.02 10:24
Guten Morgen, aktionärsbrief!!!!

Die Analysten vom Börsenbrief "der aktionärsbrief" raten nach wie vor die Aktien von ComROAD (WKN 544940) zu verkaufen.

Die Skepsis gegenüber dem Titel habe sich als richtig erwiesen. Schon Ende Januar sei das von den Experten gesetzte Stopp-Limit bei 7,90 Euro unterschritten worden.

Die Staatsanwaltschaft habe nun sogar kriminelle Energie beim Ex-Vorstandschef Bodo Schnabel vermutet. Dies habe einen weiteren Kursrutsch ausgelöst. Der Vorwurf laute auf Kursbetrug in 16 Fällen. Die endgültige Bestätigung stehe zwar noch aus. Dennoch deute alles daraufhin, dass das Lügengebilde um ComROAD nun endgültig in sich zusammengestürzt sein dürfte. Die Deutsche Börse AG habe bereits den Ausschluss aus dem Neuen Markt angeordnet.

Daher raten die Wertpapierexperten von "der aktionärsbrief" auch weiterhin die Aktien von ComROAD zu verkaufen.

Gruß    
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NEUER SKANDAL an der Wall Street 634348
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Happy End:

Die Jagd auf die Analysten beginnt

 
13.04.02 10:18
Nach dem Angriff der Staatsanwälte auf Merrill Lynch steht nun ein Star-Analyst von Salomon Smith Barney am Pranger. Ein Bankkunde klagt auf zehn Millionen Dollar Schadenersatz.

New York - Der 60-jährige George Zicarelli, ein freiberuflicher Cutter, hat mit Aktien von Global Crossing 455.000 Dollar verloren und musste sich deshalb bankrott erklären, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ).
Seine Klage richtet sich der Zeitung zufolge gegen die Investmentbank Salomon Smith Barney und deren Telekom-Staranalysten Jack Grubman. Der Analyst hatte Salomon Smith Barney, einer Citigroup-Tochter, dabei unterstützt, zahlreiche lukrative Aktien- und Anleihe-Transaktionen zu verbuchen. Neben Merrill Lynch war Salomon Smith Barney eine der führenden Konsortialbanken bei dem Börsengang von Global Crossing. Der Kabelnetzbetreiber war in Boomzeiten ein Höhenflieger an der Wall Street gewesen, hat allerdings inzwischen Konkurs angemeldet, die Aktien sind praktisch wertlos.

Die Global-Crossing-Aktien notierten mit rund 50 Dollar, als Zicarelli begann, sie zu kaufen. Von seinem Berater wurde ihm auch noch empfohlen, weitere Aktien zu kaufen, als Insider ihre Papiere längst auf der Verkaufsliste hatten. Noch im Juni 2001 empfahl Grubman die Aktie als einer seiner drei "Top picks" (Auswahl der Besten), heißt es in dem Bericht des "WSJ". Schon zu diesem Zeitpunkt hatte die Aktie rund 80 Prozent von ihrem Höchststand (64 Dollar) eingebüßt. Kurz vor der Anmeldung der Insolvenz notierte das Papier bei 30 Cent.

Vertreten wird Zicarelli von Rechtsanwalt Jacob Zamansky, der schon gegen Merrill-Lynch-Analyst Henry Blodget einen Vergleich erwirkt hatte. Die Schadenersatzsumme von zehn Millionen Dollar soll laut "WSJ" etwas der Hälfte von Grubmans Jahreseinkommen entsprechen.

Derzeit prüfen die amerikanische Börsenaufsicht SEC, die Wertpapierhändler-Organisation NASD und die Generalstaatsanwaltschaft von New York, inwieweit Analysten von Wall-Street-Firmen Anleger getäuscht und diesen Verluste zugefügt haben.

