"Muskelprotz Deutschland"


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"Muskelprotz Deutschland"

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19.08.05 15:11
HANDELSBLATT, Freitag, 19. August 2005, 14:17 Uhr


"The Economist"


Lobeshymnen auf "Muskelprotz Deutschland"


Das britische Wirtschaftsmagazin dürfte über jeden Zweifel erhaben sein, es sei hart im Urteil und objektiv in der Sache. Doch nun loben die Londoner Journalisten Deutschland über den grünen Klee - den Kanzler wird's freuen. Kritik muss ausgerechnet die Opposition einstecken.

 
HB LONDON/BERLIN. Der einflussreiche "Economist" begeistert sich in seiner neuesten Ausgabe für "Deutschlands überraschende Wirtschaft". Als Symbol für die deutsche Stärke prangt auf dem Titelblatt der Bundesadler, der die Arme spannt und seine Muskeln spielen lässt. "Deutschland ist superwettbewerbsfähig", lautet das Urteil des renommierten Magazins. Angloamerikanische Ökonomen halten das Potenzial der deutschen Wirtschaft für unterschätzt.

Tatsächlich haben die Reformen der vergangenen Jahre den Standort attraktiver gemacht. Lange Zeit war Deutschland der teuerste Wirtschaftsplatz Europas. Seit Ende 90er Jahre sind die Lohnstückkosten aber um zehn Prozent gefallen, weil die Löhne kaum noch stiegen. "Deutschland hat im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien und Großbritannien aufgeholt und einen Wettbewerbsvorteil erzielt“, sagt der Chefvolkswirt der amerikanischen Citigroup, Jürgen Michels.

"In Deutschland ist man betriebsblind"

Für ausländische Unternehmen gehört Deutschland zu den attraktivsten Standorten der Welt. Nach einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young unter 670 ausländischen Firmen belegt Deutschland in diesem Jahr den fünften Platz in der Welt. In Europa erfreue sich nur Polen größerer Beliebtheit als "Germany".

Gute Noten erteilten die Investoren der Infrastruktur, der Ausbildung von Arbeitskräften und der Rechtssicherheit. "Viele Vorteile werden in Deutschland als selbstverständlich betrachtet. Da ist man betriebsblind", sagt Peter Englisch von Ernst & Young.

Einen großen Vorteil hat nach Expertenansicht in den vergangenen Jahren die Lohnzurückhaltung gebracht. Die umstrittenen Hartz-IV-Reformen brachten den Arbeitsmarkt in Schwung. Die Arbeitnehmer plagt die Angst vor Jobverlust. "Das hat die Verhandlungsposition der Firmen bei neuen Tarifabschlüssen gestärkt und die Macht der Gewerkschaften geschmälert", schreibt der "Economist". Die Dax-Unternehmen konnten ihre Bilanzen sanieren, und der über Jahre kränkelnde Bankensektor habe seine Kosten unter Kontrolle gebracht.



Ökonomen warnen aber vor zu viel Euphorie. "Der Patient Deutschland ist auf dem Weg der Genesung, aber er ist immer noch krank", sagt der Europa-Chefvolkswirt der Bank of America, Holger Schmieding. "Deutschland muss noch lange die Medizin nehmen, um wirklich gesund zu werden." Notwendig sei ein zweiter kräftiger Reformschub. Die Löhne müssten weiter niedrig bleiben. Auf der Wunschliste stehen auch eine Lockerung des Arbeitsrechts, Öffnungsklauseln für Tarifverträge und eine Steuerreform.

Es bleibt noch viel zu tun. "Auch wenn Deutschland nicht mehr das Schlusslicht in Europa ist, können wir noch nicht vorne mitspielen“, sagt Chefvolkswirt Michels. Im Wettbewerb um Investitionen aus den USA verliert Deutschland als Produktionsstandort gegenüber den osteuropäischen Nachbarn rapide an Boden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland. Danach planen in diesem Jahr die Hälfte der in Deutschland aktiven US-Unternehmen eine Verlagerung einzelner Geschäftstätigkeiten nach Osteuropa. "De Firmen würden stärker in Deutschland investieren, wenn die Binnennachfrage anspringen würde" heißt es. Der private Konsum bleibt aber im vierten Jahr in Folge schwach.

Warnung vor Mehrwertsteuer-Erhöhung

Als große Gefahr für den Standort sehen Ökonomen die Pläne der Unions-Parteien, die Mehrwertsteuer im Fall eines Wahlsieges von 16 auf 18 Prozent zu erhöhen. "Eine isolierte Anhebung würde den Konsum dämpfen und die Preise erhöhen - das wäre rein kontraproduktiv", sagt der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater. Notwendig sei eine umfassende Reform auch der Einkommens- und Unternehmenssteuer.

Nur die Politik kann dem Aufschwung in Deutschland laut "Economist" noch im Weg stehen: "Die Nachrichten aus Deutschland könnten überraschend gut werden, vorausgesetzt die Politiker vermasseln es nicht nach der Wahl im nächsten Monat."


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The Economist

 
19.08.05 15:15
Muskelprotz Deutschland 2064332ad22.vhb.de/...i&sfn=cn_load_bin&id=1090821&big=1" style="max-width:560px" border=0>
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Die Ausländer kaufen schon lange

 
19.08.05 15:17
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Auslandsinvestitionen

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19.08.05 15:59
Auslandsinvestitionen

Attraktives Deutschland


Sind Deutschlands Großkonzerne an der Börse bald mehrheitlich in ausländischer Hand? Gut möglich, denn über 40 Prozent sind es schon. Zudem ist der Trend stabil und seit langem zu beobachten. Deutschland wird internationaler und ist deshalb künftig noch mehr als ohnehin schon internationalen Schwankungen in Wirtschaft und Politik ausgesetzt.


Kurzfristig lenken Neuwahlphantasien samt Reformhoffnungen das Interesse ausländischer Anleger auf Deutschland. Das zeigen Rekordaktienkäufe aus dem Ausland, seitdem Bundeskanzler Gerhard Schröder am 22. Mai seinen Neuwahlcoup landete. Wer jetzt rasch einsteigt, weil er auf einen Sieg der konservativ-liberalen Opposition und rasche, tief greifende Reformen im Gesundheitswesen, bei den Lohnnebenkosten und im Kündigungsschutz wettet, dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schnell wieder von seinen deutschen Aktien verabschieden, falls es zu einem anderen Wahlausgang oder Enttäuschungen kommt. Ein Teil der Kursgewinne schmölze also wieder dahin.

Doch neben dem kurzfristigen Aspekt gibt es langfristige Erwägungen. Bereits seit den neunziger Jahren gibt es einen starken Trend zu höheren Auslandsinvestitionen in Deutschland: von neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf über 25 Prozent. Das Ausland erkennt sehr wohl, dass bei allen Schwierigkeiten um marode Staatskassen die Unternehmen ihre Hausaufgaben erfolgreich machen. Sie exportieren immer mehr Waren ins Ausland, senken ihre Produktionskosten und erwirtschaften Rekordgewinne. Dabei schaffen sie es trotzdem, dass die Löhne kaum steigen. So verringern sich die Lohnstückkosten gegenüber der westeuropäischen Konkurrenz. Das mag Beschäftigte hier zu Lande nicht erfreuen, zieht Aktionäre aber an. som


HANDELSBLATT, Freitag, 19. August 2005, 11:18 Uhr

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Konjunkturoptimismus

 
20.08.05 17:03
Wirtschaftsweiser sieht Konjunktur optimistisch

HB BERLIN. Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz sieht die konjunkturelle Situation Deutschlands optimistisch. „In Deutschland hat lange Miesmacherei geherrscht“, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates der „Berliner Zeitung“ (Samstag). Dabei zeige der starke Export schon lange, dass deutsche Waren und Arbeitskräfte international wettbewerbsfähig seien. Auch die Reformen der Bundesregierung hätten das Ihre zu der Verbesserung der Stimmung beigetragen.

Franz warnte aber vor zu viel Euphorie: „Wir haben noch viele Baustellen offen: die Senkung der Unternehmensteuer, die Arbeitsmarktflexibilisierung, die Konsolidierung des Staatshaushaltes und die Reform der sozialen Sicherungssysteme.“ Würden diese Probleme energisch angegangen und schwäche sich die Weltwirtschaft nicht ab, „so bin ich sehr optimistisch für die Konjunktur und auch für den Arbeitsmarkt“, sagte Franz. Ein Beschäftigungsaufbau sei ab einem Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent möglich.


HANDELSBLATT, Samstag, 20. August 2005, 16:16 Uhr

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Schluss mit Schlusslicht

 
22.08.05 07:44
Kommentar

Comeback für Deutschland

Von Olaf Storbeck

Schluss mit Schlusslicht, wir sind wieder wer!

Behauptet das britische Wirtschaftsblatt „Economist“, das Deutschlands „überraschende Wirtschaft“ in einer Titelgeschichte feiert. Behauptet die US-Investmentbank Goldman Sachs, die seit Monaten das Comeback des Standorts D beschwört. Behaupten ausländische Top-Manager, die Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit schon Ende 2004 wieder bessere Noten gaben.

Auch wenn es die Union im Wahlkampf nicht hören will: Selbstverständlich stimmen die Argumente der Deutschlandfans. Die Unternehmen haben sich konsequent saniert und sind schlank und stark aus der Krise gekommen. Die schwindende Gewerkschaftsmacht verschafft den Firmen mehr Freiraum. Eine seit Jahren moderate Lohnpolitik mindert den Kostennachteil der deutschen Wirtschaft. Und Schröders Einstieg in die Strukturreformen hat einen Teil der volkswirtschaftlichen Verkrustungen aufgeweicht. Keine Frage, die Agenda 2010 kam zu spät und greift zu kurz. Trotzdem ist die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe die am tiefsten einschneidende Arbeitsmarktreform in der Geschichte der Bundesrepublik.

Bleibt nur ein Schönheitsfehler: Im Inland ist von einer Wende zum Besseren nichts zu spüren. Nach wie vor ist das Wachstum niedrig, die Arbeitslosigkeit hoch. Erstens, weil die Fortschritte, die das Land gemacht hat, in den Köpfen der Deutschen nicht angekommen sind. Zweitens, weil das Vertrauen von Unternehmern und Verbrauchern in die Politik tief gestört ist, eine Folge der sprunghaften rot-grünen Wirtschaftspolitik. Dritte Ursache für das noch schwache Wachstum: Viele Reformbaustellen sind offen – Unternehmensteuerrecht, das Gesundheitssystem und der Arbeitsmarkt für gering Qualifizierte.

Die nächste Regierung sollte daher nicht nur das Reformtempo erhöhen, sondern sich zudem an ein Konzept aus dem Kalten Krieg erinnern: vertrauensbildende Maßnahmen. Denn nur wenn die Menschen den Glauben an die Verlässlichkeit der Politik wiederfinden, wirken die Reformen voll.


HANDELSBLATT, Montag, 22. August 2005, 06:31 Uhr

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Signale für Belebung der Binnenkonjunktur

 
23.08.05 12:20
Signale für Belebung der Binnenkonjunktur


Die Finanzmärkte beurteilen einer ZEW-Umfrage zufolge die Aussichten für die deutsche Konjunktur deutlich optimistischer als vor einem Monat.

 


HB BERLIN. Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen der rund 300 befragten Analysten und institutionellen Anleger stieg im August auf 50,0 von 37,0 Punkten im Monat zuvor, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Das ZEW-Barometer liegt nun deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt von 34,3 Zählern und erreichte seinen höchsten Stand seit März 2004..

ZEW-Präsident Wolfgang Franz sagte: „Vielleicht sehen wir nun gerade, wie der Funke von der Exportwirtschaft auf die Binnenwirtschaft überspringt.“ Neben der trotz des hohen Ölpreises weiterhin soliden Entwicklung der Weltwirtschaft dürften in diesem Monat erste Signale für eine Belebung der Binnenkonjunktur in Deutschland zum steigenden Konjunkturoptimismus beigetragen haben. Steigende Auftragseingänge vor allem aus dem Inland würden zu dieser Hoffnung Anlass geben.

Die aktuelle Konjunktursituation in Deutschland beurteilten die Experten in diesem Monat dank der höheren Industrieproduktion deutlich optimistischer. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage verbesserte sich von minus 66,7 Punkte auf minus 61,1 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone stiegen im August ebenfalls. Der Euro-Indikator gewann 12,6 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei 41,6 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum habe sich in diesem Monat hingegen kaum verändert und stehe bei 33,3 Punkten.

An der Umfrage im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests haben sich in diesem Monat 322 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Sie wurden nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt.

Die ersten Stellungnahmen der Analysten:



Gerd Hassel, BHF Bank: „Ich hatte zwar mit einem starken Anstieg gerechnet, hätte aber nicht gedacht, dass er so stark ausfallen würde. Es gibt offenbar immer noch recht positive Erwartungen an die bevorstehende Bundestagswahl. Offenbar rechnet man allgemein mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Folge eines Regierungswechsels. Auf der anderen Seite hatten wir auch gesehen, dass sich die Ifo-Geschäftserwartungen und der ISM-Index aus den USA verbessert haben. Die Zinsstruktur hat sich wieder etwas ausgeweitet, und die Aktienmärkte haben sich erholt. Insofern einige positive Signale von der Datenseite oder von der Finanzmarktseite her, die sicherlich auch die Erwartungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung beflügeln. Ich denke, das wird sich auch weiter fortsetzen bei den Ifo-Geschäftsklimadaten, die diese Wochen kommen. Das wird dazu führen, dass wir schon im dritten, aber auf jeden Fall im vierten Quartal auch einen deutlicheren Anstieg beim Bruttoinlandsprodukt sehen können in Deutschland. Nachdem wir im zweiten Quartal Stagnation hatten, sollte es wieder zu einem Aufschwung kommen.

Der Ölpreis ist einer der dämpfenden Faktoren, die dazu geführt haben, dass die Konjunkturerwartungen nicht noch weiter gestiegen sind. Dazu gehörte auch die zwischenzeitliche Aufwertung des Euro. Auch von der politischen Seite haben wir Belastungsfaktoren. Es ist plötzlich nicht mehr so ganz klar, dass Union und FDP die Wahlen mit einer satten Mehrheit gewinnen werden, sondern es gibt jetzt auch das Risiko, dass es vielleicht zu einer großen Koalition kommen könnte oder sogar zu einem Bündnis unter Beteiligung der Linkspartei.“

Julian Barclays Capital: „Das ist ein ermutigendes Signal. Die Hoffnung auf Veränderungen nach der Wahl im September, die Aktienkurse und die Weltwirtschaft haben zu diesem kräftigen Anstieg beigetragen. Die Schwankungsbreite des ZEW ist sehr weit und eine Bewegung dieser Größenordnung ist nicht so bedeutsam wie es etwa bei dem Einkaufsmanagerindex wäre.“

Jörg Angele, Bayerische Landesbank: „Der Indikator ist überraschend positiv ausgefallen, wir hatten nur mit einem Plus von 40 Punkten gerechnet. Richtig ist, dass die letzten Auftragseingänge für die Unternehmen und auch die Industrieproduktion im Juni hoch waren. Dennoch wird meiner Meinung nach der hohe Ölpreis ausgeblendet, gerade weil er sich wohl auf diesem Niveau einpendeln wird. Deshalb wird sich die Konjunktur keinesfalls so entwickeln wie es der ZEW-Indikator vorgibt. Ich denke, dass er noch einmal zurückgehen wird.“

Andreas Scheuerle, Deka-Bank: „Nach den enttäuschenden Zahlen zum BIP heute Morgen endlich gute Nachrichten. Ich würde aber noch nicht soweit gehen, das der Schwung vom Export bereits in der Binnenwirtschaft ankommt. Es ist wichtig zu konstatieren, dass wir weiter einen starken Impuls von Außenhandel haben - das ist die Hauptbotschaft für die Konjunktur. Dies zeigen auch die ZEW-Daten für andere Regionen. Wesentliche Anzeichen für eine Belebung der Binnenwirtschaft sehe ich aber noch nicht.“

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Standort D gewinnt an Ansehen

 
31.08.05 10:43
Investitionsverhalten nach wie vor zurückhaltend

Standort D gewinnt an Ansehen

Von Dorit Hess

Der Standort Deutschland hat bei den deutschen Top-Managern wieder an Ansehen gewonnen – allerdings überwiegen weiter kritische Urteile.

HB DÜSSELDORF. Insbesondere die Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten bewerten die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft so positiv wie seit knapp fünf Jahren nicht mehr. Aber auch die gegenwärtigen Standortbedingungen haben die Führungkräfte letztmals Anfang dieses Jahres so positiv beurteilt.

Dennoch planen die Top-Manager nicht, ihr Investitionsverhalten in den kommenden zwölf Monaten zu verändern. Das geht aus dem Handelsblatt Business-Monitor hervor, für den das Hamburger Psephos-Institut in der Zeit vom 4. bis 19. August im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. 763 Manager befragt hat.

Knapp die Hälfte (45 Prozent) der für den Handelsblatt Business-Monitor befragten Top-Manager rechnet damit, dass sich die Standortbedingungen hier zu Lande in den kommenden zwölf Monaten verbessern werden. Im Mai war die Zahl derer, die an eine bessere Entwicklung des Standortes D geglaubt hatten, auf nur 16 Prozent gesunken. Im August hat sich dieses Bild nun deutlich aufgehellt. Noch optimistischer als der Durchschnitt der aktuell Befragten sind die Führungskräfte in Großunternehmen, in Dienstleistungsunternehmen, im Handel, in Verkehr und Nachrichtenübermittlung, im Süden und in der Mitte Deutschlands sowie in der Gruppe derjenigen, die 60 Jahre und älter sind.

Die gegenwärtige Lage beurteilen die befragten Top-Manager zwar besser als noch in den Vormonaten – allerdings hält mit 56 Prozent immer noch die Mehrheit der Befragten die derzeitigen Standortbedingungen für „eher schlecht“, weitere sieben Prozent halten sie sogar für „schlecht“. Nur ein Drittel beurteilt die Lage mit „eher gut“, als „gut“ bezeichnen die Situation sogar nur vier Prozent. Am unzufriedensten äußern sich die Top-Manager aus Ostdeutschland und der Mitte des Landes, dem Baugewerbe sowie die unter 40-Jährigen – in all diesen Untergruppen bewerten rund zwei Drittel der Befragten den Standort als „eher schlecht“.

Die insgesamt gesteigerte Zuversicht sowie die Aussicht auf die Bundestagswahl veranlassen die Top-Manager aber offenbar nicht, ihre Investitionspläne zu verändern. 62 Prozent der Befragten wollen in den kommenden zwölf Monaten weder mehr noch weniger investieren.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 31. August 2005, 10:00 Uhr

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Sahne:

Wir ham's halt drauf :-) o. T.

 
31.08.05 10:55
Muskelprotz Deutschland 14527
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Röckefäller:

Nein nicht ...

 
31.08.05 11:12
Wir ham's halt drauf, sondern erste Sahne ;)

Aber mal sehen, wann die Börsen ins Bodenlose abstürzen, wenn sich die Beeinträchtigungen durch Katrina in den USA abzeichnen, die US-Börsen in den Keller rauschen und die Euro-Börsen mitziehen, da Sie nachwievor nicht völlig losgelöst sind...

