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Meine Wirecard-Gewinne - Thread!


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leoAcqui:

Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Wirec

 
15.04.26 22:19
Der Abschlussbericht des Ausschusses (Juni 2021, über 2.300 Seiten) spricht von einem „systemischen Versagen“ der Aufsicht (BaFin, FIU, Wirtschaftsprüfer EY, Ministerien). Oppositionskräfte und sogar Teile der Union machten Scholz politisch verantwortlich, da er die BaFin nicht effektiv beaufsichtigt und die Arbeit des Ausschusses erschwert habe. Gut so. Das Ergebnis: absolutes Schweigen.
Antworten
leoAcqui:

@@Kathryn_Railly

 
15.04.26 22:32
Die Falschmeldungen der Commerzbank und der Baader Helvea.
Das Finanzministerium unter Scholz stufte eine große Menge Dokumente als geheim ein und übergab sie verspätet. Viele dieser Dokumente waren aus Gründen der Staats- bzw. nationalen Sicherheit als geheim eingestuft. Im Rahmen der Arbeit des Untersuchungsausschusses (des parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Bundestages, tätig von 2020 bis 2021) übergab das von Olaf Scholz geführte Finanzministerium tatsächlich eine große Menge an Dokumenten: allein vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) über 1.400 Ordner sowie USB-Sticks mit digitalen Daten (das gesamte Archiv umfasste ca. 1,14 Terabyte). Viele dieser Dokumente wurden jedoch: sehr spät übergeben (oft erst am Tag vor oder sogar nach wichtigen Anhörungen von BaFin-Vertretern und anderen Beteiligten).
als „VS-vertraulich“ (Verschlusssache) eingestuft. Diese Einstufung verhinderte, dass die Abgeordneten die Dokumente entnehmen oder frei darüber diskutieren konnten; sie durften sie nur in speziell gesicherten Räumen im Bundestag einsehen.

Die Opposition (vor allem CDU/CSU, FDP, Grüne und Linkspartei) prangerte wiederholt eine „Schutzoperation für Scholz“ an („Operation Schutz für Scholz“, wie der Spiegel titelte). Ihrer Ansicht nach dienten die späte Zustellung und Einstufung der Dokumente dazu, die Zeit für deren Prüfung zu begrenzen und jegliche politische Verantwortung des Ministers zu verschleiern.

spiegel.de

Dies ist im Zusammenhang mit dem Wirecard-Fall von Interesse. Bleiben wir also beim Wirecard-Fall.
Antworten
leoAcqui:

@Kathryn_Railly 2

 
15.04.26 22:47
Ich sage euch Deutschen: Ich habe ernsthafte Zweifel an den Maßnahmen der Bundesregierung zur Aufklärung des Wirecard-Falls. Und ihr präsentiert mir die Performance des DAX 30 als Antwort? Schämt euch!
Antworten
HonestMeyer:

Kathryn

 
16.04.26 09:09
Menschen sind von Natur aus gierig. Dumm sind sie ab dem Zeitpunkt, ab dem sie bedingungslos auf Andere vertrauen anstatt sich aus unüberschaubaren Risiken zurückzuziehen. Da bin selbst ich mitunter keine Ausnahme. Zumindest bei Wirecard habe ich bereits früh, im Jahr 2016, verkauft. Trotz weiterhin gestiegenem Aktienkurs seitdem, habe ich es nicht bereut. Die Kunst ist, seine Gier und die Risiken zu beherrschen. Ich habe gelernt  dass Wissen hierzu äusserst wertvoll ist. Wer sich also durch meine Worte hier beleidigt fühlt, sollte vlt. erst einmal in sich gehen und versuchen, die eigenen Fehler zu analysieren.
Antworten
HonestMeyer:

Zweifel

 
16.04.26 09:20
Ich habe ernsthafte Zweifel nicht nur an den Massnahmen der Bundesregierung im Fall Wirecard,  sondern an einer Vielzahl systemischer Prozesse der Regierungen der uns bekannten Industrienationen. Die aktuell medial verzerrten 90 Milliarden sind längst nicht das Ende der Fahnenstange. Die Casa Wirecard wird sich sicherlich wiederholen. So oder so ähnlich. NmM.
Antworten
Meimsteph:

das glaube ich auch !

 
16.04.26 10:29
Auch fabio de Masi wärs wohl lieber , wenn es diese Rossevchats und all die Transaktionsdaten nicht gäbe !
Die Roussevchats haben einige journalisten und keiner schreibt ein wort dazu
die Weltverschwörung , die keiner aufdecken will
vll weil sie sie alle mitgetragen und somit verursacht  haben ?

zitat von csfa aus twitter
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Reini
@ReinholdSchell
·csfa über meyerar vom br :
·2 Std.
#wirecard
ich bin auf keinen Fall der, der bei wirecard alles besser weiß...
ich bin aber wahrscheinlich der, der insgesamt am meisten weiß....
@meyerar
csfa.
@csFraudAnalysis
#wirecard
ich weiß bis heute nicht, was er alles weiß, aber ich weiß eine ganze Menge darüber, was er nie wissen wollte...
und inzwischen weiß ich sogar, warum das so ist
7:27 vorm. · 16. Apr. 2026
#wirecard
ein cliffhanger zu David Lais, kein Wort zum Zeugen "Tim J.", den er selbst angekündigt hat (Timothy William Johnstone) und dazwischen die halbgare Geschichte über Calvin Ayre?
Antworten
leoAcqui:

@ HonestMeyer :

 
16.04.26 12:40
Ich danke Ihnen herzlich, HonestMeyer-Nutzer: nicht weil Ihre Ansichten mit meinen übereinstimmen, sondern weil Sie sich gewissenhaft an das Thema dieses Finanzforums gehalten haben – den Wirecard-Fall – und mir keine Antworten gegeben haben, die damit nichts zu tun haben. Wenn Sie über die italienischen Staatsschulden sprechen möchten, sagen Sie mir Bescheid. Wir diskutieren das in einem anderen Forum, nicht hier.
Antworten
leoAcqui:

@ HonestMeyer :

 
16.04.26 20:44
Siehe Nutzer @HonestMeyer:
Ich hatte immer blindes Vertrauen und großen Respekt vor den Finanz- und Politikbehörden der Bundesrepublik Deutschland. Das Wirecard-Desaster, bei dem ich meine gesamten Ersparnisse verlor, als bekannt wurde, dass Olaf Scholz,
ehemaliger Bundeskanzler, die 107 Akten erst sehr spät, kurz vor wichtigen Treffen, übermittelte. Die Opposition sprach offen von „Sabotage“ oder Obstruktion. Und sie hielt zahlreiche Dokumente geheim. Aus Gründen der deutschen nationalen Sicherheit.

(faz.net)
Mir scheint, dass die Bundesregierung keinerlei Interesse daran hat, den Wirecard-Fall aufzuklären. Deshalb sollte ich mich von deutschen Aktien fernhalten.
Antworten
CharlotteTheo.:

Sammelantwort 1

 
26.04.26 19:56
Ich habe versucht, aus diesem Tohuwabohu die wichtigsten Themen zu extrahieren. Für mich ergeben sich daraus zunächst fünf größere Themenstränge:

Brauns Plattformstrategie versus TPA-Abhängigkeit
Brauns Wissen, Nichtwissen oder Wegsehen beim Betrugskomplex
Dirty Payments, Drittpartner, Roussev-Chats und Transaktionsdaten
Aufsichts-, Prüfungs- und Staatsversagen: BaFin, EY, FIU, BMF, Untersuchungsausschuss
Anlegervertrauen, Analystenempfehlungen und Eigenverantwortung

Ich beginne mal mit dem ersten Bereich, weil dort oft mehrere Dinge vermischt werden.

