Markus Koch: Tragen Sie auch rosa Hemden?


Thema
abonnieren
Beiträge: 26
Zugriffe: 1.450 / Heute: 1
Parocorp:

Markus Koch: Tragen Sie auch rosa Hemden?

2
19.09.04 11:54

Das populäre Rosa

 

Tragen Sie rosa Hemden? Oder haben Sie rosafarbene Schuhe? Dann gehören Sie zu den

Vorboten eines anstehenden Bärenmarktes an der Wall Street. Seit Jahren gewinnt die

knallige Farbe an Popularität. Psychoanalytisch betrachtet kein gutes Omen. Rosa symbolisiert

das Leben in einer Wahnvorstellung. Wozu also Geld haben, wenn man es doch gar nicht braucht?

 

IN DEN USA LEBT ES SICH AUCH OHNE grüne Scheinchen wie im Schlaraffenland. Solange

es Kreditkarten gibt. „Veni, Vidi, VISA“, ist das Motto der Nation. Mit fast ausgeschöpften Limits

stürmen sie die Kaufhäuser, sehen und kaufen ein – mit Visa! Fern von jeglicher Realität,

mit einer rosaroten Brille auf der Nase, häuft sich die Verbraucherverschuldung. Auf

mittlerweile 2,04 Billionen Dollar summiert sich der Schuldenberg. Das entspricht 2.000 Milliarden

Dollar oder 2.000.000 Millionen Dollar, exklusive den Schulden aus Hypotheken-Krediten.

Derartige Rekorde kann nur noch einer übertreffen: Uncle Sam himself.

Lag das Staatsdefizit im letzten Jahr noch bei 375 Milliarden Dollar, werden in diesem schon

422 Milliarden Dollar angepeilt. Ein Rekord, der von der amtierenden Regierung als Erfolg gefeiert

wird. Das Defizit liegt schließlich 55 Milliarden Dollar unter den Prognosen vom Frühling.

„Nur George W. Bush würde ein Rekorddefizit, den Verlust von 1,6 Millionen Arbeitsplätzen und

ex plodier ende Krankenversicherungskosten feiern“; macht sich Präsident- schaftskandidat John

Kerry lustig. Da bleibt wohmöglich nur noch Beten übrig. Religion ist in den USA übrigens

längst keine Privatsache mehr, sondern Teil des politischen Betriebs. Es gibt kaum eine Rede des

Präsidenten ohne Gottesbezug. „Vorsehung“, „Mission“, „der Schöpfer“ und der „Allmächtige“

sind gängige Vokabeln in Bushs Repertoire. Ganz egal, ob Bush über die Gesundheitsreform

oder den Krieg gegen den Irak spricht. „Gott ist ins Weiße Haus ein gezogen“, jubelt ein Republikaner

auf dem New-Yorker-Parteitag. Sieht sich der „wiedergeborene Christ“ womöglich als

Glaubenskrieger? Ein Kreuzritter mit missionarischem Eifer? Man könnte meinen, Bush hat den

direkten Draht zum Allmächtigen. Militärische Erfolge oder die Außenpolitik in Verbindung mit

einer religiös angetriebenen „Mission“ zu bringen, oder seine Berufung zum Präsidenten als

Fügung Gottes zu betrachten, birgt Risiken. Ein Präsident, der Gott anbetet und nicht persönlich

mit ihm spricht, wäre mir lieber. Was die Wall Street betrifft, hat das Beten für

bessere Kurse noch kein Ende genommen. Seit über sieben Monaten tritt der Dow Jones Index

auf der Stelle. Die Handelsspanne liegt bei engen acht Prozent. Selbst wenn es nach den Wahlen

im Herbst zu einer Rallye kommt, sollten Investoren wachsam bleiben, mahnt Smith Barney.

Die Zeit der großen Risiken ist längst nicht gekommen. Zu hoch geschraubte Wachstumsziele

für 2005, und nicht wirklich attraktiv bewertete Aktien sprechen gegen ein nachhaltiges

Comeback der Kurse. Selbst wenn die jüngst abflauende Konjunktur tatsächlich nur ein Schlagloch

durchpoltert. Fast 80 Prozent der Kurssteigerungen zwischen 1982 und 1999 wurden durch

expandierende KGVs verursacht. Weder das Ertragswachstum von Corporate America, noch die

Inflation gaben den ausschlaggebenden Ton an. Die Gewinnmargen der Unternehmen im S&P

500 Index sind super, und deren Ertragslage auf einem Rekord. Und genau deshalb kann ab 2005

nur noch eines folgen: Der langsame Abstieg vom Gipfel. So getönt die rosarote Brille aktuell

auch sein mag, spricht vieles gegen einen dynamischen Bullenmarkt. Im Gegenteil: Der Schuss

könnte vollends nach hinten losgehen, mit einer Fortsetzung des Bärenmarktes im kommenden

Jahr.

