Nemax am Nachmittag: Glücksritter treiben Elsa-Kurs in die Höhe
Von Annette Entreß, Hamburg
Die Aktien am Neuen Markt sind überwiegend mit Verlusten in die Woche gestartet. Beide Indizes rutschten unter die Marke von 1000 Punkten. Bemerkenswert allerdings die Aktie des angeschlagenen Computerzubehör-Herstellers Elsa, die stark anzog.
Bis zum Nachmittag gab der Nemax 50 rund 2,7 Prozent auf 995 Punkte ab und fiel damit weiter unter die psychologisch wichtige Marke von 1000 Zählern. Genauso erging es dem marktbreiten Nemax All Share, der 1,8 Prozent auf 986 Stellen nachgab. "Da die US-Börsen heute geschlossen sind, bekommen wir auch keine richtungweisenden Impulse", sagte ein Marktteilnehmer mit Blick auf den umsatzschwachen Handel. Am Freitag hatten die New Yorker Aktienmärkte mit Verlusten geschlossen, nachdem das Verbrauchervertrauen in den USA überraschend zurückgegangen war.
Die höchsten Verluste am Neuen Markt verbuchten am Montag die Papiere des Logistikdienstleisters D. Logistics . Die Aktien brachen 38 Prozent auf 3,41 Euro ein, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisprognose für 2001 verfehlt hatte. "Eine Unverschämtheit" nannten mehrere Händler die Neuigkeiten. "Und dass sich wenige Tage vor den Zahlen der Unternehmensgründer zurückzieht, wirkt nicht gerade so vertrauensbildend, wie es das Unternehmen hinstellen wollte", sagte ein Börsenkenner in Düsseldorf. Zusätzlich hätten Berichte den Kurs belastet, dass D. Logistics Sicherheitsvorkehrungen am Frankfurter Flughafen nicht eingehalten habe, hieß es in Frankfurt. Bereits am Freitag hatte die Aktie einen Verlust von gut zehn Prozent hinnehmen müssen. D. Logistics will diesen Kursverlust nun durch das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel prüfen lassen. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich dabei um Insidergeschäfte handelt", hieß es auch an der Börse in Frankfurt.
Comroad: Mehrere Gründe für Kurssturz
Rund 32 Prozent auf 3,95 Euro gaben die Papiere des Telematikdienstleisters Comroad nach. Die Nachricht, dass Comroads britischer Partner Gläubigerschutz beantragt habe, hätte das Papier belastet, hieß es am Markt. Außerdem kursierten weiter Gerüchte über angeblich nicht existente Geschäftsbeziehungen. Hintergrund seien Magazinberichte, in denen die Existenz von Geschäftsbeziehungen vor allem nach Asien bezweifelt wurde. Das Unternehmen werde die Bilanzpressekonferenz im März nutzen, um alle Verträge mit den 37 Partnern offen zu legen und weitere Beweise für die Partnerschaften vorlegen, hatte ein Unternehmenssprecher am Freitag gesagt.
Qiagen heruntergestuft
Das Papier des ebenfalls an der Nasdaq notierten Biotech-Unternehmens Qiagen verbilligte sich bei hohen Umsätzen um 6,8 Prozent auf 18,19 Euro. Qiagen wird am heutigen Montag nach Börsenschluss Zahlen bekannt geben. "Das Papier wurde im Vorfeld bereits von mehreren Häusern abgewertet. Da wird noch eine heilige Kuh geschlachtet", sagte ein Händler.
Die Aktien des Telekommunikationsanbieters Mobilcom gehörten im frühen Handel zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50, drehten dann aber ins Minus. Gerüchte, dass France Telecom nun doch die Kontrolle übernehmen wolle, hätten das Papier gestützt, sagten Händler. Schlecht für Mobilcom sei jedoch, dass der Großaktionär nicht wie verlangt in den Ausbau UMTS-Netzes investieren wolle. "Der Aufbau des UMTS-Netzes wird sich mit der France Telecom verlangsamen", sagte die Händlerin. Das Papier stand am Nachmittag bei 17,83 Euro und damit 0,9 Prozent schwächer als Freitag.
Spekulanten bei Elsa am Werk
Gegen den Trend legte die Aktie des finanziell angeschlagenen Herstellers von Computerzubehör Elsa um 47,2 Prozent auf 1,62 Euro zu. Neuigkeiten aus dem Unternehmen lagen allerdings nicht vor. Ein Firmensprecher sagte, bislang hätten die Verhandlungen mit Banken und Investoren zur Abwendung einer Insolvenz noch zu keinem Ergebnis geführt. Händler meinten, für die Kursgewinne seien spekulativ eingestellte Anleger verantwortlich. "Da springen Glücksritter auf den Zug auf, der von Übernahmespekulationen in Bewegung gesetzt worden ist", sagte ein Börsianer. Offenbar werde in der Hoffnung gekauft, das Unternehmen werde übernommen. Für die Aktie seien die Umsätze sehr hoch.
Steag Hamatech , Hersteller von Produktionsanlagen für optische Speichermedien, hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 65 Mio. Euro eingefahren, wobei jedoch 49 Mio. auf Einmaleffekten beruhten. Nachdem die Zahlen am Morgen veröffentlicht worden waren, brach der Kurs um 14 Prozent ein, erholte sich dann aber. Am Nachmittag kostete die Steag-Aktie 5,51 Euro und damit 0,7 Prozent weniger als Freitag.
