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Anleger völlig fassungslos: Intel-Aktie explodiert nach oben!

Nach der zuletzt ohnehin steilen Rallye wurde Chip-Hersteller Intel vor den Zahlen nicht mehr viel zugetraut. Jetzt hat das Unternehmen Zweifel Lügen gestraft.
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Intel-Logo mit explodierendem Candlestick-Chart (Symbolbild).
Quelle: - KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
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Intel überrumpelt den Markt: Stärke, die so niemand erwartet hatte

Um bereits 81 Prozent ist die Aktie von Halbleiter-Urgestein Intel in diesem Jahr bereits gestiegen. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr steht sogar ein Plus von knapp 211 Prozent zu Buche. Eine beeindruckende Bilanz für ein Unternehmen, das mit erheblichen operativen und finanziellen Herausforderungen kämpft und bis zuletzt als Verlierer im Kampf um leistungsfähige und reichweitenstarke KI-Hardware galt.

Vor den am Donnerstagabend vorgelegten Quartalszahlen wurde der Aktie daher nicht mehr allzu viel an Potenzial zugetraut. Am Optionsmarkt hatten sich Händlerinnen und Händler mehrheitlich für fallende Kurse in Stellung gebracht – nachvollziehbar, nachdem die Aktie nach dem letzten Quartalsbericht im Januar 17 Prozent an Wert verloren hatte.

Dank Datencenter-Sparte: Umsatzerwartungen pulverisiert

Doch dieses Mal strafte Intel seine Zweiflerinnen und Zweifler brutalstmöglich ab. Sowohl die Zahlen für das abgelaufene Quartal als auch der Ausblick auf das kommende fielen weit über den Erwartungen der Analystinnen und Analysten aus.

Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 6,9 Prozent auf 13,58 Milliarden US-Dollar zu. Damit übertraf Intel die Erwartungen um satte 1,15 Milliarden US-Dollar. Während sich der Verkauf von CPUs für den PC-Markt erwartungsgemäß schwach mit einem Plus von 1,3 Prozent entwickelte, zog das Geschäft mit Datenzentren endlich an.

Hier steigerte sich Intel um 22,4 Prozent auf 5,05 Milliarden US-Dollar. Auch bei der Auftragsfertigung (Foundry-Sparte) konnte sich Intel mit einem Plus von 16,2 Prozent auf 5,42 Milliarden US-Dollar deutlich steigern. Das beweist erstens, dass CPUs für Datenzentren immer wichtiger werden, nachdem lange GPUs (Grafikbeschleuniger) den Ton angaben. Und zweitens zahlen sich auch die Investitionen in die Fertigungssparte aus, wo man künftig wieder stärker mit Samsung und TSMC konkurrieren will.

Gewinn verbessert, aber mit einem Haken

Auch ertragsseitig lieferte Intel eine große Überraschung. Der bereinigte Gewinn (Non-GAAP) pro Aktie konnte gegenüber dem Vorjahreswert von 0,13 US-Dollar auf 0,29 US-Dollar mehr als verdoppelt werden. Eigentlich hatte der Markt gerade so mit schwarzen Zahlen und einem EPS von 0,01 US-Dollar gerechnet.

Allerdings gibt es einen Haken: Auf berichteter Basis (nach standardisierter Rechnungslegung GAAP) vergrößerte Intel seinen Verlust. Nach 821 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal verzeichnete der Konzern nun Einbußen in Höhe von 3,73 Milliarden US-Dollar. Hierfür waren vor allem um fast 4,0 Milliarden US-Dollar gestiegene Restrukturierungskosten verantwortlich.

Das zeigt, dass der Konzernumbau weiter mit hohen finanziellen Belastungen verbunden ist. Nichtsdestotrotz konnte Intel seine langfristigen Verbindlichkeiten um rund 1 Milliarde US-Dollar auf 43,0 Milliarden US-Dollar reduzieren.

Prognose sprengt Erwartungen

Sorgte im Januar noch ein schwacher Ausblick für Ärger und einen Kurseinbruch der Aktie, ließ sich das Management um CEO Lip-Bu Tan dieses Mal nicht lumpen. Für das kommende Quartal wurden Erlöse von 13,8 bis 14,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Damit lag die Mittelpunktschätzung von 14,3 Milliarden US-Dollar weit über den Markterwartungen von 13,06 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie rechnet Intel mit 0,20 US-Dollar gegenüber den Prognosen von 0,08 US-Dollar.

Die neugewonnene Zuversicht begründete Tan sowohl in der Pressemitteilung als auch in der anschließenden Konferenz mit der wachsenden Bedeutung von CPUs im KI-Zeitalter: "Die nächste KI-Welle wird Intelligenz näher an den Endbenutzer bringen und sich von grundlegenden Modellen über Inferenz-Modelle zu Agenten weiterentwickeln. Diese Verschiebung wird mit einer signifikant steigenden Nachfrage nach Intel-CPUs, Wafern und Packaging-Lösungen einhergehen."

Neues Allzeithoch – nach mehr als 26 Jahren Wartezeit!

 

Von diesem Optimismus ließen sich Anlegerinnen und Anleger in der US-Nachbörse gerne anstecken. Die Aktie schoss aus dem Stand zweistellig nach oben und konnte ihre Gewinne zwischenzeitlich auf über 20 Prozent ausbauen. Den erweiterten Handel beendete sie schließlich mit einem Plus von 19,9 Prozent und einem Kurs von 80,07 US-Dollar.

Damit erreichte das Papier ein neues Allzeithoch – und konnte den 26 Jahre alten Kursrekord, erzielt auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase einstellen.

Von der Euphorie ließen sich auch andere Halbleiteraktien anstecken. Vor allem Mitbewerber im CPU-Geschäft AMD (+7,7 Prozent) und Chip-Architektur-Designer Arm (+6,0 Prozent) legten in der US-Nachbörse ebenfalls deutlich zu.

Fazit: Euphorie nimmt überhand, Vorsicht geboten

Ungeachtet der rundum gelungenen Überraschung und der am Freitag auch im regulären Handel zu erwartenden Kursexplosion ist inzwischen Vorsicht angebracht. Selbst wenn jetzt eine deutliche Revision der Gewinnerwartungen für 2026 und 2027 stattfinden sollte, ist Intel mit einem KGV von über 50 für beide Jahre bereits sportlich bewertet – Branchenprimus Nvidia kommt auf ein KGVe 2026 von 24,3, AMD auf einen Wert von 45,3.

Außerdem war die Aktie schon vor den Zahlen technisch im überkauften Bereich, jetzt dürfte die Überhitzung noch deutlich größer werden, zumal die Aktie außerhalb ihrer Bollinger-Bänder in den Handel starten dürfte. Das macht trotz des Kaufsignals, welches das neue Allzeithoch bedeutet, Gewinnmitnahmen wahrscheinlich. Wer die Rallye verpasst hat, sollte ihr auf diesem Niveau nicht hinterher jagen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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