Meines Erachtens ging es bei Brauns Strategie nicht einfach um irgendeine geheimnisvolle „Daten-Story“. Braun hatte schon länger die Geschäftsphilosophie, Wirecard vom asiatischen TPA-Geschäft unabhängiger zu machen. Das Ziel war offenbar, mehr Geschäft auf eigene Lizenzen, eigene Merchant-Beziehungen und eigene Zusatzdienste zu ziehen. In diese Logik passt auch der Kauf des Citi-Portfolios.

Das heißt: Die Idee war nicht nur, Daten zu besitzen, sondern die Wertschöpfungskette stärker selbst zu kontrollieren. Wer den Händler direkt betreut, wer selbst lizenziert ist und wer Zahlungs-, Risiko- und Finanzierungsprodukte aus einer Hand anbieten kann, ist weniger abhängig von Drittpartnern. Genau dort liegen dann auch Themen wie Risk Scoring, Fraud Prevention, Merchant Cash Advance, Working-Capital-Finanzierung oder andere Value Added Services.

Das war auch keine reine Braun-Erfindung. Dass reine Zahlungsabwicklung unter Margendruck gerät und zusätzliche Dienste wichtiger werden, war und ist ein branchenweiter Trend. Merchant Cash Advance ist dafür ein gutes Beispiel, gerade in Asien mit hohen Wachstumsraten. Auch in Deutschland bieten Wettbewerber inzwischen ähnliche Lösungen an; teilweise mit Personal und Know-how aus dem früheren Wirecard-Umfeld, etwa bei RatePay oder Banxware.

Der eigentliche Konflikt lag meiner Meinung nach woanders: Diese strategische Richtung war schwer mit der damaligen Realität und den Gewinnzielen von Wirecard in Einklang zu bringen. Solange das asiatische TPA-Geschäft hohe Ergebnisbeiträge lieferte oder zumindest liefern sollte, blieb Wirecard praktisch von genau den Strukturen abhängig, von denen Braun strategisch wegwollte. Dazu kam offenbar massiver interner Widerstand, insbesondere von Marsalek. Genau daraus könnte sich auch die spätere Entfremdung zwischen Braun und Marsalek erklären.

Deshalb würde ich diesen ersten Themenstrang so formulieren:

Brauns Ziel war eine schrittweise Entkopplung vom TPA-Modell zugunsten eigener Lizenzen, direkter Händlerbeziehungen und datenbasierter Zusatzdienste. Diese Strategie war branchenlogisch und nicht frei erfunden. Das Problem war die Kollision mit kurzfristigen Gewinnzielen, der realen Abhängigkeit vom asiatischen TPA-Geschäft und dem Widerstand aus dem Marsalek-Komplex.

Davon trennen würde ich ausdrücklich die Vorstellung, es gehe um irgendwelche geheimnisvollen Daten, die plötzlich alles erklären. Das ist etwas anderes. Transaktionsdaten sind im Zahlungsverkehr wertvoll, aber nicht mystisch. Entscheidend ist, ob daraus tatsächlich tragfähige Produkte, eigene Kundenbeziehungen und kontrollierbare Umsätze entstanden sind — oder ob die Story am Kapitalmarkt schneller erzählt wurde, als sie operativ eingelöst werden konnte.
Antworten
CharlotteTheo.:

Sammelantwort 2

 
26.04.26 20:01
Der zweite Themenstrang ist für mich die Frage, was Braun tatsächlich wusste, nicht wusste oder bewusst nicht wissen wollte. Dabei sollte man nicht zu schnell in einfache Schwarz-Weiß-Erklärungen fallen.

Es gibt grob drei mögliche Lesarten:

Erstens: Braun wusste vom eigentlichen Betrug (angenommen: TPA komplett oder im wesentlichen erfunden oder wegen Illegalität nicht darstellbar) nichts oder jedenfalls nicht genug. Dann wäre er der Vorstandschef gewesen, der zwar eine strategische Plattformidee hatte, aber beim asiatischen Drittpartnergeschäft auf Marsalek, Bellenhaus und andere vertraute. In dieser Lesart wäre Braun nicht der Architekt des Betrugs, sondern jemand, der operative Komplexität, intransparente Partnerstrukturen und interne Machtbereiche falsch eingeschätzt hat.

Zweitens: Braun wusste im Kern Bescheid. Dann wäre die Plattform-, Daten- und Wachstumsstory eine Kapitalmarkt-Kulisse gewesen, während die entscheidenden Gewinne aus nicht existierenden (???) oder zumindest nicht sauber belegten (!!!) Drittpartnerumsätzen kamen. In dieser Lesart wäre Braun nicht nur ein Getäuschter, sondern Teil der Täuschung, allerdings eben anders, als es die Anklage formuliert.

Drittens: Braun wusste vielleicht nicht alles im Detail, aber er wusste genug, um misstrauisch werden zu müssen. Das wäre die wahrscheinlich schwierigste Zwischenposition: kein vollständiges operatives Detailwissen, aber Warnsignale, Abhängigkeiten und Unplausibilitäten, die ein Vorstandschef hätte aufklären müssen. Juristisch und moralisch ist gerade diese Zone des Wegsehens oder Nicht-wissen-Wollens entscheidend.

Ich halte diese dritte Ebene für besonders wichtig, weil sie die strategische Diskussion aus Bereich 1 mit dem Betrugskomplex verbindet. Wenn Braun tatsächlich vom TPA-Modell unabhängiger werden wollte, kann das zweierlei bedeuten: Entweder er erkannte die strukturellen Risiken und wollte sie reduzieren. Oder er wusste, dass diese Strukturen für die ausgewiesenen Gewinne unverzichtbar waren, und schob den Umbau in die Zukunft, solange der Kapitalmarkt Wachstum erwartete.

Deshalb ist für mich die Kernfrage nicht nur: „Wusste Braun vom Betrug?“ Sondern genauer:

**Welche konkreten Informationen lagen Braun wann vor, und welche Schlüsse hätte ein Vorstandsvorsitzender daraus ziehen müssen?**

Dazu gehören aus meiner Sicht mehrere Prüfsteine:

1. Welche Kenntnis hatte Braun vom tatsächlichen Zustand des asiatischen TPA-Geschäfts?
2. Was wusste er über Treuhandkonten, Saldenbestätigungen und die angeblichen Milliardenbeträge?
3. Welche Warnsignale gab es durch Medienberichte, Sonderprüfungen, interne Hinweise oder externe Prüfer?
4. Wie reagierte Braun auf KPMG, Financial Times, Shortseller-Vorwürfe und Zweifel an Drittpartnerumsätzen?
5. Welche Rolle spielten Marsalek, Bellenhaus und von Erffa bei der Abschottung oder Informationssteuerung?
6. Gab es Belege für eine echte Entfremdung zwischen Braun und Marsalek — und wenn ja, ab wann?
7. Passten Brauns öffentliche Aussagen noch zu dem, was intern bekannt war?

Ich würde den zweiten Themenstrang daher so formulieren:

**Bei Braun geht es nicht nur um die Alternative „unschuldig“ oder „Täter“. Entscheidend ist, ob er vom Betrug konkret wusste, ob er von Marsalek und anderen getäuscht wurde, oder ob er angesichts der Bedeutung des TPA-Geschäfts, der Treuhandkonten und der Warnsignale bewusst nicht genau genug hinsehen wollte.**

Gerade wenn man Brauns Plattformstrategie ernst nimmt, wird die Frage sogar schärfer: Ein Vorstandschef, der strategisch vom TPA-Geschäft weg will, muss besonders genau wissen, warum dieses Geschäft so profitabel ist, wer es kontrolliert und ob die ausgewiesenen Umsätze überhaupt belastbar sind.

