Murdoch: Ränkespiel um Premiere World


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Brummer:

Murdoch: Ränkespiel um Premiere World

 
21.01.02 08:49
Allen anders lautenden Meldungen zum Trotz verkündet der Medienmogul Murdoch nun, dass er sich eine Übernahme von Premiere World vorstellen könnte. Was hat Murdoch wirklich vor?

Berlin - Rupert Murdoch sorgt mal wieder für Verwirrung. Bleibt er Premiere World treu, steigt er aus oder übernimmt er den verlustreichen Pay-TV-Sender sogar ganz? Er hält sich alle Optionen offen – alles scheint möglich.

Rupert Murdoch bietet Leo Kirch finanzielle Unterstützung an
 
Noch vor wenigen Tagen hatte Medienmogul Rupert Murdoch gesagt, er werde nicht weiter in den Sender Premiere World investieren, nun sagte er das Gegenteil. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag machte er deutlich, dass er erwäge seine Anteile an dem Pay-TV-Sender Premiere von Leo Kirch zu erhöhen – allerdings mit der gleichzeitigen Übernahme des Managements übernehmen. Sogar eine völlige Übernahme des defizitären Bezahlsenders schloss Murdoch nicht aus. Er brauche dabei aber Partner aus Deutschland, sagte der aus Australien stammende Medienunternehmer in dem Interview.

Kirch hoch verschuldet

Die Chancen für Murdoch, seinen Anteil zu erhöhen oder Premiere World ganz zu übernehmen, stehen gar nicht schlecht – denn Premiere World-Eigner Leo Kirch steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Verkauf des verlustreichen Pay-TV-Senders könnte Kirch aus seiner Finanzmisere retten. Murdoch bot Kirch seine finanzielle Unterstützung an. Bereits im Vorfeld spekulierten Experten, dass Murdoch möglicherweise auf eine feindliche Übernehme des Kirch-Imperiums aus sei. Murdoch betonte jedoch: "Wir werden keine feindseligen Schritte unternehmen".

Scharfe Kritik übte Murdoch an der Technik von Premiere: Kirchs größter Fehler sei, dass er beim deutschen Bezahlfernsehen auf die D-Box und nicht auf Satellitentechnik gesetzt habe. Die D-Box, die auf dem Kabelnetz der Telekom basiert, sei zu teuer und "wirklich nicht gut". Murdoch, der den erfolgreichen britischen Satellitensender BSkyB betreibt, deutete an, dass er Premiere zu einem Satellitensender ausbauen wolle.

Murdoch geht auf Distanz zu John Malone

Gerüchten, Murdoch und US-Kabelbetreiber Liberty Media könnten gemeinsame Sache machen, erteilte der Herr über News Corp eine Abfuhr. Er distanzierte sich von Liberty-Chef John Malone, der einen beim Bundeskartellamt einen Antrag auf Übernahme eines Premiere Anteils gestellt und später wieder zurückgezogen hatte: "Es gab das Missverständnis, dass Malone mein Partner in dieser Sache ist." Er und Malone seien in Deutschland aber völlig unabhängig voneinander. Murdoch bezweifelte sogar, dass Malone seine Pläne zum Erwerb des Telekom-Kabelnetzes in Deutschland weiter verfolgen wolle.

Nach seinem weiteren Engagement in Deutschland befragt, sagte der Medienmann, dass er "nicht am Erwerb von Zeitungen oder Print-Beteiligungen in Deutschland interessiert sei. Zeitungen seien politisch sensibel für einen ausländischen Investor. Ein Einstieg würde Regulierung und Angriffe herausfordern. Murdoch, der ein weltweit verzweigtes Medienimperium besitzt, schloss aber den Kauf von Zeitschriften langfristig nicht aus.

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Brummer:

Bei Premiere ist Gewinn in Sicht

 
21.01.02 09:56
Macht sich Pay-TV bezahlt? Bei Premiere ist Gewinn in Sicht, sagt der Ausichtsratschef.
 
Düsseldorf - Zwischendurch ein bisschen Geld verdienen wäre für die Kirch-Gruppe doch auch mal wieder ganz schön. Neue Hoffnung soll es nach einem Bericht des "Handelsblatt" für das verlustreiche Bezahlfernsehen Premiere geben. Die Tochter der Kirch-Gruppe wolle bald die roten Zahlen hinter sich lassen.

"Bis Ende dieses Jahres können wir in die Nähe der Gewinnschwelle kommen", sagte Premiere-Aufsichtsratsvorsitzender und Kirch-Holding-Vorstandsmitglied Peter Mihatsch der Zeitung. Voraussetzung sei, dass die Kosten weiter gesenkt und die Zahl der Abonnenten deutlich gesteigert würden. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Premiere-Kunden nach Mihatschs Angaben nur um 200.000 auf knapp 2,5 Millionen gestiegen.

Attraktiver Preis

Mihatsch setzt darauf, dass eine neue Generation von Empfangsgeräten dem Abo-Fernsehsender deutlich mehr Kunden beschert. "Im März werden verschiedene Hersteller neue Geräte in den Handel bringen", kündigte er an. Sie sollen zum Teil wie ein Fernseher einzeln verkauft werden. Andere sollen im Paket mit einem Premiere-Abo angeboten werden. "Die Boxen würden zu einem wirklich attraktiven Preis" angeboten, sagte Mihatsch. Nähere Angaben könne er noch nicht machen.

Mihatsch deutete aber an, dass mit dem neuen Angebot die bisherigen Monatsgebühren für ein Premiere-Abo sinken werden. Denn in den momentanen Abo-Preisen ist die monatliche Miete für das Leihgerät bereits enthalten. Derzeit kostet ein Super-Paket von Premiere bei einer Vertragsdauer von zwei Jahren pro Monat 35 Euro.

Unterdessen schließt der Medienunternehmer Rupert Murdoch eine Erhöhung seines 22 prozentigen Anteils an Premiere oder eine komplette Übernahme nicht aus. "Wir sind offen für alle Optionen. Wenn wir unseren Anteil erhöhen, dann wollen wir auch das Management übernehmen", sagte Murdoch der "Welt am Sonntag". "Wir werden aber keine feindseligen Schritte unternehmen", fügte er hinzu. Ein Kirch-Sprecher wollte am Sonntag die Aussagen nicht kommentieren. Leo Kirch und Murdoch trafen sich am letzten Mittwoch in London zu einem vertraulichen Gespräch.
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