Gruß    
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Schwarze Schafe

 
15.04.02 06:09
Analytikern dürfte eine dicke Haut gewachsen sein, seitdem sie vermehrt zu Prügelknaben geworden sind. Am Ende einer mehrjährigen Börsenhausse droschen zunächst ernüchterte Anleger auf die notorischen Berufsoptimisten ein. Ein weiterer Vertrauensverlust ergab sich aus umstrittenen Entlassungen, die etwa in der Schweiz mit dem nachmaligen Scheitern der Swissair und in den USA mit der Pleite von Enron zusammenhingen. Beidenorts wurden Finanzexperten von Wertschriftenhäusern vor die Türe gesetzt, nachdem sie entgegen offiziellen Anlageempfehlungen Kunden von Engagements bei den beiden Unternehmen abgeraten hatten. Obwohl jeweils nicht der Inhalt der Aussage, sondern die nicht autorisierte Stellungnahme als Entlassungsgrund angeführt wurde, blieb beim Publikum ein schaler Nachgeschmack. Ein solcher Rausschmiss werfe allen Beteuerungen zum Trotz ein schiefes Licht auf die Unabhängigkeit der Analytiker, wurde weitherum moniert.

*

Das Epizentrum der Erschütterungen scheint derzeit in den USA zu liegen. Vergangene Woche erwirkte der oberste Ankläger des Staates New York gegen Merrill Lynch eine Verfügung, wonach das Institut in seinen Aktienstudien mögliche Interessenkonflikte künftig offenzulegen hat. Der im November zur Wiederwahl antretende Generalstaatsanwalt begründete sein Vorpreschen mit schönfärberischen Analysen, die dem weltgrössten Wertschriftenhaus lukrative Aufträge im Investmentbanking gesichert haben sollen. Ausserdem empfahl Merrill Lynch Aktien zum Kauf, die hauseigene Analytiker in internen E-Mails als Ramsch apostrophiert hatten.

*

Fehlurteile und eine biegsame Unabhängigkeit gefährden mittlerweile den Ruf eines ganzen Berufsstandes. Dabei fällt auf, dass die aggressive Mentalität der amerikanischen Brokerhäuser offenbar zu Verfehlungen führt, wie sie in Europa in diesem Ausmass nicht bekannt sind. Weder wusste etwa Merrill Lynch nach jetzigem Kenntnisstand zu verhindern, dass die «Chinesischen Mauern» zwischen dem Investmentbanking und dem Research durchlöchert wurden. Noch wurde energisch durchgegriffen, als sich anbiedernde Analytiker zu Komplizen des von ihnen zu bewertenden Managements externer Firmen machten. Solche Versäumnisse sind eigentlich unentschuldbar, zumal ein von der Standesorganisation Securities Industry Association (SIA) verabschiedeter Ehrenkodex wirksame Regelungen zur Verhinderung von Interessenkonflikten enthält. 700 Wertschriftenhäuser, darunter auch die CSFB, unterziehen sich diesem Regelwerk. Noch weiter geht UBS Warburg, wo europäisches Selbstverständnis regiert. Dort wird Analytikern etwa glattweg untersagt, Aktien von Unternehmen zu halten, die sie selber beurteilen. Solche vertrauensbildenden europäischen Usanzen könnten für einmal Amerika den Weg weisen, um die Zahl der schwarzen Schafe möglichst klein zu halten.

NZZ-Online

Gruß    
Happy End
NEUER SKANDAL an der Wall Street 636264
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f8169:

die Jagd auf die Analysten beginnt.....

 
15.04.02 07:02
Hallo Happy End!

Sag mal liest du deine eigenen Beiträge auch mal durch?
Also bei deinem Beitrag zu diesem Thema ist mir eins aufgefallen.
Der Mann soll also rund 10 Millionen Dollar in einem halben Jahr verdienen, aber er muss Bankrott anmelden weil er rund eine halbe Millionen Dollar Verlust an der Börse gemacht hat!
Was für Spinner laufen in den USA denn rum? Über so eine Klage kann ich nur lachen, aber das ist typisch für die Amis.
Die Klagen halt wegen jedem Scheiß und bekommen oft sogar noch Recht! Mann gut das wir nicht in einem solchen Rechtstaat leben.

bye f8169
Antworten
Happy End:

Hallo f8169!

 
15.04.02 07:11
Sag mal, liest du meine Beiträge eigentlich auch richtig durch?

;-)

George Zicarelli verdient nicht 10 Millionen Dollar im Jahr (über sein Einkommen steht in dem Posting gar nichts), sondern der erwähnte Analyst Jack Grubman in einem halben Jahr...

Gruß    
Happy End
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