Cu
Röckefäller
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Die Stärke der Börsen überrascht mich

 
31.08.05 11:22
ebenfalls.
http://www.ariva.de/board/229776

gruss

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Arbeitslosigkeit sinkt/ statistischer Effekt

 
31.08.05 12:59
Arbeitslosenzahl sinkt stärker als üblich


Die Arbeitslosigkeit ist im August wegen der Ein-Euro-Jobs und einer Bereinigung der Statistik stärker gesunken als für die Jahreszeit üblich.


HB NÜRNBERG. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mitteilte, waren 4,728 Millionen Menschen als erwerbslos registriert, 44 000 weniger als im Juli. Die Quote sei um 0,1 Prozentpunkte auf 11,4 gesunken. Im Vergleich zum August 2004 sei die Arbeitslosenzahl sogar um knapp 382 000 zurückgegangen.

Ausschlaggebend für die Besserung auf dem Arbeitsmarkt seien vor allem saisonale Gründe, so BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Im August zeigen sich regelmäßig die ersten Vorboten der Herbstbelebung". Werde der jahreszeitliche Einfluss herausgerechnet, betrage der Rückgang im Vergleich zum Juli lediglich 12 000. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 1000 zu. Im Osten sank sie um 13 000. Weise sagte, die Statistik sehe aber auch deswegen besser aus, weil mehr Arbeitslose Ein-Euro-Jobs hätten. Außerdem sei bei einer Telefon-Aktion der BA im Juli deutlich geworden, dass etwa fünf Prozent der Empfänger des Arbeitslosengeldes zu Unrecht als arbeitslos gezählt werden.

Erstmals gab die BA zudem eine Einschätzung ihrer Finanzlage zum Jahresende ab. "Wir werden in diesem Jahr den geplanten Bundeszuschuss in Höhe von vier Milliarden Euro nicht ganz in Anspruch nehmen müssen“, erklärte Finanzvorstand Raimund Becker. Er gehe nach einer ersten Schätzung von einem Zuschussbedarf zwischen 3,0 und 3,7 Milliarden Euro aus.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 31. August 2005, 10:09 Uhr

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Datenübertragung mit unsichtbarem Laserstrahl

 
02.09.05 16:27
Unsichtbarer Laserstrahl überträgt riesige Datenmengen


Dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist erstmals die Übertragung riesiger Datenmengen mit einem unsichtbaren Laserstrahl von der Stratosphäre auf die Erde gelungen. Damit habe ein wichtiger Test für zukünftige fliegende Sendemasten Erfolg gehabt, teilten die DLR-Experten in Oberpfaffenhofen bei München mit.

dpa OBERPFAFFENHOFEN. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt in eine neue Ära der mobilen Breitbandkommunikation. Auf einem Testgelände bei Kiruna in Nordschweden, auf dem sonst Höhenforschungsraketen starten, gelang den Wissenschaftlern des DLR- Instituts für Kommunikation und Navigation am vergangenen Mittwoch die Datenübertragung. Das vom DLR entwickelte Terminal, das den Laserstrahl abgegeben hatte, hing in 22 Kilometern Höhe an einem Stratosphärenballon und war zeitweise mehr als 60 Kilometer von der Empfangsstation entfernt. „Bis zu 1,25 Gigabit pro Sekunde wurden nahezu fehlerfrei übertragen“, berichtete das DLR. Das entspricht etwa 50 Musikstücken in MP3-Qualität pro Sekunde.

Langfristiges Ziel dieser Forschungsarbeiten seien fliegende Sendemasten auf fest verteilten Plattformen in der Stratosphäre, die Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen für Nutzer am Boden, aber auch mit Satelliten und mit Flugzeugen ermöglichen, hieß es weiter in der DLR-Mitteilung. Die DLR-Arbeiten gehören zum EU-Forschungsprojekt Capanina für mobile Datenkommunikation.

Unbemannte Flugkörper dienen bei dem Projekt als entsprechende Plattformen in der Stratosphäre. Verglichen mit Satelliten bieten sie nach DLR-Angaben entscheidende Vorteile: Sie könnten etwa zur Wartung oder zum Umbau auf den Boden zurückgeholt werden. Zudem könnten sie schnell an ihren Einsatzort gebracht werden, beispielsweise wenn in Katastrophengebieten die Mobilfunk- und Kommunikationsnetze zusammengebrochen seien. Denkbar sei der Einsatz der frei schwebenden Plattformen auch bei Großereignissen wie Olympischen Spielen oder Fußballweltmeisterschaften, bei denen enorme Datenmengen übertragen werden müssten.


HANDELSBLATT, Freitag, 02. September 2005, 16:15 Uhr

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Auftragsplus

 
06.09.05 13:37
3,7 Prozent mehr im Juli

Kräftiges Auftrags-Plus für Industrie nährt Aufschwungshoffnungen


Die starke Nachfrage aus dem Ausland nach deutschen Maschinen und Anlagen hat der Industrie im Juli erneut deutlich dickere Auftragsbücher beschert.


HB BERLIN. Im Juli konnte die deutsche Industrie im Vergleich zum Vormonat ein preis- und saisonbereinigtes Auftrags- Plus von 3,7 Prozent verbuchen. Dies war der dritte Anstieg in Folge und der bislang höchste Wert in diesem Jahr. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) wertete die Zahlen am Dienstag in Berlin als Beweis dafür, dass die Konjunktur „zusehends in Schwung“ komme.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion einer der wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Zahlen können bei Großaufträgen jedoch von Monat zu Monat stark schwanken. Das Juli-Plus von 3,7 Prozent übertraf jedoch die Erwartung der Experten bei weitem. Nach den positiven Auftrags- Zahlen für Mai und Juni (jeweils plus 2,3 Prozent) hatten sie im Durchschnitt mit einem Rückgang von einem Prozent gerechnet.

Das kräftige Plus war vor allem der gestiegenen Nachfrage nach deutschen Maschinen und Anlagen aus dem Ausland zu verdanken (plus 7,7 Prozent). Bei den Inlandsbestellungen ging das Ordervolumen im Monatsvergleich dagegen leicht zurück (minus 0,1 Prozent). Clement betonte, damit hätten sich die Voraussetzungen für eine Belebung der Produktionstätigkeit in den kommenden Monaten weiter verbessert. „Neben vielen anderen Indikatoren sprechen jetzt auch die Auftragseingänge eine immer deutlichere Sprache.“

Innerhalb der industriellen Hauptgruppen konnten die Hersteller von Investitionsgütern (plus 6,8 Prozent) und die Vorleistungsgüterproduzenten (plus 4,3 Prozent) die kräftigsten Zuwächse verbuchen. Bei den Konsumgüterherstellern gab es noch ein Anstieg um 2,5 Prozent.

Im Zwei-Monats-Vergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) nahmen die Auftragseingänge bundesweit um 5,4 Prozent zu. Mit einem Plus von 6,6 Prozent war auch hier die Entwicklung im Ausland besser als im Inland. Auch im Jahresvergleich lagen die Bestellungen in der Industrie deutlich höher (plus 6,4 Prozent). Das Auftragsvolumen aus dem Inland lag dabei um 3,4 Prozent höher, die Auslandsbestellungen um 9,5 Prozent.


HANDELSBLATT, Dienstag, 06. September 2005, 13:22 Uhr

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Vorteile des Standorts D

 
07.09.05 11:43
US-Konzern ist auf der Suche nach Akquisitionen

3M sieht die Vorteile des Standorts Deutschland

Von Siegfried Grass

Der US-Konzern 3M hat Spaß am deutschen Standort. In den letzten fünf Jahren hat der Multitechnologie-Konzern rund 150 Mill. Euro in Deutschland investiert.


NEUSS. Kurt-Henning Wiethoff, Geschäftsführer der 3M Deutschland GmbH, machte deutlich. dass die deutsche Niederlassung somit einen „soliden Beitrag“ zum Ergebnis der US-Mutter beigetragen konnte. 3M hat weltweit seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 9,8 Prozent auf 20 Mrd. Dollar gesteigert und auch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres seinen Umsatz um 6 Prozent auf 10,5 Mrd. Dollar verbessert. Die 3M Deutschland GmbH hat 2004 ihren Umsatz um 3,3 Prozent auf 1,16 Mrd. Euro erhöht; das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 53 Prozent auf 59 Mill. Euro.

Nach den Worten des Deutschland-Chefs will 3M hier zu Lande weiter wachsen – jetzt aber verstärkt durch Akquisitionen: „Wir haben mehrere Firmen im Auge, die mit ihren Produkten zu uns passen könnten.“ Wiethoff denkt da vor allem an den Bereich Health-Care, der nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland die höchsten Steigerungsraten aufzuweisen hat.

Als jüngstes Investitionsprojekt wurde im Mai am Standort Hilden bei Düsseldorf eine Beschichtungsanlage für 13 Mill. Euro in Betrieb genommen. Weil das Werk über die modernste Technologie verfüge, so Wiethoff, war auch die Herstellung von Produkten möglich, die bisher aus einem 3M-Werk in den USA geliefert wurden. Die Kunden auf den europäischen Märkten könnten dadurch schneller beliefert werden. In Hilden befindet sich mit 950 Mitarbeiter das größte 3M-Werk in Europa.

„Das Management in den USA“, so erklärt Wiethoff die Bereitschaft für diese Investitionen, „hat erkannt, dass es in Deutschland eine gute Infrastruktur gebe, gut ausgebildete Mitarbeiter und die Verkehrslage günstig ist.“ Und nicht zuletzt seien hier viele zukunftsträchtige Technologien zu Hause. Dabei weist Wiethoff, der seit 1. Mai als Generaldirektor für die deutsche Niederlassung fungiert, besonders auf das Engagement bei der Entwicklung von Brennstoffzellen hin. Als weltweit eines der wenigen Unternehmen könne 3M das Herzstück des gängigsten Typs dieser kleinen Kraftwerke, die Membran-Elektroden-Einheit, wirtschaftlich in Serie herstellen und erfülle damit die Voraussetzung für eine Vermarktung auf breiter Ebene, betonte Wiethoff. Die Kompetenz für diese führende Rolle habe sich 3M schon zuvor mit seinem Wissen auf dem Gebiet der Nano-Technologie erworben.

Bundesweit nimmt Nordrhein-Westfalen in der Brennstoffzellen-Technologie eine führende Rolle ein. So ist 3M seit 2004 Mitglied in der Landesinitiative „Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff in NRW“, um gemeinsam mit anderen Herstellern die Markteinführung dieser Umwelt schonenden Kraft- und Wärme-Erzeuger zu beschleunigen.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 07. September 2005, 11:13 Uhr

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Weltbank lobt Deutschland

 
13.09.05 08:20
 

Reformen und Bürokratieabbau schreitet in Deutschland zügig voran



Von Olaf Storbeck

In Deutschland haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen im vergangenen Jahr so deutlich verbessert wie in keinem anderen hoch entwickelten Industrieland der Welt.


DÜSSELDORF. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Weltbank, in der die Standortfaktoren für Unternehmen in 155 Ländern der Welt miteinander verglichen werden. Bei der Arbeitsmarktregulierung wird Deutschland als weltweiter „Top-Reformer“ gelobt. Die Untersuchung mit dem Titel „Doing Business in 2006“ wird heute in Washington vorgestellt und liegt dem Handelsblatt vor.

Bereits seit Monaten häufen sich Anzeichen, dass das Ansehen Deutschlands im Ausland steigt. Der Handelsblatt Business-Monitor International zeigte zu Jahresanfang, dass sich nach Ansicht europäischer Top-Manager die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands 2004 deutlich verbessert hat. Nach einer im Sommer veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young gehört Deutschland für ausländische Unternehmer zu den attraktivsten Standorten der Welt. Und das britische Wirtschaftsblatt „Economist“ widmete „Deutschlands überraschender Wirtschaft“ jüngst eine Titelgeschichte.

„Es hat sich ganz einfach etwas getan in Deutschland – insbesondere auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Weltbank-Vizepräsident Michael Klein dem Handelsblatt. „Wenn man die Reformen in Deutschland mit denen anderer Länder vergleicht, dann war das relativ viel.“


Damit schafft Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal seit der ersten Weltbank-Studie vor zwei Jahren knapp den Einzug in die Top-20-Liste der Länder mit der wirtschaftsfreundlichsten Bürokratie. In der Weltbank-Bestenliste rangiert der Standort D auf Platz 19. Im vergangenen Jahr, als die Weltbank nur für die 20 besten Länder eine genaue Rangliste veröffentlichte, hatte Deutschland verheerend abgeschnitten. Da lag das Land zwischen dem 21. und 29. Platz – noch hinter Botswana und Thailand. In Deutschland waren zwar viele Reformen bereits beschlossen, aber noch nicht in Kraft getreten. „Viele der deutschen Arbeitsmarktreformen gehen in die richtige Richtung, aber es gibt weiterhin etliche Bereiche, die erheblich reformbedürftig sind“, sagt Eckhard Wurzel, Deutschland-Experte der OECD gestern. „Damit dauerhafte Erfolge auf dem Arbeitsmarkt erzielt werden können, dürfen die Reformanstrengungen nicht nachlassen.“

Von den Top-Standorten Neuseeland, Singapur und USA ist Deutschland auch in diesem Jahr noch weit entfernt. Auch die skandinavischen Länder bieten Unternehmen laut Weltbank bessere Rahmenbedingungen als Deutschland. Ansonsten kommt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich aber relativ gut davon. Von den großen EU-Ländern schneidet nur Großbritannien (Platz 9) besser ab. Die anderen großen EU-Länder sind weit abgeschlagen. Spanien landet auf Platz 30, Frankreich auf Platz 44 und Italien nur auf Platz 70. Auch die Niederlande (24) und Österreich (32) schneiden schlechter ab.

In vier der zehn von der Weltbank untersuchten Politikfelder gab es in Deutschland 2004 Fortschritte – noch mehr Reformen gab es nur in den Entwicklungs- und Schwellenländern Serbien, Georgien, Vietnam und Slowakei. Neben den Arbeitsmarktreformen hebt die Weltbank hervor, dass es in Deutschland 2004 leichter geworden sei, sich als Unternehmer selbstständig zu machen. Verbesserungen habe es zudem bei der Durchsetzung von Verträgen und bei der Regulierung des grenzüberschreitenden Handels gegeben.


HANDELSBLATT, Dienstag, 13. September 2005, 07:15 Uhr

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Interview

 
13.09.05 08:23
Michael Klein ist Vizepräsident der Weltbank und Chefvolkswirt der Weltbank-Tochter IFC

Interview: „In Deutschland hat sich einiges getan“

Die Fragen stellten Dorit Heß und Olaf Storbeck

Michael Klein, Vizepräsident der Weltbank und Chefvolkswirt der Weltbank-Tochter IFC, über Deuitschlands Stärken und Schwachstellen.


2004 gab die Weltbank dem Standort D ziemlich schlechte Noten – jetzt rangiert er plötzlich in der Top-20-Liste. Wie kann das sein?

Es hat sich ganz einfach etwas getan in Deutschland – insbesondere auf dem Arbeitsmarkt. Wenn man die Reformen in Deutschland mit denen anderer Länder vergleicht, dann war das relativ viel. Außerdem haben wir die Studie in diesem Jahr um einige Themenfelder erweitert, unter anderem um die Handelspolitik – und dort sind die deutschen Rahmenbedingungen Weltspitze. Auch dadurch schneidet Deutschland insgesamt besser ab als 2004.

Wo steht Deutschland im Vergleich zu den Ländern mit den besten Rahmenbedingungen für Unternehmen?

Deutschland liegt auf dem 19. Platz. Damit sollte sich die größte Volkswirtschaft Europas nicht zufrieden geben. Der Abstand zur Spitzengruppe ist trotz der Fortschritte nach wie vor gewaltig. Es gibt einfach eine Reihe von Ländern, die in den vergangenen Jahren deutlich mehr getan haben als Deutschland. Um zu Ländern wie Neuseeland, Singapur oder USA, den drei Besten, aufzuschließen, wären erhebliche Schritte notwendig.

Die vermutlich kaum mehrheitsfähig wären.

Da wäre ich mir nicht so sicher. Unsere Studie zeigt, dass gute Rahmenbedingungen für Unternehmen nicht automatisch „amerikanische Verhältnisse“ bedeuten. Die skandinavischen Länder, die nicht gerade für „Cowboy Kapitalismus“ bekannt sind, scheiden allesamt besser ab als Deutschland. Die zentrale Frage ist nicht, wie viel Regulierung es gibt, sondern wie gut die Regulierung ist.

Wo hat Deutschland den größten Nachholbedarf?

Auf dem Arbeitsmarkt und bei der Komplexität des Steuerrechts, die signifikant höher ist als in manchen skandinavischen Ländern wie etwa Norwegen. Auch in Sachen Corporate Governance hinkt Deutschland international noch hinterher.


HANDELSBLATT, Dienstag, 13. September 2005, 07:33 Uhr

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Standort-Check

 
13.09.05 08:24
Muskelprotz Deutschland 2104937ad22.vhb.de/...i&sfn=cn_load_bin&id=1104198&big=1" style="max-width:560px" border=0>
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Ausfuhrüberschuss erreicht Rekordniveau

 
13.09.05 09:34
Ausfuhrüberschuss erreicht Rekordniveau

Das Statistische Bundesamt gab am Dienstag die Entwicklung beim deutschen Außenhandel für das erste Halbjahr 2005 bekannt und teilte mit, dass der bislang höchste Ausfuhrüberschuss eines Halbjahres erzielt werden konnte.
Mit 84,8 Mrd. Euro lag der Ausfuhrüberschuss für die ersten sechs Monate des Jahres 2005 noch über dem Halbjahresergebnis des bisherigen Rekordjahres 2004 in Höhe von 84,2 Mrd. Euro.

Der Jahreswert 2004 lag bei 156,1 Mrd. Euro. Damit überstieg der Ausfuhrüberschuss im Jahr 2004 den bis dahin höchsten Stand im Jahr 2002 von 132,8 Mrd. Euro. Als Exportnation weist Deutschland traditionell einen Ausfuhrüberschuss auf.



Quelle: FINANZEN.NET


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Aufstieg eines Absteigers

 
15.09.05 16:30
HANDELSBLATT, Donnerstag, 15. September 2005, 15:27 Uhr


Standort Deutschland


Aufstieg eines Absteigers


Von Michael Maisch, Olaf Storbeck und Katharina Slodczyk


Vor einem Jahr wollte Hartmut Eisenheim eigentlich in Rente gehen – nach fast drei Jahrzehnten als Elektro-Meister bei der Eurogate GmbH, Europas größtem Betreiber von Container-Terminals. Doch noch nie hat das Unternehmen Wissen und Erfahrung des 64-Jährigen so dringend gebraucht wie jetzt. Denn im Hamburger Hafen baut Eurogate derzeit die weltweit größten Anlagen zum Be- und Entladen von Containerschiffen.

 


DÜSSELDORF. Ohne den Technikspezialisten könnten die neuen, feuerrot lackierten Ungetüme kaum pünktlich in Betrieb gehen. Auf diesen Container-Brücken – 60 Meter über dem Hafenbecken, wo die Stahl-Container für die Fracht so aussehen wie Legosteine und der Wind einem gnadenlos um die Ohren peitscht – arbeitet Eisenheim Tag für Tag „daumendicke Checklisten“ ab. „In zwei Wochen machen wir den großen 24-Stunden-Test“, erzählt der drahtige Mann in der roten Warnweste.