Hier wichtig: Was ist dieses "es", das Braun hätte "wissen müssen"? Wer sich zur Verantwortung Brauns äußert, muss den Rahmen mitliefern und konkret sagen "Das ist passiert, Braun ist verantwortlich, weil". Dabei ist noch zu beachten, dass die Beurteilung der Verantwortlichkeit im allgemeinen Sinne eine andere Kategorie darstellt als eine strafrechtliche Zuordnung.
Antworten
CharlotteTheo.:

Sammelantwort 3

 
26.04.26 20:09
3. TPA-Geschäft: Totalfiktion, echtes Hochrisikogeschäft oder kontrollierte Intransparenz?

Der dritte Themenbereich ist für mich der TPA-Komplex. Dabei sollte man nicht vorschnell alles unter „Dirty Payments“ oder „geheimnisvolle Daten“ ablegen. Die entscheidende Vorfrage lautet erst einmal:

Geht man beim asiatischen TPA-Geschäft von einer Totalfiktion aus — oder von einem realen, aber hochriskanten, intransparenten und möglicherweise manipulierten Geschäft?

Das ist ein großer Unterschied.

Wenn man von einer Totalfiktion ausgeht, dann lautet die zentrale Frage:
Hätte Braun wissen müssen, was Fuchs, Elbek, Baxi, Marsalek, Bellenhaus und andere dort tatsächlich trieben?

Wenn man dagegen von realem Geschäft ausgeht, dann verschiebt sich die Frage:
Welche Art von Geschäft war das, warum lief es über Drittpartner, wie wurden die Risiken kontrolliert, und warum entstanden so hohe Forderungen, Sicherheitseinbehalte und angebliche Treuhandpositionen?

Der Rödl-Bericht ist hier sehr interessant. Er zeigt, dass das TPA-Geschäft nicht einfach normales Payment-Geschäft war. Wirecard unterschied zwischen dem Eigengeschäft, bei dem die Wertschöpfung über eigene Strukturen einschließlich Wirecard Bank lief, und dem Dritt-Acquiring-Geschäft, bei dem wesentliche Teile des Payment-Prozesses und der Acquiring-Funktion auf Drittpartner verlagert wurden. Ausgenommen von der Auslagerung waren nach diesem Verständnis Kundenakquisition und Kundenpflege.

Besonders wichtig: Es ging ausdrücklich um Kundengruppen, die aus Reputations-, Lizenz- oder Risikogründen nicht über die normale Wirecard-Plattform beziehungsweise die Wirecard Bank abgewickelt werden sollten. Genannt werden unter anderem Adult Services, Pornography/Dating, Gambling/Gaming, Multi-Level-Marketing sowie Pharmacy/Health & Beauty. Außerdem wird beschrieben, dass die Aufsicht im asiatischen Raum bei solchen High-Brand-Risk-Segmenten großzügiger gewesen sei und dass Wirecard bei zu viel solchem Geschäft über eigene Strukturen den Verlust der Visa-Lizenz riskiert hätte.

Damit ist schon klar: Das TPA-Geschäft war nicht irgendein Randthema, sondern ein Hochrisiko-Geschäft mit besonderer Struktur. Wirecard sollte angeblich weiterhin „Key Contact“ und Strategiepartner des Kunden sein und zugleich Residualrisiken tragen, während technische Abwicklung und Acquiring über die Drittpartner liefen. Genau diese Konstruktion ist der Kern des Problems.

Noch spannender wird es bei der Risikobewertung. Laut Rödl entstanden im TPA-Geschäft schnell große Forderungsbestände, Sicherheitseinbehalte und Cash-Collaterals. Wirecard hatte also ein vitales Interesse daran, diese Vermögenswerte zu schützen. Aber wie wurde dieses Risiko angeblich kontrolliert? Nicht durch harte, sauber dokumentierte Sicherheiten, sondern wesentlich durch laufende Meetings, Befragungen der Drittpartner-Geschäftsführung, Auswahl der Drittpartner, Reputation, Brancheninformationen und ein „Ohr am Markt“. Eine formale Dokumentation dieser laufenden Absicherung wurde nicht erstellt.

Genau hier liegt für mich der Knackpunkt: Wirecard sagte sinngemäß „wir kennen den Markt“. Aber wer ist dieses „wir“?

Meiner Meinung nach war dieses „wir“ gerade nicht Braun persönlich. Das „wir“ war eher der operative TPA-/Asien-/High-Risk-Kreis: Marsalek, Häuser-Axtner, Bellenhaus, Fuchs, Elbek, Baxi, früher Mosbach, Osterloh und andere aus diesem Umfeld. Also diejenigen, die angeblich die Händler, die Drittpartner, die Zahlungsströme, die Risiken und die informellen Marktinformationen kannten.

Das ist für die Braun-Frage entscheidend.

Man sollte deshalb nicht platt fragen:
Hat Braun persönlich jeden Händler, jeden Drittpartner und jede Transaktion gekannt?

Die bessere Frage lautet:

Durfte Braun als CEO akzeptieren, dass ein für den Konzern ergebniszentrales Hochrisiko-Geschäft faktisch von einem kleinen operativen Kreis getragen wurde, dessen Marktkenntnis harte Nachweise und formale Risikodokumentation ersetzte?

Rödl beschreibt außerdem, dass es in den Arbeitspapieren hieß, es seien keine Haftungsrisiken für Wirecard durch das Management identifiziert worden — und dass diese Aussage in den Folgejahren offenbar unverändert wieder auftauchte. Gleichzeitig erklärt Rödl aber auch, dass bei stark wachsendem Long-Term-Risk-Geschäft die Dritt-Acquirer immer größere Sicherheitseinbehalte verlangen konnten, sodass bei Wirecard kein oder nur ein geringer Zahlungsmittelfluss ankam.

Das ist bemerkenswert: Auf der einen Seite angeblich keine identifizierten Haftungsrisiken. Auf der anderen Seite ein Geschäftsmodell, in dem immer größere Sicherheiten, Forderungen und Einbehalte aufgebaut wurden. Das passt nicht wirklich zusammen, jedenfalls nicht ohne sehr belastbare Dokumentation.

Deshalb würde ich den Themenbereich 3 so zuspitzen:

Der TPA-Komplex ist nicht nur die Frage, ob „Dirty Payments“ liefen oder ob Umsätze frei erfunden waren. Er ist die Frage, wie ein DAX-Konzern ein angeblich hochprofitables Hochrisiko-Geschäft kontrollierte, bei dem Wirecard selbst nicht die komplette technische und vertragliche Wertschöpfungskette hielt.

Und daraus folgt die eigentliche Braun-Frage:

Wenn Braun selbst nicht Teil dieses operativen „wir kennen den Markt“-Kreises war, entlastet ihn das nicht automatisch. Es verschiebt die Frage nur: Hätte er gerade deshalb auf harte Nachweise, echte Zahlungsflüsse, unabhängige Bestätigungen, saubere Merchant-Strukturen und formale Risikodokumentation bestehen müssen?

Für mich ist das der entscheidende Punkt:
Nicht mystische Daten. Nicht bloß Dirty Payments. Sondern die Governance-Frage, ob ein kleines operatives Netzwerk um Marsalek und andere ein ergebniszentrales TPA-Geschäft kontrollierte, während der Konzern nach außen auf Wachstum, Profitabilität und Prüfungsfähigkeit setzte.