Antworten
Lolo22:

Ein sehr guter Artikel

 
19.09.04 13:19
Es ist nur Frage der Zeit bis die Schuldenfalle zuschnappt.
Wer will da noch Dollars haben?
Werden die Araber und Russen bereit sein ihr Öl für eine Haufen grün gefärbtes Papier zu geben?
Antworten
jgfreeman:

Unseriös geschrieben

 
19.09.04 13:44
"Fast 80 Prozent der Kurssteigerungen zwischen 1982 und 1999 wurden durch expandierende KGVs verursacht. Weder das Ertragswachstum von Corporate America, noch die Inflation gaben den ausschlaggebenden Ton an."

Die FedRate wurde 1981/82 von ~20 auf immer noch enorme ~10% runtergedrückt... man man man, verdreht der autor hier bewusst die zusammenhänge oder weiß er es einfach nicht besser?! ;-)

"expandierende KGVs" - schön und gut, aber deswegen ist der aktienmarkt noch lange nicht "teurer" geworden.

Grüße,
JG
www.chart-me.de  
Antworten
Parocorp:

Markus Koch schreibt unseriös?

 
19.09.04 14:10
Naja... Ich mag ihn bei n-tv und lese gerne seine Artikel.

Persönliche Vorlieben hin oder her, aber unseriös kann man
wirklich nicht zustimmen...

Gruß
Antworten
jgfreeman:

Alternative. Seriös, aber ahnungslos?

 
19.09.04 14:35
hey Markus Koch ist ein netter kerl. aber hier greift er sich einfach mal die P/Es von 1982 (warum nicht 1985 oder 1990?) raus, stellt fest, dass sie heute viel höher sind und postuliert daraus eine verteuerung des aktienmarkts.

das ist genauso, wie die aussage "ich bin mit meinem auto vor 2std 150km/h gefahren und fahre im moment 100km/h - alles sicher, unfall ausgeschlossen".

und die tatsache, dass es sich im ersten fall um autobahn und im 2. um innerortsfahrt handelt wird einfach unter den tisch fallen gelassen.

P/Es sind keine größe, die unter 10 zwangsläufig "billig" und über 20 zwangsläufig "teuer" sind. wer sowas schreibt will stimmung machen. oder er hat schlicht gesagt keine ahnung.

genauso wie ein angemessenes tempo beim autofahren von vielen vielen faktoren abhängt, so ist es auch beim P/E. und wer ausschließlich auf den tacho und nicht auf die straße schaut, der macht was falsch. klärt mich auf, warum schreibt markus koch sowas?

;-)

grüßle
Antworten
jgfreeman:

Und zweiter Punkt

 
19.09.04 14:42
"So getönt die rosarote Brille aktuell auch sein mag, spricht vieles gegen einen dynamischen Bullenmarkt"...

Rosarot? dabei ist der markt risikoavers wie kaum zuvor. IPOs in deutschland, keine chance! die investoren sind schreckhaft. ein paar dollar beim ölpreis und der markt geht 15% runter. wo ist hier die rosarote brille?

die weltwirtschaft wächst um ~4% und der aktienmarkt treibt seit langer zeit seitwärts. bei aller liebe, aber ich sehe die rosarote brille nicht, die markus koch hier u.a. aus seinem missratenen P/E vergleich herleiten will.


Grüße,
JG
www.chart-me.de  
Antworten
Twinson_99:

die rosabrille sehe ich derzeit auch nicht.

 
19.09.04 14:54
jedoch sollte man sich künftig (langfristig) auch verstärkt Edelmetalle ansehen. Denn die Staatsverschuldung (sowohl bei uns als auch bei den Amis) wird sicher weiter zunehmen...

Twinson

PS habe heute eine Rohstoffseite entworfen: www.your-investor.com/rohstoff.html
Antworten
Lolo22:

@ jgfreeman

 
19.09.04 14:56
Wirtschaft wächst um 4 %?
Wenn man duch rosarote Brille schaut, dann bestimmt.
Ich weiß das was ich sehe und ich sehe steigende Arbeitslosigkeit
zurückgehendem Konsum, der im großem Teil auf sinkende Einkommen basiert.
Antworten
Twinson_99:

@ lolo22 - Arbeitslosigkeit ist jedoch ein Spätind

 
19.09.04 14:59
ikator und daher würde ich diesen nicht überbewerten, sondern auf die vergangen schelchten Monate zurück führen. Ich sehe bei meinem AG deutlich positive Tendenzen!
Antworten
jgfreeman:

Deutschland hinkt hinterher

 
19.09.04 15:14
Asien 7%
US >4%
LatinAmerica >4%
Japan >4% (!!)
Osteuropa 5%

Germany 1.5%?