Die Zeit drängt. Überall auf der Welt steigt die Nachfrage nach Gütern „made in Germany“. Auf ein Exportplus von neun Prozent im vergangenen Jahr dürften 2005 und 2006 Anstiege von jeweils mehr als sechs Prozent folgen. Hartmut Eisenheim verbaut das vorerst den Ruhestand. Dem Hamburger Hafen beschert dies einen Bauboom. Über eine Milliarde Euro investieren öffentliche und private Geldgeber bis 2009, allein Eurogate schafft 750 neue Jobs.

Willkommen im Deutschland des Spätsommers 2005, dem Land der fünf Millionen Arbeitslosen, maroder Staatsfinanzen, der wirtschaftlichen Stagnation. Willkommen in einem Land, dessen Firmen international Marktanteile erobern und Rekordgewinne erwirtschaften. Einer Volkswirtschaft, der das britische Wirtschaftsblatt „Economist“ jüngst in einer Titelgeschichte huldigte. Einem Land, in dem sich laut Weltbank die Rahmenbedingungen für Firmen 2004 so stark verbessert haben wie in keiner anderen Industrienation.

Heimlich, still und leise hat sich die deutsche Wirtschaft gewandelt: Manager haben ihre Unternehmen restrukturiert und auf Profit getrimmt, haben unrentable Standorte geschlossen, Schulden abgebaut und Kosten gesenkt. In vielen Firmen sind die Beschäftigten bereit, für das gleiche oder für weniger Geld länger zu arbeiten – und die Gewerkschaften erlauben ihnen das sogar. Und nach Jahrzehnten des Reformstaus hat auch die Politik begonnen, die Strukturprobleme des Landes anzugehen. Abstieg eines Superstars? Von wegen. „Deutschland ist ein Volk der Gewinner“, raunte vor wenigen Tagen Goldman-Sachs-Chef Hank Paulson mit heiserer Stimme in das Mikrofon einer Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main. Eine These, für die sich überall im Land Indizien finden lassen.



Sanderring 2, Zimmer 481 – Der Mann, der den ökonomischen Wiederaufstieg Deutschlands als Erster propagierte, residiert in der vierten Etage eines Prachtbaus im Stil der Spätrenaissance: Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre, Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen. Der schlanke, schwarzhaarige Mann, der trotz seiner 51 Lebensjahre etwas Jungenhaftes an sich hat, ist ein Exot unter den deutschen Volkswirten. Bofinger ist bekennender Keynesianer, gehört auf Empfehlung der Gewerkschaften den Wirtschaftsweisen an. Ein Mann, der es gewohnt ist, mit seiner Meinung oft alleine dazustehen. Doch darüber, was ihm nach dem 22. November 2004 widerfahren ist, staunt er bis heute. An diesem Tag stellte er sein Buch vor mit dem Titel: „Wir sind besser, als wir glauben.“ Auf dem Umschlag ein nach oben gereckter Daumen in Schwarz-Rot-Gold.

Alles krude Ideen eines wissenschaftlichen Außenseiters, hieß es landauf, landab. Die esoterische Minderheitenmeinung eines „linken Ökonomen“, der höheren Löhnen das Wort reden wolle. „Sobald Sie etwas Positives über die deutsche Wirtschaft sagen, halten die Leute Sie fast für einen Kommunisten“, erzählt Bofinger. „Jeder guckt Sie an, als ob Sie etwas Unanständiges im Sinn haben.“

94 Tage später sollte ein Mann namens Dirk Schumacher genau das Gleiche erleben. Nur steht der 35-Jährige eigentlich nicht im Verdacht, den Gewerkschaften das Wort zu reden. Schumacher, promovierter Ökonom mit Bundesbank-Chef Axel Weber als Doktorvater, ist Deutschland-Experte von Goldman Sachs. An einem kalten, bewölkten Donnerstag Ende Februar stellte er in Frankfurt das „Global Economics Paper No. 122“ den Medien vor. Kernthese der 16-seitigen Studie: Der Standort D steht im Vergleich zu den europäischen Ländern so gut da wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Journalisten hätten ihn am liebsten für verrückt erklärt. „Die waren nicht nur ungläubig, die Mehrheit hat ziemlich ablehnend reagiert.“

Tatsächlich war Schumacher seiner Zeit voraus. Die Studie nennt bereits die wichtigsten Argumente, die sieben Monate später auch der „Economist“ bringen wird: Durch die moderate Lohnpolitik der letzten Jahre sind die deutschen Lohnstückkosten gesunken. Die Konsolidierung in den Unternehmen lässt die Renditen steigen und macht das Land attraktiver für ausländische Investoren.

Der Wendepunkt sei weniger die Agenda-Rede von Bundeskanzler Schröder gewesen, analysiert Schumacher heute. „Weit wichtiger war der für die IG Metall verlorene Streik zur Einführung der 35-Stunden-Woche im Osten.“ Danach habe es in den Unternehmen eine „stille Revolution“ gegeben. „Entscheidend war, dass in vielen Unternehmen Betriebsvereinbarungen über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich durchgesetzt wurden.“ Noch sei die Zukunft des Standorts nicht endgültig gesichert, betont er auch. „Aber wir haben eine Atempause.“



Das Foto ist unscharf und leicht vergilbt. Es zeigt mehr als zwei Dutzend Frauen, in zwei langen Reihen stehen sie sich gegenüber. Ihr Gesichtsausdruck schwankt zwischen Konzentration und Anstrengung. Zwischen ihnen breite Tische mit Unmengen von Gummischläuchen. Übereinander, nebeneinander, lang und schmal, wie ein Fang frischer Aale – die Produktion von Bremsschläuchen im niedersächsischen Gifhorn vor gut vierzig Jahren.

Das Foto hängt im Eingang eines Klinkerbaus, Halle 864, auf dem Gelände von Continental Teves. Auch heute werden hier noch Bremsschläuche produziert. In der Halle stehen aber keine langen Tischreihen mehr, nur große Stahlkonstruktionen, an denen sich die Bremsschläuche drehen und winden, an denen sie transportiert und um Anschlussstutzen und Clips verlängert werden. Nur wenige Menschen bewegen sich zwischen den Maschinen.

Technischer Fortschritt und die internationale Arbeitsteilung haben überall auf dem Betriebsgelände ihre Spuren hinterlassen. Zu Hoch-Zeiten vor mehr als 30 Jahren haben hier 4300 Menschen gearbeitet. Heute sind es 1600, in einem Jahr werden es 1500 sein. Doch Werkleiter Bernd Fischer sieht sich nicht nur als Verlierer der Internationalisierung. „Die Verlagerung von Arbeiten ins Ausland sichert Jobs in Gifhorn.“ Zum Beispiel in der Produktion von Bremszylindern. „Wir haben die komplette Montage, also den arbeitsintensiven Teil der Herstellung, nach Tschechien ausgelagert.“ Die kapitalintensiven Arbeitsgänge sind in Gifhorn geblieben und geben 460 Menschen Beschäftigung. Der Werkleiter ist sicher: Ohne diese Mischkalkulation wären auch die verschwunden.

Continental gilt unter Experten als eines der deutschen Unternehmen, denen das Comeback mustergültig gelungen ist. Vor vier Jahren steckte der Konzern in den roten Zahlen, und die großen Kunden in der Autoindustrie forderten Jahr für Jahr niedrigere Preise. Conti-Chef Manfred Wennemer schloss unrentable Werke, verlegte Teile der Produktion in Niedriglohnländer und vereinbarte mit Betriebsräten und Gewerkschaften, dass die Belegschaften fürs gleiche Geld länger arbeiten. So ist die 35-Stunden-Woche in Gifhorn passé – derzeit werden 37,5 Stunden gearbeitet, ab 2006 dann 40 Stunden.

Werkleiter Fischer ist seit 45 Jahren dabei – angefangen hat der inzwischen 61-Jährige als Lehrling mit 48 Wochenarbeitsstunden „plus Samstag als Normalarbeitstag“. Die Verlagerung von Jobs ins Ausland hat er zum ersten Mal in den 70er-Jahren erlebt. Los ging es mit einem Werk in Großbritannien. Dann folgten Standorte in Belgien, Portugal und Tschechien, immer wieder wurden Montagebänder in Gifhorn ab- und im Ausland aufgebaut.

Was bleibt da auf Dauer für die Arbeiter in Deutschland? „Es gibt immer wieder neue Produkte, die hier entwickelt werden, für die wir Maschinen und Werkzeuge bauen, bei denen wir die Kinderkrankheiten ausmerzen.“ Komplexe Arbeiten, die sich in Niedriglohnländern kaum erledigen lassen.

Die Luftfeder, eine Art moderner Stoßdämpfer, ist ein gutes Beispiel dafür. „Wir erwecken sie hier zum Leben“, erzählt Fischer, während einige Meter weiter Conti-Arbeiter einen Stapel Luftfedern in schwarze Styroporkisten verpacken, auf einen Rollwagen laden und zu einem Lastwagen vor der Montage-Halle bringen. Sein Ziel: das Volkswagen-Werk im slowakischen Bratislava. Dort werden die Luftfedern aus Gifhorn in den VW-Touareg eingebaut. In einigen Jahren werden die Conti-Luftfedern wohl aus Rumänien, Tschechien oder Asien kommen, murmelt Fischer. „Aber dafür werden neue Produkte kommen. Wir denken heute schon über Produkte nach, die hier ab 2010 und später produziert werden sollen.“

32 000 Mitarbeiter beschäftigt Conti heute in Deutschland, etwa 40 Prozent der Gesamtbelegschaft. Das soll auch so bleiben, sagt Konzern-Personalchef Thomas Sattelberger. Im gleichen Atemzug nennt er aber die Bedingungen dafür. Die 40-Stunden-Woche müsse zum Normalfall werden, das Unternehmen brauche mehr Leiharbeit und flexible Zeitkonten. „So haben Conti-Arbeitsplätze in Deutschland weiter eine gute Zukunft.“ Und nicht nur die: „Die betriebswirtschaftliche Kostenkomponente hat jedes Unternehmen selbst in der Hand“, sagt Sattelberger. „Wer über unflexible Arbeitszeiten und zu hohe Arbeitskosten klagt, hat das in der Regel selbst mit verursacht.“



Detlef Wetzel ist Funktionär der IG Metall, und Detlef Wetzel sagt Dinge, die ein Funktionär der IG Metall nun mal sagen muss. 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld, Streichung von Pausen- und Schichtzulagen? „Da lach’ ich mich doch kaputt, wenn ein Unternehmer mit solchen Vorschlägen kommt“, sagt er, ohne den Mund zu verziehen. „Da macht man es sich doch zu einfach.“ Es dürfe doch nicht zum Prinzip werden, das Einkommen der Arbeitnehmer zu drücken, wenn man als Unternehmer nicht mehr weiterwisse.

Etwas anderes würde keiner von dem nordrhein-westfälischen Bezirksleiter der Gewerkschaft erwarten. Und trotzdem ist Wetzel anders. Er ist wendiger, aufgeschlossen für Argumente und am Ende gnadenlos pragmatisch. Das sagen Spitzenvertreter des Arbeitgeber-Verbandes in Nordrhein-Westfalen. Wetzel sei ein „ausgezeichneter Diskutant“, „kein der Ideologie verhafteter Gewerkschafter.“

Tatsächlich hat der Mann, der mit seinen hochgekrempelten Ärmeln, der beigefarbenen Jeans und der athletischen Figur eher wie ein Sport- und Biologie-Lehrer daherkommt, die Metall-Gewerkschaft in NRW auf neuen Kurs gebracht. Wetzel, ein Unterstützer des Reformkurses von IG-Metall-Vize Berthold Huber, setzt auf flexibles Handeln, geht offen mit Abweichungen vom Flächentarifvertrag um. Der neuen Strategie hat er den Slogan „Besser statt billiger“ gegeben. Das bedeutet in der Realität: Im Zweifel lässt sich die IG Metall auch auf die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ein. Nur muss die Geschäftsleitung ihren Mitarbeitern im Gegenzug etwas bieten: Fortbildung, Investitionen, Standortsicherung – ein Konzept, um Wachstum anzukurbeln und neue Kunden zu gewinnen. „Das Unternehmen muss eine Lösung für seine Probleme erarbeiten und sich nicht darauf beschränken, den Mitarbeitern nur Geld aus der Tasche zu ziehen“, sagt Wetzel. „Wir wollen Impulse geben, damit sich das Unternehmen weiterentwickelt“, sagt er und klingt fast wie ein Unternehmensberater.

Die Metall-Arbeitgeber in NRW können mit „Besser statt billiger“ ganz gut leben – „solange die Gewerkschaft dies als Vaseline braucht, um den Belegschaften finanzielle Einschnitte nahe zu bringen, ohne dass die Mitglieder meutern“, heißt es in Kreisen des Arbeitgeberverbandes. Eines aber macht den Arbeitgebern zu schaffen: Die Gewerkschaft braucht oft zu lange, um zu prüfen, ob das Konzept die Vorgaben erfüllt.

Auch für die IG Metall zahlt sich das Vorgehen aus: Die Gewerkschaft, die bundesweit unter eklatantem Mitgliederschwund leidet, verzeichnet in NRW inzwischen steigende Mitgliederzahlen. Wetzel selbst ist mit der neuen Strategie trotzdem nicht ganz zufrieden: Noch habe man nicht die richtige Kombination aus Flächentarifvertrag und betrieblichen Lösungen gefunden. „Wir sind noch nicht betriebsbezogen genug.“



Wenn es Abend wird in Frankfurt, dann zeigt sich das ganze Ausmaß der Immobilienmisere: Ganze Hochhäuser bleiben dunkel, seit Jahren will diese Büros niemand mehr mieten. Doch der chronisch kriselnde Markt beginnt sich nun zu drehen: Während deutsche Investoren noch über Krise und Stagnation lamentieren, pumpen angelsächsische Kapitalgeber viel Geld in den Markt. Den Wohnungsmarkt haben Fonds aus Großbritannien und den USA mit milliardenschweren Übernahmen bereits umgekrempelt, jetzt gehen sie bei Büroimmobilien auf Schnäppchenjagd. Die Blackstone Group übernahm gleich 50 Gebäude von der Deutschen Bank. „Deutschland ist einer der spannendsten Kandidaten für eine Erholung“, meint der Immobilienforscher Hartmut Bulwien.

Das Immobiliengeschäft ist nur ein Beispiel – Deutschland ist in. Das Gerede vom kranken Mann Europas war gestern, bei Fondsmanagern und Analysten in London und New York gilt Deutschland heute als attraktivster Hoffnungswert Europas. Im Mai und Juni kauften internationale Anleger unter dem Strich deutsche Aktien im Wert von 71 Milliarden Euro, dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit diesen Investitionen im Rücken hängte der Dax die Wall Street und die britische Börse ab. Mittlerweile befinden sich bereits acht der 30 Dax-Konzerne mehrheitlich in internationaler Hand.

Und die Ausländer kaufen nicht nur Aktien. Allein im ersten Halbjahr übernahmen sie deutsche Unternehmen im Wert von 66 Milliarden Euro. Für 30 bis 40 Prozent davon dürften die von Franz Müntefering so gefürchteten „Heuschrecken“ verantwortlich sein. Angelsächsischen Private-Equity-Gesellschaften gehören inzwischen 5 500 Unternehmen in der Republik, die 2004 mit 640 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 114 Milliarden Euro erwirtschafteten. Das alles ist womöglich erst der Anfang. Für Thomas Krenz von der Beteiligungsgesellschaft Permira zumindest steht fest: „Deutschland wird auch in den kommenden Jahren zu den spannendsten Märkten gehören.“


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Kicky:

5 500 deutscheUnternehmen gehören Private Equity

 
15.09.05 18:12
Und die Ausländer kaufen nicht nur Aktien. Allein im ersten Halbjahr übernahmen sie deutsche Unternehmen im Wert von 66 Milliarden Euro. Für 30 bis 40 Prozent davon dürften die von Franz Müntefering so gefürchteten „Heuschrecken“ verantwortlich sein. Angelsächsischen Private-Equity-Gesellschaften gehören inzwischen 5 500 Unternehmen in der Republik, die 2004 mit 640 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 114 Milliarden Euro erwirtschafteten. Das alles ist womöglich erst der Anfang. Für Thomas Krenz von der Beteiligungsgesellschaft Permira zumindest steht fest: „Deutschland wird auch in den kommenden Jahren zu den spannendsten Märkten gehören.“

damit es auf der Klappe nicht ganz verloren geht!
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Kicky:

Generalmobilmachung bei Salzgitter

 
15.09.05 18:37
Der Stahl- und Röhrenkonzern hat Angst vor einer feindlichen Übernahme. Zum Schutz kauft der Konzern verstärkt eigene Aktien zurück. Außerdem will Salzgitter die Pensionsrückstellungen zum Teil in einen externen Fonds auslagern. Beide Vorhaben sollen mögliche Übernahmeversuche schon im Keim ersticken, erläuterte Salzgitter-Finanzvorstand Heinz-Jörg Fuhrmann seine Abwehrpläne gegenüber dem Handelsblatt. Dadurch würde das Unternehmen die hohen Barbestände reduzieren, die es für Investoren interessant macht.

Bei einem möglichen Übernahmeversuch könnte ein großer Teil der Barmittel schnell ausgelagert werden. Ein entsprechender Beschluss des Aufsichtsrats ließe sich binnen weniger Tage herbeiführen, sagte Fuhrmann dem Blatt. "Entsprechende Pläne liegen fertig in der Schublade", zitierte die Zeitung unternehmensnahe Kreise. Die Mittel könnten so vor dem Zugriff zunächst geschützt werden. Salzgitter sieht sich nach eigenen Angaben gut gegen eine mögliche Übernahme gewappnet. ...Das verstärkte Interesse ausländischer Investoren und der stark gestiegene Aktienkurs hatten das Salzgitter-Management beunruhigt. Seit Anfang September kursierten verstärkt Übernahmegerüchte. Es hieß, der britische Konzern Corus sei interessiert. Das gab dem dem Kurs der im MDax notierten Salzgitter-Aktie weiter Auftrieb.  
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Mehr Investitionen in Deutschland gefordert

 
20.09.05 15:36
Mehr Investitionen in Deutschland gefordert

Für Goldman Sachs ist Deutschland wettbewerbsfähig


Der deutschen Wirtschaft bescheinigen die Volkswirte der Investmentbank Goldman Sachs Group internationale Wettbewerbsfähigkeit. In Wien sagte Erik Nielsen, Chefökonom bei Goldman für die Region Europa, am Dienstag: "Das ist so, denn sonst wäre das Land im vergangenen Jahr nicht Exportweltmeister gewesen."

HB WIEN. Die deutsche Wirtschaft habe ihre Reorganisation gut vorangetrieben, die Unternehmen säßen auf Rekordgewinnen, ferner liege das Land beim Produktivitätswachstum fast gleichauf mit den USA. Dass sich dies nicht im selben Maß positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirke, begründete Nielsen vorwiegend mit dem schwachen Privatkonsum.