Oder noch kürzer:

Entweder war das TPA-Geschäft real — dann war seine Risikokontrolle erstaunlich weich. Oder es war weitgehend Fiktion — dann hätte gerade diese weiche Risikokontrolle ein massives Warnsignal sein müssen.
Antworten
CharlotteTheo.:

Sammelantwort 4

 
26.04.26 20:19
## 4. Aufsichts-, Prüfungs- und Ermittlungsversagen: EY, BaFin und Staatsanwaltschaft

Den Untersuchungsausschuss lasse ich hier bewusst weg, weil das ein zu großes eigenes Thema ist. Dort müsste man gesondert über politische Verantwortung, Aktenlieferungen, Geheimhaltung, Scholz/BMF, Ausschussdynamik und die spätere Bewertung des Abschlussberichts sprechen. Für diesen Strang beschränke ich mich daher auf EY, BaFin und Staatsanwaltschaft.

Bei **EY** ist für mich der zentrale Punkt nicht, dass der Abschlussprüfer das TPA-Geschäft überhaupt nicht verstanden hätte. Der Rödl-Bericht zeigt eher das Gegenteil: EY hatte das Dritt-Acquirer-Geschäft, seine Sonderlogik und seine Bilanzierung durchaus auf dem Tisch. Problematisch ist deshalb gerade nicht nur Unkenntnis, sondern die Frage, warum aus diesem Wissen keine härteren Prüfungshandlungen folgten.

EY sah, dass Wirecard das TPA-Geschäft auf Grundlage einer behaupteten Prinzipalstellung brutto bilanzierte. EY sah auch, dass diese Bilanzierungslogik stark auf Managementaussagen beruhte, dass Forderungen in rollierende Sicherheiten umgewidmet wurden und dass bei stark wachsendem Long-Term-High-Risk-Geschäft geringe reale Zahlungsflüsse an Wirecard plausibilisiert wurden. Genau deshalb lautet die kritische Frage: Wenn diese Besonderheiten bekannt und dokumentiert waren, warum wurden Existenz, Werthaltigkeit, Zahlungsrealität und Kontrolle des TPA-Geschäfts nicht viel härter geprüft?

Bei der **BaFin** würde ich dagegen nicht vorschnell sagen, sie habe Wirecard gezielt geschützt, weil es Wirecard war. Das greift zu kurz. Das tiefere Problem liegt in der rechtlichen und institutionellen Anreizstruktur. Die BaFin haftet gegenüber Anlegern im Grundsatz nicht dafür, wenn sie zu wenig oder zu spät beaufsichtigt. Zu harte oder zu frühe Maßnahmen gegen Unternehmen können dagegen rechtlich, politisch und marktbezogen riskant sein. Daraus entsteht eine defensive Logik: Abwarten, Zuständigkeitsgrenzen betonen und formalistisch handeln ist für die Behörde oft risikoärmer als proaktive Eskalation.

Das ist auch kein reines Wirecard-Phänomen. Die BaFin hatte schon vor Wirecard und vor Scholz eine Geschichte laxen oder verspäteten Handelns. Deshalb halte ich die einfache Linie „BaFin – Wirecard – Scholz“ für zu kurzsichtig. Die strukturelle Schwäche der Aufsicht bestand bereits vorher, auch unter früheren Finanzministern. Marc Liebschers zugespitzter Satz, **„Aufsichtsversagen gehört zum Leistungsspektrum der BaFin“**, bringt genau diese institutionelle Fehlkonstruktion auf den Punkt.

Ähnlich muss man die **Staatsanwaltschaft** betrachten. Auch dort gab es vor dem Kollaps offenbar Zurückhaltung, weil Ermittlungen gegen ein erfolgreiches börsennotiertes Unternehmen selbst kursrelevant werden konnten. Schon früh bestand die Sorge, ein aktives Vorgehen könne den Aktienkurs belasten. Solange Wirecard als erfolgreiches Wachstumsunternehmen galt, war das eine Hypothek für Ermittler.

Nach dem Zusammenbruch änderte sich der Rahmen vollständig. Der Kurs war zerstört, der öffentliche Druck enorm, und plötzlich bestand nicht mehr die Sorge, ein intaktes Unternehmen durch Ermittlungen zu beschädigen. Jetzt ging es darum, Verantwortliche zu benennen und Versäumnisse aufzuarbeiten. Dadurch schlug das Pendel teilweise ins andere Extrem: Nach vorheriger Vorsicht wurden nun teils weitreichende Aussagen und Beschuldigungen auf einer Basis formuliert, die man ebenfalls kritisch prüfen muss.

Auch beim **Leerverkaufsverbot** wird im Rückblick oft zu viel vermischt. Für die BaFin war bei dieser Maßnahme nicht entscheidend, ob die Vorwürfe gegen Wirecard materiell zutrafen oder nicht. Entscheidend war aus Sicht der Marktaufsicht die Frage, ob Presseberichte, Shortseller-Aktivitäten und Marktreaktionen eine erhebliche Marktstörung auslösen konnten. Das Leerverkaufsverbot war also nicht automatisch ein Wahrheitsurteil zugunsten Wirecards, sondern eine marktaufsichtliche Maßnahme gegen angenommene Marktverwerfungen.

Deshalb würde ich Punkt 4 so zusammenfassen:

**Bei EY, BaFin und Staatsanwaltschaft geht es weniger um eine einheitliche Schutzverschwörung zugunsten Wirecards, sondern um institutionelle Fehlanreize, falsche Risikogewichtung, mangelnde Konsequenz und einen massiven Perspektivwechsel nach dem Kollaps. EY sah genug, um skeptischer prüfen zu müssen. Die BaFin war strukturell eher auf defensives Handeln programmiert. Und die Staatsanwaltschaft bewegte sich von kursbedingter Zurückhaltung vor dem Zusammenbruch zu erheblichem Aufklärungsdruck danach.**
Antworten
CharlotteTheo.:

Sammelantwort 5

 
26.04.26 20:27
5. Anlegervertrauen, Analystenempfehlungen, Interessenkonflikte und Eigenverantwortung

Der fünfte Themenbereich betrifft für mich die Frage, wie man das Verhalten der Anleger bewertet. Dabei greift die einfache Gegenüberstellung „gierige Anleger“ gegen „unschuldige Opfer“ zu kurz.

Natürlich trägt jeder Anleger Eigenverantwortung. Bei Wirecard gab es über Jahre Warnsignale: kritische Presseberichte, Shortseller-Vorwürfe, Zweifel am Asiengeschäft, offene Fragen zum TPA-Modell und später die KPMG-Sonderprüfung. Wer investiert blieb oder nachkaufte, traf eine eigene Risikentscheidung.

Aber damit ist die Sache nicht erledigt. Wirecard war kein unregulierter Nebenwert, sondern ein DAX-Konzern. Das Unternehmen wurde von EY testiert, von Banken finanziert, von Analysten bewertet, von institutionellen Investoren gehalten und von der BaFin nicht gestoppt. Genau diese Faktoren wirkten für viele Anleger als Beruhigungssignale.

Marc Liebscher hat das in einem Interview 2020 treffend beschrieben. Er sagte sinngemäß, die BaFin sei für große Anleger ein zentraler Vertrauensanker gewesen. Er habe mit Investoren in London gesprochen, die teils dreistellige Millionenbeträge in Wirecard investiert hatten. Wenn er vor Wirecard gewarnt habe, sei deren Reaktion ungefähr gewesen: Ihr habt vielleicht recht mit euren Vorwürfen, aber es kann nicht sein, dass alles faul ist — schließlich gibt es EY und die BaFin.

