Markus Koch, Der Tag an der Wallstreet


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jack303:

Markus Koch, Der Tag an der Wallstreet

 
16.01.03 07:57
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 15.01.2003 +++
Wall Street: US-Börsen sacken auf breiter Front ab
 
 
Die US-Börsen hatten zur Wochenmitte im roten Bereich eröffnet und fielen dann beständig durch den Tag. Am Ende hatten die drei großen US-Indizes jeweils 1,4 % verloren, für den Dow bedeutete das einen Punktverlust von 119 Zählern auf 8723 Punkte, die Nasdaq gab um 22 Punkte auf 1438 Zähler nach.

Tatsächlich gab es im Tagesverlauf auch keine guten Nachrichten, auf die man hätte kaufen können – weder von Seiten der Unternehmen noch im größeren Zusammenhang. Im Gegenteil: Die Notenbank spricht in ihrem Beige Book von einer nur schwachen Erholung und sah in ihrer Konjunkturbewertung keine überraschenden Aspekte.

Bereits am Morgen hatte der Markt aus Washington vernommen, dass die Produzentenpreise im Dezember überraschend schwach ausfielen. Während die Rate für den Gesamtmarkt unverändert ist, sind die Preise ohne die volatilen Bereiche Lebensmittel und Energie um 0,3 % gesunken. Analysten hatten mit einer Steigerung um 0,1 % gerechnet. Vor allem die weiter sinkenden Preise für Autos und Lkw sind für den Abwärtstrend verantwortlich, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Gute Nachrichten kamen unterdessen aus dem Produzierenden Gewerbe. Der New Yorker Empire State Index ist im Januar den dritten Monat in Folge gestiegen und notiert mit 20,7 Punkten auf dem höchsten Stand in der jungen Geschichte des Index. Dieser erst in 2001 eingeführte Index gewinnt an der Wall Street zunehmend an Beachtung. Aufgrund mangelnder Vergleichszahlen tun sich Analysten noch schwer mit einer Auslegung des Indexstandes, doch hält man am Mittwochmorgen fest, dass die dritte Steigerung in Folge in Schritt in die richtige Richtung sei. Am Donnerstag erwartet man eine Bestätigung des Trends durch den Bericht der Philie Fed.

Von Unternehmensseite beherrschte Intel den Markt, doch gingen von dem Chiphersteller auch keine positiven Impulse aus. Das Unternehmen hatte am Vorabend einen Gewinn von 1 Mrd. $ oder 16 Cent pro Aktie gemeldet und damit besser als im Vorjahr und über den Erwartungen. Ein Umsatzplus auf 7,2 Mrd. $ vervollständigt das Bild. Für die nahe Zukunft gibt sich das Management allerdings „vorsichtig“. Man setzt Umsatz- und Gewinnprognosen unter den Zahlen des vergangenen Quartals, und das verunsicherte Anleger. Die Aktie verlor 1,5 %.

Tiefer im roten Bereich schlossen die Aktien der Chip-Ausrüster. Zu Intels Jahresplanung 2003 gehört eine satte Kürzung der Kapitalinvestitionen, also der Ausgaben für neue Technologien. Statt der prognostizierten 5 Mrd. $ will das Unternehmen nur noch zwischen 3,5 und 3.9 Mrd. $ ausgeben, und das heißt, das weniger Maschinen und weniger Technologie zugekauft werden. Zu den betroffenen Unternehmen gehören Applied Materials und Novellus, deren Aktien bis zu 6 % verloren.

Mit einem Minus von 16 % ging Teradyne aus dem Handel, dem Unternehmen schadeten neben dem schwachen Intel-Ausblick auch die eigenen schlechten Zahlen. Am Vorabend hatte der Hersteller von Prüfgeräten für die Chip-Industrie einen größeren Verlust gemeldet als Analysten erwartet hatten.

Mit einem Minus von 1,3 % handelte der Computerhersteller Apple vor der eigenen Quartalskonferenz. Die Analysten von Morgan Stanley waren pessimistisch und erwarteten, dass Apple aufgrund unerwartet schwacher Zinseinkünfte die Prognosen nicht treffen werde. Die Bewertung der Aktie änderten die Analysten nicht, sie warteten auf mehr Details im Rahmen der Konferenz am Abend.

Mit einem Minus von 0,7 % schloss auch Yahoo, ebenfalls vor der eigenen Quartalskonferenz am Abend. Dabei hatte das Wall Street Journal positiv über das Unternehmen geschrieben. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten in dem immer noch schwachen Internet-Umfeld sei es Yahoo gelungen, zahlreiche Anzeigenkunden zurück zu gewinnen und Teile des Angebots kostenpflichtig zu machen und dafür auch noch Abonnenten zu finden.

Im Dow Jones Index, wo mit Ausnahme von AT&T alle Aktien mit Verlusten schlossen, fielen in einem wenig volatilen Handel nur wenige Werte auf. Zu den größten Verlierern gehörte DuPont mit einem Minus von 3,1 %. Der Chemiekonzern hatte am Morgen die Gewinnprognosen für das vierte Quartal nach unten revidiert. Die operativen Gewinne, so DuPont, seien vor allem in der zweiten Hälfte des Quartals schwächer ausgefallen als erwartet. Für einen Zykliker ist das eine schlechte Prognose, da Experten aus den Geschäften Rückschlüsse auf den Lauf der Konjunktur ziehen.

Mit 0,6 % im Minus schloss Caterpillar, trotz einer guten Analyse der Credit Suisse First Boston. Der Baumaschinenhersteller, so die Experten, dürfte die Gewinnprognosen der Wall Street mindestens erfüllen. Eine Umfrage unter Händlern habe ergeben, dass der Markt verstärkt nach Caterpillar frage, und die Verkaufstrends – anders als im Quartal zuvor – positiv seien. Zum anderen habe Caterpillar erfolgreich die Preise gesteigert und sehe eine im Ausland stabile Nachfrage.

Ebenfalls im Minus schloss trotz guter Nachrichten Walt Disney. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Konkurrenten AOL Time Warner einen Prozess gewonnen, in dem auslaufende Copyright-Rechte für Filme wie Casablanca und Figuren wie Micky Maus um 20 Jahre verlängert wurden. Internetfirmen hatten geplant, nach Auslaufen der Patente ungeschützte Filme, Bücher und Bilder zu veröffentlichen und selbst anzubieten. Das wird nun nicht gehen, Lizenzgebühren sind den großen Unternehmen noch einmal gesichert.
Ihr Markus Koch

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jack303:

US-Börsen verlieren nach Waffenfund im Irak

 
17.01.03 09:39
Wall Street:
 
 
Die US-Börsen haben den Donnerstagshandel im grünen Bereich eröffnet und sind im Tagesverlauf doch in die roten Zahlen gestützt. Am zweiten Minus-Tag in Folge verlor der Dow Jones 24 Zähler oder 0,3 % auf 8698 Punkte, die Nasdaq rutscht um 14 Punkte oder 1 % ab und schloss auf 1424 Punkten.

Dass die UN-Waffeninspekteure bei ihren Untersuchungen im Irak Raketen gefunden haben, die für den Transport und Einsatz von chemischen Kampfstoffen geeignet sind, hat die Stimmung auf dem Parkett umgehend getrübt und dem Markt Kraft genommen.

Am Morgen hatte es unterdessen gute Nachrichten aus dem konjunkturellen Umfeld gegeben. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ist in der vergangenen Woche stärker gesunken als Analysten erwartet hatten. 360 000 Amerikaner hielten zum ersten Mal beim Staat die Hand auf, und auch der weniger volatile Vier-Wochen-Durchschnitt ist deutlich unter die konjunkturell kritische Marke von 400 000 gerutscht. Experten beurteilen den Arbeitsmarkt dennoch vorsichtig, für die meisten geht der Trend weiter nach unten.

Der Philie Fed Index, der über die Aktivitäten in der Verarbeitenden Industrie im Großraum Philadelphia berichtet, weist für den Dezember leichtes Wachstum auf. Mit einem Stand von 11,2 notiert er zwar leicht unter dem Vormonatsstand aber deutlich im Expansionsbereich. Am Vortag hatte bereits der New Yorker Index über die Verarbeitende Industrie Wachstum signalisiert. Die Entwicklung der Konsumentenpreise ist mit einem Plus von 0,1 % im Rahmen der Erwartungen gestiegen.

Als stärkste Aktie im Dow ging der Industrie-Multi United Technologies aus dem Handel, der um 3 % zulegte. Das Unternehmen hat für das abgelaufene Quartal über den Erwartungen der Experten gemeldet. Der Konzern, zu dessen Geschäftszweigen der Aufzughersteller Otis und der Flugzeugturbinenbauer Pratt & Whitney gehören, sieht dank eines Umsatzplus um 3,5 % einen Gewinn von 533 Mio. $ oder 1,06 $ pro Aktie.

Mit einem Plus von 1,5 % schloss International Paper. Der weltgrößte Holz- und Papierkonzern International Paper kündigt für das laufende Quartal einen Gewinn von 24 Cent pro Aktie und damit leicht über den bisherigen Erwartungen der Wall Street an. Allerdings sind hohe Sonderkosten nicht eingerechnet. Das Dow-notierte Unternehmen wird Rücklagen von 450 Mio. $ verbuchen, die im Zusammenhang mit juristischen Altlasten anfallen. Drei Sammelklagen gegen die einstige Tochter Masonite, die Wandverkleidungen und Dächer herstellte, sind noch nicht vom Tisch.

Den Dow belastete hingegen die Aktie von General Motors mit einem Minus von 1,4 %, obwohl der weltgrößte Autokonzern starke Zahlen vorgelegt hatte. Trotz teurer Sonderangebote und Null-Prozent-Finanzierungen fährt der Konzern weiter mit Vollgas und weist einen Quartalsgewinn von 934 Mio. $ oder 1,67 $ pro Aktie aus. Das ist deutlich mehr als Analysten erwartet hatten, und dass GM auch die Prognosen deutlich nach oben schraubt und mit einem Jahresgewinn von 5 $ pro Aktie rechnet, überrascht auf dem Parkett.