Dieser sei auch eine Folge von niedrigen Lohnabschlüssen, sagte der Ökonom. Allerdings dürften die deutschen Gewerkschaften bei künftigen Verhandlungen höhere Lohnsteigerungen fordern. Dass sich dies nachhaltig auf das deutsche Wachstum auswirken werde, glaubt Nielsen aber nicht. Wichtiger wäre hier, die deutschen Unternehmen zu höheren Investitionen in Deutschland zu veranlassen. Dies könne aber nur durch weitere Strukturreformen geschehen, wie etwa Steuersenkungen oder ähnliche Anreize. Es sei aber davon auszugehen, dass der lediglich moderate Reformkurs der Rot-Grünen Koalition auch von der neuen Regierung fortgeführt werde.

Welche Regierung das sein könnte, wollte Nielsen nicht abschätzen. Vor der Wahl hätten die Umfragen auf eine große Koalition ohne Gerhard Schröder hingedeutet. Dies wäre aber die schlechteste aller Varianten gewesen, da sich bei diesem Szenario wohl der linke Flügel innerhalb der SPD gegen den Reformblock durchgesetzt hätte. "Man darf nicht vergessen, dass Rot-Grün eine Reihe von wichtigen Reformen eingeleitet hat", sagte Nielsen. Durch das Wahlergebnis sei nun aber Gerhard Schröder und somit auch der Reformblock der SPD gestärkt. Somit sei eine große Koalition nun weniger negativ zu bewerten. So sei beispielsweise auch denkbar, dass Schröder erneut Kanzler werde und die Wirtschaftsressorts der Union überlasse.


HANDELSBLATT, Dienstag, 20. September 2005, 15:11 Uhr

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Kritiker:

Die deutschen Denkansätze sind falsch!

 
20.09.05 16:49
Transportiert aus einer Zeit unserer Geldreserven, glauben heute noch viele, ALLES sei ausschließlich mit Geld zu machen.
Wir müßten wieder mehr das Hirn einschalten.
Fast alle Betrachtungen werden nur mit Zahlen definiert.
Der Mensch hingegen lebt nicht von Zahlen, sondern von Leistung!!

Der Fehler unserer Binnenwirtschaft liegt doch darin, daß auch heute noch - 50 Jahre nach dem Krieg - hauptsächlich Schund auf den Markt kommt. Wegwerfgesellschaft!
Qualität wird nur für den Export gebaut; deshalb boomt dieser!
Für das Inland gibt es Ramsch aus den Billigländern - und auch von uns!
Ramsch und Schrott hat aber schon jeder, deshalb wird nichts gekauft!
Bei den Händlern fehlt eindeutig der Mut zur Qualität.
Diese findet sich nur in der Werbungs-show! - und im Verkaufs-Geschwätz.
z.B., wir haben zuhause 6 Schirme, = alle kaputt! Schaut mal in Mülltonnen: gekauft - getestet - weggeworfen!
Devise: Geldbeutel zu - abwarten. - Kritiker.
Erspare mir hier die lange Liste
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Standort D

 
26.09.05 16:01
HINTERGRUND: Am 'Standort D' tut sich was - deutsche Firmen investieren



FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Einstieg von Porsche  bei VW  zeigt den Standort Deutschland in einem neuen Licht. Nach der 'Heuschrecken'- Debatte und Angstmache vor ausländischen Investoren und Hedge-Fonds steht eine deutsche Beteiligung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. 'In Deutschland tut sich wieder etwas', lautet das Urteil der Volkswirte. Experten sehen in diesem Schritt einen Impuls für andere deutsche Unternehmen, sich auf dem heimischen Markt umzuschauen. Gute Nachrichten könnten den Standort stärken. Ein Wiederaufleben der 'Deutschland AG', ein in der Nachkriegszeit entstandenes enges Geflecht aus Banken und Industriekonzernen, sehen Volkswirte nicht. 'Nach den ausländischen Sanierern kommen jetzt die inländischen Sanierer', sagt der Chefvolkswirt-Europa der Bank of America, Holger Schmieding. 'Deutschland ist wieder interessant geworden.' Anglo-amerikanische Investoren schätzen schon länger die niedrigen Lohnstückkosten und Arbeitsmarktreformen. Viele sehen den 'Standort D' positiver als die Deutschen selbst. Für die Wirtschaft und die Firmen seien der umfassende Wandel und die notwendigen Restrukturierungen allein kaum zu schaffen - deshalb müssten Partner her, die nun auch verstärkt aus Deutschland kommen könnten.

LOHNENDES INVESTMENT


Experten sehen einen neuen Trend: Deutsche Firmen blättern für ein lohnendes Investment in Deutschland die prallen Sparbücher auf. Denn die 'Kriegskassen' der Konzerne sind gut gefüllt. Nach einer Studie der Universität Saarbrücken und der Unternehmensberatung Mercer Management sowie dem 'Handelsblatt' haben die börsennotierten Unternehmen allein im Geschäftsjahr 2004 rund 100 Milliarden Euro gehortet. Die Konzerne seien finanziell gesundet, lautet das Ergebnis. 'Die Phase der Kosteneinsparung geht dem Ende zu', sagt der leitende Volkswirt der Dresdner Bank, Rolf Schneider. In den 90er Jahren habe Deutschland ein gravierendes Kostenproblem gehabt, so dass deutsche Firmen Produktion ins Ausland verlagerten und die Globalisierung zum obersten Ziel aller Firmenlenker wurde. 'Heute sind die Standort-Bedingungen viel besser.' Die Firmen fassten wieder Mut.

KEINE KARIKATIVE EINRICHTUNG

Schneider erwartet weitere innerdeutsche Kooperationen und Beteiligungen vom Aktienkauf bis zum Erwerb. Gleichzeitig hätten die Firmen bereits begonnen, wieder mehr in Ausrüstungen zu investieren. 'Der ein oder andere Investor wird wachgerüttelt und wird sich auf dem Heimatmarkt umschauen', meint der Chefvolkswirt-Deutschland der Citigroup, Jürgen Michels. 'Es könnte ein Umdenkprozess einsetzen. Die Deutschen müssen aufhören zu jammern und sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen.' Natürlich darf die Bedeutung des Porsche-Einstiegs bei VW nicht überschätzt werden. 'Porsche ist keine karitative Einrichtung', sagt der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater. 'Unternehmen gehen nur aus eigenen Interessen eine Verbindung ein, und nicht, um den Standort zu sichern.' Patriotische Gedanken haben in der Wirtschaft keinen Platz, nur die Rendite zählt. Die Großkonzerne wollten keine 'Wagenburg' gegen ausländische Kapitalgeber aufbauen.

SCHUTZGEFÜHL

Entscheidend sei vielmehr die psychologische Wirkung. 'Im Gegensatz zu ausländischen Übernahmen bietet die innerdeutsche Beteiligung für die Beschäftigten von VW ein Schutzgefühl', sagt Kater. Auch wenn keine neuen Jobs geschaffen und durchaus erst mal Arbeitsplätze verloren gehen könnten, würden letztlich Jobs gerettet. 'Wir haben schon genug Arbeitsplatz-Angst in Deutschland, da ist jede gute Nachricht willkommen.' Ein Wiedererstarken der 'Deutschland AG' mit ihren Verfilzungstendenzen sehen Volkswirte nicht. Dieses kaum überschaubare Geflecht aus Kapitalbeteiligungen hatte Banken und Versicherungen im Mittelpunkt und wurde unter dem Druck ausländischer Investoren in den vergangenen Jahren entflochten. 'In Zeiten internationaler Kapitalströme ist das nicht mehr möglich - man kann die Zeit nicht zurückdrehen', urteilt Volkswirt Schneider. ---Von Marion Trimborn, dpa--- /mt/DP/rw

Quelle: dpa-AFX
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Standort D besser als der Ruf

 
28.09.05 16:02


 

WEF-Studie

Deutschland ist besser als sein Ruf


Hohe Steuern und komplizierte Gesetze sowie hemmende Arbeitsregeln und zu viel Bürokratie sind nach einer WEF-Studie die Haupthindernisse für Unternehmen in Deutschland. Insgesamt schlägt sich die Bundesrepublik jedoch gar nicht schlecht und belegt Platz sechs von 117 untersuchten Staaten.

HB/pbp DÜSSELDORF. Das ist die gleiche Platzierung wie im Jahr 2004. Das weltweit wettbewerbsfähigste Land sind unverändert die USA, gefolgt von Finnland und Dänemark, zeigt die gestern veröffentlichte Studie des World Economic Forums. Das WEF hat für seinen Standort-Check mehr als 40 Faktoren analysiert und knapp 11 000 Manager befragt. Rund zwei Drittel der Faktoren wurden durch die Interviews der jeweils heimischen Managern ermittelt, ein weiteres Drittel stammt aus statistischen Daten.

„Deutschland erreicht eine hervorragende Position“, betont Jennifer Blanke, die als Volkswirtin beim WEF für die Auswertung mitverantwortlich ist. Weltspitze sind die Durchsetzung der Eigentumsrechte und die Rechtsordnung insgesamt. Deutschlands Platzierung wäre noch besser ausgefallen, wenn die deutschen Manager nicht die kurzfristigen Wachstumsperspektiven noch schlechter als schon im Jahr 2004 beurteilt hätten. Hier rutschte Deutschland auf Platz 93 von 81 im vergangenen Jahr. Zudem hat die hohe Staatsverschuldung die Bewertung belastet. Hier kommt Deutschland auf Rang 86. Die absolut schlechteste Bewertung erhalten die Deutschen für die Effizienz ihres Steuersystems. Sie ist die zweitschlechteste weltweit, zeigt die WEF-Studie.

Das sind auch die Hauptgründe, wieso Deutschland bei der Beurteilung des gesamtwirtschaftliche Wachstumspotenzials – einem Subindex – schlechter abgeschnitten als im vergangenen Jahr: Das Land rutschte von Platz 13 von 15. Unverändert positiv wird dagegen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen beurteilt. Hier erreicht Deutschland wieder den dritten Platz. Gute Noten gibt es vor allem im Bereich Technologie. „Die Innovationsfähigkeit des Landes gemessen an den Patentanmeldungen ist gut entwickelt“, schreibt WEF-Chefökonom und maßgeblicher Autor der Studie, Augusto Lopez-Claros.

Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung bekommen die Deutschen die weltweit drittbesten Noten. Die Kooperation zwischen akademischen Institutionen und dem Unternehmenssektor findet mit dem viertbesten Rang ebenfalls ein positives Echo. Selbst der regulatorische Rahmen für die Informations- und Kommunikationstechnologie wird positiv bewertet (Rang neun). Allerdings fördere die deutsche Regierung Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologie nicht ausreichend. Hier rangiert das Land weit abgeschlagen auf Platz 53.

Der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaft USA ist beim gesamtwirtschaftlichen Wachstumspotenzial Finnland sogar noch überlegen. In diesem Teil-Ranking liegt Finnland das vierte Jahr in Folge auf Platz eins. Das nordische Land ist innovativ und verfügt zudem über ein stabiles makroökonomisches Umfeld. Zudem werden die öffentlichen Institutionen als erstklassig beurteilt. Auch die übrigen skandinavischen Ländern zählen beim Wachstumpotenzial zu den zehn besten Volkswirtschaften der Welt.

Taiwan und Singapur haben laut Studie ihre Bürger dank der soliden Wirtschaftspolitik in den letzten zehn Jahren vom Joch der Armut befreit, so der Bericht. Sie gehörten heute zum Kreis der prosperierendsten und wettbewerbsfähigsten Länder der Welt. China fiel um drei Plätze auf Rang 49 zurück, Indien verbesserte sich um fünf Plätze auf Rang 50. Beide Länder verzeichneten in den vergangenen Jahren ausgezeichnete Wachstumsraten, leiden jedoch unter institutionellen Schwächen.

Wie schon in früheren Jahren ist Chile (23) mit großem Abstand das lateinamerikanische Land mit der besten Platzierung. In der Region Naher Osten und Nordafrika schnitten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Katar gut ab.

Das WEF analysiert für seinen Standort-Check mehr als 40 Faktoren und überprüft damit das gesamtwirtschaftliche Wachstumspotenzial der Länder sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dabei stützt sich das Forum auf Umfragen unter den jeweils heimischen Managern und auf statistische Daten.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 28. September 2005, 15:32 Uhr


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Zur Überraschung der Analysten

 
10.10.05 17:37
Zur Überraschung der Analysten

Deutsche Exporte legten im August stark zu


Der deutsche Exportmotor läuft und läuft. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte, wurden im August Waren im Wert von 63,4 Milliarden Euro exportiert - ein Plus von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.


HB BERLIN. Von Juli auf August legten die Exporte saisonbereinigt um 3,5 Prozent zu. Die Importe stiegen innerhalb eines Monats um 6,0 Prozent und lagen mit 51,9 Milliarden Euro 15,3 Prozent über dem Vorjahr.

Der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz sank auf 11,6 von 14,5 Milliarden Euro im Juli. Die Leistungsbilanz schloss mit einem Plus von 2,5 Milliarden Euro.

Volkswirte sagten zur Entwicklung des Außenhandels in ersten Reaktionen:

Ulrike Kastens, Sal. Oppenheim: „Das ist positiv, dass die Exporte zugelegt haben. Das hatte sich nach den guten Daten für die Auftragseingänge in den letzten Monaten angedeutet. Problematisch ist aber der Anstieg der Importe. Der hat bei den Drittländern stark zugenommen, unklar ist aber, ob dies etwa Großaufträge sind oder mehr Anstiege aus Opec-Ländern. Alles in allem bräuchten wir im September einen starken Rückgang bei den Importen, damit wir für die BIP-Rechnung einen positiven Wachstumsbeitrag beim Außenhandel bekommen.

Preisbereinigt können die Daten ein bisschen anders aussehen. Insgesamt gehen wir aber von einem leicht positiven BIP-Beitrag vom Außenhandel aus. Auch dürften wir einen leichten Anstieg bei den Investitionen haben. Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) rechnen wir für das dritte Quartal mit einem Wachstum von 0,3 Prozent.“

Matthias Rubisch, Commerzbank: „Das sind insgesamt überraschend starke Zahlen, denn im August waren ja Produktion und Aufträge recht schwach. Weniger überraschend waren hierbei die guten Exporte, weil die Weltwirtschaft gut läuft und der Euro kaum belastet. Die Importe waren aber unerwartet hoch. Auf der einen Seite spiegelt dies natürlich die Verteuerung der Energie wieder und somit überlagern die nominalen Zahlen die realen Zahlen. Aber andererseits deutet es auf eine gewisse Belebung der Binnennachfrage hin. Vom privaten Verbrauch können wir aber wenig erwarten, das haben jüngste Daten und Umfragen gezeigt. Das heißt, dass das Lebenszeichen von der Unternehmensseite kommen muss.“

Andreas Ress, Commerzbank: „Die Aussichten für den deutschen Export in den nächsten Monaten sind exzellent - darauf deuten vor allem die Frühindikatoren aus der Industrie weltweit hin. Es ist eine ausgemachte Sache, dass der Außenhandel im dritten und vierten Quartal deutlich zum Wachstum beitragen wird. Diese Entwicklung lässt sich aber nicht einfach in die Zukunft fortschreiben. 2006 wird das Jahr schwächerer Exporte. Die Abkühlung an den globalen Immobilienmärkten werden wir deutlich zu spüren bekommen. Einen bitteren Vorgeschmack liefern die deutschen Exporte nach Großbritannien: Die Exporte haben sich hier im gleichen Maße abgekühlt wie der dortige Anstieg der Immobilienpreise.“


HANDELSBLATT, Montag, 10. Oktober 2005, 09:08 Uhr



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Wir wollen keine Pessimismus mehr

 
11.10.05 21:44
HANDELSBLATT, Dienstag, 11. Oktober 2005, 16:14 Uhr


Wirtschaftsreaktionen zur großen Koalition


Investoren sind deutschen Pessimismus leid


Die geplante große Koalition stößt bei Wirtschaftsverbänden auf ein geteiltes Echo. Die Branchenvertreter sehen zwar Chancen in der Zusammenarbeit, befürchten aber zugleich zu viele Kompromisse bei Sachthemen. Dagegen mahnen ausländische Investoren, sich endlich von dem verbreiteten Pessimismus im Land zu verabschieden.

 
Ein Investor in Deutschland: Der Elektronik-Konzern Motorola. Foto: dpa  

HB FRANKFURT. „Wir sehen das Ganze nicht mit jubelnden Tönen, aber durchaus mit einer gewissen Zuversicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ludolf von Wartenberg, im Deutschlandradio Kultur. „Das, was bisher herausgekommen ist, auch das Team, das sich im Kabinett wiederfindet, verspricht doch ein starkes Team zu werden“. Eine Wiederbelebung der Spitzengesprächsrunde „Bündnis für Arbeit“ halte er aber nicht für angebracht.

Der Präsident des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, äußerte sich skeptisch zu den Perspektiven einer großen Koalition: „Man einigt sich, das fürchte ich, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.“ Ohoven forderte von der neuen Bundesregierung, mehr unternehmerische Freiheit und Eigenverantwortlichkeit zu ermöglichen.

„Die größte Innovationsbarriere für den Mittelstand ist und bleibt die Bürokratie“, sagte er. Um die Rahmenbedingungen für das Entstehen von Innovationen zu verbessern, sei die Wirtschaft außerdem auf ein leistungsfähiges Bildungssystem angewiesen. Es gebe zu viele Schulabgänger, die nicht richtig schreiben und rechnen könnten.

Der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, unterstrich: “Die große Koalition hat große Aufgaben zu bewältigen. Die lange Zeit des Stillstandes muss jetzt enden“. Er rief die Parteien auf, aufeinander zu zu gehen und schnellstens Klarheit über das Regierungsprogramm zu schaffen.



Die große Koalition müsse keinen Reform-Stillstand bedeuten, erklärte die Dresdner Bank. „Unter dieser Konstellation wird sich 2006 und 2007 einiges bewegen“, sagte der Chefvolkswirt der Dresdner Bank/Allianz-Gruppe, Michael Heise. Konsens bestehe zwischen SPD und CDU/CSU bei der Steuerpolitik, der Umsetzung des Job-Gipfels, der Beitragssenkung zur Arbeitslosenversicherung und der Lockerung des Kündigungsschutzes.

„Wenn die Regierung das durchsetzt, ist Deutschland gut vorangekommen.“ Reformen der Krankenversicherung und die Liberalisierung des Arbeitsmarktes seien dagegen nicht konsensfähig. „Mittelfristig sind die Aussichten für Reformen unter der Großen Koalition nicht günstig.“

„Wir erwarten von einer großen Koalition, dass sie große Probleme löst“, sagte der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Edward Krubasik. Durchgreifende Reformen seien schwierig, aber möglich. Allerdings dürften sich CDU/CSU und SPD nicht auf „Kompromisse aus Image- Gründen“ einlassen. Stattdessen sollten sich die Parteien „die Freiheit nehmen, auch alternative Koalitionen auszuloten“, meinte Krubasik, der Mitglied im Siemens-Zentralvorstand ist. Mit mehr als 800 000 Beschäftigten ist die Elektronikbranche der zweitgrößte Industriezweig in Deutschland.

Der ZVEI-Präsident warnte die Politiker davor, bei Reformen „nur auf Restrukturierungsthemen“ zu setzen. Um durch Wachstum Arbeitsplätze zu schaffen, müsse auch überlegt werden, wie neue Investitionen in Deutschland getätigt werden könnten. Sinnvoll seien dabei freundlichere Rahmenbedingungen für Unternehmensgründer, zum Beispiel durch weniger und bessere Regulierung.