Antworten
Timchen:

Japan hat die Zahlen

 
19.09.04 16:38
für das letzte Quartal (im Vergleich zum Vorjahresquartal) auf 1.3% reduziert.
Die USA werden spätestens nach den Wahlen ihre Wachstumsprognosen reduzieren,
ich rechne auf unter 4%.
Vielleicht erhöht Deutschland bei grosser Euphorie auf 1.7%.
Aber das wird weder dem Arbeitsmarkt noch dem Aktienmarkt helfen.

Vielleicht ist der Höhepunkt des Aufschwungs schon überschritten.
Von Euphorie an den Märkten ist da keine Spur, zumal auch die Zinserhöhungen fehlen.
Antworten
Emittent:

Schöner Beitrag!

 
19.09.04 17:31
Es gibt grundsätzlich 2 Möglichkeiten Unternehmensgewinne zu steigern:

(a) durch steigende Umsätze (anziehende Konjunktur, höhere Nachfrage, etc)
(b) durch Kostensenkungen (Rationalisierungsmaßnahmen, Entlassungen, Outsourcing, etc)

Ich hätte mal gerne von jedem eine Einschätzung

(1) zu wieviel Prozent die Unternehmensgewinne in den letzten 12-24 Monaten durch (a) und zu wieviel Prozent durch (b) gestiegen sind.
(2) zu wieviel Prozent (b) erschöpft ist
(3) wie sich die Unternehmensgewinne wohl in Zukunft entwickeln werden, mit einer Erläuterung anhand von (a) und (b)

Über eine rege Beteiligung würde ich mich sehr freuen! Ich poste meine eigene Einschätzung dann zum Schluss.


Greetz,
Euer Emi(ttent)
Antworten
Timchen:

Na, dann tip ich mal

 
19.09.04 20:42
1) >90% durch b)
2) ~70%
3) wenn ich das wüsste, wäre ich nicht hier, sondern sässe in der Karibik mit ein paar Mädels und einem Mojito unter einer Palme
Antworten
jgfreeman:

Wenn ich dürfte

 
19.09.04 20:58
würde ich mir die Zahlen mal per Datastream in Excel ziehn,... ;-)

Obwohl die Rechnung doch etwas komplexer sein dürfte, als man denkt.

Die Fragen kann man so allgemein nicht beantworten. Je nach Branche große Unterschiede. Growth dominiert cost ganz klar. In den letzten 3 Jahren vielleicht weniger.

Gerade strategisch ist growth natürlich der hauptfaktor, auch wenn sich die Gewinne hieraus erst in 3-4 Jahre später zeigen...


Antworten
lumpensamml.:

emittent

 
19.09.04 23:16
Ich denke, ich weiß, auf was du hinaus willst. Ich habe zwar keine Daten, die eine sichere Angabe rechtfertigen würden. Gefühlsmäßig würde ich aber sagen, dass in 2003 hauptsächlich Kostensenkungen, ab Anfang 2004 aber mindestens zu gleichem Anteil das Wachstum die Triebfeder für die steigenden Unternehmensgewinne waren. Also das wäre m.E. kein zwingender Grund, jetzt auf das Ende des Aufschwungs zu setzen.

Ich stimme aber der Analyse von jgfreeman zu, dass das KGV keine starre Skala für die Bewertung von Aktienmärkten darstellt. Sonst würden wir ja relativ konstante Kursentwicklungen sehen, die sich immer am KGV-Normalwert orientieren. Das KGV ist m.E. auch eine konjunkturabhängige Skala. In einer anhaltenden Hausse werden halt 20 und mehr bezahlt. In der Baisse 10 und weniger, dazwischen ca. 15. Aber selbst diese Eckwerte können sich langfristig verschieben. Und zwar dann, wenn das Verhältnis von potentiellen Aktienkäufern zu tatsächlichen Verkäufern sinkt. Das wird mit der Demographie zwangsläufig der Fall sein. Also denke ich mal, dass zukünftig, in vielleicht 10 oder 20 Jahren wahrliche Konjunkturexplosionen nötig sein werden, um genügend Käufer zu finden, die bereit sind, für eine Aktie das Zwanzigfache des Gewinns zu bezahlen. Auf der anderen Seite muß man sich langsam und langfristig auch mal daran gewöhnen, mit einem KGV von 5 zu leben. Vielleicht sind wir ja schon auf dem Weg in diese Richtung.