Im Minus endete auch der Handel für die Finanzaktien. JP Morgan verlor 2 %, während sich Anleger um Ermittlungen im Zusammenhang mit der Enron-Pleite sorgen, die offensichtlich noch nicht vom Tisch sind. Obwohl anders gemeldet werden seit einigen Tagen führende Manager der zweitgrößten US-Bank erneut verhört.

Auch die Citigroup steht weiter im Zentrum von Streitigkeiten. Die Einigung der führenden Wall Street Firmen mit der New Yorker Staatsanwaltschaft ist eigentlich seit einigen Wochen Geschichte – sie kostete 12 Firmen insgesamt 1,4 Mrd. $ und die Citigroup alleine 500 Mio. $ Strafe. Doch können sich der Branchenverbund NASD und Staatsanwalt Eliot Spitzer im Zusammenhang mit einem Paragraphen über die Citigroup und die Interessenskonflikte der Brokertochter Salomon Smith Barney nicht auf eine Formulierung einigen. Die Verhandlungen dauern an.

Mit einem Minus von 5 % schloss McDonalds als schwächste Dow-Aktie. Der Burger-Riese will zum Leidwesen der Aktionäre an dem billigen „Dollar Menu“ festhalten, das zuletzt häufig für die Schwäche der Restaurantkette mit verantwortlich gemacht wurde. Auch will man künftig keine Umsatz- und Gewinnprognosen mehr ausgeben. Mit diesem Schritt schließt sich McDonalds zwar Unternehmen wir Coca-Cola und Gilette an, verstört aber Anleger, die erst vor wenigen Wochen eine Gewinnwarnung hören mussten und in diesem Quartal den ersten Verlust seit Börsengang der Burgerkette erwarten.

Mit schwacher Tendenz handelten mit Intel, Microsoft und IBM auch die Hightech-Riesen im Dow. Die zwei letzteren sollten am Abend Quartalszahlen vorlegen. Bis dahin dominierte unter anderem Apple den Sektor. Der Computerbauer verbesserte sich um 1,2 %, nachdem das Unternehmen am Vorabend einen Gewinn von 3 Cent und damit in Höhe der Prognosen gemeldet hatte. Sonderkosten eingerechnet bilanziert das Management ein Minus von 8 Mio. $ oder 2 Cent pro Aktie. Trotz zahlreicher neuer Produkte konnte Apple die Zahl der verkauften Geräte im Vergleich zum Vorjahresquartal nicht steigern, auch die weiteren Erwartungen sind flach.

Mit mehr als 4 % im Minus schloss hingegen Yahoo. Zwar hatte der Internet-Provider die Erwartungen der Wall Street geschlagen, und es scheint als hätte Yahoo das Anzeigengeschäft verbessert und die Umwandlung zahlreicher bisher kostenfreier Dienste in Zusatzangebote für zahlende Abonnenten geschafft, allerdings finden Analysten den Kurs der Aktie nach einer Rallye um mehr als 100 % in drei Monaten zu teuer. Rosige Zukunftsaussichten halfen der Aktie da nicht mehr.
Ihr Markus Koch


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jack303:

Wall Street: US-Börsen zum Wochenschluss auf Talfa

 
20.01.03 07:17
Der Tag an der Wallstreet +++ 17.01.2003 +++

 
 
Ein As im Ärmel suchte die Wall Street zum Wochenschluss vergeblich. Nach einem schwachen Start am Morgen ging es nur noch bergab, es gab auch keine guten Nachrichten. Der Dow Jones verlor auf Tagessicht 111 Zähler oder 1,3 % auf 8587 Punkte, die Nasdaq gab 48 Punkte oder 3,3 % auf 1376 Zähler ab.

Auf Wochensicht verlor der Dow 2,3 %, die Nasdaq gab 5 % ab und der marktbreit gefasste S&P 500 gab um 3 % nach. Seit Jahresbeginn verbuchen die US-Märkte immer noch ein Plus von rund 2,5 %.

Schon aus dem konjunkturellen Umfeld verlautete am Morgen nichts Gutes. Das Handelsbilanzdefizit ist auf 40,1 Mrd. $ gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 1984 und deutlich höher als Experten befürchtet hatten. Besonders auffallend war ein Sprung um 4,9 % bei den Importen, die vor allem angesichts des schwachen Dollars unerwartet waren.

Weitere schlechte Nachrichten kamen von der Universität von Michigan. Deren Index über das Verbrauchervertrauen ist auf 83,7 gestiegen, während Experten auf einen leichten Anstieg gegenüber dem Vormonat gehofft hatten. Vor allem der schwache Arbeitsmarkt und Kommentare von vielen Seiten über dessen weiter schwache Tendenz dürften dazu beigetragen haben.

Deutlich schlechter als erwartet kamen auch die Zahlen zur Produktivität. Diese ist im Dezember um 0,2 % gefallen, statt wie erwartet um 0,2 % zu wachsen. Auch die Kapazitätsauslastung ist auf 75,4 % zurück gegangen, was keinen dramatischen Einbruch gegenüber dem Vormonat darstellt, aber einen negativen Trend erkennen lässt.

Dennoch kam Schwäche am Freitag größtenteils aus dem Hightech-Bereich. Die schwächsten Aktien im Dow waren die Papiere von Microsoft, IBM, Intel und Hewlett-Packard. Der Softwarekonzern Microsoft hatte am Vorabend zwar die Ertragsprognosen der Wall Street geschlagen und Aktionären überraschend eine Dividende angekündigt, kündigte aber gleichzeitig ein weiterhin schwaches Umfeld für den PC-Sektor an und rechnet nicht mit einem raschen Aufschwung.

Nicht minder vorsichtig hatte sich das Management von IBM im Rahmen der Quartalskonferenz am späten Donnerstagabend geäußert. Zwar meldete „Big Blue“ über den Erwartungen, doch sieht man weitere Schwäche im Technologie-Umfeld und rechnet nicht mit einer sichtbaren Erholung. Das Unternehmen weist für das Quartal einen Umsatz von 23,7 Mrd. $ aus, aus dem ein Gewinn von 2,3 Mrd. $ oder 1,34 $ pro Aktie destilliert wurde. Die Aktie verliert 3 %.

Außerhalb des Dow war die Aktie von Applied Micro Devices mit einem Minus von 15,5 % einer der größten Verlierer, nachdem das Unternehmen einen Verlust deutlich über den Befürchtungen gemeldet hatte. Der Chiphersteller sieht selbst abzüglich der mit 620 Mio. $ sehr hohen Sonderkosten ein Ergebnis unter den Vergleichszahlen des Vorjahres. Unterm Strich bilanziert man ein Minus von 2,49 $ pro Aktie.

In einer aufsehenerregenden aber weitgehend unerklärten Rallye schob sich die Aktie des Serverherstellers Sun Microsystems in der letzten Handelsstunde ins Plus. Nachdem man mit einem Minus von 8,3 % eröffnet hatte schloss die Aktie mit einem Plus von 5,5 % – vielleicht aufgrund positiver Kommentare von Goldman Sachs. Die Analysten hoben ihre Prognosen für Sun Micro an. Das Unternehmen hingegen hat für die abgelaufenen drei Monate den sechsten Verlust in den letzten sieben Quartalen veröffentlicht. Man verbuchte ein Minus von 72 Cent pro Aktie und damit den höchsten Verlust der Firmengeschichte.

Im Mittelfeld des Dow, aber ebenfalls unter den Verlierern, schloss die Aktie von General Electric. Der Industrie-Multi hatte am Vorabend einen Gewinnrückgang gemeldet, blieb aber doch im Rahmen der Erwartungen. Das Gewinnminus kam nach Angaben des Managements meistenteils aus dem Versicherungsbereich, während sich die Segmente Turbinen, Medien, Kredite, Medizintechnik und Flugzeugteile entsprechend der Prognosen entwickelt hätten.

Mit einem Plus von 1,4 % war das Papier von Home Depot stärkste Aktie im Dow, obwohl die größte US-Baumarktkette am Morgen eine Gewinnwarnung ausgegeben hat. Das Management senkt die Erwartungen an Umsatz und Gewinn und macht dafür vor allem die Konjunktur im Allgemeinen und hohe Investitions- und Restrukturierungskosten verantwortlich. Home Depot spürt seit einiger Zeit starken Druck seitens der Konkurrenzkette Lowe’s, dem man sich nun widersetzen will. Man will 200 neue Läden eröffnen und 250 Mio. $ in die Neugestaltung der alten Filialen investieren.

Ebenfalls zu den wenigen Gewinnern gehört am Freitag die Aktie von Ebay. Für das Online-Auktionshaus hat sich eine groß angelegte Werbekampagne gelohnt, und man weist ein Gewinnplus von mehr als 200 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf. Der Umsatz stieg um 89%. Anleger freut, dass Ebay die Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr 2003 anhebt. Die Aktie verbesserte sich um 5,3 %.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Irakkonflikt muss endlich vom Tisch

 
22.01.03 07:43
Der Tag an der Wallstreet +++ 21.01.2003 +++

 
 
Die Wall Street fährt im Kreis. Noch 100 Punkte weniger und der Dow Jones ist wieder da angekommen, wo er zu Jahresanfang notierte. Mit einem Minus von 1,5 Prozent blickt der Index auf den größten Tagesverlust des Jahres. Kein einziger der dreißig Dow-Wert schloss am Dienstag im Plus. Weder die überwiegend guten Quartalszahlen, noch die erfreulichen Wirtschaftsdaten sorgten für Auftrieb. Die Partystimmung ist mal wieder auf dem Gefrierpunkt angelangt. Obwohl 3M, Johnson & Johnson, Ford und die Citigroup die Schätzungen um jeweils einen Cent schlagen konnten, legte keine einzige dieser Aktien zu – geschlossen marschierten die Kurse gen Süden. Dass die Baubeginne im Dezember den größten Anstieg seit 1986 verbuchten, änderte daran herzlich wenig.