Amerikanische Investoren sehen in einer großen Koalition dagegen eine Chance, dass der begonnene Reformkurs in Deutschland fortgesetzt wird. „Es gibt gute, fähige Leute in allen Parteien in Deutschland. Im Vier-Augen-Gespräch sind alle sehr vernünftig“, sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin. Die hier zu Lande engagierten US-Firmen blickten nach der Einigung auf Koalitionsverhandlungen optimistisch in die Zukunft.

Der Vize-Präsident der Kammer, der Investmentbanker Lutz Raettig, appellierte an die Verantwortlichen, sich von dem verbreiteten Pessimismus zu verabschieden. „Vieles, was hier abstrakt personell debattiert wird, interessiert im Ausland niemanden. Für ausländische Investoren ist nur wichtig, das die deutsche Bundesregierung 'berechenbar' wird - dass es keine Überraschungen gibt“, meinte Raettig. Herausragende Stärken des Standorts Deutschlands seien hoch qualifizierte und hoch motivierte Arbeitskräfte.

Die Investitionen großer US-Firmen in Deutschland sind 2004 stabil geblieben, konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Auf den Top- Positionen in der Liste der umsatzgrößten US-Unternehmen ständen wie in den Vorjahren zwei Automobilhersteller: Die General-Motors-Tochter Adam Opel mit 14,3 Milliarden Euro (plus zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und die Ford Werke mit 13,8 Milliarden Euro (minus ein Prozent) Umsatz in Deutschland.

Der Elektronik-Konzern Motorola auf Platz neun des Rankings konnte seinen Umsatz nach den Angaben im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland sogar um 70 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro steigern. Dieser Zuwachs sei vor allem auf das Wachstum des Mobiltelefonbereichs zurückzuführen. Mit Investitionen in Höhe von insgesamt 120 Milliarden Euro von US-Firmen und den damit verbundenen 850 000 Arbeitsplätzen sei die Bundesrepublik der größte Investitionsstandort in Europa.


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Auch in Deutschland ist es schön

 
13.10.05 17:31
HANDELSBLATT, Donnerstag, 13. Oktober 2005, 16:12 Uhr


Maschinenbau


Unternehmen besinnen sich auf die Heimat


Von Wolfgang Gillmann


Jahr für Jahr wandern Arbeitsplätze ins Ausland ab, sogar in der Entwicklung. Doch nicht selten fallen die Unternehmer jenseits der Grenze auf die Nase und kehren reumütig heim. Denn auch in Deutschland lässt sich günstig produzieren.



BERLIN. „Jedes Jahr werden in Deutschland Arbeitsplätze in der Größe der Stadt Nürnberg ins Ausland verlagert.“ Horst Wildemann von der Technischen Universität München sieht den Trend zur Abwanderung der Arbeitsplätze auch im Maschinenbau ungebrochen. 27 Prozent der deutschen Maschinenbauer haben nach seinen Untersuchungen Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, 58 Prozent planen dies. „Dies Verlagerungen betreffen inzwischen nicht nur die Fertigung, sondern auch die Entwicklung“, sagte er auf dem Deutschen Maschinenbau-Gipfel in Berlin.

Die Gründe sind vor allem die hohen Kosten in Deutschland, so Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA. Dazu komme die Erschließung neuer Märkte. „Wer wachsen will, muss das im Ausland.“ Die bevorzugten Regionen für Investitionen in neue Fertigungen liegen vor allem in Osteuropa und China. Dies führte dazu, dass die Branche 2004 – trotz Rekordproduktion in Deutschland – nur noch 885 000 Personen beschäftigte, 7000 weniger als im Vorjahr. Im Ausland sind es bereits 200 000.

Doch der Umzug ins Ausland ist nicht immer erfolgreich. „Rund zehn Prozent der Verlagerungen werden nach wenigen Jahren wieder revidiert“, sagt Wildemann. Über die Hälfte der Verlagerungen von Stellen in der Forschung und Entwicklung erreichten nicht die Gewinnschwelle.



Einige Unternehmen sind deshalb vorsichtig geworden und versuchen, ihre Kosten in Deutschland zu senken, um bestehen zu können. „Durch konsequente Sanierungen hier, könnte oft eine gleich hohe Produktivität wie im Ausland erzielt werden. Doch viele Unternehmer scheuen die dann entstehenden Auseinandersetzungen“, sagt Wildemann.

So hat der Laserspezialist Trumpf bereits 1995 eine erste Arbeitszeitregelung mit Arbeitszeitkonten eingeführt und dadurch die Arbeitskosten um zehn Prozent gesenkt. Inzwischen hat Trumpf drei weitere Bündnisse für Arbeit abgeschlossen und die jährliche Arbeitszeit um 70 Stunden erhöht. Die Beschäftigten arbeiten flexibel zwischen 30 bis 48 Stunden pro Woche. Dafür gilt eine Beschäftigungsgarantie, eine Beteiligung am Gewinn und die betriebliche Altersversorgung wurde ausgebaut. „Wir haben die Zahl der Mitarbeiter um 25 Prozent gesteigert und die Geschossfläche am Standort Ditzingen verdoppelt“, sagt Gerhard Rübling, Personalchef bei Trumpf. „Die Mitarbeiter stehen hinter uns, denn wir haben für die Einsparungen immer auch etwas gegeben.“

Noch radikaler geht die Multivac aus Wolfertschwenden im Allgäu vor. Der Hersteller von Maschinen für Vakuumverpackungen mit rund 400 Mill. Euro Umsatz und weltweit 2000 Beschäftigten fertigt und entwickelt ausschließlich an seinem Stammsitz. „Wir holen Arbeit zurück ins Haus und haben 2004 rund 70 Mitarbeiter eingestellt“, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Boeckstegers. „Die Lohnkosten spielen nur eine geringe Rolle.“ Ein einziger Standort sei kostengünstiger. Dafür arbeiten die Beschäftigten durchgehend 45 Stunden und auch am Sonnabend, kommen bei Notfällen sogar nachts in die Fabrik. Und die Stadt verlegt vorsichtshalber eine Straße – damit die Fabrik expandieren kann.


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sprudelnde Gewinne

 
13.10.05 19:24
'Handelsblatt': Steuereinnahmen im September stark gestiegen



DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Bund und Länder haben im September einem Bericht zufolge
deutlich mehr Steuern eingenommen als im Vorjahr. Insgesamt seien die Einnahmen
um 4,3 Prozent gestiegen, erfuhr das 'Handelsblatt' (Freitagausgabe) aus dem
Bundesfinanzministerium. Der Fiskus habe gut 40 Milliarden Euro eingenommen, das
sind rund 1,6 Milliarden Euro mehr als im September 2004. Damit habe sich ein
Trend bestätigt, der sich schon in den Sommermonaten abgezeichnet habe, hieß es
in Steuerschätzerkreisen. Verantwortlich für das Einnahmeplus sind nicht zuletzt
die sprudelnden Gewinne der Unternehmen.

Mit diesem 'sehr guten Ergebnis' werde es nun immer wahrscheinlicher, dass bei
der Steuerschätzung am 3. November die Einnahmen nicht erneut nach unten
korrigiert werden müssen, sagten Experten. Zuletzt hatten die Steuerschätzer
ihre Prognose neunmal in Folge revidiert.

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Im Einzelnen legten dem 'Handelsblatt'-Bericht zufolge die Einnahmen aus den
Gemeinschaftsteuern, etwa der Lohn- und Umsatzsteuer, um 4,5 Prozent zu. Die
Gemeinschaftsteuern tragen rund zwei Drittel zum Gesamtaufkommen bei. Die
Bundessteuern stiegen um 2,4 Prozent, die Ländersteuern um 3,9 Prozent. Die
Gemeindesteuer werden von der Monatsstatistik nicht erfasst.

Der September ist für die Finanzminister einer der vier wichtigen Monate im
Jahr: Jeweils im letzten Quartalsmonat leisten Unternehmen und
Einkommensteuerzahler ihre Vorauszahlungen, so dass die Einnahmen deutlich höher
sind, als in den übrigen Monaten.

Der starke Anstieg der gewinnabhängigen Steuern sei auf die gute Ertragslage der
Unternehmen zurückzuführen. Die Körperschaftsteuer legte im September um zwölf
Prozent zu. Die veranlagte Einkommensteuer, die vor allem Unternehmer zahlen,
stieg um fast zehn Prozent. Günstig entwickelte sich auch die Umsatzsteuer mit
einem Anstieg von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts der
Steuersenkungen zum Jahresbeginn fiel der Rückgang der Lohnsteuer um zwei
Prozent moderat aus./zb

Quelle: dpa-AFX
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Viel Schwung

 
25.10.05 11:45
ROUNDUP: ifo Signal für Erholung der deutschen Wirtschaft - 'viel Schwung'



MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober überraschend deutlich verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 96,0 auf 98,7 Punkte, teilte das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag in München mit. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem leichten Anstieg auf 96,1 Punkte gerechnet. 'Die konjunkturelle Erholung scheint sich damit zu festigen', sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Die Signale für eine Erholung der deutschen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte mehren sich nach Einschätzung von Ökonomen mit der zweiten Stimmungsaufhellung in Folge. Der deutlich gestiegene ifo Geschäftsklimaindex ist nach Einschätzung der Commerzbank eine 'sehr starke positive Überraschung'. Der Index signalisiere auch eine Erholung der Binnenkonjunktur, sagte Commerzbank-Volkswirt Matthias Rubisch. Trotz des starken Ölpreisanstiegs habe sich die Stimmung im deutschen Einzelhandel verbessert.



'SEHR VIEL SCHWUNG'

'Die Chancen sind gut, dass das Wachstum ein, zwei oder sogar drei Quartale über der Potenzialrate liegen wird', sagte Ökonom Andreas Scheuerle von der DekaBank. Die Wirtschaft gehe mit 'sehr viel Schwung' in das vierte Quartal, so dass bis in das erste Halbjahr 2006 hinein mit Quartalswachstumsraten von rund 0,5 Prozent zu rechnen sei. Für einen tragfähigen Aufschwung fehle allerdings noch eine solide binnenwirtschaftliche Entwicklung. Erstmals seit Jahren dürfte das Wachstum in Deutschland aber wieder über mehrere Quartale hinweg über der Potenzialrate liegen.

Im Oktober beurteilten die befragten Unternehmen sowohl ihre Lage als auch ihre Erwartungen für die kommenden Monate deutlich besser als im September und von Volkswirten erwartet. Insbesondere die Aussicht auf gute Exporte stimmte die Unternehmen optimistischer. Ihre aktuelle Lage stuften die befragten Unternehmen nochmals spürbar günstiger ein. Dieser Indikator legte von 96,5 Punkte auf 98,9 Punkte zu, während Ökonomen 96,4 Punkte erwartet hatten. Der Indikator für die Erwartungen erhöhte sich von 95,5 Punkte auf 98,5 Punkte und damit zum fünften Mal in Folge. Experten hatten nur 95,8 Punkte prognostiziert

EURO WIEDER ÜBER 1,20 DOLLAR

Das ifo Institut ermittelt den Geschäftsklimaindex einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7.000 Unternehmen. Er gilt als wichtigster deutscher Frühindikator. An der Frankfurter Börse gab der Deutsche Aktienindex nach Veröffentlichung der ifo-Zahlen seine Gewinne ab und lag am Vormittag im Vergleich zum Vortag unverändert bei 4.901,91 Punkten. An den Devisenmärkten konnte der Euro wieder die Marke von 1,20 US-Dollar überwinden und am Rentenmarkt rutschte der Bund-Future tiefer in die Verlustzone./jha/js/sk

Quelle: dpa-AFX
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Abenteurer:

Deutschland zählt zu den reichsten Ländern

 
25.10.05 12:05
der Welt, trotzdem wird viel zu oft rumgejammert. Wie gut es uns geht erfährt man meist nur durch die ausländische Presse.

Viele Grüße Abenteurer


infolive! Aktuelle Nachrichten

Muskelprotz Deutschland 2189323

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Deutsche Konjunktur fängt an zu brummen

 
04.11.05 14:42

Politik  > Konjunkturdaten  



HANDELSBLATT, Freitag, 04. November 2005, 13:32 Uhr


Inlandsnachfrage bleibt schwach


„Deutsche Konjunktur fängt an zu brummen“


Die deutsche Industrie hat im September überraschend viele Aufträge verbucht und dabei von einem guten Auslandsgeschäft profitiert.

 


HB BERLIN. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, erhöhte sich die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen gegenüber dem Vormonat vorläufigen Angaben zufolge preis- und saisonbereinigt um 2,8 %. Analysten hatten mit einem Anstieg der Aufträge um 1,3 % gerechnet, wobei die Daten sogar die optimistischste Prognose übertrafen.

„Die deutsche Konjunktur fängt an zu brummen“, kommentierte Postbank-Volkswirt Brian Mandt. Nach dem Auftragseinbruch von 3,8 % im August verzeichneten die Firmen nun wieder überdurchschnittlich viele Großaufträge. So konnten die Hersteller von Investitionsgütern den Angaben zufolge einen besonders kräftigen Anstieg der Bestellungen verbuchen (plus 5,1 %). Die Aufträge aus dem Ausland legten um 5,2 % zu, die Nachfrage aus Deutschland stieg lediglich um 0,4 %. Bei den Investitionsgütern nahmen die Auslandsaufträge sogar um 9,0 % zu. „Es gibt zwar leichte Aufwärtstendenzen, aber bisher ist der Funke aus dem Ausland noch nicht entscheidend auf die Investitionstätigkeit im Inland übergesprungen“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonats-Vergleich (August und September gegenüber Juni und Juli) nahm das Ordervolumen in der Industrie wegen des kräftigen Rückgangs im August leicht ab (minus 0,4 %). Die Inlandsnachfrage verringerte sich dabei um 0,9 %, während die Auslandsnachfrage mit plus 0,1 % fast unverändert blieb.

Das entsprechende Vorjahresniveau überschritten die Bestellungen in der Industrie im August und September um 8,1 %. Volkswirte hatten hier mit einem Plus von 5,8 % gerechnet. Die Auslandsaufträge erhöhten sich im Jahresvergleich um elf Prozent und die Inlandsaufträge um 5,4 %. Mit der wieder deutlichen Belebung der Nachfrage nach Industriegütern im September sei die zwischenzeitliche Abschwächung im August nahezu wieder ausgeglichen worden, schrieb das Ministerium. Insgesamt befinde sich die Bestelltätigkeit auf hohem Niveau. Die maßgeblichen Nachfrageimpulse kämen nach wie vor aus dem Ausland.



Nach den verbesserten Frühindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklima passen die Auftragsdaten nach Ansicht von Analysten in das zuletzt positive Bild. Der Auftragseingang lag im dritten Quartal 4,7 % über dem Vorquartal. „Der Aufwärtstrend in der Industrie ist ungebrochen. Die hohe Auslandsnachfrage ist auch Ausdruck der gewonnenen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie“, sagte WestLB-Chefvolkswirt Ulrich Hombrecher. „Die Inlandsnachfrage kommt immer noch nicht so richtig in Schwung.“

Unter den drei Hauptgruppen der Industrie konnten die Hersteller von Investitionsgütern mit 5,1 % den stärksten Zuwachs verbuchen, gefolgt von den Vorleistungsgüterproduzenten mit 1,0 %. Der Wermutstropfen kam aus dem Konsumgütersektor: Hier verbuchten die Produzenten wie schon im August einen Rückgang, sie erhielten 1,9 % weniger Bestellungen.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren für Deutschland, kann aber wegen Großaufträgen von Monat zu Monat stark schwanken. Wegen des kräftigen Rückgangs im August lag der Auftragseingang im Zwei-Monats-Vergleich im August/September um 0,4 % unter den beiden Monaten zuvor. Nach Ministeriums-Angaben wird sich die dynamische Entwicklung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten fortsetzen. „Alles in allem zeigt sich, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem moderaten Aufwärtstrend befindet, der auch in das Jahr 2006 reichen wird“, sagte auch Kastens. Die Bundesregierung erwartet wie auch die führenden Wirtschaftsforscher für kommendes Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,2 % nach 0,8 % 2005.


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thuhn01:

Kann ich nur...

 
04.11.05 14:44
bestätigen.
Auch bei mir gab es rund 30% mehr Aufträge als im Vormonat.

Grüßles

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Produktion im September erholt sich überraschend d

 
07.11.05 12:28
Deutschland: Produktion im September erholt sich überraschend deutlich



BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Produktion hat sich im September dank einer spürbaren Belebung in der Industrie unerwartet deutlich erholt. Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes stellten saisonbereinigt 1,2 Prozent mehr her als im August, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit am Montag nach vorläufigen Berechnungen in Berlin mit. Volkswirte hatten mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet. Im August war die Produktion noch um 1,5 Prozent eingebrochen. Zum Vorjahresmonat erhöhte sich der Ausstoß bereinigt um die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage um 3,1 Prozent.

Das Ministerium geht von einer anhaltenden Erholung aus. 'Vor dem Hintergrund der lebhaften Entwicklung der Bestelltätigkeit in der Industrie sowie der positiven Stimmungslage in der Wirtschaft (...) ist auch in den kommenden Monaten mit einer dynamischen Entwicklung der Produktionstätigkeit in der Industrie zu rechnen', hieß es.

Die kräftige September-Belebung geht vor allem auf die Industrie zurück. Hier stieg die Produktion um 1,4 Prozent zum Vormonat. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den kräftigen Zuwachs bei Investitionsgütern (+2,8%). Damit wurde der Rückgang des Vormonats (-3,2%) nahezu wieder ausgeglichen. Bei den Produzenten von Vorleistungsgütern (+0,7%) und Konsumgütern (+0,6%) stieg die Produktion ebenfalls.

Das Bauhauptgewerbe verzeichnete den Angaben zufolge nach kontinuierlichen Produktionsanstiegen in den vergangenen Monaten diesmal einen Rückgang von 2,5 Prozent. Die Energieerzeugung legte um 0,7 Prozent zu.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich (August/September gegen Juni/Juli) nahm die Gesamterzeugung saisonbereinigt um 0,4 Prozent ab. Während sich die Produktion in der Industrie (-0,3%) und im Energiebereich (-1,8%) verringerte, stieg sie im Bauhauptbewerbe um 0,8 Prozent. Innerhalb des Industriesektors verringerte sich die Erzeugung von Investitionsgütern um 1,8 Prozent. Vorleistungsgüter verzeichneten einen Zuwachs um 0,9 Prozent. Bei Konsumgütern gab es nur eine geringe Veränderung (+0,1%)./rw/jkr

12.00 Uhr

Deutschland

Industrieproduktion, September

Monatsvergleich +1,0 -1,5

Jahresvergleich +3,1 +2,0

Quelle: dpa-AFX
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Exporte sind kräftig gestiegen

 
09.11.05 10:33
 

12,8 Prozen mehr Ausfuhren

Deutsche Exporte sind kräftig gestiegen


Die deutschen Exporte haben im September wegen der robusten Weltkonjunktur wieder kräftig zugelegt. Besonders deutlich wuchs der Handel mit EU-Ländern, die nicht der Eurozone angehören und mit Staaten außerhalb der Union.


