+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 04.03.2003 +++
Die US-Börsen sind nach einem schwachen Wochenauftakt weiter abgestürzt. Am Dienstag fiel der Dow auf den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober letzten Jahres. Der Standardindex schloss mit einem Minus von 133 Zählern oder 1,7 % auf 7704 Punkten. Die Nasdaq verlor 12 Zähler oder 1 % auf 1307 Punkte.
Das Umfeld um die Börse wird nach wie vor von geopolitischen Sorgen geprägt. Obwohl Saddam Hussein am Montag mit der Zerstörung von al-Samoud-Raketen begonnen haben soll, geht in Washington das Säbelrasseln weiter. Die USA haben 60 000 weitere Soldaten in den Golf geschickt, wo nun 250 000 Mann stationiert sind. Auf dem Parkett kursieren Gerüchte über einen Militärschlag der USA gegen den Irak noch binnen einer Woche, und die sorgen für Unruhe obwohl sie nicht bestätigt sind.
Aus dem konjunkturellen Umfeld kommt unterdessen eine schlechte Nachricht vom Arbeitsmarkt. Nach Angaben der Marktforscher von Challenger Gray & Christmas ist die Zahl der angekündigten Stellenstreichungen im Februar um 5 % gestiegen. Die Rede ist von 138 177 Jobs, die noch gestrichen werden, zu einem großen Teil im öffentlichen Dienst.
Zu allem belastete auch eine Analyse von Warren Buffet den Markt. Der Milliarden schwere Investmentguru der Berkshire Hathaway hat erklärt, dass das „völlig verrückte Spiel um die Bewertung der Aktien“ ihn vom Kaufen abhalte. Weiter sagt Buffet, dass seine Holding „zur Zeit nicht viel mit Aktien“ mache.
Andere Markt-Insider sind nicht unbedingt so zurückhaltend. So meint Barton Biggs, der Chef-Stratege von Morgan Stanley, dass der Markt es nicht leicht habe, dass er sich aber gut halte. Biggs ist im März weiter bullish und erwartet, dass „nur ein Hauch guter Nachrichten eine substantielle Rallye“ entfachen könnte.
Aus den Charts kann man eine solche nicht erkennen. Als schwächste Dow-Aktie schloss General Motors mit einem Minus von 5,7 %. GM und Konkurrent Ford wollen nach den schwachen Verkaufszahlen für Februar die Produktion im nächsten Quartal zurückfahren. Die Analysten der Deutsche Bank stuften unterdessen die Aktien beider Unternehmen, aber auch einiger Zulieferer, auf „Verkaufen“ ab. Sie rechnen für die Großen Drei, also auch für DaimlerChrysler, mit weiter rückläufigen Absatzzahlen, und mit nachlassenden Marktanteile.
Mit einem Minus von 4,3 % schloss die Aktie von Home Depot. Am Morgen hatte sich zuerst Fed-Chairman Alan Greenspan pessimistisch über den weiteren Gang im Bausektor ausgesprochen, am Mittag folgte dann der Branchenriese Lennar mit negativen Aussichten für die Häuslebauer. Die weltgrößte Baumarktkette dürfte entsprechende Umsatzeinbußen spüren.
Mit einem Minus von 3,9 % schloss Caterpillar. Der US-Baumaschinenhersteller warnt für 2003. Man rechnet mit einem Gewinn von etwa 5 % unterhalb der bisherigen Prognosen, was man im Hinblick auf globale Schwäche im Industriesektor sehe, die wiederum auf geopolitischen Sorgen und einer allgemein schwachen Konjunktur fuße.
Ebenfalls unter den schwächsten Dow-Performern war Walt Disney. Die Aktie verlor 3,7 %, nachdem sich die Analysten von Soundview pessimistisch zu dem Entertainmentriesen geäußert hatten. Sie rechnen mit einer Gewinnwarnung im Zusammenhang mit dem schwachen Geschäft in den Freizeitparks, die aufgrund anhaltende geopolitischer und Terror-Sorgen weniger Besucher hätten als erwartet. Das kalte Wetter belaste die Freizeitparks, und höhere Versicherungszahlungen belasten die Margen.