Verunsichert blicken Investoren weiterhin auf die Entwicklungen im Irak und einer möglichen militärischen Auseinandersetzung mit den USA. Wetterbedingt kann George Bush nicht mehr lange warten. Die Uhr für den Irak laufe ab, betonte „uns“ Präsident erneut in einer Pressekonferenz. „Wenn das Säbelrasseln nicht bald aufhört, können wir das Börsenparkett demnächst zur Kegelbahn umbauen“, flucht ein Händler. Das Thema muss endlich vom Tisch – Krieg hin oder her!

Was passiert also mit dem Aktienmarkt, wenn es tatsächlich zu einem Konflikt kommen sollte? Wird es, wie im Kuwait-Konflikt Anfang der 90er Jahre, nach einem kurzen Einknicken zu deutlichen Kurssteigerungen kommen? Vermutlich nicht, meinen die Analysten von Bear Stearns. Schließlich wird dieses mal kein Land befreit, sondern ein Regime entmachtet. Auch am Enthusiasmus der Koalition mangele es diesmal. Wäre da noch die überragende Frage, wie es nach einem Konflikt im Irak weitergehen soll. In welche Richtung die Börse im Kriegsfall marschieren wird, hängt letztendlich von den damit einhergehenden Erfolgen ab. Während rasche Erfolge für den Aktienmarkt spricht, droht ein sich hinziehender Konflikt die Kurse und Konjunktur in einer Abwärtsspirale nach unten zu ziehen, zieht die Credit Suisse Bilanz. In anderen Worten: Viele Fragen, wenig Antworten. Eine Kombination, mit der die Börse schon immer Schwierigkeiten hatte.

Um so erstaunlicher, das zum Start der verkürzten Handelswoche ausgerechnet die Hightechs mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Der Sektor profitierte von positiven Analystenstimmen. Während Nortel Networks vom Brokerhaus Thomas Weisel empfohlen wurde, machte sich die UBS Warburg für Juniper Networks stark. Der Nebel um die kurzfristige Entwicklung des fundamentalen Umfelds lichte sich, trommelte der Analyst. Bei den Chip-Maschinenbauern sorgte wiederum die Deutsche Bank für gute Laune. Obwohl Intel die für 2003 geplanten Kapitalinvestitionen erst letzte Woche reduzierte, hält die Deutsche Bank dagegen. Dort werden die Prognosen für die Investitionen in der Chip-Industrie nach oben geschraubt. Bleibt zu hoffen, dass die Analysten eine bessere Nase haben als das Management von Intel.

Nach Börsenschluss meldete der Chip-Hersteller Xilinx ein Quartalsergebnis von 12 Cent pro Aktie vor einmaligen Kosten. Obgleich die durchschnittlichen Schätzungen damit eingehalten werden, tendierte die Aktie im nachbörslichen Handel rund 4 Prozent schwächer.

Von weitaus größerer Bedeutung werden wohlgemerkt die Ergebnisse von Motorola sein. Der Chip- und Handy-Konzern hat einen Gewinn von 13 Cent pro Aktie und damit über den Prognosen vorgelegt – allerdings gab es nach Börsenschluss unterschiedliche Interpretationen über die Erwartungen in 2003. Das Management gibt sich „optimistisch“ und erwartet ein leichtes Umsatzwachstum, meldet aber Zahlen unter den bisherigen Prognosen. Die Mehrheit der Anleger scheint sich für die positive Lesart zu entscheiden: Die Aktie legte noch im späten Handel satte 4,5 % zu.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Der Tag an der Wallstreet +++ 22.01.2003

 
23.01.03 08:04

Da sind wir wieder wo wir am Anfang des Jahres schon mal waren
 
 
Wird 2003 das bringen was Analysten noch zu Jahresbeginn versprachen? Dass ist dieser Tage – neben den geopolitischen Spannungen – die überragende Frage. Bis diese nicht beantwortet ist, herrscht Verunsicherung. Kommt auch nur der geringste Gedanke auf, dass die Aktie im Depot eine heiße Kartoffel sein könnte, wird der Kandidat fortgeschmissen. Für den Dow Jones und S&P 500 gingen mit dem Handelsschluss an diesem Mittwoch die in diesem Jahr so hart erspekulierten Gewinne wieder flöten. Einzig und allein der Nasdaq Index liegt noch magere 1,9 Prozent im Plus.

Investoren sind weder in Vergebungslaune, noch sind sie bereit Katz und Maus zu spielen. Das bekam neben den Finanzwerten auch Eastman Kodak zu spüren. Der Star des Vorjahres, entwickelt sich zur Ente des neuen Jahres. Die wacklige Konjunktur und der Trend zur Digitalphotografie verhagelt das vierte Quartal sowie die Aussichten für 2003. Mit einem Tagesverlust von 11,7 Prozent war alleine diese Aktie für 30 Punkte im Dow Jones verantwortlich.

Das Corporate Amerika auf ein „okay“ Quartal zurückblickt, sich zu 2003 aber überwiegend bedeckt hält, wird von der Wall Street abgestraft. Zudem gibt es dann doch die ein oder andere Warnung. Der Mischkonzern Tyco International wird in diesem Jahr auch nur die Prognosen am unteren Ende der Spanne einhalten. Wäre da noch Motorola. Wenn auch ein gutes Ergebnis hinter dem Chip- und Funktelefon-Konzern liegt, scheint die Zukunft steinig zu bleiben. Für das erste Quartal wird eine Warnung ausgesprochen. Wenn auch das Management an den Zielen für 2003 festhält, scheinen diese dennoch etwas zu hoch zu hängen, befürchtet Goldman Sachs und Bear Stearns.

Ähnlich trübe bleibt auch das Bild in der Finanzbranche. Reihenweise schlittern die Ergebnisse an den Prognosen vorbei. Nachdem der Online-Broker Charles Schwab am Dienstag enttäuschende Zahlen meldete, spricht nun E-Trade eine Warnung für 2003 aus. Die schleppende Konjunktur und die Zurückhaltung der Investoren an der Wall Street soll sich weiterhin belastend auswirken. Ein Horn, in das auch die Konkurrenz stößt. Der Branchenprimus Merrill Lynch spricht aus genau dem gleichen Grund eine Warnung für das erste Quartal aus. Man werde das Umsatzniveau vom dritten und vierten Quartal nicht erreichen. Bei den Banken sieht die Lage nicht viel besser aus. So fiel der Verlust von J.P. Morgan mit 7 Cent zwar etwas geringer als erwartet aus, mit einer raschen Erholung des Umfelds rechnet man aber auch dort nicht.

So skeptisch man die Zahlen und Prognosen von Motorola auch betrachten mag, gehörten Hightechs aber dennoch wieder zu den „kleineren“ Stars des Tages. Es ist eben alles eine Frage der Erwartungshaltung. Lucent Technologies musste im abgelaufenen Quartal einen bereinigten Verlust von 15 Cent hinnehmen. Immerhin das elfte Quartal mit roten Zahlen, aber die Zahlen sind nicht ganz so tief rot wie erwartet. Analysten gingen von einem 21 Cent Verlust aus. Feiern wir also, denn der Kandidat ist nur halb so tot wie angenommen. Und abgesehen davon „könnte“ die Morgendämmerung nicht mehr weit sein – möglicherweise, vielleicht, mit etwas Glück. Erstmals seit 2000 soll der Umsatz im angebrochenen Quartal zulegen. Das Management sieht das schlimmste überstanden und rechnet im Fiskaljahr 2003 mit der Rückkehr in die Gewinnzone.

Die Stimmung bei den Hightechs dürfte wohl auch am Donnerstag in Bestform bleiben. Nach der Schlussglocke meldete gleich eine ganze Reihe von Chipherstellern überzeugende Ergebnisse. Altera, ein Hersteller von Spezialchips, konnte mit einem Gewinn von 7 Cent die Schätzungen um einen Penny überflügeln. Der Wert tendierte nachbörslich dennoch schwächer – im Gegensatz zu Texas Instruments. Dort fiel das Ergebnis vor einmaligen Posten mit 6 Cent doppelt so hoch wie erwartet aus. Der Umsatz konnte die Schätzungen ebenfalls leicht übertreffen. In dem angebrochenen ersten Quartal sei ebenfalls mit einem Gewinn von rund 6 Cent zu rechnen. Die Aktie legte nachbörslich fast 6 Prozent zu.

Eine Steigerung, mit der auch Peoplesoft mithalten kann. Mit einem Gewinn von 18 Cent konnte der Software-Konzern die Schätzungen um genau 4 Cent schlagen. Wenn auch der Umsatz mit 512 Millionen Dollar rund 5 Prozent unter dem Vorjahr lag, konnten die Prognosen dennoch um 30 Millionen Dollar überflügelt werden. Setzen wir zu Tagesschluss noch eine gute Nachricht obendrauf. Qualcomm’s Ergebnis stieg im ersten Quartal um 83 Prozent, mit einem Ertrag von 42 Cent pro Aktie. Analysten rechneten mit lediglich 37 Cent. Gleichzeitig hebt das Management die Prognosen für das angebrochene Quartal und Gesamtjahr an.
Ihr Markus Koch

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jack303:

+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 24.01.2003

 
27.01.03 10:02

Irakfrage überschattet Lage an der Wall Street weiterhin
 
 
„It’s just an excuse to sell“, fürchten Händler an der New Yorker Aktienbörse. Gemeint ist das leidige Irak-Theater. Selbst wenn es die Kriegsängste nicht gäbe, würden die Kurse weiter abschmieren. Es ist für die Wall Street nur ein Mittel zum Zweck; ein Vorwand Aktien abzustoßen. Mit der Unterstützungslinie von 8.250 Punkten im Dow Jones nach unten durchbrochen und dem Index auf den tiefsten Stand seit Ende Oktober letzten Jahres, ist Frust bei dem Parkettvolk groß geschrieben. Auf den heiligen Planken der New Yorker Aktienbörse scheint man einen baldigen Kriegsbeginn förmlich herbei zu hoffen. Das alles überschattende Thema muss vom Tisch, ob durch einen Krieg oder eine politische Lösung ist vielen egal. „Wenn damit erst mal aufgeräumt ist, können wir uns den eigentlichen Problemen widmen“, raunt mir ein sichtlich gestresster Händler zu. Das so ein Krieg allerdings immense Risiken birgt und die erhofften raschen Erfolge ausbleiben könnten stellt hier unten kaum jemand in Frage.

