Nervenkrieg setzt Wallstreet zu


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 312 / Heute: 1
Happy End:

Nervenkrieg setzt Wallstreet zu

 
22.05.02 06:50
Gegen den Pessimismus an den Börsen scheint es zur Zeit kein Gegenmittel zu geben. Trotz positiver Nachrichten aus dem Bankensektor setzten Dow und Nemax auch am Dienstag ihre Talfahrt fort. Immer noch hat die Angst vor neuen Terroranschlägen die Börsen im Griff, zusätzlich lasten die Zweifel über die Erholung von Konjunktur und Unternehmensgewinnen auf der Börsenstimmung. Schlechte Aussichten für den Rest der Börsenwoche, ein Ende der Berg- und Talfahrt ist nicht in Sicht.  

Die Börsen spielen seit Wochen das gleiche Spiel, für mehr als eine kurzfristige Gegenbewegung reicht der Atem der US-Bullen nicht aus. Die Konjunkturdaten können die Skepsis der Anleger über den Zeitpunkt und die Dauer des Aufschwungs nicht ausräumen, eine nachhaltige Erholung der Unternehmensgewinne ist nicht abzusehen. Dass in dieser Situation auch noch Warnungen vor neuen Terroranschlägen hinzukommen, ist Wasser auf die Mühlen der Pessimisten. Der Nervenkrieg verschafft dem Dow zum Handelsschluss ein Minus von 1,21 Prozent, noch schlechter schneidet der Nasdaq mit einem Minus von 2,2 Prozent ab.

Gegen den allgemeinen Trend konnten lediglich die Bankwerte zulegen. Verantwortlich dafür war das Bankhaus Merrill Lynch. Im Rechtsstreit um angeblich irreführende Analysten-Studien hat sich die Investmentbank mit der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft auf einen Vergleich geeinigt. Das kostet Merill Lynch zwar 100 Millionen Dollar. Wichtig ist aber, dass die Banker kein Schuldeingeständnis abgegeben haben. Damit ist den befürchteten Folgeklagen von Privat-Anlegern der Boden entzogen. Die Merril-Lynch-Aktien konnten im frühen Handel um mehr als 2,7 Prozent zulegen und sämtliche Bankwerte ins Plus ziehen. Die schlechte Börsenstimmung lies die Kursgewinne bis zum Handelsschluss aber wieder zusammenschmelzen. Für Merrill Lynch endet der Börsentag mit einem Plus von 0,85 Prozent. Goldmann Sachs, Goldmann Sachs und Citygroup rutschten dagegen sogar ins Minus.

Enttäuschend verlieft der Börsentag für die Heimwerker-Kette Home Depot. Trotz eines imposanten Gewinnanstiegs von 35 Prozent im ersten Quartal gaben die Aktien um 7,5 Prozent nach. Das Ergebnis war zwar etwas besser ausgefallen als erwartet. Im Vergleich zum Konkurrenten Lowe’s, der seinen Quartalsgewinn um mehr als 50 Prozent steigern konnte, ist das Wachstum aber eben nicht gut genug. Nach den Kursgewinnen der vergangenen beiden Tage waren Gewinnmitnahmen angesagt.

Im Tech-Sektor stand der angeschlagene Telekom-Riese Qualcomm im Mittelpunkt. Der Telekom-Chipentwickler bestätigt mit seiner Prognose von 0,21 bis 0,23 Dollar Gewinn je Aktie für das am 30. Juni endende dritte Geschäftsquartal die Analystenschätzungen. Mit den für das Gesamtjahr vorhergesagten 0,90 bis 0,95 Dollar liegt Qualcomm sogar über den Expertenprognosen, die allerdings zuvor gesenkt worden waren. Wachstum soll der Verkauf von CDMA-Lizenzen in Asien bringen. Ein Lichtblick für die arg gebeutelten Aktien, sie legten um rund 2,29 Prozent zu.  

sharper.de
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--