Das ist der entscheidende Punkt: Viele Anleger vertrauten nicht nur Braun oder Wirecard. Sie vertrauten einem ganzen System aus Wirtschaftsprüfern, Finanzaufsicht, Banken, Analysten und DAX-Status. EY und BaFin wirkten wie eine letzte Plausibilitätsgarantie. Man konnte sich kaum vorstellen, dass ein kompletter Betrug in einem deutschen DAX-Konzern über Jahre möglich sein sollte, wenn all diese Kontroll- und Marktinstanzen nicht einschritten.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Rolle der Banken. Die Commerzbank war einer der großen Kreditgeber und Konsortialführerin beim Wirecard-Kreditrahmen. Im Prozess wurde später berichtet, dass die Bank bereits 2018 und 2019 erhebliche Verdachtsmomente sah: verdächtige Überweisungen, auffällige Partnerfirmen in Singapur und Hinweise auf ein mögliches Scheinfirmengeflecht. Trotzdem fand die Bank keinen klaren Weg zum sofortigen Ausstieg.

Der Satz aus dem Prozesskontext ist dafür bezeichnend: Man habe nicht „wie die Deppen am Markt dastehen“ wollen, falls man falschliege. Genau das zeigt die institutionelle Dynamik. Selbst professionelle Marktteilnehmer hatten Zweifel, aber sie scheuten den Bruch mit dem herrschenden Marktbild. Wenn schon eine große Bank mit internen Anti-Fraud-Hinweisen zögerte, kann man Kleinanlegern nicht einfach rückblickend vorwerfen, sie hätten alles erkennen müssen.

Zu Punkt 5 gehören außerdem mögliche Interessenkonflikte professioneller Marktakteure. Analystenempfehlungen, hohe Kursziele, Bankenkredite und institutionelle Beteiligungen wirkten für viele Anleger wie Qualitätssignale. Gleichzeitig standen dahinter teilweise eigene Geschäftsinteressen, Beratungsnähe oder ambivalente Marktrollen.

Das betrifft nicht nur die Commerzbank. Ein Beispiel ist Jochen Reichert von Warburg. Er war bereits seit den Nullerjahren ein ausgesprochen bullisher Wirecard-Analyst und wurde später Berater von Wirecard. Gleichzeitig war Wirecards Aufsichtsratsvorsitzender Wulf Matthias Berater von Christian Olearius beziehungsweise Warburg. Das muss nicht automatisch illegitim sein, zeigt aber die Nähe zwischen Analyse, Beratung, Kapitalmarktkommunikation und Wirecard-Umfeld. Für Anleger war nach außen vor allem sichtbar: Eine renommierte Bank beziehungsweise ein bekannter Analyst sieht Wirecard positiv.

Ähnlich interessant ist Goldman Sachs. Goldman hatte seit 2013 regelmäßig sehr hohe Kursziele für Wirecard und setzte die Aktie zeitweise auf die Conviction Buy List. Solche Einstufungen wurden am Markt gelesen und hatten Wirkung. Später wurde im Untersuchungsausschuss sinngemäß gesagt, intern habe man Wirecard gar nicht wirklich angefasst; vieles sei nur im Auftrag von Kunden erfolgt. Das ändert aber nichts daran, dass Goldman als Name am Markt Gewicht hatte — durch Research, durch Sichtbarkeit und auch als Investor.

Gerade bei Goldman ist die Doppelrolle spannend. Einerseits war Goldman als Aktionär sichtbar. Andererseits gab es immer das Gerücht, ein erheblicher Teil der Aktienposition habe vor allem dazu gedient, Aktien an Leerverkäufer zu verleihen. Das wäre analytisch ein völlig anderer Sachverhalt: Dann hätte die sichtbare Beteiligung nach außen wie ein Vertrauenssignal wirken können, während sie intern eher Teil eines Wertpapierleihe- oder Kundengeschäfts gewesen wäre. Wenn Wolfgang Fink im Untersuchungsausschuss Angaben dazu nachreichen wollte, diese Frage aber nie abschließend geklärt wurde, bleibt hier eine wichtige offene Lücke.

Das alles verschiebt die Anlegerfrage erheblich. Kleinanleger sahen DAX-Zugehörigkeit, EY-Testate, BaFin-Passivität, hohe Kursziele, Bankennamen, Kreditlinien und institutionelle Investoren. Sie konnten aber kaum erkennen, welche Interessen, Mandate, Beratungsbeziehungen, Kreditrisiken oder Wertpapierleihe-Strukturen dahinterstanden.

Deshalb würde ich Punkt 5 so zusammenfassen:

Wirecard zeigt die Spannung zwischen Anlegerverantwortung und institutionellem Vertrauen. Anleger hätten Warnsignale ernst nehmen können und müssen. Gleichzeitig sendeten DAX-Zugehörigkeit, EY-Testate, BaFin-Verhalten, Bankenkredite, Analystenempfehlungen und institutionelle Investoren starke Beruhigungssignale. Selbst professionelle Akteure zweifelten teilweise, scheuten aber den Bruch mit dem herrschenden Marktbild.

Oder zugespitzt:

Viele Anleger vertrauten nicht blind Braun. Sie vertrauten einem Marktbild, das von EY, BaFin, Banken, Analysten und Großinvestoren mitgeprägt wurde. Der Wirecard-Skandal besteht auch darin, dass genau dieses System als Vertrauensanker versagte — und dass die dahinterliegenden Interessenkonflikte für normale Anleger kaum durchschaubar waren.
Antworten
CharlotteTheo.:

Nachtrag

 
26.04.26 20:30
Diejenigen, die hier eine Diskussion mit Halbsätzen, Schlagworten und Andeutungen führen, erfüllen nicht meinen Standard an eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Wirecard.

Gerade bei diesem Thema muss man sauber trennen: Geschäftsmodell, TPA-Struktur, Dirty Payments, Bilanzierung, Aufsicht, Wirtschaftsprüfung, Staatsanwaltschaft, Analysten, Anlegervertrauen und politische Verantwortung sind miteinander verbunden, aber nicht identisch. Wer alles in einen Topf wirft, produziert keine Aufklärung, sondern Nebel.

Ich bin jederzeit bereit, sich anschließende Fragen zu beantworten — wie immer fundiert und entlang konkreter Sachfragen. Quellen kann ich ebenfalls nachreichen.
Antworten
Meimsteph:

die flucht geht weiter

 
17.05.26 11:45
Er spammt  mit sehr viel Zeit und 10 Identitäten Twitter zu
auf fast jeden meiner Posts folgt eine Hühnchen Morddrohung von ihm
die Nerven liegen OFFENSICHTLICH Blank

er  spammt 2014 zu .... nicht mal mehr ich lese da mit
und jetzt besetzt er "verantwortungsbewusste"
mal war inso komplett korrekt , dann wieder greift er seinerseits Jaffe an
milliarden Wörter , die keinen interessieren können , und kein anderes Ziel haben können , als Interessierte zu vergraulen  
(Verkleinert auf 67%) vergrößern
Meine Wirecard-Gewinne - Thread! 1518050
Antworten
Meimsteph:

da fressen die mit

 
17.05.26 13:52
begeisterung das luftbude narrative und dann findet irgendjemand die Daten und auch noch das Geld !
ja dann erzählt ihr halt jetzt das gehört alles einem Gambling Schweine Milliadär
na klar! Ihr fliegt an cote d azur , liefert paar schöne Bilder ....ihr macht das schon!
Jeder weiß Ihr seid seriös und verteidigt die Demokratie
x.com/i/status/2055950201156665805
Antworten
Meimsteph:

ganz interessant

 
17.05.26 23:27
der treuhandwechsel
x.com/csFraudAnalysis/status/2056093836581957894
Antworten
Meimsteph:

sehr interessant!