Während der Flugzeughersteller Boeing mit einem Plus von 1 % die einzige Dow-Aktie im Grünen war, schloss Altria Group nahezu unverändert. Anleger schätzen zum einen, dass sich das Unternehmen gerichtlich gegen Einzelhändler wehrt, die gefälschte Zigaretten unter den Marken des Konzerns vertrieben haben sollen. Zum anderen honoriert man Pläne, nach denen Philip Morris das Hauptquartier aus New York nach Virginia verlegen will. Durch diesen Schritt könne man Kosten sparen, heißt es, da viele Angestellte den Umzug aus der Metropole nicht mitmachen dürften.
Mit einem nur leichten Minus schloss Intel, obwohl es aus dem Chip-Umfeld wenig gute Nachrichten gab, und auch die Zahlen von Fairchild Semiconductor kaum Freude machten. Das Unternehmen sieht zwar den Umsatz im laufenden Quartal zur Zeit etwas über den ursprünglichen Prognosen, rechnet aber auch mit schwächeren Margen und einem Gewinn unter den bisherigen Zahlen.
Mit einem Minus von 4,7 % schloss Martha Stewart Omnimedia. Das Unternehmen der einstigen Sauberfrau der Nation, Martha Stewart, hatte mit einem Quartalsgewinn von 6 Cent pro Aktie die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen – allerdings erholt sich das Geschäft nicht vom Imageverlust der Chefin, die in Insiderhandel verwickelt sein soll. Für das laufende Quartal erwartet man weitere Umsatz- und Gewinneinbrüche und rechnet mit einem Verlust zwischen 6 und 8 Cent pro Aktie.
Ihr Markus Koch
Nächstes Update 16:00 Uhr !
Die US-Börsen sind nach einem schwachen Wochenauftakt weiter abgestürzt. Am Dienstag fiel der Dow auf den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober letzten Jahres. Der Standardindex schloss mit einem Minus von 133 Zählern oder 1,7 % auf 7704 Punkten. Die Nasdaq verlor 12 Zähler oder 1 % auf 1307 Punkte.
Das Umfeld um die Börse wird nach wie vor von geopolitischen Sorgen geprägt. Obwohl Saddam Hussein am Montag mit der Zerstörung von al-Samoud-Raketen begonnen haben soll, geht in Washington das Säbelrasseln weiter. Die USA haben 60 000 weitere Soldaten in den Golf geschickt, wo nun 250 000 Mann stationiert sind. Auf dem Parkett kursieren Gerüchte über einen Militärschlag der USA gegen den Irak noch binnen einer Woche, und die sorgen für Unruhe obwohl sie nicht bestätigt sind.
Aus dem konjunkturellen Umfeld kommt unterdessen eine schlechte Nachricht vom Arbeitsmarkt. Nach Angaben der Marktforscher von Challenger Gray & Christmas ist die Zahl der angekündigten Stellenstreichungen im Februar um 5 % gestiegen. Die Rede ist von 138 177 Jobs, die noch gestrichen werden, zu einem großen Teil im öffentlichen Dienst.
Zu allem belastete auch eine Analyse von Warren Buffet den Markt. Der Milliarden schwere Investmentguru der Berkshire Hathaway hat erklärt, dass das „völlig verrückte Spiel um die Bewertung der Aktien“ ihn vom Kaufen abhalte. Weiter sagt Buffet, dass seine Holding „zur Zeit nicht viel mit Aktien“ mache.