Bedingt muss man den Händlern wohl recht geben: Aktien können mit schlechten Nachrichten besser als mit Verunsicherung leben. Schlechte Nachrichten können auf anhieb im Kurs reflektiert werden. Das lange warten, und die brodelnde Gerüchteküche, zehrt aber an den Nerven der Börsianer. Nun soll Japan seine im Irak lebenden Bürger aufgefordert haben bis nächsten Mittwoch das Land wegen eines möglichen Angriffs der USA zu verlassen, verkündet der Nachrichtensender ABC. Bei der BBC wird wiederum berichtet, dass die irakische Regierung ABC Schutzanzüge und Medikamente gegen Nervengas an Spezialeinheiten vergeben hat. Womöglich, so wird schon seit Tagen gemunkelt, hat der Irak seine ABC Waffen im benachbarten Syrien gelagert. Mit Spannung, und ich meine SPANNUNG, tickt nun die Uhr. Am kommenden Montag wird der Zwischenbericht der Waffeninspektoren vorgelegt, gefolgt von George Bushs Rede zur Lage der Nation am Dienstag. Wird es die Woche des Angriffs? Who knows! Und weil es niemand weiß, kauft auch keiner Aktien. Die Wall Street leidet wieder unter dem hier oft beschriebenen Käuferstreik. Der Dow Jones erlitt mit einem Wochenverlust von 5 Prozent jedenfalls den größten Wocheneinbruch seit sechs Monaten.

Die Herde der Investoren flüchtet in den Hafen der Sicherheit – sofern es den noch gibt. Der Goldpreis stieg im Tagesverlauf auf den höchsten Stand seit sechs Jahren, Öl knackt erneut die Marke von 33 Dollar. Gleichzeitig knickt der Dollar auf den tiefsten Stand seit Oktober 1999 ein. Seit nun schon neun Tagen geht es ununterbrochen bei dem Greenback abwärts. Gegenüber dem Euro hat er in den letzten zwei Monaten über 9 Prozent verloren. Voller Sorge blickt man nun gen Europa: Werden sich Investoren zunehmend von US Aktien und Anlagen trennen? Die russische Zentralbank gab erst am Donnerstag bekannt, dass man die gehaltenen US Dollar-Bestände reduzieren wolle. Ausländische Investoren halten über 7 Billionen Dollar in US Vermögenswerten oder 13 Prozent des US Aktienmarktes, 35 Prozent der US Staatsanleihen und über 23 Prozent der Unternehmensanleihen. Ergreifen diese Gorillas die Flucht, muss sich die Wall Street erst recht warm anziehen.

Branchen, deren Ergebnisse unlängst enttäuschten, führten die Verliererliste an diesem Freitag an. Dazu gehörte der Aluminium-Sektor so sehr wie der Finanz- und Telekom-Bereich. Die enttäuschenden Zahlen von AT&T, BellSouth, Alcan Aluminium, Charles Schwab, Mellon Financial und Etrade, ebenso wie die Umsatzwarnung von Merrill Lynch, zogen diese Werte weiter in den Keller. Selbst bei den Hightechs schmissen Investoren in den letzten Handelsstunden zunehmend das Handtuch. So konnte sich dann auch Microsoft, Intel oder IBM von dem allgemein schwachen Trend nicht abkoppeln.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Wall Street: Irak-Krise drückt weiter auf die Börs

 
28.01.03 07:46
Der Tag an der Wallstreet +++ 27.01.2003 +++

 
 
Die US-Börsen hatten die Woche in den roten Zahlen begonnen und die Verluste im Tagesverlauf ausgebaut. Ein Bericht von Hans Blix vor der UNO hat die Börse eher belastet als erleichtert. Bei Handelsschluss hatte der Dow 141 Zähler oder 1,7 % auf 7989 Punkte verloren – damit hat der Standardindex erstmals seit Mitte Oktober die 8000 Punkte-Marke unterschritten.

Die Nasdaq schloss mit einem Minus von 17 Zählern oder 1,3 % auf 1325 Punkten, der marktbreit gefasste S&P 500 gab 14 Punkte oder 1,6 % auf 847 Zähler ab.

Der Chef der UN-Waffeninspekteure im Irak hatte in seiner Rede am New Yorker Vormittag Kritikern und Befürworten eines Irak-Kriegs ausreichend Stoff für eine weitere Argumentation ihrer Gangart gegeben. Dabei machte er vor allem eines deutlich: Die Experten vor Ort fordern mehr Zeit und zwar „einige Monate“.

Im Detail betrachtet klang in der Tat nicht gerade beruhigend, was Blix berichtete. Der Irak sei der Forderung der UNO nach totaler Abrüstung nicht nachgekommen, über den Verbleib einiger chemischer und biologischer Waffen sei man sich im unklaren. Allerdings verhalte sich das Regime formell korrekt und verschaffe Inspekteuren Zutritt zu allen Gebäuden und Palästen. Für die Börse bedeuteten die Nachrichten von Blix nichts Gutes: Man leidet weiter unter der Ungewissheit um einen eventuellen Militärschlag.

Doch nicht nur Blix’ Rede beeinflusst den Markt in dieser Woche: Am Dienstagabend wird Präsident Bush seinen Bericht zu Lage der Nation geben, und er wird sich zum einen zur Irak-Krise, zum anderen auch zur Konjunktur und zu seinem jüngst geschnürten Steuerpaket äußern. Darüber hinaus rechnen Beobachter mit Kommentaren über das Gesundheitssystem in den USA und einem Appell von Bush für billigere Medikamente. Diese Erwartungen belastete im Montagshandel den Pharmasektor. Die Aktie von Merck war mit einem Minus von 2,7 % einer der schwächsten Dow-Werte.

Größter Verlierer im Pharmabereich war unterdessen Schering-Plough. Dem Konzern, der im vergangenen Jahr den Patentschutz für sein erfolgreiches Anti-Allergikum Claritin verloren hatte, droht neue Konkurrenz. Die beiden Biotech-Unternehmen Andrx und Perrigo werden gemeinsam eine generische Version des Medikaments, das auch noch rezeptfrei vertrieben werden soll. Schering-Plough verlor 6,5 %.

Verbessern konnten sich unterdessen einige Telekomwerte. Mit einem Plus von 1,2 % war das Papier von SBC Communications die stärkste Aktie im Dow. SBC und die Aktien von Verizon und Bell South wurden von den Analysten der UBS Warburg aufgewertet. Die Experten sehen die Papiere nach einem Kurssturz um 20 % attraktiv bewertet. Wirklich überzeugend klingt das Urteil indes nicht, denn die Experten halten an ihren Kurszielen fest, die ein Verlustpotential von bis zu jeweils 10 % einrechnen.

Ebenfalls auf der Gewinnerseite stand der Dow-Finanzriese American Express mit einem Plus von 0,3 %. Das Unternehmen hatte am Mittag einen Quartalsgewinn über den Erwartungen der Analysten gemeldet. Der Gewinn habe sich in den abgelaufenen drei Monaten fast verdoppelt und belaufe sich auf 683 Mio. $ oder 52 Cent pro Aktie. Vor allem der starke Kundenzuwachs im Kartengeschäft sei dafür verantwortlich, meldet das Management. Mit den Aussichten halt man sich zurück, CEO Kenneth Chenault rechnet mit einer anhaltend lahmen Konjunktur.

Zu den weiteren Gewinnern gehörte die Aktie des Konsumriesen Kimberley-Clark. Der größte Konkurrent des Dow-notierten Branchenführers Procter & Gamble hat im abgelaufenen Quartal die Prognosen um 2 Cent geschlagen – allerdings hatte man diese im Laufe der Monate zweimal zurückgefahren. Ein margenerschütternder Kampf um Marktanteile auf dem Windelmarkt, wo Kimberley-Clarks Huggies mit den Pampers von Procter & Gamble konkurrieren, hat schwer auf die Kasse geschlagen, doch sind Anleger zuversichtlich: Die Aktie schloss mit 0,5 % im Plus. Konkurrent Procter & Gamble verlor 1,6 %.

Mit einem minimalen Minus von 2 Cent ging die Aktie der Altria Group aus dem Handel – dahinter verbirgt sich nichts anderes als der Lebensmittel- und Tabakkonzern Philip Morris, der erstmals unter dem neuen Namen handelte aber sein Tickerkürzel MO behält. Das Unternehmen hat die Namensänderung bereits im November angekündigt, weil man davon vom Ruch des Tabakriesen loskommen und auf die Diversifizierung des Konzerns hinweisen will. Altria leitet sich vom lateinischen Wort „altus“ ab, das „hoch“ bedeutet.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Wall Street:US-Börsen zeigen überraschendes Comeb.

 
30.01.03 08:23
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 29.01.2003 +++

 
 
Nach einem schwachen Start am Mittwochmorgen legten die US-Börsen im Handelsverlauf ein eindrucksvolles Comeback hin. Der Dow verbuchte nach einer Rallye über mehr als 200 Punkten einen Kursgewinn von immerhin 22 Zählern oder 0,3 % und ging auf 8110 Punkten aus dem Handel. Die Nasdaq verbesserte sich um 16 Zähler oder 1,2 % auf 1358 Punkte.

Der Handelstag war geprägt von Erörterungen und Diskussionen über die Rede zur Lage der Nation, die US-Präsident Bush am Vorabend gehalten hatte, und in der er einen Irakkrieg direkt in Aussicht gestellt hatte. „Der Verkaufsdruck am Morgen kam aus Europa“, monierte der ehemalige Fondmanager und Aktienguru Jim Cramer auf dem Börsensender CNBC. „Die Europäer mögen unseren starken Präsidenten nicht – wir mögen ihn.“ Tatsächlich hatte Cramer zumindest mit der Beobachtung Recht, dass die Wall Street unter Druck stand, bis die europäischen Börsen schlossen. Danach setzte eine Erholung ein.