HB WIESBADEN. Die Ausfuhren erhöhten sich um 12,8 Prozent zum Vorjahr auf 69,5 Mrd. Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden nach vorläufigen Berechnungen mit. Kalender- und saisonbereinigt war das ein Plus von 2,5 Prozent zum August. Die Importe erhöhten sich um 9,8 Prozent zum Vorjahr auf 54,5 Mrd. Euro. Im Monatsvergleich nahmen die Einfuhren dagegen um 1,2 Prozent ab.

Für die Handelsbilanz ergibt sich daraus ein Überschuss in Höhe von 15,0 (Vorjahr: 11,9) Mrd. Euro. Kalender- und saisonbereinigt lag er bei 14,8 Mrd. Euro. Volkswirte hatten mit 13,1 Mrd. Euro gerechnet.

Die Leistungsbilanz schloss im September nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank mit einem Überschuss von 7,4 (4,9) Mrd. Euro ab. Volkswirte hatten 5,0 Mrd. Euro erwartet. Bei den Ergänzungen zum Warenverkehr (-1,3 Mrd Euro), Dienstleistungen (-4,2 Mrd Euro) sowie den laufenden Übertragungen (-2,9 Mrd Euro) stand jeweils ein Fehlbetrag zu Buche. Beim Erwerbs- und Vermögenseinkommen wurde ein Überschuss von 0,8 Mrd. Euro erzielt.

Volkswirte sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

Christiane Seyffart, Dresdner Bank: „Wir haben nach wie vor eine gute Exportkonjunktur in Deutschland. Der Anstieg ist weiter robust. Das zeigt, dass die Auslandsnachfrage nach wie vor gut läuft und wird auch belegt durch die Auftragseingänge und die Stimmungsindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima. Das ist ein Trend, der sich in die nächsten Monate hineinzieht. Von der Exportseite hat Deutschland gute Unterstützung.

Bei den Importen haben wir monatliche Schwankungen, aber auch hier läuft die Entwicklung eigentlich gut. Dies ist auch ein Zeichen leichter Belebung der Binnennachfrage. Die Investitionen sind angesprungen. Wir hatten eine deutliche Belebung der Konjunktur im dritten Quartal. Die Delle aus dem zweiten Quartal ist überwunden, das ist klar. Wir erwarten für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent.“

Lothar Hessler, HSBC Trinkaus & Burkhardt: „Im Quartalsvergleich dürfte es vom Außenhandel einen Wachstumsbeitrag im dritten Quartal gegeben haben. Wir rechnen mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. In den letzten Jahren hat der Export das Wachstum getragen. Im Augenblick ist die Zusammensetzung des Wachstums in den kommenden Monaten schwer zu prognostizieren, das hängt auch von den Entscheidungen der Politik ab. Wir erwarten für kommendes Jahr ein Wachstum von 0,9 Prozent. Auf absehbare Zeit bleibt aber wohl der Außenhandel die treibende Kraft.“

Alexander Koch, Hypo-Vereinsbank:

„Die Exporte waren wieder sehr stark. Damit haben wir einen sehr großen Sprung im Quartalsvergleich. Da wir keine größeren Preissteigerungen hatten, dürfte der reale Wert hoch sein, im Gegensatz zum Import, wo die Energiepreise den nominalen Wert stark erhöhten. Wir dürften also einen kräftigen Außenbeitrag im dritten Quartal gehabt haben.

Wir hatten sehr schwache Einzelhandelsumsätze, aber wir haben einen positiven Trend bei den Investitionen. Das könnte einen leicht negativen Effekt von der Binnennachfrage im dritten Quartal ergeben haben, der aber vom Außenhandel überkompensiert wurde. Wir rechnen mit einem Wachstum von 0,5 Prozent.

Bis Jahresende haben wir noch die sehr starken Auftragseingänge aus dem Ausland. Das dürfte in den kommenden Monaten zu kräftiger Produktion und Auslandsumsätzen führen. Wir erwarten auch im vierten Quartal einen kräftigen Wachstumsbeitrag vom Außenhandel. Die Exporte in die Haupthandelspartner wie die USA und die alte EU zeigen abnehmendes Wachstum. Wir erwarten, dass mit dem Ende des Hausbooms dort sich die Nachfrage nach deutschen Gütern abschwächt und das die Exporte begrenzt.“


HANDELSBLATT, Mittwoch, 09. November 2005, 09:20 Uhr

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Senkung der Lohnnebenkosten

 
09.11.05 10:38


Politik  > Deutschland  



HANDELSBLATT, Mittwoch, 09. November 2005, 10:30 Uhr


Einigung


Senkung der Lohnnebenkosten beschlossen


Union und SPD haben sich auf eine Senkung der Lohnnebenkosten geeinigt. Laut Unions-Fraktionsvize Ronald Pofalla soll der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um zwei Prozentpunkte fallen. Weiter setzten CDU und CSU eine Lockerung des Kündigungsschutzes durch.

 
Einigung zwischen Union und SPD: Der gesetzliche Kündigungsschutz soll künftig erst nach zwei Jahren wirksam werden. Foto: dpa  

HB BERLIN. HB BERLIN. Eine Verringerung um einen Prozentpunkt solle aus den Mitteln der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Eine Senkung um einen weiteren Prozentpunkt könnte über die Mehrwertsteuer finanziert werden, sagte Pofalla auf n-tv.


Die Arbeitsmarktexperten von Union und SPD einigten sich nach Aussage Pofallas zudem auf die Lockerung des Kündigungsschutzes. Der gesetzliche Kündigungsschutz soll - wie von CDU/CSU gewünscht - bei Neueinstellungen erst nach zwei Jahren wirksam werden. „Wir werden die Wartezeit oder Probezeit auf 24 Monate erweitern und sind damit an einem ganz entscheidenden Punkt weiter gekommen“, so Pofalla weiter.

Der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner ergänzte, innerhalb dieser zwei Jahre seien Kündigungen aber nur mit Fristen und unter Beteiligung der Betriebsräte möglich. Damit werde Willkür verhindert. Zugleich räumte er ein: „Wir haben beim Kündigungsschutz Federn gelassen.“

Nach Medienberichten sollen zudem bei der Arbeitsmarktreform Hartz IV vier Milliarden Euro eingespart werden. Zuvor waren 1,8 Milliarden Euro im Gespräch gewesen. Eine Lösung für den Streit um betriebliche Bündnisse sei in der Arbeitsgruppe nicht gefunden worden.

In der Frage der umstrittenen Laufzeiten für Atomkraftwerke konnte sich laut „Süddeutscher Zeitung“ die SPD durchsetzen. Beide Seiten hätten das geltende Gesetz „zur Kenntnis genommen“, berichtete das Blatt. Nach dem Atomkonsens der rot-grünen Regierung mit den Energiekonzernen müssen die Meiler rechnerisch nach 32 Jahren Laufzeit abgeschaltet werden.



Nachdem sich die zuständigen Arbeitskreise nicht einigen konnten, verhandelten zuletzt die beiden designierten Minister Sigmar Gabriel (Umwelt, SPD) und Michael Glos (Wirtschaft, CSU) sowie die Vize- Fraktionsvorsitzenden Klaus Lippold (CDU) und Ludwig Stiegler (SPD) über die strittige Frage. Die Gruppe habe sich auch darauf verständigt, die Erforschung sicherer Reaktoren nicht nur fortzusetzen, sondern auszubauen.

Die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gab indes harten Sparanstrengungen Vorrang vor Steuererhöhungen. Sie sagte am Dienstag in Berlin: „Erst dann kann man überhaupt über Einnahmeverbesserungen sprechen.“ Die Debatte über eine so genannte Reichensteuer und eine Mehrwertsteuererhöhung hielt dennoch an. Auf Kritik stießen geplante Einschnitte für Beamte.

Das Sparpaket in Höhe von 15 Milliarden Euro, das Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der designierte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) vorgelegt haben, wird angeblich in der Union als zu gering betrachtet. Bis 2007 muss eine Lücke von 35 Milliarden Euro im Bundeshaushalt gestopft werden. Beide Seiten streben am Freitag eine Einigung in allen Sachfragen an.

Die Einigung über die Mehrwertsteuer kommt nach Worten Steinbrücks erst in der Schlussrunde. Dann sei klar, „was wir auf der Ausgabenseite wirklich erbringen können“. Die Union hält eine Anhebung von 16 auf 19 Prozent für wahrscheinlich. Auch die „Reichensteuer“ wird in der Union nicht mehr als Tabu angesehen. Koch sagte aber, sie sei weiter umstritten. Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) meinte im Deutschlandfunk, am Ende könne auch über eine „Sonderbelastung höherer Vermögen“ diskutiert werden.

Die SPD will eine „Reichensteuer“ als Gegenleistung für die Zustimmung zu einer Mehrwertsteuererhöhung. Der scheidende SPD-Chef Franz Müntefering erwägt, das Konzept zu verschärfen. Merkel betonte in der Unions-Fraktionssitzung, dass CDU und CSU auf einer Absenkung der Lohnzusatzkosten bei einer Mehrwertsteuererhöhung beharren.


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mehr Schwung

 
15.11.05 08:17
Deutschland: Wirtschaftswachstum gewinnt im dritten Quartal wieder an Schwung



WIESBADEN (dpa-AFX) - Die deutsche Konjunktur hat im dritten Quartal wieder an Schwung gewonnen. Das bereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Sommer um 0,6 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mit. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung um revidiert 0,2 (ursprünglich 0,0) Prozent zugelegt. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 1,3 Prozent. Ein positiver Kalendereffekt lag im Gegensatz zum zweiten Quartal (+1,6 Prozent) nicht vor.

Das Wachstum war damit stärker als von Experten erwartet. Die von AFX News befragten Ökonomen hatten im Durchschnitt im Quartalsvergleich nur ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent erwartet.

Die Dynamik des Außenhandels habe sich auch im dritten Quartal fortgesetzt. Sie wirke auf Grund eines kräftigen Anstiegs der Exporte im Berichtszeitraum wieder positiv auf das saisonbereinigte Wirtschaftswachstum, hieß es. Weitere Impulse seien von den im Vergleich zum Vorquartal deutlich gestiegenen Investitionen gekommen. Im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahres sei der Außenbeitrag dagegen nahezu allein für den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Berichtsquartal verantwortlich. Die inländische Verwendung habe dagegen kaum zum Wirtschaftswachstum im Vorjahresvergleich beigetragen.

Die ausführlichen Ergebnisse werden am 22. November veröffentlicht./jha/sk

Quelle: dpa-AFX
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Optimismus

 
21.11.05 14:31
Muskelprotz Deutschland 2236776Muskelprotz Deutschland 2236776Muskelprotz Deutschland 2236776
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HANDELSBLATT, Montag, 21. November 2005, 13:39 Uhr

Umfrage des IW-Institutes Muskelprotz Deutschland 2236776
Deutsche Wirtschaft gibt sich optimistisch Muskelprotz Deutschland 2236776
Die deutsche Wirtschaft beurteilt ihre Lage deutlich positiver als noch im Frühjahr. Auch mit Blick auf 2006 sei sie sehr zuversichtlich, teilte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW/Köln) am Montag in Berlin mit. Muskelprotz Deutschland 2236776
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Muskelprotz Deutschland 2236776

HB BERLIN. Im kommenden Jahr sei ein Wirtschaftswachstum von bis zu 1,5 Prozent möglich. Fast ein Drittel der Betriebe wolle künftig mehr und nur ein Drittel weniger investieren, habe eine IW-Befragung von 1804 Unternehmen ergeben.

Der unverändert boomende Export rege mehr und mehr die Investitionstätigkeit an, sagte IW-Direktor Michael Hüther, der von insgesamt „erstaunlich guten Nachrichten“ sprach. „Wir sehen die Chance für einen zugkräftigen Aufschwung, und wir sehen sogar Potenzial nach oben.“

Auf Basis der Herbstumfrage und neuer Statistiken setzte das Institut seine Konjunkturprognose für 2006 deutlich nach oben. Statt 1,0 Prozent Wirtschaftswachstum erwarten die Forscher nun „bis zu 1,5 Prozent“. Doch bereits im Jahr 2007 ist laut Hüther wieder mit einem „deutlich schwächeren Wachstum“ von lediglich knapp einem Prozent zu rechnen - unter anderem wegen der dann vorgesehenen Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte. „Das kann die deutsche Wirtschaft nicht so locker verkraften“, warnte er.

Ein nennenswerter Abbau der Massenarbeitslosigkeit ist weiter nicht in Sicht. Rund 25 Prozent der befragten Unternehmen wollen künftig Personal abbauen, dagegen planen nur 20 Prozent Neueinstellungen.

In Westdeutschland deutet sich nach den Worten Hüthers eine Erholung auf breiter Front an. 45 Prozent der Unternehmen erwarten für das kommende Jahr eine höhere Produktion, nur 15 Prozent einen Rückgang. Sogar im seit gut zehn Jahren darbenden Baugewerbe werde 2006 „möglicherweise die Bodenbildung“ erreicht, sagte Hüther. Sein Fazit: „Die Industrie bleibt das konjunkturelle Zugpferd, die Dienstleistungen fassen Tritt und der Bau wird weniger bremsen.“

Auch in Ostdeutschland sei ein flächendeckender Auftrieb erkennbar, sagte Hüther. Hier erwarten 38 Prozent der Unternehmen eine steigende Produktion im kommenden Jahr, und nur noch 22 Prozent gehen von einer rückläufigen Produktion aus. Wie im Westen blicken auch hier die Hersteller von Investitionsgütern am optimistischsten in die Zukunft. Die düsterste Stimmung herrscht in der Baubranche: 53 Prozent der ostdeutschen Baufirmen gehen von einer rückläufigen Produktion aus, nur sieben Prozent erwarten eine Verbesserung im Jahr 2006.

Dynamisch bleibt hingegen die Entwicklung im Export. Laut der IW-Umfrage erwarten fast 42 Prozent der deutschen Unternehmen 2006 weiter steigende Ausfuhren, bei nur 7,5 Prozent sind die Erwartungen schwächer. „Der Exportmotor rollt ungebremst weiter“, sagte Hüther. Die Belastungen der vergangenen Monate durch hohe Ölpreise und Wechselkursschwankungen seien aus Sicht der Firmen offenbar inzwischen berechenbarer geworden. Befragt wurden 570 Firmen aus dem Osten und 1.234 aus dem Westen.

Das Institut wies zugleich auf Risiken hin. Dazu gehören laut Hüther Rückschläge im Welthandel, eine weitere Ölpreisrallye „oder ein hausgemachter Torpedo in Form überzogener Tarifabschlüsse“.

Das deutliche Signal der Europäischen Zentralbank für eine bald bevorstehende Erhöhung der Leitzinsen im Euroraum bewertete Hüther als „nicht plausibel“. Es sei gut, „Warntafeln“ zu errichten, doch sei die Zeit für eine Erhöhung noch nicht gekommen.

Muskelprotz Deutschland 2236776
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Viele Chancen in Deutschland

 
24.11.05 16:34
HANDELSBLATT, Donnerstag, 24. November 2005, 15:44 Uhr


INTERVIEW


Lehman: "Viele Chancen in Deutschland"


Lehman Brothers will im deutschen Investmentbanking kräftig zulegen. Das verkündetet Vorstands-Chef Richard Fuld im Handelsblatt-Interview.


Handelsblatt: Herr Fuld, Sie haben stark in ihr Deutschlandgeschäft investiert. Was interessiert Sie an diesem Standort mit geringem Wachstum und stockender Reformpolitik?

Richard Fuld: Wir reden über ein Land, das seine Probleme erkannt hat und sie jetzt ernsthaft anpackt; über ein Land, das bereits eine Menge von Reformen auf den Weg gebracht hat. Ich sehe für Lehman viele Chancen in Deutschland - vom Handel mit notleidenden Krediten über zukünftige Infrastruktur-Projekte, Übernahmen und Fusionen bis zu Wachstumsperspektiven beim Handel mit Anleihen und Aktien.

Welche Rolle kann Lehman in diesen Bereichen spielen?

Mit der Platzierung notleidender Kredite am Kapitalmarkt befreien wir die Bilanzen deutscher Banken von Altlasten. Das hilft den Banken, wieder neues Geschäft aufzunehmen, und das hilft wiederum der deutschen Wirtschaft. Beim Thema Infrastruktur denke ich an mögliche öffentlich-private Partnerschaften bei Autobahnen und Flughäfen, aber da kennen sich unsere Experten vor Ort besser aus. In ganz Europa beobachte ich zudem einen Trend, der Wachstumschancen für uns birgt: Unternehmen, die sich einst nur über Bankkredite finanzieren, zapfen zunehmend direkt den Kapitalmarkt an.

Setzen Sie in Deutschland auf Wachstum aus eigener Kraft oder suchen Sie auch Akquisitionsziele?

In Deutschland und Europa haben wir in den vergangenen Jahren viel Geld in neue Leute und neue Kapazitäten investiert. Jetzt liegt der Fokus auf organischem Wachstum. Falls ich jedoch ein passendes Übernahmeziel fände, zum Beispiel in der Anlageverwaltung, dann würde ich schon morgen zuschlagen. Habe ich morgen gesagt? Falsch, ich würde noch heute loslegen!



Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit hat Lehman seinen Rivalen in den vergangenen Jahren Marktanteile abgejagt. Was steckt dahinter?

Seit Lehman 1994 vom US-Finanzdienstleister American Express abgetrennt wurde, haben wir uns vom Anleihehaus zur viertgrößten Investmentbank der Welt gewandelt. Seit sechs Jahren haben wir im Investmentbanking jedes Jahr Marktanteile gewonnen. Wie? Ich antworte gerne mit einem Zitat aus dem alten US-Film "Feld der Träume". Darin baut ein Mann irgendwo mitten auf dem Acker ein Baseball-Stadium. Auf die Frage, wie um Gottes Willen er Spieler und Zuschauer in die Einnöde bringen will, antwortet er: "Wenn du es baust, werden sie kommen." Das Gleiche gilt für Lehman Brothers.

Was heißt das konkret?

In Europa zum Beispiel beschäftigen wir heute 4600 Banker. Das sind fast 50 Prozent mehr als vor drei Jahren. Damals rangierten wir im europäischen Wertpapierhandel und im Investmentbanking unter ferner liefen. Heute haben wir eine absolut konkurrenzfähige Plattform, und wir liegen auf Platz eins im Aktienhandel auf dem Xetra-System der Deutschen Börse, wir sind die Nummer eins an der London Stock Exchange und die Nummer zwei an der Euronext in Paris.

Wie steht Lehman im europäischen Investmentbanking da?

Wir haben mehr Kunden denn je. Beim Einfädeln von Fusionen und Übernahmen haben wir zuletzt für den Aufsichtsrat der Hypo-Vereinsbank zur Fusion mit Unicredito beraten. Wir helfen der niederländischen Bank ABN Amro bei der Übernahme der Banca Antonveneta in Italen. Damit sind wir an zwei der wichtigsten Fusionen im europäischen Finanzgewerbe beteiligt. Das hätte uns vor drei Jahren niemand zugetraut.



Das klingt nach einem langwierigen, riskanten Projekt mit hohen Anlaufkosten. Bekamen Sie keinen Druck von Lehmans Aktionären?