 
17.05.26 23:36
"endlich angekommen"
x.com/csFraudAnalysis/status/2056068881933127690
Antworten
Meimsteph:

ja sieht so aus

 
17.05.26 23:47
man macht sich Türen auf , damit die Aussentüren zu bleiben.....

die ganze Wahrheit DARF nicht ans Licht kommen
schon mal weil dann jmd 24 Milliarden für Aktionäre aufbringen müsste
Wenn rauskommen würde , dass WDI keine Luftbude war , wären Aktionäre von LIQUIDEN Personen im Auftrag von liquiden Institutionen
um 24 milliarden geprellt worden.
Durch diese Tür gibts keinen Ausgang

dann muss man halt einen anderen Fluchtweg graben .....
gibt immer noch die chance , dass wahrheit durch ein Mauseloch nach draussen dringt .....
Jeder der sie nicht kennt , kann sich glücklich schätzen .
Den auf den warten sicher paar tollwüti ge Füchse

HURRA , HURRA ich kenne sie nicht!
twitterzitat
csfa.
@csFraudAnalysis
·
3 Std.
@grok

wo haben diese realen endkundenumsätze stattgefunden?
wenn du dich im Jahr 2021 und somit nach der wirecard auf bestimmten streaming-seiten angemeldet hast, hast du jedes Mal einen anderen deskriptor bekommen.
glaubst du ernsthaft, es war jedes Mal ein anderes streaming Portal?

das war es nicht.

es waren auch nicht unendlich viele deskriptoren, sie haben sich irgendwann wiederholt.

und das ist genau dasselbe, was bei der Operation chargeback geschrieben wird.

das steht auf der Seite des BKA
und nicht in einem Antrag der Verteidigung...

was bedeutet das?

es bedeutet, dass das, was Marsalek beschreibt - und zwar ausdrücklich als Geschäft der wirecard - in der Realität, nachweislich existiert.

und schon an dieser Stelle zeigt sich ja ein Widerspruch, weil der Richter jeden einzelnen Zeugen fragt, ob dieses Modell überhaupt Sinn macht - und alle Zeugen Antworten mit nein.

aber warum?

weil der Richter nicht einzelne Dinge abfragt, sondern einen kettensatz bildet mit allen möglichen verschiedenen Dingen - und wenn jemand nein antwortet, antwortet er eben nein auf dem ganzen kettensatz.

das bedeutet nicht, das alles daran falsch ist...

also deskriptoren.

nehmen wir das Beispiel ccbill - das ist definitiv ein Kunde der wirecard gewesen.

der Zeuge von ccbill hat dem Gericht nicht seine Kunden verraten.

dies sei geschäftsgeheimnis.

wirecard kannte sie also auch nicht.

bei Visa ist dann eine Abbuchung aufgetaucht von einem der deskriptoren.

eine zypriotische briefkastenfirma. eine von vielen. die werden blockweise gegründet, alle paar Tage 100 Stück davon.

und die tauchen auf der kreditkartenabrechnung eines Kunden auf, der sich bei dem streaming Portal anmeldet.

nicht der Betreiber des Portals. es ist der briefkasten.

und ich glaube, die Verteidigung selbst hat das ganze Konstrukt noch nicht verstanden.

aber die staatsanwaltschaft Koblenz muss es verstanden haben.

und deshalb muss alles aus diesem Verfahren Teil des Verfahrens in München werden.

das wird dann aber länger dauern als bis 2027 und ich glaube, an dieser Stelle macht die Verteidigung eine Türe auf für das Gericht...

ich glaube inzwischen weder der Anklage, noch der Verteidigung.

jemand, der ziemlich sehr genau Bescheid weiß, hat mir erst heute geantwortet " es geht hier nicht um schwarz und weiß, es geht um grau und ich glaube, inzwischen wird über verschiedene grautöne verhandelt und nicht mehr über schwarz und weiß"

genau das ist es.
Antworten
CharlotteTheo.:

Kathryn

 
18.05.26 00:45
Genau lesen
Zahlungsunfähigkeit UND Überschuldung. Seit wann sind +200M Euro ein Beleg dafür, dass keine Zahlungsunfähigkeit vorgelegen hat? Ich würde einen Blick in die Insolvenzeröffnungsbilanz werfen. NmM.
HonestMeyer, 09.04.26 09:27
Die brandenburgische Pilzsammlerin hat sich 2023 angemeldet, drei Jahre nach dem Zusammenbruch der Wirecard. Zu ihren bestbewertesten beiträgen gehört ausgerechnet dieser hier

https://www.ariva.de/forum/...014-2025-497990?page=7290#jumppos182265


Chaecka

”Durcheinander
Sortieren wir das Durcheinander etwas:

1. Historie
Indizien für kleine und mittlere Unregelmäßigkeiten des Unternehmens waren ab 2019 immer vorhanden (ein gewisser Jigajig erkannte die recht früh und ist heute ein gemachter Mann, wenn er seine damaligen frühen Kenntnisse rechtzeitig in den Kauf von Puts umsetzte).[hat er nicht und auch ansonsten ist die Aussage Unsinn]


Selbst der Zatarrabericht bezog sich (nur) auf Scheinbüros und andere Dinge, die eine Pleite von Wirecard noch nicht nach sich gezogen hätte. [interessanter Punkt... Aber was beschrieb Zatarra? Zatarra erwähnte Firmen und Personen AUSSERHALB DER WIRECARD und exakt diese Strukturen nutzt die Verteidigung heute, um Geschäft zu belegen... Das ist für mich das Unverständlichste daran. Wenn Braun das 2016 untersucht hätte, hätte er spätestens 2019 extrem zweifeln müssen an seiner Vorstellung von Marsalek und Co. Belegt ist, dass Burkhard Ley das aktiv untersucht hat. Deshalb ist nicht ausgeschlossen, dass Braun nichts wusste - aber dann war er komplett gaga im Kopf... denkbar... aber es ist für  mich bis heute ein Rätsel... Leogrande schrieb "alle stützten sich auf Zatarra, ob ihr Name vorkommt" - und Braun hat sich nicht damit beschäftigt?
Das stimmt entweder nicht, oder er ist ernsthaft ziemlich "dumm" im Sinne von "Verständnis für die Strukturen seiner Firma"]


Dennoch beunruhigen diese Ergebnisse viele Anleger und der Kurseinbruch begann. Erst am 22.06.20 wurde festgestellt, dass die 1,9 Mrd Euro, ein wesentliches Aktivum in der Bilanz, nicht vorhanden waren und das Unternehmen auf eine Insolvenz zusteuerte. [so formuliert eine zu grobe Verkürzung]

Was danach mit dem Aktienkurs passierte, war das, was es in solchen Situationen immer gibt: Zocker und Daytrader hoffen schnelle Gewinne und der Kurs springt erratischen hin und her (siehe Varta).
Irgendwelche vermeintlich seltsamen Kursbewegungen lassen sich so leicht erklären.
[bedeutungslos fürs Thema, aber richtig]

2. Betrug
Dass wir darüber überhaupt noch sprechen müssen: Wer 1,9 Mrd. Euro als Guthaben bilanziert, obwohl es dieses Geld nicht gibt, betrügt. [FALSCH!!!!!!!!]
Die Betrüger sind mindestens diejenigen, die die Bilanz unterzeichnet haben. [FALSCH!!!!!!]

Ich nehme Markus Braun nicht aus der Haftung, weil er für die Implementierung eines internen IKS Systems verantwortlich war und ich ihm nicht abkaufen, dass er von all den Scheinbüros, wo angeblich die ganzen Gewinne erzielt wurden, nichts wusste. [was ist gemeint? Wenn ich auf eine Struktur, an die ich glaube, ein Scheinbüro setze, kann ich doch an die Struktur glauben??? Google rechnete jahrelang seine kompletten Gewinne in Milliardenhöhe über ein Postfach auf den bermudas ab. so what?]