An die ewige KGV Steigerung glaube ich definitiv nicht, dafür gibt es weder eine logische noch eine phantastische Begründung. Sollte es aber dennoch der Fall sein, starte ich sofort meinen ersten Kettenbrief.
Antworten
Emittent:

klar

 
20.09.04 03:02
keiner kennt die KORREKTE antwort auf meine fragen, ich wollte ja auch nur eure subjektive persönliche einschätzung hören. jeder der sich mit börse beschäftigt, muss dazu doch eine meinung haben ...

ich hoffe auf noch ein paar weitere beiträge und danke schonmal denjenigen, die sich bereits geäußert haben!
Antworten
MIGI:

Nicht nur subjektiv, meine Erfahrung als Berater

 
20.09.04 07:59
In den letzten 10 Jahren (davor natürlich auch schon) wurde verstärkt in vielen Bereichen investiert um zu rationalisieren und die Kosten zu senken, bzw. Mitarbeiter rauszuwerfen. Die Aufgaben, für die man immer noch menschliche Arbeitskraft benötigt, versucht man jetzt so weit wie möglich auszulagern in die unterschiedlichsten Billiglohnregionen. Meine Erfahrung habe ich hauptsächlich im IT-Umfeld gesammelt, wo ganz gezielt die Kosten für jeden einzelnen Vorgangsschritt berechnet wurden und wie man dort (Mitarbeiter!) sparen kann.
Antworten
jgfreeman:

die großen corporates

 
20.09.04 23:30
in deutschland haben ganz klar nachholbedarf gegenüber UK oder US-firmen. dank globalisierung kann der dt. arbeitsmarkt endlich "geknackt" werden.

interner standortwettbewerb usw... da dürfte doch einiges an potential drin sein. gibt mittlerweile einige interessante einzelstorys, wo personalkosten richtig nach unten gefahren werden konnten. Conti ist musterbeispiel - klar.

mit der nächsten offshoring welle wird sich deutschland nochmal verändern müssen, da kann man sich jetzt schon auf die suche nach den ertragsreichsten firmen machen...

MAN oder heidelberger druck mal anschauen,... osteuropa winkt! :-)

bleibt nur zu hoffen, dass die einigermaßen schnell aus ihren deutschen standorten rauskommen, ohne zuviel wind aufzuwirbeln...

grüßle

JG
Antworten
MIGI:

@jgfreemam

 
23.09.04 11:33
Für mich hört sich das so an, als ob du voll hinter dieser Dünnbrettbohrerei (Rationalisierung, Mitarbeiter rauswerfen, ... statt Innovation) in großen Teilen unserer Wirtschaft stehst. Wir haben in unserem Grundgesetz auch noch einen Artikel "Eigentum verpflichtet", d.h. niemand darf aus unserer Gemeinschaft nur die Vorteile ziehen. Außerdem gibt es genügend beispielhafte Firmen, die es schaffen selbst in unserem Hochlohnland gewinnbringend zu wirtschaften.

MIGI
Antworten
jgfreeman:

@MIGI

 
23.09.04 22:45
Eigentum verpflichtet? Eher auslegungssache,... Vielleicht verpflichtet es ja auch zum bestmöglichen Gebrauch, zur bestmöglichen Rendite? Deutsche Unternehmen verdienen ihre Kapitalkosten oft nicht einmal, Wohlstandsvernichtung pur!

Mit den alten Argumenten hätte man in Deutschland auch Agrar-, Textil-, Bergbauindustrie unverändert gelassen. Und wo stände Deutschland damit heute? ;-)

Ich verstehe einfach nicht, was daran "unsozial" sein soll... Siehe AEG. Diese Firma wurde auf Größe und Anzahl der Mitarbeiter ausgerichtet, aber ohne Rendite verlief das ganze dann im Nichts. Totalverlust der Arbeitsplätze.

Die Autoindustrie ist führend im Auslagern von Wertschöpfung - und baut an führender Stelle in Deutschland Arbeitsplätze auf.

In diesem Sinne JA zur neuen Welle der Auslagerung und am besten nimmt man sich einige Aktien ins Depot, die hier eine gewisse Aggessivität zeigen. Conti eilt von einem Hoch aufs nächste, Adidas ist im Grunde kein deutsches Unternehmen mehr - und es geht weiter nach oben.