Druck herrscht immer. Aber entweder man glaubt an das, was man tut, oder nicht. Alles Weitere ist keine Magie: Man braucht ein klar formuliertes Ziel, das man ansteuert; eine Strategie, um dorthin zu kommen; und die richtigen Leute, um die Strategie umzusetzen. Der letzte Punkt ist entscheidend. Ohne die richtigen Leute könnte ich in meinem Büro schlaue Reden halten, aber passieren würde nichts. Wenn meine Leute gute Leistung bringen, umarme ich sie, und ich bezahle sie fair.

Und wenn jemand die Erwartungen nicht erfüllt?

Dann finde ich jemand anders, der den Job erledigt. Wir haben zum Beispiel 1997 unser Aktiengeschäft von Grund auf erneuert und dabei 26 der 29 Führungskräfte ausgewechselt. Lehman Brothers galt damals als reines Anleihehaus. Bis wir in der Aktiensparte die Gewinsschwelle erreichten, vergingen zwei schwierige Jahre, aber heute ernten wir die Früchte: Das Magazin Institutional Investor kürte Lehman kürzlich zum besten Aktienhändler, an der New Yorker Börse und an der Nasdaq.

Was wird Lehmans nächstes großes Expansionsprojekt?

Das verrate ich nicht. Aber ich komme gerade zurück von einer Reise durch China, Hongkong und Korea. Asien hat enormes Potenzial. In den vergangenen Jahren haben wir dort Unternehmen geholfen, ihre Bilanzen zu restrukturieren, zum Beispiel über den Verkauf notleidender Kredite. Im nächsten Schritt bauen wir unsere Investmentbanking-Kapazitäten in der Region aus. Auch im asiatischen Wertpapierhandel stecken enorme Wachstumschancen, weil viele regionale Finanzmärkte noch in einer frühen Entwicklungsphase stehen.



Können Sie sich weltweit auch Übernahmen vorstellen?

Falls wir eine Gelegenheit finden, die alle unsere Kriterien erfüllt - ja. Wir wollen uns vor allem in Bereichen verstärken, in denen Wachstum aus eigener Kraft an Grenzen stößt. Das gilt für Hedge-Fonds, Anlageverwaltung und für die Vermittlung von Hypotheken-Darlehen. Jede Akquisition muss jedoch drei Kriterien erfüllt: Sie muss strategisch Sinn machen, die Unternehmenskultur muss zu uns passen, und der Preis muss stimmen.

Wie bewerten Sie die Aussichten für die Finanzbranche insgesamt?

Die Leitzinsen sind vor allem in den USA deutlich gestiegen, aber im Unterschied zu früheren Zinserhöungszyklen haben die Finanzmärkte bislang wenig darunter gelitten. Ich erwarte, dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA nächstes Jahr etwas verlangsamt, auf immer noch robuste zwei bis zweieinhalb Prozent Jahr. Europa scheint langsam aus der Flaute zu segeln, Japans Wirtschaft sieht stark aus, und der Rest Asiens stützt das globale Wirtschaftswachstum. Damit stehen die Chancen gut für anhaltendes, kräftiges Wachstum im Wertpapierhandel und im Investmentbanking.

Investmentbanken mit starker Anleihesparte wie Lehman profitierten lange vom Boom bei US-Hypothekenanleihen. Droht dort ein Einbruch?

Manche Leute erwartet einen Rückgang beim Volumen neuer Hypothekenanleihen nach den Rekorden der vergangenen Jahre. Die Sorge ist berechtigt. Denn so lange die Zinsen sanken, schuldeten zahlreiche US-Hausbesitzer ihre Baukredite um, weil sie günstigere Kreditkonditionen erhielten. Diese Refinanzierungen fallen wegen der höheren Zinsen nun weg.



Was bedeutet das für Lehman?

Wir werden dieses Jahr vielleicht zehn, vielleicht Prozent weniger Hypothekendarlehen vermitteln als 2004. Aber wir haben ein breit diversifiziertes Anleihegeschäft, um das ich mir keine Sorgen mache. Denn wenn die Zinsen steigen und dadurch die Märkte stärker schwanken, werden die zuletzt stark geschrumpften Gewinnmargen im Handel mit Hypothekenanleihen wieder wachsen. Davon profitiert unsere Handelssparte.

Wie schlägt Lehman als reinrassige Investmentbank sich gegenüber ungleich größeren Universalbanken im Wettbewerb um Kapitalbeteiligungsgesellschaften, die immer größere Finanzierungen brauchen?

Größe ist nicht entscheidend. Je umfangreicher Private-Equity-Transaktionen werden, desto mehr beobachte ich einen Trend zu so genannten "Gruppen-Deals": Auf der einen Seite schließen sich mehr Beteiligungsfirmen zusammen, um das Risiko riesiger Übernahmen breiter zu streuen. Auf der anderen Seite schließen sich mehr Banken zu Konsortien zusammen, um die Finanzierung zu organisieren. So lange wir gute Ideen liefern, werden wir dort unseren Platz finden.

Noch vor zwei Jahren dachten viele Analysten, reinrassige Wertpapierhäuser hätten auf Dauer keine Chance gegen Finanzriesen wie Citigroup und Deutsche Bank. Werden Sie doch irgendwann geschluckt?

Diese Debatte hat sich aus meiner Sicht erledigt. Die reinrassigen Investmentbanken haben gelernt, ihr Kapital intelligent einzusetzen. Beim Wettbewerb um Kunden entscheiden Ideen, nicht Größe. Ich glaube, dass Kopfarbeit sich immer auszahlen wird. Nebenbei: Lehman hat 80 Mrd. Dollar Eigenkapital und eine Bilanzsumme von fast 400 Mrd. Dollar. Dieses Geld setze ich sehr aggressiv, aber gezielt dort ein, wo es für Lehman und unsere Kunden Sinn macht. Dabei kann ich jederzeit mit den Universalbanken konkurrieren.


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Investitionsbereitschaft steigt

 
13.12.05 11:34
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen Dezember steigen stärker als erwartet



MANNHEIM (dpa-AFX) - In Deutschland haben sich die Konjunkturerwartungen von Anlegern und Analysten im Dezember deutlich stärker aufgehellt als erwartet. Der entsprechende ZEW-Index sei um 22,9 Punkte auf 61,6 Zähler gestiegen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Von AFX befragte Volkswirte hatten hingegen nur mit einem Anstieg auf 41,0 Punkte gerechnet.

Damit liege der Index weit über seinem historischen Mittelwert von plus 34,5 Punkten, hieß es in der Mitteilung weiter. Ein wesentlicher Faktor für den aufkommenden Optimismus dürfte die zunehmende Investitionsbereitschaft der deutschen Unternehmen sein. Diese spiegele sich auch in erneut gestiegenen inländischen Auftragseingängen für Investitionsgüter wider. Daneben stützten der Euro-Dollar-Wechselkurs sowie eine breite weltwirtschaftliche Dynamik die Exportaussichten für die kommenden sechs Monate. Im Vergleich zu den letzten Umfragen sei außerdem die Unsicherheit über den zukünftigen wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland entfallen.



INVESTITIONSBEREITSCHAFT - EINE SÄULE DER INLÄNDISCHEN NACHFRAGE

'Die Investitionsbereitschaft, eine Säule der inländischen Nachfrage, scheint sich zu beleben', sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. 'Damit diese Belebung in einen Beschäftigungsaufbau und einen nachhaltigen Aufschwung mündet, muss sie jedoch flankiert werden von einer Flexibilisierung am Arbeitsmarkt, einer Senkung der Unternehmenssteuerbelastung im Rahmen einer großen Unternehmenssteuerreform, einer Reform der Systeme der sozialen Sicherung und einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte.“

Nach einer weiteren Zunahme der Industrieproduktion schätzten die Experten die aktuelle Konjunktursituation in Deutschland im Dezember deutlich optimistischer ein. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage stieg von minus 55,2 Punkten auf minus 44,4 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verbesserten sich im Dezember ebenfalls. Der Euro-Indikator legte zum Vormonat 11,2 Punkte auf plus 51,2 Zähler zu. Auch der entsprechende Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbesserte sich im laufenden Monat. Er stieg um 8,7 Punkte auf minus 16,8 Punkten./he/sk

Quelle: dpa-AFX
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Wärna:

sende diese Artikel doch an Electrolux und Conti

 
13.12.05 11:57
Die haben davon noch nichts mitbekommen...

Gruß
Wärna
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positives Signal

 
16.12.05 10:51
ROUNDUP: Stimmungsaufhellung in deutscher Wirtschaft - Positives Signal



MÜNCHEN (dpa-AFX) - In Deutschland hat sich die Stimmung in der Wirtschaft im Dezember überraschend deutlich aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex sei von 97,8 Punkten im November auf 99,6 Zähler geklettert, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag in München mit. Von AFX befragte Volkswirte hatten im Schnitt hingegen nur mit einem Anstieg auf 98,1 Punkte gerechnet. Die Firmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate besser.

'Die neuen Daten bestätigen den seit diesem Frühjahr anhaltenden Aufwärtstrend', sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Auch nach Einschätzung der Commerzbank sind die Aussichten für die Wirtschaft für 2006 'zweifellos gut'. Gleichwohl sollte der kräftige Anstieg des ifo-Index nicht überinterpretiert werden, sagte Ökonom Matthias Rubisch.



Aus Sicht des Bankhauses HSBC Trinkaus & Burkhardt reiht sich der ifo-Index in eine ganze Folge guter Konjunkturdaten ein. Im vierten Quartal sei mit einem 'ordentlichen' Wachstum zu rechnen, sagte Volkswirt Rainer Sartoris. Auch im ersten Halbjahr 2006 werde sich die Konjunktur gestützt durch den Export freundlich entwickeln. Der Konsum bleibt den Experten zufolge trotz einer leichtn Belebung aber ein Sorgenkind.

'EXTREMER GLEICHLAUF'

Der 'extreme Gleichlauf' von Lage- und Erwartungskomponente signalisiert nach Ansicht der Commerzbank einen 'extrem kurzen' Vorlauf des Indikators. Möglicherweise spiegele der ifo-Index derzeit lediglich die sehr gute Entwicklung in der Industrie. Im Dezember legten sowohl der Lage- als auch der Erwartungsindikator im Gleichklang jeweils von 97,8 auf 99,6 Punkte zu.

Die Reaktion der Finanzmärkte auf die Daten war eindeutig. Der Euro kletterte zeitweise mit 1,2026 US-Dollar wieder über die Marke von 1,20 Dollar und erreichte sein Tageshoch. Der Rentenmarkt stand etwas unter Druck, während der Aktienmarkt seine Kursgewinne ausbaute.

Das ifo Institut ermittelt den Geschäftsklimaindex einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7.000 Unternehmen. Er gilt als wichtigster deutscher Frühindikator./jha/he

Quelle: dpa-AFX
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Deutschland auf der Überholspur

 
01.01.06 19:39
     
     
     

HANDELSBLATT, Sonntag, 01. Januar 2006, 18:01 Uhr


Handelsblatt-Umfrage

Standort Deutschland holt auf


Deutschland startet in das Jahr 2006 auf der Überholspur. Die Bundesrepublik hat aus Sicht europäischer Führungskräfte seine Wettbewerbsfähigkeit als einzige der vier großen Wirtschaftsnationen Europas im abgelaufenen Jahr verbessern können. Auch die deutschen Manager halten wieder mehr von ihrem heimischen Standort.


 

HB DÜSSELDORF. Zum zweiten Mal in Folge bewerteten die befragten Führungskräfte die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands besser als im Jahr zuvor. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Handelsblatts (Montagsausgabe) und der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter rund 1200 Top-Managern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien und Großbritannien.

Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht) kommt die Bundesrepublik nun auf eine Durchschnittsnote von 2,8, nach einer 2,9 im Vorjahr und einer 3,4 im Jahr 2003. Damit liegt Deutschland gleichauf mit dem EU-Durchschnitt. Die Schweiz, Österreich sowie Großbritannien rangieren zwar mit einer 2,6 auf höherem Niveau – für die Briten bedeutet das aber Stillstand gegenüber dem Vorjahr, für die anderen beiden Länder wurden 2005 erstmals Daten erhoben. Die Italiener, die sich wie die Franzosen verschlechtert haben, liegen mit einem Wert von 3,3 ganz hinten – eine Position, die noch vor zwei Jahren Deutschland belegte. Unangefochten an der Spitze liegt weiter China (1,9).

Während für das verbesserte Urteil über den Standort Deutschland bei der letzten Umfrage noch die ausländischen Top-Manager sorgten, sind nun auch deutsche Führungskräfte zuversichtlicher für ihren heimischen Standort: Nach einer 3,3 im Jahr 2004 bewerteten sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands 2005 jetzt immerhin mit einer 3,1.

Die 1212 Spitzenmanager aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien sowie erstmals aus Österreich und der Schweiz wurden im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege und Comp. von Marktforschern interviewt, von dem Hamburger Psephos-Institut und Innofact telefonisch sowie von Marktagent.com online.

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positive Signale vom Arbeitsmarkt

 
03.01.06 13:11
HANDELSBLATT, Dienstag, 03. Januar 2006, 10:32 Uhr


Dezember-Zahlen

Arbeitslosenzahl steigt weit geringer als üblich


Die Zahl der registrierten Arbeitslosen hat sich um Dezember zwar wie am Jahresende üblich erhöht - allerdings deutlich geringer als üblich. Die Nürnberger Bundesagentur musste lediglich einen Zuwachs 75 000 auf 4,606 Millionen verkünden.

HB NÜRNBERG. Das war der geringste saisonale Anstieg in einem Dezember seit der Wiedervereinigung. Der Vorjahresabstand hat sich binnen Monatsfrist nahezu halbiert. Er beträgt jetzt noch 142 000. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Punkte auf 11,1 Prozent. Ohne die Aufnahme erwerbsfähiger Sozialhilfeempfänger in die Arbeitslosenstatistik zu Beginn des Jahres 2005 würde die Zahl der Erwerbslosen deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Saisonbereinigt habe es sogar einen erfreulich starken Rückgang der Arbeitslosenzahl gegeben, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Dienstag in Nürnberg. „Die Entwicklung der letzten Monate gibt uns Zuversicht für das jetzt begonnene Jahr 2006“, betonte Weise. Bereinigt um witterungsbedingte Einflüsse errechnete die Bundesagentur für Arbeit einen Rückgang der Arbeitslosenzahl binnen Monatsfrist um 110 000 auf 4,638 Millionen. Im Westen lag das Minus bei 82 000, im Osten bei 28 000.

Unbereinigt wurden in Westdeutschland im Dezember 3 120 000 Arbeitslose gezählt. Das waren 40 000 mehr als im November und knapp 260 000 mehr als im Dezember 2004. In Ostdeutschland waren im Dezember 1 486 000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung, 36 000 mehr als im November, aber fast 120 000 weniger als am Ende des Jahres 2004. Die Arbeitslosenquote liegt im Westen bei 9,5 Prozent (Vorjahr: 8,7 Prozent), im Osten bei 17,3 Prozent (Vorjahr 18,5).






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Zunahme der Inlandsbestellungen für die Industrie

 
03.01.06 13:12
HANDELSBLATT, Dienstag, 03. Januar 2006, 12:30 Uhr


RBS/BME-Einkaufsmanagerindex

Deutsche Industrie bekommt wieder Aufträge aus dem Inland


Auch das Inland fragt wieder Waren aus Deutschland nach. Das hat der heimischen Industrie zum Jahresende neuen Schub verliehen. Deshalb legte der deutsche RBS/BME-Einkaufsmanagerindex für Dezember von 52,7 auf 53,6 Punkte zu.

HB BERLIN. Viele der 500 befragten deutschen Firmen wollten wieder mehr investieren und schafften sogar zunehmend neue Arbeitsplätze, berichtete das britische Forschungsinstitut NTC am Dienstag. Dabei habe die neue Regierung für wachsende Zuversicht gesorgt. Wegen der volleren Auftragsbücher fuhren die Unternehmen ihre Produktion so kräftig hoch wie zuletzt vor fast eineinhalb Jahren.

Analysten hatten mit einem Anstieg des Einkaufsmanagerindex auf 53,5 Punkte gerechnet, da sich zuletzt auch andere Konjunkturbarometer wie etwa das Ifo-Geschäftsklima deutlich verbessert hatten. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone kletterte um 0,8 auf 53,6 Punkte und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen der Experten.

Die Industrie stellte unterm Strich so viel Personal ein wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Der Stellenaufbau kam wegen der hohen Energiepreise und der scharfen Konkurrenz zwar zunächst nur zögerlich voran, wie der Anstieg dieses Index um 0,8 auf 50,9 Zähler zeigte. NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson äußerte jedoch die Hoffnung, dass die neuen Arbeitsplätze die aufkeimende Zuversicht der Verbraucher stärkt und dadurch die inländische Nachfrage weiter befeuert. Zudem gebe es eindeutige Zeichen dafür, dass die Firmen auch in Zukunft Mitarbeiter einstellen müssen: Sie können die anschwellenden Auftragsbücher nicht bewältigen und haben immer weniger fertige Waren auf Lager. „Mit ihren gegenwärtigen Produktionsanlagen können sie einfach nicht genug herstellen“, fasste Williamson zusammen.

Der Auftragszuwachs beschleunigte sich am Jahresende, der entsprechende Index legte um knapp 2 auf 56,2 Punkte zu. Dies verdankten die Firmen Bestellungen aus Deutschland, denn die Nachfrage aus dem Ausland nahm etwas langsamer zu als im November. „Es gibt sehr klare Anzeichen für einen kräftigen Anstieg der heimischen Investitionsnachfrage“, erläuterte Williamson. „Dies signalisiert, dass neben der Erholung im Konsumbereich auch die Investitionen steigen. Das ist ein gutes Vorzeichen für die Qualität und die Nachhaltigkeit des Aufschwungs.“

Das Barometer für die Produktion sprang um knapp 2 auf 56,6 Zähler. Die siebte Produktionserhöhung in Folge in der Euro-Zone reichte dennoch nicht aus, um den deutlichsten Auftragsanstieg seit knapp anderthalb Jahren abzuarbeiten. Dabei war das Wachstum in Deutschland erstmals seit sieben Monaten am kräftigsten. Die Vorräte an fertigen Waren schrumpften im letzten Vierteljahr so deutlich wie noch nie seit Umfragebeginn 1997. Wie in Deutschland setzte sich auch in Italien die Erholung schwungvoll fort: Hier nahmen sowohl Produktion als auch Aufträge so deutlich zu wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Entwicklung in Frankreich war dagegen vergleichsweise gedämpft: Im Gegensatz zu Italien, Deutschland und Spanien entließen die Firmen hier Mitarbeiter.

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21 % Orderpuls Masch- und Anlagenbau

 
05.01.06 09:53
Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau steigt im November um 21 Prozent

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau ist im November um 21 Prozent gestiegen. Das Inlandsgeschäft habe im Vorjahresvergleich um 15 Prozent angezogen, die Auslandsnachfrage habe um 25 Prozent zugelegt, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt mit.

Zwischen September und November betrug der Zuwachs damit 14 Prozent. Die Inlandsnachfrage kletterte um vier Prozent, die Bestellungen aus dem Ausland um 20 Prozent.

