Das Geduldspiel geht weiter
Nach Presseberichten will E-Plus das UMTS-Netz des angeschlagenen Mobilfunkers übernehmen. Dafür verzichtet die KPN-Tochter auf offene Forderungen. Derweil wartet Mobilcom immer noch auf die Unterzeichnung des Sanierungskonzepts durch die France Telecom.
Berlin - Der Mobilfunkanbieter E-Plus soll die Übernahme des UMTS-Netz vom angeschlagenen Konkurrenten Mobilcom planen. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, wird E-Plus im Gegenzug einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag an den Großaktionär France Telecom zahlen.
Warten auf das OK für den Sanierungsplan: Mobilcom-Zentrale in Büdelsdorf
Der Wert des Netzes werde auf rund 400 Millionen Euro geschätzt. E-Plus sei zudem bereit, auf offene Forderungen von rund 600 Millionen Euro aus einem langfristigen Dienstleistervertrag, den Mobilcom nicht erfüllen kann, zu verzichten.
Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch dementierte unterdessen die Meldung. "Der Bericht ist falsch", so Quaritsch. Auch eine E-Plus-Sprecherin sagte, der Artikel stimme nicht.
Analysten beurteilen die Verkaufsabsichten kritisch. "Es ist fraglich, ob die Kleinanleger von einer Veräußerung profitieren. Das UMTS-Netz ist eines der wichtigsten Unternehmenswerte. Der Verlust wäre nicht von Vorteil für Investoren", sagte Robert Vinall, Analyst bei der DZ Bank.
Warten auf France Telecom
France Telecom hat die Zustimmung zum Sanierungskonzept für Mobilcom von der Einigung mit E-Plus abhängig gemacht. Verhandlungsnahe Kreise erklärten am Freitag, dass die Franzosen den Vertrag unterzeichnen werden. Die endgültige Zustimmung stehe aber noch aus. Am Freitag läuft ein zuvor schon sechsmal von den Banken verlängerter Zahlungsaufschub über 4,7 Milliarden Euro aus.
Scheiße aussteigen oder drinn bleiben?
Mfg.: Spanier