Deutsche Firmen haben durchaus Schlagkraft, hoffen wir das einige von ihnen jetzt den "turbo" im kapitalismus zünden ;-)

Würde mich wirklich mal interessieren, welche Projekte hier zZ laufen...

Grüße,
JG
www.chart-me.de  
Antworten
Emittent:

leider sägen die firmen

 
23.09.04 23:32
mit ihrer rationalisierungspolitik den ast ab auf dem sie sitzen. kurzfristig ergeben sich dadurch zwar schöne effekte doch dann kommt der boomerang irgendwann zurück - mit erhöhter geschwindigkeit und schlagkraft ;-)

nachhaltiges wirtschaften ist eben nicht "in". die politik hats in den 90ern vorgemacht und heute haben wir den salat. das hat damals auch kaum jemand kommen sehen.

so ähnlich wirds bei den unternehmen auch laufen ...
Antworten
jgfreeman:

Der Witz ist,

 
24.09.04 10:57
dass die aggressivsten Strategien (USA, UK,...) die niedrigsten Arbeitslosenquoten und höchsten Einkommen hervorbringen. Siehe auch Autoindustrie Deutschland.

Im Endeffekt auch zweitrangig, da die DAX companies sowieso nur noch 30% ihres Umsatzes in Deutschland machen.

Grüße,
JG
www.chart-me.de  
Antworten
MIGI:

@jgfreeman

 
25.09.04 14:59
hier ist der volle Wortlaut von Artikel 14:

Artikel 14
[Eigentum; Erbrecht; Enteignung]
(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.


(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Ich habe mich auf Punkt 2 bezogen, in dem es eindeutig heitßt sein Gebrauch soll dem Wohle der Allgemeinheit und nicht nur der Shareholder dienen!

Ich meine nicht, daß man Arbeitsplätze um jeden Preis bis zum Untergang der Firma erhalten soll, aber bei der Rationalisierung handelt es sich oft um kurzfristiges Denken um schnelle Erfolge vorzeigen zu können. Was wirklich fehlt ist Innovation. Einige Firmen denken auch schon wieder darüber nach, daß sie mit dem ganzen Outsourcen eine Menge Know How verlieren.

MIGI
Antworten
jgfreeman:

Schön und gut

 
25.09.04 16:00
aber auslegungssache. wer sagt denn "was", "in welchem umfang" für "wen" (DIE? allgemeinheit) gut oder schlecht sein soll.

wer legt sowas fest?

auslagern von "minderwertigen" (im sinne von wenig wertschöpfung) erbringenden jobs ist ein klarer wohlstandstreiber für die allgemeinheit. 500 leute fliegen raus aus dem job und 500.000 konsumenten haben vorteile in deutschland

wo ständen wir denn heute, wenn die autoindustrie noch alles in deutschland machen würde?

ohne dynamik und einen schuss aggressivität kann deutschland doch nichts gewinnen. innovation schön und gut, aber wo steht das im widerspruch zum effizienten arbeiten?
Antworten
MIGI:

Das ist die Dünnbrettbohrerei, die ich meine

 
26.09.04 12:07
Im Moment werden bei den großen Banken und Versicherungen hochqualifizierte Arbeitsplätze wegrationalisiert. Dabei geht es um tausende(!!!) von Mitarbeitern. Viele haben 20-30 Jahre für ihre Firma gearbeitet. Dann werden sie von den Firmen durch Kündigung entsorgt. Damit die Arbeitslosenzahlen nicht so schlecht aussehen, hat man sich vor Jahren den Frührentner einfallen lassen. In beiden Fällen stehlen sich die Firmen aus der Verantwortung für ihre Mitarbeiter und belasten die Allgemeinheit mit den Kosten für die Entlassungen. Unsere Sozialsysteme stehen am Rande des Zusammenbruchs, weil der größte Teil der Kosten von den übriggebliebenen Arbeitern getragen wird. Dadurch steigen wieder die Lohnkosten und es wird munter weiterrationalisiert. Wir haben keinen Wohlstandtreiber sondern einen Verteilungskampf um die übriggebliebenen Arbeitsplätze in dem jeder nur an sich denkt.

Es fehlen Konzepte für eine Gesellschaft in der man nicht mehr einer Vollbeschäftigung nachgehen muß, in der die vorhandene Arbeit auf möglichst alle verteilt wird und in der es sinnvolle alternative Beschäftigungen gibt.

MIGI

P.S. Früher hatten wir noch Zeit über Solidarität nachzudenken, den Begriff Shareholder Value gab es damals nicht.
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht 1 2 WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--