'Die Auslandsnachfrage setzt ihren Expansionskurs unbeirrt fort. Die eigentlich gute Nachricht für mich ist jedoch, dass die Inlandsbestellungen nach dem schwachen Oktober erfreulich schnell zum Aufwärtstrend zurückfanden', sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers./tb/fd

Quelle: dpa-AFX
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KTM 950:

Industrieaufträge steigen im November zum dritten

 
05.01.06 12:29
Deutschland: Industrieaufträge steigen im November zum dritten Mal in Folge

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie hat im November überraschend mehr Bestellungen erhalten. Der Auftragseingang sei preis- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent und damit den dritten Monaten in Folge gestiegen, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie am Donnerstag in Berlin mit. Die Zahl der Großaufträge fiel dabei erneut überdurchschnittlich aus. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 1,0 Prozent gerechnet, nachdem die Bestellungen im Oktober um 2,0 Prozent zugelegt hatten.

Die stärksten Impulse kamen erneut aus dem Ausland, wo die Nachfrage um 2,3 Prozent zunahm. Die Inlandsnachfrage legte mit 1,1 Prozent erneut zu."Die allmähliche Zunahme der Inlandsnachfrage nach industriellen Erzeugnissen nährt (...) die Hoffnung auf eine Verbreiterung der konjunkturellen Erholung", so das Ministerium.

Von der Belebung profitierten alle drei Hauptgruppen. Die Hersteller von Konsumgütern meldeten ein Plus von 1,9 Prozent, während bei Vorleistungs- und Industriegütern ein Zuwachs von 1,6 Prozent verzeichnet wurde. Bei Investitionsgütern stagnierte die Inlandsnachfrage, gleichzeitig legten die Auslandsorders um 2,8 Prozent zu.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Oktober/November gegen August/September) erhöhte sich der Auftragseingang um 4,3 Prozent. Aus dem Ausland wurde ein Plus von 6,2 Prozent gemeldet und aus dem Inland von 2,4 Prozent. Davon profitierten die Hersteller von Vorleistungsgütern (+2,9%) ebenso wie die Produzenten von Investitionsgütern (+5,3%) und Konsumgütern (+3,7%)./rw/jha/
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Herausragende Inlandsnachfrage

 
01.02.06 09:31
VDMA: Herausragende Dezember-Inlandsnachfrage für Maschinen- und Anlagenbauer
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau ist wegen der außerordentlich starken Nachfrage in Deutschland im Dezember um 12 Prozent angezogen. Das Inlandsgeschäft sei im Vorjahresvergleich um 28 Prozent gestiegen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt mit. Die Auslandsnachfrage legte um sechs Prozent zu.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Oktober bis Dezember 2005 ergibt sich insgesamt ein Zuwachs von 17 Prozent im Vorjahresvergleich. Dazu trugen das Inland mit einem Plus von 13 Prozent und das Ausland mit 19 Prozent bei.


'Das Jahr 2005 endete im Maschinenbau mit einem dicken Plus der Inlandsorders. Ursächlich sind zum einen eine ganze Reihe von Großaufträgen, zum anderen ein Basiseffekt: Der Dezember 2004 war einer der schwächsten Monate des Jahres', sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Der lang ersehnte Aufschwung im Inlandsgeschäft scheine sich zu festigen./tb/kro
Quelle: dpa-AFX
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Deutscher Industrieaufschwung gewinnt an Breite

 
01.02.06 10:34
HANDELSBLATT, Mittwoch, 01. Februar 2006, 10:30 Uhr


RBS/BME-Index

Deutscher Industrieaufschwung gewinnt an Breite


Der Industrieaufschwung in Deutschland hat zum Jahresbeginn weiter an Breite gewonnen und das Wachstum der Wirtschaft in der Euro-Zone stabilisiert. Der RBS/BME-Einkaufsmanagerindex für Deutschland stieg im Januar auf 55,0 von 53,6 Punkten im Vormonat.


HB LONDON. Wie das britische Forschungsinstitut NTC am Mittwoch mitteilte, steht der wichtigste Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem höchsten Stand seit fast eineinhalb Jahren. Getragen wurde die Verbesserung von einem stärker gestiegenen Auftragseingang, vor allem aus Asien und den USA. Allein die Binnennachfrage nach Konsumgütern hängt wegen der schwachen Einzelhandelskonjunktur noch durch. Die hiesige Industrie wuchs stärker als in Italien, Spanien und Frankreich. Dank Deutschland sank der Gesamtindex für die Euro-Zone nur minimal um 0,1 Punkte auf 53,5 Zähler.

Angetrieben wurde das Industriewachstum in Deutschland von der noch einmal dynamischeren Auslandsnachfrage vor allem nach Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen. Aber auch Vorleistungs- und Konsumgüter wurden mehr aus dem Ausland bestellt. Mit 59,0 Punkten erreichte der Indikator Exportorders auf dem höchsten Stand seit dem Boomjahr 2000. Lediglich die Konsumgüterbestellungen aus dem Inland gingen zurück. NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson warnte jedoch: „Der Januar ist sehr schwankungsanfällig, man sollte in den Rückgang bei den inländischen Konsumgüterbestellungen nicht zu viel hineinlesen.“

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg des Index für Deutschland auf 54,5 Punkte gerechnet. Den Index für die Euro-Zone hatten sie bei 54,1 Zählern erwartet. Werte über 50 deuten auf ein Wachstum im Industriesektor hin. Die rund 500 befragten deutschen Firmen stellten per saldo den vierten Monat in Folge Personal ein. Zwar war die Dynamik mit 51,1 Punkten nicht sehr ausgeprägt, aber immerhin erreichte der Indikator den höchsten Wert seit über viereinhalb Jahren.

Williamson sagte, man könne nicht mehr allein von einem exportgetriebenen Aufschwung sprechen. Aus der Binnenwirtschaft kämen ebenfalls positive Impulse, wie der Anstieg des Indikators für die Beschäftigung zeige. Dennoch standen die Unternehmen erneut am Rande ihrer Kapazitäten, der Auftragsbestand nahm zum fünften Mal in Folge zu, die Lager wurden weiter abgebaut. Probleme gab es erneut bei den Kosten, vor allem für Energie und Öl. Zugleich erhöhten die Firmen aber auch die Verkaufspreise leicht zum zweiten Mal in den vergangenen zehn Monate. Dies weist darauf hin, dass die Firmen allmählich wieder Preiserhöhungen durchsetzen können; noch standen die Margen aber unter Druck.

Das Wachstum in der Euro-Zone verlor dank der Dynamik in Deutschland nur wenig an Schwung. Die 3000 befragten Firmen weiteten ihr Neugeschäft aus, wenn auch langsamer als zuletzt. Der Produktionsindex stieg um 0,1 auf 55,9 Punkte, wobei alle acht befragten Länder die Anlagen hochfuhren.

Allerdings war nach NTC-Angaben der Unterschied zwischen den vier großen Ländern in der Euro-Zone seit eineinhalb Jahren nicht mehr so groß. „Ein beschleunigtes Wachstum mit einem lebhaften 18-Monats-Hoch in Deutschland steht im Gegensatz zu einer ausgeprägten Verlangsamung in Frankreich, wo die Wachstumsrate auf ein 7-Monats-Tief fiel.“ In Frankreich sank der Index auf 50,7 von 52,2 Punkten, in Italien auf 53,5 von 54,1 Punkten und in Spanien auf 52,6 von 53,0 Zählern.

Die Beschäftigung sank in der Euro-Zone insgesamt wieder, der Index rutschte unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Arbeitsplatzabbau in Frankreich war der stärkste seit September 2003. Die Kosten für die Industrie stiegen so stark wie seit rund einem Jahr nicht mehr - vor allem wegen teurer Energie und Rohstoffen wie Metallen. Die Firmen konnten im Schnitt immerhin einen kleinen Teil der gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterreichen.

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Deutschland ist besser als sein Ruf

 
02.02.06 18:13
HANDELSBLATT, Donnerstag, 02. Februar 2006, 18:07 Uhr


Handelsblatt-Zukunftsatlas

Deutschland ist besser als sein Ruf


Mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland geht es bergauf. Nach einer Handelsblatt-Studie verzeichnen einige Branchen sogar einen Beschäftigungsboom. Dabei hat sich vor allem eine Region zu einem Magneten für Wirtschaft und Forschungseinrichtungen entwickelt.



HB DÜSSELDORF. Besondere Dynamik gibt es in der Luft- und Raumfahrtindustrie, bei Pharmaherstellern, Anbietern von Medizintechnik und bei Dienstleistungsfirmen für Forschung und Entwicklung. In bestimmten Regionen stieg in diesen Branchen die Zahl der Arbeitsplätze zwischen 2000 und 2004 um bis zu 30 Prozent.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag des Handelsblatts (Freitagsausgabe). Die Untersuchung mit dem Titel „Zukunftsatlas 2006 – Welche Branchen in Deutschland Wachstum bringen“ zeigt: Vor allem im Süden und Südwesten haben sich Landkreise zu Magneten für Wirtschaft und Forschungseinrichtungen entwickelt.

Die Studie belegt, dass solche so genannten Branchen-Cluster ein Schlüssel für den Erfolg von Wirtschaftsräumen sind: Einige Städte und Kreise haben es wegen der Spezialisierung auf zukunftsträchtige Wirtschaftszweige geschafft, sich von der negativen Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung abzukoppeln. Dabei komme es zu sich selbst verstärkenden Effekten, sagt Prognos-Geschäftsführer Christan Böllhoff: „Unternehmen und Forschungseinrichtungen einer Branche befruchten sich gegenseitig.“

Neben den großen Industrien als Rückgrat der deutschen Wirtschaft haben sich in den vergangenen zehn Jahren auch IT- und Softwaredienstleister zu einer Leitbranche entwickelt, zeigt die Studie. Mit 361 000 Beschäftigten arbeiten dort inzwischen fast halb so viele Menschen wie in der Autobranche. Zwischen 2000 und 2004 ist die Zahl der Vollzeitjobs in der IT- und Softwarebranche um fast 14 Prozent gestiegen – in der Gesamtwirtschaft war der Trend dagegen negativ.

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Deutschlands Kraftzentren

 
04.02.06 11:13
Unternehmen  > Zukunftsatlas Zukunftsatlas 2006: Überblick  

HANDELSBLATT, Freitag, 03. Februar 2006, 17:06 Uhr

Branchen und Regionen im FokusMuskelprotz Deutschland 2370560
Deutschlands KraftzentrenMuskelprotz Deutschland 2370560
Von Dieter Fockenbrock und Olaf Storbeck Muskelprotz Deutschland 2370560
Wenn Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker ihre Kräfte bündeln, profitieren sowohl die Wirtschaft als auch der Staat. Erfolgreiche „Cluster“ gedeihen vor allem im Südwesten, zeigt eine Prognos-Studie.Muskelprotz Deutschland 2370560
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HB DÜSSELDORF. Der berühmte britische Nationalökonom Alfred Marshall geriet bei dem Thema ins Schwärmen: „Die Geheimnisse der Gewerbes verlieren das Geheimnisvolle, sie liegen dort sozusagen in der Luft“, schrieb der Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaften im Jahre 1890 über die Vorteile „industrieller Distrikte“, in denen sich die Textilindustrie von Manchester ballte. Den Begriff „Cluster“ sollte zwar erst der Harvard-Professor Michael E. Porter diesem Phänomen 100 Jahre später geben – das Grundprinzip hatte Marshall aber bereits glasklar erkannt: Unternehmen aus einer Branche, die sich in einer Region konzentrieren und miteinander kooperieren, haben enorme Vorteile.

Davon profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch die betreffenden Regionen – durch steigende Beschäftigung, höhere Einkommen und sprudelnde Steuereinnahmen. In Zeiten von fünf Millionen Arbeitslosen, wachsendem Standort-Wettbewerb und rasantem wirtschaftlichen Strukturwandel genießt die Bildung und Förderung wirtschaftlicher Kompetenzzentren bei Wirtschaftspolitikern oberste Priorität. Auch in der Provinz hat sich Porters Empfehlung herumgesprochen, dass „Cluster eine wichtige Komponente überregionaler und lokaler Wirtschaftspolitik sein sollten“.

Der Zukunftsatlas 2006, den das Beratungsinstitut Prognos für das Handelsblatt erstellt hat, macht deutlich: Regionen mit einer überdurchschnittlichen Dichte an Unternehmen aus Leit- und Wachstumsbranchen stehen in aller Regel wirtschaftlich besser da. Vor allem im Südwesten Deutschlands gibt es in einer Reihe wichtiger Branchen Kompetenzzentren von internationaler Bedeutung.

Das lässt sich vor allem an der Zahl neu geschaffener Arbeitsplätze messen. Und da überragen einige Regionen in Deutschland alle Erwartungen: Im Raum Ulm ist beispielsweise die Zahl der Jobs in der Pharmaindustrie innerhalb weniger Jahre um mehr als 30 Prozent gestiegen – trotz heftigen politischen Gegenwinds für die gesamte Branche durch das Hin und Her in der Gesundheitspolitik. Eine vergleichbare Erfolgsgeschichte findet sich in der Luft- und Raumfahrt. An der Unterelbe wuchs das Angebot an Jobs binnen weniger Jahre so rasant, wie in kaum einer anderen Region. Treiber ist hier der Ausbau der Airbus-Endmontage. Weitgehend unbekannt ist bislang, dass zwischen Tübingen und Tuttlingen fast 11 500 Menschen hochqualifizierte Jobs in zahlreichen medizintechnischen Unternehmen finden.

Insgesamt macht der Zukunftsatlas deutlich: Deutschland ist nach wie vor ein Industrieland – obwohl die Industrie nur noch rund ein Drittel zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung beiträgt. Im Schatten dieser florierenden industriellen Kerne haben sich allerdings zunehmend moderne Dienstleister angesiedelt.

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Im Südwesten der Republik hat sich dadurch eine weltweit nahezu einzigartige Mischung ergeben: „Grundlagenforschung und angewandte Ingenieur-Dienstleistungen, Produktion und Logistik konzentrieren sich dort auf engem geografischen Raum“, sagt Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff. „Zusammen mit hoch qualifizierten Mitarbeitern ergibt sich dadurch für Deutschland im internationalen Standortwettbewerb ein entscheidender Vorteil.“ Viele Regionen nutzen ihre Potenziale nach Einschätzung von Prognos allerdings nicht vollständig aus. „Mit der richtigen Strategie könnten sie wirtschaftlich mehr aus sich machen“, unterstreicht Böllhoff.

Allerdings warnen Wissenschaftler vor zu großer Euphorie: „Die Hoffnungen, die in das Thema Clusterstrategie gesetzt werden, sind teilweise übertrieben“, sagt Rolf Sternberg, Professor für Wirtschaftsgeographie an der Universität Hannover. „Wenn man in einigen Jahren eine Bilanz des Clusterthemas zieht, wird man feststellen: Es wurden in manchen Regionen fahrlässig zu hohe Erwartungen geweckt.“ Nicht jeder Standort habe das Zeug zum Cluster – und ein Cluster sei auch nicht zwingende Voraussetzung für wirtschaftliche Prosperität. „Die Politik kann einen Cluster nicht auf dem Reißbrett für die grüne Wiese planen“, betont Sternberg.

Dabei gilt die Bildung und Förderung von Clustern als Königsdisziplin der Wirtschaftsförderer. „Jede Region, jeder Bürgermeister will einen eigenen Cluster haben“, sagt Prognos-Experte Olaf Arndt. „Man kann kein Cluster aus dem Nichts kreieren. Der Versuch, im Emsland einen Biotechnik-Cluster aufzubauen, wäre sehr teuer und mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt.“ Die Politik könne nur fördern. Ein erfolgreicher Cluster entsteht aber nur, wenn sich eine ausreichend große Zahl von Unternehmen einer Branche für ein und denselben Standort entscheidet.

Unterschieden werden zwei Formen solcher Cluster. Zum einen gibt es Kompetenzzentren, die von einem Großunternehmen getragen werden. „Das agiert dann quasi wie eine Spinne im Netz“, sagt Arndt. Ein Beispiel dafür ist Siemens mit seinem weltweiten Kompetenzzentrum für Medizintechnik in Erlangen, das die Region für Zulieferer und Konkurrenten interessant macht.

Aber es geht auch ohne ein Großunternehmen, das die Richtung vorgibt. In Dortmund etwa bildete sich im Laufe der vergangenen Jahre ein Logistik-Zentrum aus Dutzenden von Unternehmen. Sie nutzen die verkehrsgünstige Lage, aber auch die großen brachliegenden Industrieareale. Hinzu kommt die wissenschaftliche Unterstützung durch die Universität Dortmund mit ihrem Studiengang Logistik.

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Die Methodik der Prognos-Untersuchung

Welche Regionen in Deutschland haben welche Cluster in wichtigen Zukunftsbranchen? Um diese Frage zu beantworten, haben die Forscher von Prognos für den Zukunftsatlas 2006 ein dreistufiges Analyseverfahren entwickelt. Damit identifizieren sie sowohl die Leitbranchen als auch die am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige und die überregional bedeutsamen Kompetenzzentren.

Stufe eins

In einem ersten Schritt suchte Prognos die im europäischen Vergleich wichtigsten Leit- und Wachstumsbranchen Deutschlands. Dafür analysierte das Institut Beschäftigung und Umsatz in Deutschland und in der EU. Als Leitbranchen definieren die Prognos-Experten Bereiche, in denen Umsatz- und Beschäftigung im Vergleich zur EU überproportional groß ist. Von einer Wachstumsbranche sprechen sie, wenn Umsatz und Beschäftigung sich in den letzten Jahren in Deutschland besser entwickelten als in der EU.

Stufe zwei

Im zweiten Schritt untersuchten die Forscher, wie diese Leit- und Wachstumsbranchen in Deutschland geografisch verteilt sind und wie sie sich in den verschiedenen Regionen in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Zu diesem Zweck wurde ein so genannter Clusterindex konzipiert. Dieser setzt sich aus den drei Merkmalen Stärke, Dynamik und Spezialisierungsgrad der Kreise und kreisfreien Städte zusammen. Als Indikator für die Stärke werden die Daten über die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einer Region und Branche herangezogen. Merkmal für die Dynamik ist die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Zeitraum zwischen 2000 und 2004. Als Indikator für den Spezialisierungsgrad fungiert der so genannte Lokalisationskoeffizient – der regionale Anteil der Beschäftigung in der jeweiligen Branche im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. In die Berechnung des Clusterindexes gehen diese drei Indikatoren zu gleichen Anteilen ein. Anhand der branchenspezifischen Clusterindizes können über alle 439 Kreise und kreisfreien Städte hinweg die führenden Regionen für Deutschlands Leit- und Wachstumsbranchen identifiziert werden.

Stufe drei

In einem dritten Untersuchungsschritt hat Prognos für fünf ausgewählte Wachstumsbranchen – Pharmaindustrie, Luft- und Raumfahrtindustrie, Logistik, F&E-Dienstleister und Medizintechnik – komplexe regionale Detailanalysen erstellt. Dabei identifizierte Prognos die örtlich jeweils wichtigen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und andere wesentliche Akteure. Neben quantitativen berücksichtigen sie dabei auch zahlreiche qualitative Informationen. Das Handelsblatt stellt in der kommenden Woche täglich eine dieser Wachstumsbranchen vor.

Datenbasis

Die Analysen der ersten beiden Untersuchungsschritte erfolgte auf Ebene der Wirtschaftsabteilungen und der Gruppen der gültigen Wirtschaftszweigsystematik. Die von Prognos verwendeten Daten stammen vom Europäischen Statistikamt Eurostat, von der Bundesagentur für Arbeit sowie dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden.

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