Fabio De Masi
@FabioDeMasi
Der fehlende Teil des Marsalek Zitats
Die
@SZ
und
@profilonline
haben kürzlich auszugsweise Chats von Jan #Marsalek enthüllt in denen der mutmaßliche russische Spion auch über seine Zusammenarbeit mit BND und CIA spricht.
Mir liegen diese Chats aus dem Londoner Spionageprozess bereits länger vor und in der Berichterstattung entfiel ein interessantes Detail.
Marsalek äußerte sich nämlich im November 2021 anlässlich eines Bloomberg Artikels über den von mir mit initiierten Untersuchungsausschuss zu Wirecard gegenüber einem bulgarischen Spion. In Klammern den bisher nicht veröffentlichten Teil des Zitats:
„(Ja, das ist ein grosses Chaos. Die Opposition versucht de BND zu zwingen, zuzugeben dass sie mit mir zusammengearbeitet haben. Aber die Wahrheit wird dennoch nicht heraus kommen. Alle werden einfach abstreiten, abstreiten, abstreiten.) Meine einzige Sorge ist, dass einer meiner ehemaligen Vorstandskollegen, der von einigen Aspekten unserer Arbeit mit dem BND und der CIA wusste, etwas zugeben könnte. Wahrscheinlich wird dieser Mann dann einen Selbstmord im Epstein-Stil im Gefängnis haben.“
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Russland am Ende keine Skrupel hatte Jan Marsalek Schutz zu gewähren, um an seine Informationen zu gelangen. Doch die eigentliche Frage lautet warum man ihn aus Deutschland ohne Haftbefehl mit Hilfe ehemaliger österreichischer Agenten ausreisen liess, obwohl bereits mehrere Tage bekannt war, dass 1,9 Milliarden Euro in seinem unmittelbaren Verantwortungsbereich fehlen und er bei der Staatsanwaltschaft München kein Unbekannter war. Die Fluchthelfer und ein ehemaliger deutscher Geheimdienstkoordinator tauschten sich auch über mich aus.
In einer neuen ZDF-Doku komme ich zu Wort. Dort sage ich unter anderem
„Die Behauptung, der BND hätte gar nicht gewusst, wer Marsalek ist, halte ich für Geschichten aus dem Paulanergarten.“
„Mein Eindruck ist, dass die deutschen Sicherheitsbehörden überhaupt kein Interesse daran haben, weil sich dann ein paar unangenehme Fragen stellen würden.“
Ich habe auch enthüllt, dass der Cybersecurity-Investor, der die Kommunikation der Bundesregierung verschlüsselte, Kontakte zu Marsalek und dessen Fluchthelfern unterhielt und sich für Marsaleks mutmasslichen Agentenführer in Moskau interessierte. Die Geschichte ist also noch nicht vollständig erzählt und es gibt viele blinde Flecken in Deutschland.
Daher fordere ich seit vielen Jahren einen weiteren Untersuchungsausschuss, der sich dem Geheimdienstskandal widmet. Zumal leitende Beamte der Bundesregierung über die Zusammenarbeit mit dem BND die Unwahrheit im Untersuchungsausschuss gesagt und sich somit womöglich strafbar gemacht haben.
de masi hat csfa auf twitter geantwortet er habe roussevchats nuícht komplett