ROUNDUP: Bei General Electric geht es wieder aufwärts
15:47 22.01.10
FAIRFIELD (dpa-AFX) - Der US-Mischkonzern General Electric (GE) (Profil) hat in der Wirtschaftskrise das Schlimmste hinter sich. "Wir sehen ermutigende Zeichen", sagte Konzernchef Jeff Immelt am Freitag am Sitz in Fairfield (US-Bundesstaat Connecticut). "Die Welt, auf die wir blicken, schaut besser aus." Die Bestellungen stiegen im Schlussquartal 2009 im Vergleich zu den drei Vormonaten teils deutlich an. Selbst für die problembehaftete Finanzsparte konnte Immelt Erfolge vermelden. "Jeder Teil von GE Capital war profitabel mit Ausnahme des Geschäfts mit Gewerbeimmobilien." Vorbörslich legte die Aktie leicht zu.
In den Zahlen des vierten Quartals spiegeln sich die Folgen der Wirtschaftskrise aber noch deutlich wieder: Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 41,4 Milliarden Dollar. Vor allem die Einschnitte bei der Finanzsparte machten sich bemerkbar. Immelt hatte sie nach den schlechten Erfahrungen in der Finanzkrise deutlich gestutzt. Schwach entwickelte sich zuletzt auch das Geschäft mit Flugzeug-Triebwerken, Zügen und Energieanlagen. Lichtblick war die Öl- und Gasfördertechnik.
Der Gewinn gab unterm Strich um 19 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar nach. Ein weiteres Abgleiten konnte die Konzernführung durch ein hartes Sparprogramm verhindern. Das Management strich Tausende Stellen in den Werken und drückte die Einkaufspreise. In der Energiesparte gelang damit das Kunststück, mehr als vor einem Jahr zu verdienen. Die einstige Ertragsperle GE Capital büßte dagegen zwei Drittel ihres damaligen Ergebnisses ein.
Für das laufende Jahr erwartet Immelt eine stabile Entwicklung. Mittlerweile sei auch wieder eine verlässliche Planung möglich, führte der Konzernchef aus. Im Krisenjahr 2009 hatten die Unternehmen reihenweise ihre Prognosen eingestampft. "Auf Sicht fahren" wurde zum geflügelten Wort. Die Hoffnungen ruhen bei General Electric insbesondere auf dem sehr profitablen Servicegeschäft.
GE mit seinen mehr als 300.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern gilt angesichts der breiten Angebotspalette als Gradmesser für die gesamte Wirtschaft. Das Unternehmen baut Kraftwerkskomponenten genauso wie Computertomographen. Die Finanzsparte ist einer der größten Finanziers des Landes. Und mit NBC Universal ist der Konzern im Film- und TV-Geschäft aktiv. Die Mehrheit an der Tochter hat General Electric allerdings vor einem Monat an den Kabelkonzern Comcast verkauft und damit seine Kasse aufgefüllt.
General Electric zählt zu den Hauptkonkurrenten des deutschen Siemens-Konzerns. (Profil) Auch die Münchener hatten in der Wirtschaftskrise Federn lassen müssen, allerdings weniger stark als der US-Rivale. Analysten sehen auch Siemens dank wieder steigender Bestellungen auf Erholungskurs. Der Konzern legt am kommenden Dienstag (26. Januar) seine Zahlen für die Monate Oktober bis Dezember vor.
General Electric und Siemens konkurrieren insbesondere im Energiegeschäft und in der Medizintechnik. Die Amerikaner waren über lange Jahre der finanziell stärkere Rivale, wegen der Probleme in der Finanzsparte holten die Deutschen aber auf. In der Bundesrepublik ist GE vor allem mit seiner Windanlagen-Fertigung und einer starken Forschung vertreten. Insgesamt arbeiten hierzulande rund 7000 Menschen für die Amerikaner./das/DP/tw