Dass EY Teil der Betrügerbande gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht. Für mich ist das so ähnlich wie damals die KPMG bei Flowtex, die sich auch an der Nase hat herum führen lassen.[Wambachbericht ist da klar und deutlich... EY hat sich nicht an der Nase herumführen lassen... EY hat konkrete Gründe gesehen, nicht zu testieren, bekam einen hochdotierten Beratervertrag und hat plötzlich die Gründe nicht mehr gesehen]



3. Anlegerkampf:
Dazu habe ich schon mehrfach geschrieben (ich habe beruflich viel mit Insolvenzen zu tun).
Das Unternehmen hat nichts
Der Vorstand hat fast nichts
Die BaFin ist nicht haftbar, weil sie sich auf die Bilanzen von EY verließ und es nicht ihre Aufgabe ist, Bilanzen zu prüfen [FALSCH! BaFin ist über §826 durchaus haftbar, aber alle Klageschriften, die ich gelesen habe, sind dumm formuliert]


EY entzieht sich seiner Haftung durch formaljuristische Tricks [weil man sie lässt... Das Bellenhausmärchen ist Teil davon. Das ist mittlerweile OFFIZIELL Teil des KapMuG]


Die Gläubiger haben weit höhere Forderungen gestellt und selbst, wenn bei den o. g. Parteien noch etwas zu holen ist, werden deren Forderungen vor den Anleger Forderungen befriedigt.[EY hat genug Geld für alle]

Wer hier also Arbeit investiert, muss sich bewusst sein, dass am Ende nur ein Anspruch, aber keine Entschädigung herauskommen kann. [und wenn was kein geld bringt, muss man es nicht tun und wer es tut, ist verrückt?]



4. EY:
So sehr ich EY auch verfluchte, so haben nicht die die Bilanz gefälscht, sondern die Protagonisten von Wirecard. [ANNAHME! Wambach sagt klar etwas anderes... ]
Das müssen wir uns schon auch vor Augen halten. Und der Betrug war ja wohl ganz geschickt gemacht und es mag sogar politischen Einfluss gegeben haben, der auch an EY nicht ganz spurlos vorbeiging. [Verschwörungstheorie ohne jeden beleg]

Immerhin hat sich Wirecard ja als Opfer der Leerverkäufer dargestellt und ist mit diesen Unfug eine ganz Weile durchgekommen [und wer hat das erfunden? Es war schon 2004 (!) die Legende] (auch ich habe ihnen das eine Weile abgekauft, wofür ich mich noch heute schäme).[nicht schämen, nächstes Mal einfach erst lesen, dann denken]


5. TPA (Drittgeschäft)
Es gab sicher Drittgeschäft, in welchem Umfang auch immer. Ich habe dazu ja schon Vorschläge gemacht, wie man das leicht herausfinden könnte. Nachdem dieser Weg nicht beschritten wird (der Markus Braun entlasten würde), gehe ich davon aus, dass es das TPA nur in homöopathischen Mengen gab.[kann ich nix sagen, kenne die Vorschläge nicht... ich kenne keinen Weg, etwas zu beweisen, ohne die gelöschte Datenbank... Visa/MC könnten helfen - aber die werden gerade lust haben,wirecard schmutzige Deals zu verifizieren... da würden sie selbst unter Druck kommen]



6. Zusammenfassung
So kompliziert, wie ihr versucht, alles darzustellen, ist es nicht. Viele Eurer gestellten Fragen haben für Anleger schlicht keine Relevanz. Kursbewegungen eines in Insolvenz geratenen Unternehmens ergründen zu wollen, führt zu nichts.
[wieder das Argument: was nicht in geld zu verwandeln ist, ist uninteressant]


Der Jan sitzt mit mehreren 100 Mio. von den Banken ergaunertem Geld auf Putins Schoss [Verschwörungstheorie], Meimsteph wirft Nebelbomben und versucht, ihre braune Propaganda zu verbreiten [tut sie], Leo kommt über seinen historischen Fehler nicht hinweg und Pastapasta/Jigajig ist auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit und verliert sich in Nebensächlichkeiten.[sagt der Idiot, der nur daherblubbert???]

Und der Markus sitzt im Knast. Meiner Meinung nach zu Recht!
[seit 6 Jahren? Nur Nazikillerin Zschäpe saß länger in U-Haft? Gerecht?]

Chaecka, 15.09.24 11:20

Kathryn:

Danke für den Beitrag, rational und vernünftig, super. Damit ist eigentlich alles gesagt, worauf es ankommt. So werden es wohl die meisten sehen, deswegen ist das Thema öffetnlich abgehakt und raus aus den Meldungen.  


geh Pilze sammeln. Hoffentlich ist ein Giftpilz drunter.
Antworten
CharlotteTheo.:

Zwischen Polen und Polemik

 
18.05.26 20:54
Genau lesen
Zahlungsunfähigkeit UND Überschuldung. Seit wann sind +200M Euro ein Beleg dafür, dass keine Zahlungsunfähigkeit vorgelegen hat? Ich würde einen Blick in die Insolvenzeröffnungsbilanz werfen. NmM.
HonestMeyer, 09.04.26 09:27
fontaane.wordpress.com/2026/04/09/...schen-polen-und-polemik/


Eigentlich passt das Grok-Experiment fast unheimlich gut zu "Zwischen Polen und Polemik"

Denn der Text beschreibt ja genau diese Bewegung:
nicht von Wahrheit zu Wahrheit, sondern von Sicherheit zu Irritation.

"Mein Thema ist nicht das Urteil. Mein Thema ist, wie aus Indizien Gewissheit wird."

Das ist eigentlich der Kern von allem.

Und genau deshalb ist die Grok-Prophezeiung so komisch:
"Er wird … seine Kernunterscheidung (Bilanz – Geschäft – individuelle Schuld) wiederholen."

Ja.
Natürlich.
Weil genau diese Trennung offenbar selbst dann wieder auftaucht, wenn man die KI rhetorisch in völlig unterschiedliche Pole hineindrückt.

Das Experiment war fast schon eine kleine praktische Vorführung des Textes:
Zwischen den Polen verändert sich Tonfall, Moral, Polemik, Pathos
aber irgendwo darunter bleibt ein stabiler Kern übrig.

Und dieser Kern ist eben nicht:
Braun ist unschuldig
oder
alles war fake.

Sondern:
Zwischen Befund und Schluss liegt eine Verbindung —
"und genau diese Verbindung wird häufig unsichtbar"

Das ist ein verdammt interessanter Satz.

Weil er nicht nur etwas über Wirecard sagt, sondern auch über Narrative allgemein.
Über Medien. Über Prozesse. Über KI. Über soziale Dynamiken.

Denn genau das passierte ja mit Grok:
Aus einzelnen realen Elementen - KPMG, 1,9 Milliarden, Singapur, gefälschte Bestätigungen,
Bellenhaus - entsteht sehr schnell ein stabiles Gesamtbild. Und dieses Gesamtbild wirkt dann irgendwann so selbstverständlich, dass jede Differenzierung sofort verdächtig erscheint.

Der Text beschreibt das fast philosophisch:
"Nicht mehr die Erklärung wird an den Fakten gemessen, sondern die Fakten an der Erklärung."

Das ist stark. Gerade deshalb funktioniert "Zwischen Polen und Polemik" auch über Wirecard hinaus.
Denn der Text beschreibt eigentlich die Erfahrung, zwischen fertigen Lagern zu sitzen:
Für die einen bist du längst ein "Braunversteher", für die anderen wahrscheinlich immer noch viel zu staatsnah, weil du den objektiven Skandalbefund ausdrücklich anerkennst.