Andere Markt-Insider sind nicht unbedingt so zurückhaltend. So meint Barton Biggs, der Chef-Stratege von Morgan Stanley, dass der Markt es nicht leicht habe, dass er sich aber gut halte. Biggs ist im März weiter bullish und erwartet, dass „nur ein Hauch guter Nachrichten eine substantielle Rallye“ entfachen könnte.
Aus den Charts kann man eine solche nicht erkennen. Als schwächste Dow-Aktie schloss General Motors mit einem Minus von 5,7 %. GM und Konkurrent Ford wollen nach den schwachen Verkaufszahlen für Februar die Produktion im nächsten Quartal zurückfahren. Die Analysten der Deutsche Bank stuften unterdessen die Aktien beider Unternehmen, aber auch einiger Zulieferer, auf „Verkaufen“ ab. Sie rechnen für die Großen Drei, also auch für DaimlerChrysler, mit weiter rückläufigen Absatzzahlen, und mit nachlassenden Marktanteile.
Mit einem Minus von 4,3 % schloss die Aktie von Home Depot. Am Morgen hatte sich zuerst Fed-Chairman Alan Greenspan pessimistisch über den weiteren Gang im Bausektor ausgesprochen, am Mittag folgte dann der Branchenriese Lennar mit negativen Aussichten für die Häuslebauer. Die weltgrößte Baumarktkette dürfte entsprechende Umsatzeinbußen spüren.
Mit einem Minus von 3,9 % schloss Caterpillar. Der US-Baumaschinenhersteller warnt für 2003. Man rechnet mit einem Gewinn von etwa 5 % unterhalb der bisherigen Prognosen, was man im Hinblick auf globale Schwäche im Industriesektor sehe, die wiederum auf geopolitischen Sorgen und einer allgemein schwachen Konjunktur fuße.
Ebenfalls unter den schwächsten Dow-Performern war Walt Disney. Die Aktie verlor 3,7 %, nachdem sich die Analysten von Soundview pessimistisch zu dem Entertainmentriesen geäußert hatten. Sie rechnen mit einer Gewinnwarnung im Zusammenhang mit dem schwachen Geschäft in den Freizeitparks, die aufgrund anhaltende geopolitischer und Terror-Sorgen weniger Besucher hätten als erwartet. Das kalte Wetter belaste die Freizeitparks, und höhere Versicherungszahlungen belasten die Margen.
Während der Flugzeughersteller Boeing mit einem Plus von 1 % die einzige Dow-Aktie im Grünen war, schloss Altria Group nahezu unverändert. Anleger schätzen zum einen, dass sich das Unternehmen gerichtlich gegen Einzelhändler wehrt, die gefälschte Zigaretten unter den Marken des Konzerns vertrieben haben sollen. Zum anderen honoriert man Pläne, nach denen Philip Morris das Hauptquartier aus New York nach Virginia verlegen will. Durch diesen Schritt könne man Kosten sparen, heißt es, da viele Angestellte den Umzug aus der Metropole nicht mitmachen dürften.
Mit einem nur leichten Minus schloss Intel, obwohl es aus dem Chip-Umfeld wenig gute Nachrichten gab, und auch die Zahlen von Fairchild Semiconductor kaum Freude machten. Das Unternehmen sieht zwar den Umsatz im laufenden Quartal zur Zeit etwas über den ursprünglichen Prognosen, rechnet aber auch mit schwächeren Margen und einem Gewinn unter den bisherigen Zahlen.
Mit einem Minus von 4,7 % schloss Martha Stewart Omnimedia. Das Unternehmen der einstigen Sauberfrau der Nation, Martha Stewart, hatte mit einem Quartalsgewinn von 6 Cent pro Aktie die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen – allerdings erholt sich das Geschäft nicht vom Imageverlust der Chefin, die in Insiderhandel verwickelt sein soll. Für das laufende Quartal erwartet man weitere Umsatz- und Gewinneinbrüche und rechnet mit einem Verlust zwischen 6 und 8 Cent pro Aktie.
Ihr Markus Koch
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