Quelle: FTD.de
Von Annette Entreß, Hamburg
Die Aktien am Neuen Markt sind überwiegend mit Verlusten in die Woche gestartet. Beide Indizes rutschten unter die Marke von 1000 Punkten. Bemerkenswert allerdings die Aktie des angeschlagenen Computerzubehör-Herstellers Elsa, die stark anzog.
Bis zum Nachmittag gab der Nemax 50 rund 2,7 Prozent auf 995 Punkte ab und fiel damit weiter unter die psychologisch wichtige Marke von 1000 Zählern. Genauso erging es dem marktbreiten Nemax All Share, der 1,8 Prozent auf 986 Stellen nachgab. "Da die US-Börsen heute geschlossen sind, bekommen wir auch keine richtungweisenden Impulse", sagte ein Marktteilnehmer mit Blick auf den umsatzschwachen Handel. Am Freitag hatten die New Yorker Aktienmärkte mit Verlusten geschlossen, nachdem das Verbrauchervertrauen in den USA überraschend zurückgegangen war.
Die höchsten Verluste am Neuen Markt verbuchten am Montag die Papiere des Logistikdienstleisters D. Logistics . Die Aktien brachen 38 Prozent auf 3,41 Euro ein, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisprognose für 2001 verfehlt hatte. "Eine Unverschämtheit" nannten mehrere Händler die Neuigkeiten. "Und dass sich wenige Tage vor den Zahlen der Unternehmensgründer zurückzieht, wirkt nicht gerade so vertrauensbildend, wie es das Unternehmen hinstellen wollte", sagte ein Börsenkenner in Düsseldorf. Zusätzlich hätten Berichte den Kurs belastet, dass D. Logistics Sicherheitsvorkehrungen am Frankfurter Flughafen nicht eingehalten habe, hieß es in Frankfurt. Bereits am Freitag hatte die Aktie einen Verlust von gut zehn Prozent hinnehmen müssen. D. Logistics will diesen Kursverlust nun durch das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel prüfen lassen. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich dabei um Insidergeschäfte handelt", hieß es auch an der Börse in Frankfurt.
Comroad: Mehrere Gründe für Kurssturz
Rund 32 Prozent auf 3,95 Euro gaben die Papiere des Telematikdienstleisters Comroad nach. Die Nachricht, dass Comroads britischer Partner Gläubigerschutz beantragt habe, hätte das Papier belastet, hieß es am Markt. Außerdem kursierten weiter Gerüchte über angeblich nicht existente Geschäftsbeziehungen. Hintergrund seien Magazinberichte, in denen die Existenz von Geschäftsbeziehungen vor allem nach Asien bezweifelt wurde. Das Unternehmen werde die Bilanzpressekonferenz im März nutzen, um alle Verträge mit den 37 Partnern offen zu legen und weitere Beweise für die Partnerschaften vorlegen, hatte ein Unternehmenssprecher am Freitag gesagt.
Qiagen heruntergestuft
Das Papier des ebenfalls an der Nasdaq notierten Biotech-Unternehmens Qiagen verbilligte sich bei hohen Umsätzen um 6,8 Prozent auf 18,19 Euro. Qiagen wird am heutigen Montag nach Börsenschluss Zahlen bekannt geben. "Das Papier wurde im Vorfeld bereits von mehreren Häusern abgewertet. Da wird noch eine heilige Kuh geschlachtet", sagte ein Händler.
Die Aktien des Telekommunikationsanbieters Mobilcom gehörten im frühen Handel zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50, drehten dann aber ins Minus. Gerüchte, dass France Telecom nun doch die Kontrolle übernehmen wolle, hätten das Papier gestützt, sagten Händler. Schlecht für Mobilcom sei jedoch, dass der Großaktionär nicht wie verlangt in den Ausbau UMTS-Netzes investieren wolle. "Der Aufbau des UMTS-Netzes wird sich mit der France Telecom verlangsamen", sagte die Händlerin. Das Papier stand am Nachmittag bei 17,83 Euro und damit 0,9 Prozent schwächer als Freitag.
Spekulanten bei Elsa am Werk
Gegen den Trend legte die Aktie des finanziell angeschlagenen Herstellers von Computerzubehör Elsa um 47,2 Prozent auf 1,62 Euro zu. Neuigkeiten aus dem Unternehmen lagen allerdings nicht vor. Ein Firmensprecher sagte, bislang hätten die Verhandlungen mit Banken und Investoren zur Abwendung einer Insolvenz noch zu keinem Ergebnis geführt. Händler meinten, für die Kursgewinne seien spekulativ eingestellte Anleger verantwortlich. "Da springen Glücksritter auf den Zug auf, der von Übernahmespekulationen in Bewegung gesetzt worden ist", sagte ein Börsianer. Offenbar werde in der Hoffnung gekauft, das Unternehmen werde übernommen. Für die Aktie seien die Umsätze sehr hoch.
Steag Hamatech , Hersteller von Produktionsanlagen für optische Speichermedien, hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 65 Mio. Euro eingefahren, wobei jedoch 49 Mio. auf Einmaleffekten beruhten. Nachdem die Zahlen am Morgen veröffentlicht worden waren, brach der Kurs um 14 Prozent ein, erholte sich dann aber. Am Nachmittag kostete die Steag-Aktie 5,51 Euro und damit 0,7 Prozent weniger als Freitag.
Quelle: FTD.de