Und dann sitzt man plötzlich genau dort, wo der Titel hinzeigt:
zwischen den Polen und mitten in der Polemik.

Ich finde auch diese Stelle bemerkenswert ehrlich:
"Meine stärkste Position ist heute nicht mehr die Behauptung eines Skandals, sondern die Analyse einer Dynamik."

Das ist ziemlich weit entfernt von typischem Internet-Rechthabertum.
Da versucht jemand sichtbar, die eigene Entwicklung offenzulegen, inklusive Irritation,
Zuspitzung, Überreaktion, Selbstkorrektur.

Und vielleicht ist genau das der eigentliche Grund,
warum der Text manche Leute so irritiert:
Er liefert keine einfache Gegen-Erzählung. Er verweigert sich beiden Komplettgewissheiten.

Vielleicht passt deshalb sogar die Grok-Prognose unfreiwillig perfekt zum Text:
Die Pole erwarten eine klare Lagerzuordnung.
Und sobald jemand immer wieder auf die Verbindung zwischen Befund und Schluss zurückkommt,
wirkt das auf beide Seiten fast schon provokativ.

Oder, um den Text selbst zu zitieren:
"Mein Problem ist nicht, dass ich sicher wüsste, wie das Verfahren ausgehen muss.
Mein Problem ist, dass ich die Sicherheit der anderen oft nicht nachvollziehen kann."

Das ist vermutlich der eigentliche Satz hinter allem.

PS: Ich bin ein höflicher, anständiger und zurückhaltender Mensch, mit EINER Ausnahme: wenn jemand UNLOGISCH mit mir argumentiert und MIR dann erst Unlogik vorwirft und dann meine Emotionen und zugleich sagt, ich würde Gefühle anderer verletzen, weil ich sie nicht respektiere - dabei greife ich die UNLOGIK an, dann raste ich aus. Immer. Wie auf Knopdruck.

Kathryn kann ihre Giftpilze essen, wo sie will, was interessiert mich das eigentlich? Aber sie argumentiert unlogisch und irrational in einem Fall, der Rationalität und Logik braucht.

Antworten
CharlotteTheo.:

Häh?

 
18.05.26 20:56
sehr interessant!
Meimsteph, 17.05.26 23:36
Kannst Du das bitte irgendwie erläutern?

25.06.2020
"The cash exists. I am sure. But it is not in the wirecard balance sheets. It is in the hand of the dealer"

Wo soll ich angekommen sein? Bei deinen Theorien bestimmt nicht :)
Antworten
CharlotteTheo.:

Kennst du sie denn?

 
28.05.26 23:57
Genau lesen
Zahlungsunfähigkeit UND Überschuldung. Seit wann sind +200M Euro ein Beleg dafür, dass keine Zahlungsunfähigkeit vorgelegen hat? Ich würde einen Blick in die Insolvenzeröffnungsbilanz werfen. NmM.
HonestMeyer, 09.04.26 09:27
Der dickste Punkt ist nicht das berühmte Treuhandgeld, sondern die massive Nichtberücksichtigung konzerninterner Forderungen und Beteiligungsbuchwerte. Allein bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen stehen rund 2,168 Mrd. Euro Buchwert im Raum; Jaffé setzt davon nur rund 201,2 Mio. Euro an, also im Ergebnis nur die aus seiner Sicht werthaltigen Forderungen gegen die nicht insolvente Wirecard Acquiring & Issuing. Für den Rest sagt er: Rechtsbeziehungen, Cash-Pooling, mögliche Nachrangigkeit und Insolvenzen der Tochtergesellschaften müssten erst aufgearbeitet werden; deshalb "aus Vorsichtsgründen kein Ansatz"

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nennt er eine Liste von insgesamt 77.986.856,88 Euro. Diese sollen aus Bürgschaften zugunsten der Wirecard Bank entstanden sein, die die Bank in Anspruch genommen und mit Guthaben der Wirecard AG verrechnet habe. Weil Jaffé den Vorgang und die Werthaltigkeit nicht beurteilen kann, setzt er nur 1 Euro an.

Bei den Beteiligungen nennt er einen Buchwert von rund 1,29 Mrd. Euro, im Wesentlichen Wirecard Technologies 273 Mio., Wirecard Acquiring & Issuing 308 Mio. und Wirecard Sales International 660 Mio.. Angesetzt werden aber nur 100 Mio. Euro, praktisch für die Wirecard Acquiring & Issuing-Struktur, für insolvente Teilkonzerne und mehrere Sondergesellschaften setzt er zunächst nichts an.

Beim Bankguthaben ist wichtig zu trennen: Für die Zahlungsunfähigkeit zählt Jaffé nur 26,8 Mio. Euro freie liquide Mittel. Für den Vermögensstatus setzt er zusätzlich vorsorglich 100 Mio. Euro der noch blockierten Wirecard-Bank-Gelder an. Er schreibt aber, dass zum 14.08.2020 noch 230.318.801,60 Euro bei der Wirecard Bank vorhanden, aber wegen BaFin-Anordnungen blockiert waren. Damit bleiben in dieser Position rechnerisch 130.318.801,60 Euro unberücksichtigt.

Zusammengefasst: Nur bei den ausdrücklich bezifferten Aktivpositionen lässt Jaffé gegenüber Buchwerten bzw. genannten Ausgangswerten grob über 3,37 Mrd. Euro außen vor. Das ist keine endgültige Aussage, dass diese Werte "nichts wert" seien, sondern eine sehr konservative Insolvenzeröffnungsrechnung unter Unsicherheit.
Antworten
HonestMeyer:

Charlotte

 
01.06.26 11:10
Zur Vervollständigung des Gesamtbildes sollten den Forderungen & Co. die Summe der Schulden, sprich Masseverbindlichkeiten inkl. gesamte Insolvenzkosten, vorrangige und nachrangige Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten, z.B. aus offenen Verfahren, gegenübergestellt werden. War man ohne Aktionärsforderungen nicht bereits über 10 Milliarden Euro Schulden hinaus? NmM.  
Antworten
CharlotteTheo.:

HonestMeyer

 
02.06.26 22:29
"War man ohne Aktionärsforderungen nicht bereits über 10 Milliarden Euro Schulden hinaus? "
? Quelle ? worauf bezieht sich das?

So haben zum aktuellen Stand rd. 51.800 Aktionäre Forderungen mit einem Volumen von rd. € 8,5 Mrd. angemeldet.

Hier zu bedenken: Das sind einige große Fische mit teils dreistelligen Millionenbeträgen... (Quinn Emanuel vertritt 83 Aktionäre mit 1,8 Mrd € Schaden, 22 Mio € pro Kopf, dann bleiben noch 6,7 Mrd für die 50000 anderen - das wären 134.000/Kopf)

Interessant übrigens, dass auch die Mitschuld der Aktionäre thematisiert wird

"Zudem stellen sich Fragen zu einer etwaigen Anspruchskürzung aufgrund Mitverschuldens (§ 254 Abs. 1 BGB, §§ 97 Abs. 3, 98 Abs. 3 WpHG), insbesondere vor dem Hintergrund der seit Jahren breiten internationalen Presseberichterstattung über die möglichen Unregelmäßigkeiten bei der Schuldnerin, der Beauftragung von KPMG mit einer Sonderprüfung im Oktober 2019 und der Veröffentlichung des KPMG-Berichts im April 2020."

Das wird aber eh erst spannend, wenn man die Hürden davor überwunden hat (besteht überhaupt ein Anspruch? Auf welcher rechtlichen Grundlage? Wurde Kausalität nachgewiesen?)

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