Bereits zuvor hatten jedoch einige Experten der Rede von Präsident Bush durchaus etwas positives abgewinnen können. Mehr als ein tatsächlicher Krieg schien in den letzten Tagen die Unsicherheit den Markt belastet zu haben – die ist nun vom Tisch. Andere Themen aus Bushs Rede, darunter sein bereits diskutiertes Steuerpaket, eine Reform im Gesundheitswesen und die AIDS-Hilfe für Afrika waren am Mittwoch nur Randthemen.

Ein weiterer Punkt bewegte indes zumindest eine Branche. Überraschend bekannte sich ausgerechnet Präsident Bush zur Notwendigkeit, alternative Energien und saubere Motoren zu entwickeln, mit denen nicht nur die Umwelt geschont, sondern vor allem die USA weniger abhängig von Öl aus dem arabischen Raum würde. 1,2 Mrd. $ will der Präsident in Forschung und Entwicklung stecken, die Aktien von Power Plug, Hydrogenics und Ballard Power verbesserten sich um bis zu 8 %, nachdem sie bereits am Vortag nach Gerüchten über eine Bush-Initiative stark zugelegt hatten.

Im Dow Jones gab es unterdessen mit dem Ölkonzern ExxonMobil einen Gewinner, der sich um fast 4 % verbesserte, die Papiere von Intel, International Paper, Merck, Home Depot und Microsoft legten um jeweils mehr als 2 % zu.

Größter Verlierer war unterdessen die Altria Group, die noch bis vergangene Woche unter dem Namen Philip Morris gehandelt hatte. Die Holding hinter dem Zigarettenkonzern und den Lebensmittelriesen Kraft hat für das abgelaufene Quartal einen Gewinneinbruch von 18 % ausgewiesen. Nach Informationen des Managements hätten vor allem die höheren Ausgaben für Werbung in einem konsumschwachen Markt auf die Bilanz gedrückt. Die Aussichten sind nicht besser: Für 2003 rechnet man mit einem Wachstum von höchstens 3 %, was unter den bisherigen Prognosen liegt. Die Aktie gab 3,6 % ab.

Mit einem Minus von 12 % schloss die Aktie von Kraft Foods, nachdem der Spin-Off von Philip Morris die Quartalserwartungen der Analysten verfehlt und auch für die absehbare Zukunft Gewinne unter den bisherigen Prognosen angekündigt hat. Verluste im währungsschwachen Südamerika und hohe Sonderkosten im Zusammenhang mit den Rentenrücklagen drücken nachhaltig auf das Ergebnis.

Stark zulegen konnten im Tagesverlauf auch einige Aktien aus dem Chip-Bereich, darunter die Papiere von Micron, den die Analysten der Deutsche Bank noch am Morgen kritisiert hatten. Sie fuhren ihre Ertragsprognosen für Micron drastisch zurück. In 2003 rechnet man damit, dass das Unternehmen einen Verlust von 2,25 $ einfahren wird, nachdem man bisher ein Minus von 1,53 $ prognostiziert hatte. Schuld daran dürfte der anhaltende Preisverfall auf dem Markt der DRAM-Chips sein. Die Aktie legte dennoch um mehr als 6 % zu.

Ebenfalls um 6 % kletterte Novellus, dessen Zahlen unter Analysten unterschiedliche Reaktionen ausgelöst hatten. Der Chipausrüster hatte bei einem Umsatz von 217,6 Mio. $ einen Gewinn von 3 Mio. $ oder 2 Cent pro Aktie ausgewiesen und die Erwartungen leicht geschlagen – allerdings warnte CEO Richard Hill vor einer weiter harten Zukunft für die Branche. „Die Investitionen sind nach wie vor schwach, die Branche in einer schweren Krise“, sagte er. Bei der UBS Warburg fährt man entsprechend die Prognosen für 2003 und 2004 deutlich herunter und hält an einer Bewertung der Aktie mit „Neutral“ fest, bei Merrill Lynch unterdessen rät man zu „Kaufen“ und setzt die Erwartungen für 2003 und 2004 herauf.

Um 2,3 % verbesserte sich Applied Materials nach einer Aufstufung durch die Analysten der UBS Warburg. Diese liest sich indes wie eine Anleitung zum Zocken: Die Experten stufen die Aktie des Chipherstellers Applied Materials auf „Kaufen“ auf, warnen aber gleichzeitig davor, dass die Aussichten auf 12 Monate schwach seien, für die Aktie und das ganze Umfeld. Die Aufstufung erfolge lediglich, weil man das Papier bei aktuell 13 $ für unterbewertet halte und bei 18 $ fair bewertet sehe. Die Empfehlung, so die Kollegen, sei explizit eine kurzzeitige und habe mit der langfristigen Entwicklung für Applied Materials nichts zu tun.

Zu einem Non-Event wurde die Fed-Sitzung in Washington. Die US-Notenbank hat den Leitzinssatz erwartungsgemäß auf 1,25 % belassen. Die so genannte „Bias“, die Risikobewertung, belässt das Komitee auf „Neutral“ also ausgeglichen zwischen Schwäche und Inflation. Die Entscheidung der Fed fiel einstimmig, den Markt beeinflusste sie nicht.
Ihr Markus Koch

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jack303:

+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 31.01.2003

 
03.02.03 08:15

Im Januar unterliegen die Bullen den Bären erneut
 
 
Die Schlacht ist entschieden, der Krieg aber noch lange nicht. Gemeint ist nicht etwa der drohende militärische Konflikt mit dem Irak, sondern der tobende Krieg zwischen den Bullen und Bären. Technisch betrachtet hat sich die Wall Street zum Wochenausklang gut geschlagen. Die wichtigen Marken von 844 im S&P 500 und 1.300 im Nasdaq Index wurden – trotz aller Zweifel – zum Wochenausklang erfolgreich verteidigt.

Abgesehen vom leichten Comeback des US-Dollars, profitierten die Blue Chips von überraschend robusten Wirtschaftsdaten und guten Quartalszahlen von Walt Disney und Honeywell. Ob sich die Bullen im Jahresverlauf auf den Beinen halten können, wird vom Januar Indikator allerdings in Frage gestellt. Einem schwachen Januar, schloss sich seit 1950 ausnahmslos ein ebenso schwaches Gesamtjahr an. Und leider endete auch dieser Januar im roten Bereich. Wieder ein mieses Börsenjahr? Nicht unbedingt, spricht doch der Sieg eines NFC Teams im Superbowl eher für als gegen die Bullen. Es ist, wie dieser Tage in allen Lebenslagen der Wall Street, noch alles offen.

Schieben wir all die Probleme und Unsicherheit doch einfach dem Irak in die Schuhe. Das hört sich gut an, klingt bedingt logisch und erspart einem die Peinlichkeit tiefergehende Schwierigkeiten veroffenbaren zu müssen. Das ein möglicher Irak-Krieg immense Risiken für Walt Disney birgt, ist irgendwo noch einleuchtend. Die meisten Geschäftssparten, vor allem was die Erlebnisparks betrifft, reagieren auf politische Spannungen extrem sensibel. Das Bear Stearns bei der Aktie aus genau diesem Grund auf Abstand bleiben will, macht durchaus Sinn. Aber was zum Teufel hat die Geschäftsentwicklung eines Chip-Maschinenbauers oder PC-Herstellers mit einem möglichen Irak-Krieg am Hut? Dan Niles von Lehman Brothers mahnt, dass die Angst vor einer möglichen Auseinandersetzung bei Hewlett-Packard zu Nachfrageeinbrüchen geführt habe. Vor allem Konsumenten hätten in den vergangenen zwei Wochen deutlich auf die Bremse getreten. Übrigens kein Hewlett-Packard spezifisches Problem. Selbst Dell Computer soll unter den geopolitischen Risiken leiden und sich skeptisch zum anbrechenden Quartal äußern. Kunden hätten aufgrund der anhaltenden Wirtschaftsflaute und der Angst vor einem drohenden Irak-Krieg die geplanten Kapitalinvestitionen weiter nach hinten verschoben, erklärte auch Applied Materials. Der weltgrößte Chip-Maschinenbauer wird im ersten Quartal ein Auftragseinbruch von 35 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal hinnehmen müssen. Bisher peilte man lediglich einen Einbruch von 20 Prozent an.

Jungs, Wake up and smell the coffee! Das Saddam ein unangenehmer Zeitgenosse ist, steht außer Frage. So böse der Onkel im Irak auch sein mag, dürfte sich klein Fritzchen vom PC-Kauf dadurch aber kaum abhalten lassen. Es sei denn, klein Fritzchen wollte ohnehin keinen PC kaufen. Und genau da liegt der Hund begraben. Die Nachfrage ist im ersten Quartal saisonal bedingt immer etwas schwächer – Saddam hin oder her. Und was den Chip-Maschinenbau betrifft, hat Intel schon vor Wochen eine Kürzung der Kapitalinvestitionen angekündigt. Nicht wegen dem Irak, sondern wegen der anhaltenden Überkapazitäten.

Was auch immer der wahre Grund für die schlechten Aussichten dieser Unternehmen sein mag, steht eines außer Frage: Je mehr die Analysten und Unternehmen die politische Unsicherheit in Sachen Irak für ihre fundamentalen Schwierigkeiten verantwortlich machen, um so größer wird der Druck auf Präsident George W. Bush. In anderen Worten und extremst einfach dargestellt: Bushs Säbelrasseln stellt nicht nur dem Aktienmarkt, sondern auch der Konjunktur das Bein!
Ihr Markus Koch

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jack303:

Wochenstart im Schatten von Columbia und Irak

 
04.02.03 07:54
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 03.02.2003 +++
Wall Street:
 
 
Die US-Börsen haben den Februar freundlich begonnen, obwohl die Irak-Krise und die Columbia-Tragödie den ganzen Tag über auf die Stimmung und auch auf einzelne Aktien drückten. Der Dow schloss mit einem Plus von 56 Zählern oder 0,7 % auf 8109 Punkten, die Nasdaq verbesserte sich um 2,9 Zähler oder 0,2 % auf 1323 Punkte.

