Neuer Markt - Die Profis sind auch nicht viel bess


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Neuer Markt - Die Profis sind auch nicht viel bess

 
20.01.02 10:27
Vom Regen in die Traufe. Im Jahr 2000 verlor der Neue Markt rund 40 Prozent an Wert, im Jahr 2001 sogar 60 Prozent. Wer das Vertrauen in sein eigenes Können während der Durststrecke verlor und sein Kapital Investmentprofis anvertraute, schnitt oft auch nicht besser ab. Wer aufs falsche Pferd setzte, machte sogar noch mehr Minus.

Ganz unten auf der Performance-Liste 2001 steht nach Auswertung der Ratingagentur Standard&Poors der H&A LUX DAC-Neuer Markt mit einem Minus von sage und schreibe 74,85 Prozent. Vom Hoch bei 12,19 Euro im Sommer 2000 hat der Fonds 87,9 Prozent verloren.

Wegen der schlechten Wertentwicklung dieser und anderer DAC-Fonds kursierten im Juni letzten Jahres sogar Gerüchte, die Kapitalanlagegesellschaft Universal Investment werde die Zusammenarbeit mit Fondsberater Bernd Förtsch aufkündigen und die Fonds auflösen. "Absoluter Schwachsinn" kommentierte Förtsch damals und behielt Recht.

Das genaue Gegenteil

An der Kursentwicklung zeigt sich, dass offenbar auch der offensive Anlagestil fortgesetzt wird. Der H&A LUX DAC-Neuer Markt hat in der Rallye von September bis Dezember besser abgeschnitten als die Mehrheit der Neue Markt-Fonds, seit Mitte Dezember aber wieder 25 Prozent Minus gemacht. Die Volatilität bleibt hoch.

Das genaue Gegenteil ist der Fonds Ideal Global. Dieser Neue Markt-Fonds führt in der Einjahresperformance mit einem Minus von 25 Prozent. Das gute Abschneiden ist dem Ausstieg des Fondsberaters aus Neuer Markt-Aktien im Sommer zu verdanken. Der Haken an der Sache: Das Fondsportfolio bestand bis in den November hinein aus mehr als 80 Prozent Anleihen und Cash.

Im November zog der Fondskurse kurzzeitig an und fielen wieder zurück. Im Dezember passierte das Gleiche erneut. Es ist unklar, ob der Fondsberater derzeit einen nennenswerten Anteil Aktien im Depot hält oder nicht. Ohne Aktien wären in der Zukunft keine Kursgewinne mehr möglich. Die Zusammenarbeit zwischen Fondsberater und Kapitalanlagegesellschaft scheint wegen des eigenwilligen Management-Stils zudem problematisch.

Verlierer des Jahres


Zum "Verlierer des Jahres 2001" erklärte die Financial Times Deutschland den Ex-Fondsmanager Kurt Ochner. Noch nie habe ein Investmentprofi eine derartige Bruchlandung innerhalb eines Jahres hingelegt, begründete die Wirtschaftszeitung ihr Urteil. Anfang April trennte sich die Fondsgesellschaft Julius Bär wegen unterschiedlicher strategischer Auffassungen von Ochner. Nachfolger Carloe Seregni hatte leider bisher nicht viel mehr Erfolg, der Julius Bär Special German Stock Fund gehört mit minus 58,25 Prozent zu den schlechteren Fonds im abgelaufenen Jahr.

Das Gros der Neue Markt-Fonds ist 2001 um 40 bis 50 Prozent abgestürzt. Damit haben die Fondsmanager immerhin die Benchmark übertroffen, teilweise sogar deutlich. Eine Leistung, die Manager von Blue Chip-Fonds nicht erreichten. Während der DAX im vergangenen Jahr 19,8 Prozent abrutschte, verloren Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland durchschnittlich 20,7 Prozent. Doch die relative Outperformance der Neuer Markt-Fonds dürfte den Anlegern nur ein geringer Trost sein angesichts einer Halbierung ihres Einsatzkapitals.

Fazit: Das Investment in Aktienfonds hat durchaus Vorteile, wie die Möglichkeit zur breiten Diversifikation. Auch die Expertise eines Investmentprofis kann sich in der Wertentwicklung niederschlagen. Doch sollten Anleger wegen des vergleichsweise hohen Verlust-Risikos trotzdem nur einen geringen Prozentsatz ihres Portfolios in Neuer Markt-Fonds stecken.


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