Allen anders lautenden Meldungen zum Trotz verkündet der Medienmogul Murdoch nun, dass er sich eine Übernahme von Premiere World vorstellen könnte. Was hat Murdoch wirklich vor?
Berlin - Rupert Murdoch sorgt mal wieder für Verwirrung. Bleibt er Premiere World treu, steigt er aus oder übernimmt er den verlustreichen Pay-TV-Sender sogar ganz? Er hält sich alle Optionen offen – alles scheint möglich.
Rupert Murdoch bietet Leo Kirch finanzielle Unterstützung an
Noch vor wenigen Tagen hatte Medienmogul Rupert Murdoch gesagt, er werde nicht weiter in den Sender Premiere World investieren, nun sagte er das Gegenteil. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag machte er deutlich, dass er erwäge seine Anteile an dem Pay-TV-Sender Premiere von Leo Kirch zu erhöhen – allerdings mit der gleichzeitigen Übernahme des Managements übernehmen. Sogar eine völlige Übernahme des defizitären Bezahlsenders schloss Murdoch nicht aus. Er brauche dabei aber Partner aus Deutschland, sagte der aus Australien stammende Medienunternehmer in dem Interview.
Kirch hoch verschuldet
Die Chancen für Murdoch, seinen Anteil zu erhöhen oder Premiere World ganz zu übernehmen, stehen gar nicht schlecht – denn Premiere World-Eigner Leo Kirch steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Verkauf des verlustreichen Pay-TV-Senders könnte Kirch aus seiner Finanzmisere retten. Murdoch bot Kirch seine finanzielle Unterstützung an. Bereits im Vorfeld spekulierten Experten, dass Murdoch möglicherweise auf eine feindliche Übernehme des Kirch-Imperiums aus sei. Murdoch betonte jedoch: "Wir werden keine feindseligen Schritte unternehmen".
Scharfe Kritik übte Murdoch an der Technik von Premiere: Kirchs größter Fehler sei, dass er beim deutschen Bezahlfernsehen auf die D-Box und nicht auf Satellitentechnik gesetzt habe. Die D-Box, die auf dem Kabelnetz der Telekom basiert, sei zu teuer und "wirklich nicht gut". Murdoch, der den erfolgreichen britischen Satellitensender BSkyB betreibt, deutete an, dass er Premiere zu einem Satellitensender ausbauen wolle.
Murdoch geht auf Distanz zu John Malone
Gerüchten, Murdoch und US-Kabelbetreiber Liberty Media könnten gemeinsame Sache machen, erteilte der Herr über News Corp eine Abfuhr. Er distanzierte sich von Liberty-Chef John Malone, der einen beim Bundeskartellamt einen Antrag auf Übernahme eines Premiere Anteils gestellt und später wieder zurückgezogen hatte: "Es gab das Missverständnis, dass Malone mein Partner in dieser Sache ist." Er und Malone seien in Deutschland aber völlig unabhängig voneinander. Murdoch bezweifelte sogar, dass Malone seine Pläne zum Erwerb des Telekom-Kabelnetzes in Deutschland weiter verfolgen wolle.
Nach seinem weiteren Engagement in Deutschland befragt, sagte der Medienmann, dass er "nicht am Erwerb von Zeitungen oder Print-Beteiligungen in Deutschland interessiert sei. Zeitungen seien politisch sensibel für einen ausländischen Investor. Ein Einstieg würde Regulierung und Angriffe herausfordern. Murdoch, der ein weltweit verzweigtes Medienimperium besitzt, schloss aber den Kauf von Zeitschriften langfristig nicht aus.
Berlin - Rupert Murdoch sorgt mal wieder für Verwirrung. Bleibt er Premiere World treu, steigt er aus oder übernimmt er den verlustreichen Pay-TV-Sender sogar ganz? Er hält sich alle Optionen offen – alles scheint möglich.
Rupert Murdoch bietet Leo Kirch finanzielle Unterstützung an
Noch vor wenigen Tagen hatte Medienmogul Rupert Murdoch gesagt, er werde nicht weiter in den Sender Premiere World investieren, nun sagte er das Gegenteil. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag machte er deutlich, dass er erwäge seine Anteile an dem Pay-TV-Sender Premiere von Leo Kirch zu erhöhen – allerdings mit der gleichzeitigen Übernahme des Managements übernehmen. Sogar eine völlige Übernahme des defizitären Bezahlsenders schloss Murdoch nicht aus. Er brauche dabei aber Partner aus Deutschland, sagte der aus Australien stammende Medienunternehmer in dem Interview.
Kirch hoch verschuldet
Die Chancen für Murdoch, seinen Anteil zu erhöhen oder Premiere World ganz zu übernehmen, stehen gar nicht schlecht – denn Premiere World-Eigner Leo Kirch steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Verkauf des verlustreichen Pay-TV-Senders könnte Kirch aus seiner Finanzmisere retten. Murdoch bot Kirch seine finanzielle Unterstützung an. Bereits im Vorfeld spekulierten Experten, dass Murdoch möglicherweise auf eine feindliche Übernehme des Kirch-Imperiums aus sei. Murdoch betonte jedoch: "Wir werden keine feindseligen Schritte unternehmen".
Scharfe Kritik übte Murdoch an der Technik von Premiere: Kirchs größter Fehler sei, dass er beim deutschen Bezahlfernsehen auf die D-Box und nicht auf Satellitentechnik gesetzt habe. Die D-Box, die auf dem Kabelnetz der Telekom basiert, sei zu teuer und "wirklich nicht gut". Murdoch, der den erfolgreichen britischen Satellitensender BSkyB betreibt, deutete an, dass er Premiere zu einem Satellitensender ausbauen wolle.
Murdoch geht auf Distanz zu John Malone
Gerüchten, Murdoch und US-Kabelbetreiber Liberty Media könnten gemeinsame Sache machen, erteilte der Herr über News Corp eine Abfuhr. Er distanzierte sich von Liberty-Chef John Malone, der einen beim Bundeskartellamt einen Antrag auf Übernahme eines Premiere Anteils gestellt und später wieder zurückgezogen hatte: "Es gab das Missverständnis, dass Malone mein Partner in dieser Sache ist." Er und Malone seien in Deutschland aber völlig unabhängig voneinander. Murdoch bezweifelte sogar, dass Malone seine Pläne zum Erwerb des Telekom-Kabelnetzes in Deutschland weiter verfolgen wolle.
Nach seinem weiteren Engagement in Deutschland befragt, sagte der Medienmann, dass er "nicht am Erwerb von Zeitungen oder Print-Beteiligungen in Deutschland interessiert sei. Zeitungen seien politisch sensibel für einen ausländischen Investor. Ein Einstieg würde Regulierung und Angriffe herausfordern. Murdoch, der ein weltweit verzweigtes Medienimperium besitzt, schloss aber den Kauf von Zeitschriften langfristig nicht aus.