Der freundliche Wochen- und Monatsauftakt überrascht ein wenig, da einige Statistiken über das Wohl von Corporate America nicht eben überzeugend ausfielen. Gegen Ende der Ertragssaison ziehen die Experten bei Thompson First Call Bilanz. Ihren Aufzeichnungen zufolge haben von 332 Unternehmen nur 49 ihre Prognosen aufrecht erhalten, 86 haben sie erhöht und 197 haben eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Damit sind die Prognosen der US-Wirtschaft so schlecht wie seit mindestens vier Quartalen nicht mehr.

Auch der Blick auf den ISM Index über die Aktivitäten im Produzierenden Gewerbe fällt durchwachsen aus. Im Januar notiert der Index zwar zum elften Mal in zwölf Monaten im Expansionsbereich, allerdings ist er von 55,2 auf 53,9 gefallen, womit das Wachstum etwas schwächer ausfällt als im Vormonat. Zurück gegangen ist auch der Index über die Neubestellungen, der von 62,9 auf einen Stand von 59,7 abgerutscht ist.

Über dem Börsengeschehen hing ansonsten der Schatten der Columbia-Tragödie. Händler auf dem Parkett hielten am Vormittag eine Schweigeminute, um der sieben Astronauten zu gedenken, die bei der Explosion des Space Shuttle am Samstag ums Leben gekommen waren. Derweil berechneten Anleger und Analysten die Folgen für einige Unternehmen.

Am stärksten betroffen ist Alliant Techsystems, der Hersteller der Raketentriebwerke, dessen Aktie am Montag etwa 12 % verlor. Das Unternehmen macht ein Fünftel seines Umsatzes mit der NASA. Hingegen ist man sich weitgehend einig, dass die Bilanzen sowohl bei Boeing als auch beim Rüstungskonzern Lockheed Martin nicht schwer unter der Katastrophe leiden müssen, da beide nur etwa 3 % ihres Umsatzes mit der NASA machen. Dennoch gaben die Aktien nach. Boeing war mit einem Minus von 2 % zweitschwächste Aktie im Dow.

Schwächster Dow-Wert war unterdessen der Telekom-Konzern AT&T, der damit seinen Januar-Trend fortsetzt. Die Aktie war das schwächste Dow-Papier im ersten Monat des neuen Jahres. Mit einem Plus von 3,5 % schloss AT&Ts Konkurrent SBC Communications, damit war das Papier zweitbester Performer im Standardindex, direkt hinter Eastman Kodak mit einem Plus von 4,2 %. Der Photokonzern wird im Anlegermagazin Barrons positiv erwähnt, Käufer scheinen von dessen Argumentation überzeugt zu sein.

Im Dow-Mittelfeld schloss mit einem Plus von 0,7 % die Aktie von General Motors. Beim weltgrößten Autohersteller sind die Verkäufe im Januar um 2,5 % zurück gegangen, beim Kollegen DaimlerChrysler sogar um 12 %. Unter den „Großen Drei“ konnte allein Ford steigende Absatzzahlen vorlegen. Im Januar wurden 4,8 % mehr Wagen verkauft.

Weiter im Mittelpunkt des Interesses standen die Hightech-Aktien. Microsoft legte um 3 % zu, und auch der Chiphersteller Intel schloss im leichten Plus – dabei hatte der es nicht leicht. Laut Daten vom Vormittag sind die weltweiten Chip-Umsätze im Dezember um 2,3 % auf 12,53 Mrd. $ gefallen. Auf Jahressicht sind die Umsätze damit nur um magere 1,3 % gestiegen. Im laufenden Jahr sollen sich die Umsätze allerdings um bis zu 20 % verbessern, so Analysten.

Mit einem Plus von fast 1 % schloss auch die viel beachtete Aktie von Cisco Systems. Der Netzwerker wird am Dienstag nach Börsenschluss Zahlen zum abgelaufenen Vierteljahr melden. Bei Lehman Brothers erwartet man eine Umsatzentwicklung nach Plan aber schleppende Auftragseingänge. Weder das Quartal, noch die Aussichten dürften besonders spektakulär ausgefallen sein. Auch bei der UBS Warburg erwartet man, dass das Ergebnis höchstens von einer weiteren Verbesserung der operativen Margen profitieren konnte.

Das Thema Irak spielte im Montagshandel eine untergeordnete Rolle. Anleger und Analysten warten auf die Rede von US-Außenminister Colin Powell, der am Mittwoch vor den Vereinten Nationen sprechen soll. Wie Präsident Bush in der vergangenen Woche angekündigt hatte, will er belastende Beweise gegen das Regime Saddam Hussein vorlegen, mit denen die USA einen Militärschlag gegen das Land im Golf rechtfertigen und um Unterstützung durch die Völkergemeinschaft werben wollen.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Wall Street: US-Börsen nähern sich den Jahrestiefs

 
05.02.03 07:29

 
 
Die US-Börsen waren am Dienstag auf der Verliererstraße. Schlechte Nachrichten von den Unternehmen, schwache Konjunkturdaten und die bevorstehende Rede von US-Außenminister Colin Powell vor der UNO hielten Käufer auf Distanz. Der Dow verlor 92 Zähler oder 1,1 % auf 8017 Punkte, die Nasdaq gab 18 Zähler oder 1,3 % auf 1306 Punkte ab.

Wie schlecht die Verfassung der US-Börsen wirklich ist, ließ sich am Chart des Dow Jones leicht ablesen. Im Vormittagshandel fiel der Standardindex kurzfristig auf 7936 Punkte und damit unter sein bisheriges Jahrestief. Seit seinem Januarhoch vor drei Wochen hat der Index 10 % an Wert verloren.

Gründe für die neuerliche Schwäche der Indizes gab es indes genug. „Eine Warnung von AIG, eine Warnung von Alcatel und die Unsicherheit in der Irakkrise – all das lähmte den Markt einfach“, fasste Larry Wachtel, Analyst bei Prudential Securities, zusammen. In der Tat wartete man vor allem auf die Rede von Colin Powell, der am Mittwoch vor den Vereinten Nationen neue Beweise gegen Saddam Hussein vorlegen und um die Unterstützung der Völkergemeinschaft für einen Irak-Krieg werben will.

Zusätzlich drückten allerdings auch Nachrichten aus dem konjunkturellen Umfeld auf den Markt. Die Fabrikbestellungen sind im Dezember zwar um 0,4 % gestiegen. Den Rüstungssektor herausgerechnet verzeichnet der Index aber nur ein Plus von 0,2 %. Damit verbessert auch der letzte Monat des Jahres die Bilanz für 2002 nicht mehr nachhaltig. Auf das Jahr gerechnet sind die Fabrikbestellungen um 0,8 % gefallen. Damit notiert der Index das zweite Jahr in Folge negativ, erstmals war das 2001 geschehen, als sich die USA auf dem Weg in die Rezession befanden.

Auch der Arbeitsmarkt signalisiert keine Erholung. Im Gegenteil: Im Januar ist die Zahl der von Unternehmen angekündigten Entlassungen auf 132 222 gestiegen, das bedeutet ein Plus von 48 %. Das hat die private Job-Agentur Challenger, Gray and Christmas ermittelt. Die meisten Stellen gingen im Januar im Einzelhandel verloren, wo 44 087 Leute gehen mussten, in der zuletzt stark getroffenen Telekombranche gingen nur noch 7 265 Jobs verloren.

Auf Unternehmensseite waren es in der Tat zwei Gewinnwarnungen, die der Börse Kraft nahmen. In Frankreich hatte der Telekomzulieferer Alcatel einen Geschäftsrückgang um 25 bis 30 % prognostiziert, was die Telekombranche und die Hightechs in den Keller schickte. Zu den größten Verlieren an den US-Börsen gehörten Nortel, Lucent, Ciena und JDS Uniphase. Auch der Netzwerker Cisco gab noch einmal um 2,5 % ab, bevor das Unternehmen am Abend Zahlen melden sollte.

Ebenfalls unter Druck standen die Finanzwerte, angeführt vom Versicherer American International Group mit einem Minus von fast 7 %. Der nach Marktkapitalisierung weltgrößte Versicherer wird außerplanmäßige Rücklagen von 1,8 Mrd. $ bilden, um für Verluste und Ausfälle gerüstet zu sein. Experten hatten mit Sonderkosten in dieser Höhe nicht gerechnet, zumal sie nicht einmal Asbest-bedingt sind und damit auch nicht im Bereich der Risikokalkulation vieler Anleger liegen. Zwar rechnet das Management damit, dass man künftig keine solchen Rücklagen mehr bilden muss, da man in 2002 und 2003 die Prämien erhöht hat, doch überzeugt dies Anleger am Dienstag nicht.

Ein weiterer US-Versicherer hatte am Morgen Quartalszahlen gemeldet. Die Aktie von Chubb verlor 5,8 %, nachdem das Unternehmen einen Profit von 83,7 Mio. $ oder 48 Cent pro Aktie ausgewiesen hat. Das ist zwar deutlich mehr als im Vorjahresquartal aber ebenso deutlich weniger als Analysten erwartet hatten. Diese hatten einen Gewinn von 1,08 $ pro Papier prognostiziert.

Es passte ins allgemeine Bild, dass unter den wenigen Gewinnern vor allem Konsumartikler waren, deren Ergebnisse von Krieg und Frieden und von konjunkturellen Schwankungen weitgehend unabhängig sind. Colgate-Palmolive, Hersteller von Zahnpasta und Geschirrspülmittel, verzeichnet für das abgelaufene vierte Quartal ein Gewinnwachstum von 15 % und schlägt mit einem Profit von 340,9 Mio. $ oder 59 Cent pro Aktie die Erwartungen der Analysten. Ein Umsatzwachstum von 3,9 % nennt das Management „das stärkste in fünf Jahren“. Die Aktie verbesserte sich um 2,8 %.

Ein starkes Quartal hat auch der weltgrößte Kosmetik-Direktvertrieb Avon Products hinter sich. Das Unternehmen hat ein Gewinnwachstum von 75 % erfahren, das man vor allem auf das starke Geschäft in den USA und Europa zurückführt. Avon weist einen Profit von 193 Mio. $ oder 80 Cent pro Aktie aus, was um einen Penny besser ist als die Erwartungen der Experten. Man hat damit drei Jahre in Folge die Prognosen der Wall Street erfüllt oder geschlagen. Für 2003 setzt man die Erwartungen um 1 Cent nach oben, Anleger honorieren diesen Optimismus, und die Aktie legte 1,8 % zu.
Ihr Markus Koch


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jack303:

Well done, Powell

 
06.02.03 08:41
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 06.02.2003 +++

 
Kaufe den Markt bei Hoffnung auf einen multilateralen Schlag gegen den Irak und verkaufe ihn bei Anzeichen eines Alleingangs der USA. Die Präsentation von Außenminister Colin Powell mag aus Sicht vieler Händler überzeugend gewesen sein, nicht aber aus Sicht einiger UNO Mitgliedsstaaten. Mit der Forderung Frankreichs mehr Waffeninspektoren oder gar ein dauerhaftes Überwachungssystem in Bagdad zu etablieren, ging die Hoffnung auf einen multilateralen Schlag zunehmend durch den Schornstein.

Ein Alleingang der USA und die damit verbundenen Risiken liegen der Börse genauso schwer im Magen wie der Gedanke, dass sich das Thema möglicherweise weiter hinziehen und die Unsicherheit an der Börse anhalten könnte. Das Colin Powell erneut vor die UNO getreten ist, verschlechtert jedenfalls die Positionierung der USA. Es war ein Zugeständnis Washingtons. Da das eigene Volk eine zweite Resolution im Sicherheitsrat einem Alleingang vorziehen würde, bleibt den USA im Grunde nichts anderes übrig als sich an den geordneten Prozess zu halten. „Well done, Powell“, kann ich da nur sagen!

So weit die Meinungen zu dem Thema auch auseinander klaffen mögen, sollten wir alle den Ursprungsgedanken all der Geschehnisse nicht aus den Augen verlieren: Es geht hier nicht um ein Wettpissen zwischen den „kriegsgeilen“ USA und den „nichts kapierenden“ Deutschen oder Franzosen. In der Resolution 1441 geht es – zum Wohle aller – um die Entwaffnung des Irak. Ob der noch nicht gefundene „rauchende Revolver“ von den USA, den Deutschen, den Franzosen oder den Marsmännchen präsentiert wird, spielt keine Rolle – solange die Beweise nur hieb- und stichfest sind.

Doch zurück zum Aktienmarkt. Während all die geopolitische Verunsicherung den Gold- und Ölpreis gen Norden jagt, treten die Aktien dieser Branchen so ziemlich auf der Stelle. Eine Divergenz die darauf deutet, dass der Markt die Preissteigerung dieser Rohstoffe als vorrübergehendes Phänomen betrachtet – möglicherweise in Verbindung mit der Kriegsangst. Als sich Anfang der 90er Jahre der erste Golfkrieg abzeichnete, kletterte der Goldpreis bis auf 420 Dollar, nur um wenig später wieder bis auf fast 350 Dollar zurückzufallen. Mit zunehmender Klarheit, dass der militärische Konflikt nicht außer Kontrolle geraten würde, verblasste auch der Reiz des gelben Metalls.

Die Stärke bei vielen Rohstoffen, hängt vorrangig mit der Schwäche des US-Dollars zusammen. Dessen Flaute begründet sich auf dem boomenden Handelsdefizit, der hohen Verschuldung von Corporate Amerika und der Privathaushalte, und – natürlich – auch der Angst vor einem Irak-Krieg. Wohin flüchten, wenn der Dollar nicht mehr funktioniert? Mit Zinsen an den Kapitalmärkten derart niedrig, hat Gold als sichere Währung an Attraktivität gewonnen. Im Gegensatz zu Anfang der 90er Jahre, könnte, bei einer anhaltenden Dollarschwäche, Gold auch nach einem Irakkrieg in Mode bleiben.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Das Spiel ist aus

 
07.02.03 07:55
„Leite, folge oder geh aus dem Weg!” George W. Bush und Colin Powell setzen der UNO die Pistole auf die Brust. Die USA würden eine zweite Resolution des Sicherheitsrates zwar begrüßen, sehen diese aber nicht als zwingend erforderlich um einen militärischen Schlag gegen den Irak zu starten. Der Zeitpunkt für einen Krieg scheint einen Schritt näher gerückt zu sein. Eine für die Wall Street kaum überraschende Entwicklung. Nach der bislang erfolglosen Überzeugungsarbeit von Außenminister Colin Powell und dem Zugeständnis von Washington, erneut vor die UNO getreten zu sein, musste George Bush die Fronten klären.

Ein Krieg, ob multilateral oder im Alleingang, ist kaum noch abzuwenden. „Das Spiel ist aus“, erklärte Bush. Für die Wall Street eine nicht unbedingt schlechte Nachricht. Obgleich ein Alleingang der USA nicht begrüßt wird, hoffen viele auf das Ende des ewigen Wartens. Ein gefährliches Spiel. Mit einer militärischen Auseinandersetzung, selbst bei raschen Erfolgen der USA, könnte die Wall Street vom Regen in die Traufe kommen. Das Warten wird jedenfalls nicht aufhören. Nur werden wir nicht mehr auf das Ende der Spannungen mit dem Irak warten, sondern auf bessere Wirtschaftsdaten oder bessere Quartalszahlen oder eine saisonal bessere Phase oder auf Nachbars Lumpi.

Das die Einzelhandelsumsätze für den Januar von der Bank of Amerika als generell gut bezeichnet werden, scheint doch reichlich merkwürdig. Bis auf wenige Ausnahmen, kam es auf breiter Front zu Rückgängen. Die Umsätze bei Federated Department, Talbots und J.C. Penney fielen zurück, Wal-Mart meldete am unteren Ende der Erwartungen.

Die Flut der Ertragswarnungen will nicht aufhören. Nach Börsenschluss warnte EDS, der nach IBM weltweit zweitgrößte IT-Dienstleister, vor deutlich niedrigeren Ergebnissen. Aufgrund von Auftragseinbrüchen sei im ersten Quartal lediglich mit einem Gewinn von 30 bis 35 Cent zu rechnen. Analysten hatten einen Ertrag von 43 Cent angepeilt. Auch die Schätzungen für das Gesamtjahr werden um eine weite Spanne verfehlt. EDS bläst damit ins gleiche Horn wie der Chip-Maschinenbauer Applied Materials oder Cisco Systems. DAs von vielen erhoffte Comeback der IT-Ausgaben lässt auf sich warten und das saisonal flaue erste und zweite Quartal werden noch flauer als befürchtet ausfallen.

Bleibt zu hoffen, das wenigstens die vor Börseneröffnung anstehenden Arbeitsmarktdaten zufriedenstellend ausfallen werden. Analysten rechnen für den Januar mit einer Arbeitslosenquote von 6 Prozent und 68.000 geschaffenen Arbeitsstellen.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Wall Street läuft im Leerlauf und stagniert

 
10.02.03 07:56
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 07.02.2003 +++

 
Bei uns an der Wall Street findet der Handel unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Darauf deutet jedenfalls das ausgesprochen niedrige Handelsvolumen. Mit einem nur oberflächlich guten Arbeitsmarktbericht, einer anhaltenden Flut an Ertragswarnungen und einer Warnung vor einem Terroranschlag, haben sich die Börsianer verfrüht ins Wochenende verabschiedet – bis auf die Farbenblinden. Die dürften kaum mitbekommen haben, dass die Alarmstufe von „gelb“ auf „orange“ angehoben wurde. Was das Risiko eines drohenden Terroranschlags betrifft, ist damit die zweithöchste Alarmstufe erreicht. Die Kommunikationsaktivitäten zwischen Terrorzellen hätten erheblich zugenommen. Womöglich ein Indiz dafür, dass ein „größerer Anschlag“ gegen die USA geplant sei. Welch Zufall (oder könnte es gar Berechnung sein), dass die Bush Regierung die Alarmstufe ausgerechnet zum aktuellen Zeitpunkt anhebt?!

Mal abgesehen vom Kinderkanal, geht es bei allen anderen TV-Sendern, egal zu welcher Zeit, nur noch um Saddam. Sein Leben, seine Familie, seine Verdauungsschwierigkeiten – wer’s denn unbedingt wissen will braucht nur die Glotze einschalten. Bis die Schießerei wirklich losgeht, hocken Investoren auf ihren Händen. Zugegeben, dass tägliche Handelsvolumen an der New Yorker Aktienbörse pendelte vergangene Woche zwischen ordentlichen 1,2 bis 1,6 Milliarden Aktien. Davon basieren jedoch 35 bis 45 Prozent auf automatischen Handelsprogrammen und weitere 10 Prozent auf Lottoscheinen (ist die Aktie unter 2, dann greif doch einfach zu). Von einer aktiven Teilnahme der Investoren kann somit kaum die Rede sein. Die Wall Street läuft im Leerlauf und stagniert. Aber Moment mal, sagen Sie? Sacken die Kurse nicht schon seit Tagen in den Keller? Vollkommen richtig. Aber nicht etwa wegen panikartiger Verkäufer, sondern wegen dem berühmten Boykott der Käufer.

Wie sagte doch einst der eine Händler zum anderen: „Kaufgründe gibt es nicht immer, Verkaufsgründe aber jederzeit!“ Käufe können wegen schlechtem Wetter, einer zu hohen Bewertung, schlechter Ergebnisse oder hundert anderer Gründe auf Eis gelegt werden. Hingegen steckt ein Verkäufer in einem komplett anderen Paar Schuhe. Egal ob die Konjunktur nun boomt oder Friede herrscht, muss er entweder Steuern zahlen oder die Zahnarztrechnung oder den Jaguar der Ehefrau. Und schon schließt sich der Kreis wieder – es gibt IMMER Verkaufsgründe!

Werfen wir also einen zaghaften Blick auf das was uns Börsianern bevorsteht. Schon mal einer hängen geblieben Schallplatte zugehört? Falls nicht, bietet sich an der Wall Street bis zum 14. Februar die Gelegenheit dazu. Am Valentinstag wird Chef-Waffeninspektor Hans Blix und Mohamed ElBaradei einen weiteren Bericht in der UNO vorlegen. Wie George W. Bush und Englands Tony Blair andeuteten, ein entscheidendes Ereignis. Machen wir’s also kurz: Politische Unsicherheit bleibt das dominierende Thema. Basierend auf dem hohen Pessimismus der Investoren und einem S&P 500, der sich wacker um die wichtige 840 Marke gehalten hat, könnten die Kurse bis dahin im luftleeren Raum nach oben blubbern – so zähflüssig wie ein an der Schuhsole klebendes Kaugummi.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Wall Street: Auf und ab zwischen Terror und Irak

 
11.02.03 07:31
+++ Markteröffnung an der Wallstreet +++ 10.02.2003 +++

 
 
Die US-Börsen haben einen aufregenden Wochenstart hinter sich. Nach einem positiven Start und einem frühen Einbruch zog eine Meldung aus dem Irak die Kurse nach oben – wo sie sich nur mit Mühe halten konnten. Der Dow verbesserte sich um 55 Zähler oder 0,7 % auf 7919 Punkte, die Nasdaq kletterte um 13 Zähler oder 1 % auf 1296 Punkte.

Die Meldung aus dem Irak ging in Richtung Deeskalation, und das tat dem Markt zumindest eine Zeit lang gut. Nachdem sich das Regime unter Saddam Hussein Monate lang geweigert hat, Spionageflugzeuge vom Typ U-2 zuzulassen, die den Waffeninspekteuren die Arbeit erleichtern könnten, lenkte man jetzt ein. Der irakische Botschafter zu den Vereinten Nationen signalisierte dies am Mittag, woraufhin die US-Indizes steil kletterten.

Von einem Freischlag konnte indes zu keinem Zeitpunkt die Rede sein. Die Wall Street hatte Mühe, sich im grünen Bereich zu halten – zu schwer lastet der Druck der Irakkrise und eines eventuellen Militärschlag. Zudem spricht man zum Wochenbeginn erstmals seit Monaten über Terrorwarnungen. Rund um die Börse, im Financial District, an Hotels, Bürogebäuden und in der U-Bahn stehen Polizeieinheiten mit Maschinengewehren.

Im Umfeld geopolitischer Sorgen wurde ein Analystenmeldung nur am Rande beachtet: Der Chefstratege der Bank of America, Thomas McManus, setzt den Aktienanteil im Musterportfolio von 70 % auf 75 % herauf. Er spricht von einem „deutlich verbesserten Umfeld für Investoren“ und sieht dies vor dem Hintergrund guter Bewertungen einer allgemein bullisheren Stimmung. Auch seien die jüngsten Konjunkturdaten, darunter der Arbeitsmarktbericht am Freitag, “nicht so schlecht ausgefallen wie erwartet.”

Schwächste Dow-Aktie war am Montag das Papier von SBC Communications. Der Telekomkonzern will die zu GE gehörende Satelliten-Einheit Hughes Electronics übernehmen. Um diese hatte sich neben dem Dow-notierten Unternehmen auch Rupert Murdochs Medienimperium News Corp. bemüht – das vielen Investoren als Partner lieber gewesen wäre. Aus strategischen Gesichtspunkten, so zumindest die Analysten von Lehman Brothers, mache eine Kombination von Hughes und SBC wenig Sinn. SBC verlor 4,4 %.

Mit einem leichten Plus von 3,3 % war derweil die Aktie des Konkurrenten AT&T stärkster Dow-Performer des Tages – bislang lief sie als schwächste Dow-Aktie des Jahres. Letzteres hat einen Grund: Ergebnisse und Aussichten fielen enttäuschend aus, was nun aber Goldman Sachs zu einem Upgrade veranlasst. Die niedrige Bewertung bei dem aktuell frei verfügbaren Cash Flow mache die Aktie attraktiv. Der Kurs könne kurzfristig auf bis zu 20 $ klettern, was einem Plus von 75 % entspreche.

Nahezu unverändert, aber mit positiver Tendenz, schloss die Aktie von Wal-Mart, obwohl der weltgrößte Einzelhändler für die erste Februarwoche schwache Zahlen gemeldet hatte. Überraschend kommt der anhaltende Optimismus des Managements: Dort sieht man den laufenden Monat noch immer über den Erwartungen. Auf dem Parkett kennt man das. Schon nachdem der Januar schwächer ausgefallen war als erwartet, hieß es von Konzernseite, man werde das Jahr dennoch über den Erwartungen abschließen.

Mit einem Plus von 0,5 % schloss die Aktie von Johnson & Johnson. Der Konsum- und Pharmariese kauft das Biotech-Unternehmen Scios für 2,4 Mrd. $. Mit dem Kauf sichert man sich ein von Scios entwickeltes Herzmittel und die Rechte an einem Arthritis-Medikament im Versuchsstadium, dem Experten einen hohen Marktwert attestieren, zumal es einmal nicht nur das Konkurrenzmittel Enbrel von Amgen verdrängen könnte, sondern auch das JNJ-Präparat Remicade.

Zu den Dow-Gewinnern gehörten mit Microsoft, Intel und IBM die drei großen Hightech-Aktien, ebenfalls im Plus schloss der Netzwerker Cisco, der sich um 2,3 % verbesserte. Der Hardware-Riese Sun Microsystems legte derweil 4,4 % zu, nachdem er eine neue Generation von Servern und Software vorgestellt hatte, die die Benutzung anspruchsvoller Anwendungen, wie zum Beispiel dreidimensionaler Grafiken für die Automobilindustrie oder großer Datenbanken von Kreditkartengesellschaften, einfacher machen soll. Der Konzern kündigte gleichzeitig für einige seiner neuen Servermodelle eine Preissenkung um bis zu 35 % an, was Analysten zwar besorgt sehen, Anleger aber nicht.

Mit einem Minus von 2,3 % stand unterdessen der Computerbauer Dell auf der Verliererseite. Morgan Stanley geht davon aus, dass das Unternehmen am Donnerstag ein Plus von 23 Cent pro Aktie und damit im Rahmen der Erwartungen vorlegen wird. Der Umsatz dürfte die Schätzungen um rund 5 Prozent schlagen. Allerdings prophezeit man dem Unternehmen ein anhaltend schwieriges Umfeld. Der aggressive Preiskampf mit Hewlett-Packard dürfte die operativen Gewinnmargen im Privatkundengeschäft belasten.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Es ist alles eine Frage der Erwartungshaltung

 
12.02.03 07:36
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 11.02.2003 +++

 
 
Ist das Glas halb voll oder halb leer? Und wessen Glas ist es überhaupt. Was ist denn in dem Glas? Ich weiß nicht was soll es bedeuten. Dieses mulmige „Bauchgefühl“ will nicht weichen. Ist es der Vorbote einer Magendarmgrippe oder wittert mein sensibler Magen womöglich (vorübergehend) bessere Börsenzeiten?

Blenden wir das Dauerthema Irak für einen kurzen Moment aus. EDS, der zweitgrößte IT-Dienstleister, sprach vergangenen Freitag eine Warnung aus, schloss dann aber im Plus. Gleiches geschah bei Marriott International zum Wochenauftakt. Trotz Warnung, ging es am Tag der schlechten Nachricht aufwärts. Chuck Hill von FirstCall rät Investoren derweil, ein Gebet einzulegen. Die Zeit dafür sei reif, schließlich befinden sich die Ertragsschätzungen für das erste und zweite Quartal im freien Fall. Seit dem ersten Januar wurden die Schätzungen für das Ertragswachstum im ersten Quartal von 11,7 auf 7,6 % reduziert und für das zweite Quartal von 10,9 auf 7,7 %. Das Tempo der Revidierungen ist atemberaubend. Und doch hat der Dow Jones seit Anfang des Monats nur mäßig eingebüßt.

In Anbetracht des Kugelhagels schlechter Nachrichten, hat sich die Wall Street seit Monatsbeginn doch recht gut geschlagen. Drücken wir es in den Worten der Analysten aus: Die schlechte Stimmung war nur halb so schlecht wie angenommen. Es ist alles eine Frage der Erwartungshaltung. Je größer der „freie Fall“ der Ertragsschätzungen, desto leichter kann die Meßlatte später übersprungen werden und desto niedriger ist die Erwartungshaltung der Investoren. Nicht zu vergessen wäre die langsam voranschreitende Konjunkturerholung und das expandierende Geldmengenwachstum. Für gewöhnlich ein Umfeld, in dem Kurse nicht sinken, sondern steigen. Laut Barton Biggs von Morgan Stanley steckt die Wall Street vor dem Aufbruch in höhere Gefilde. Der Magnetismus der für den S&P 500 so wichtigen Marke von 840 Punkten spricht dafür.

Der bei Morgan Stanley, Salomon Smith Barney und der Banc of Amerika für den Aktienmarkt aufkommende Optimismus mag ein Anti-Indikator sein und ein Indiz dafür, dass Optimismus noch nicht gestorben ist. Bedauerlicherweise stirbt Optimismus immer zuletzt. Eine kurzfristig freundlichere Phase ist unabhängig von den mittel- oder langfristigen Aussichten der Wall Street – aber durchaus möglich.

Und was ist mit dem Irak? Während Börsianer gespannt dem Rechenschaftsbericht von Alan Greenspan lauschten, rückt der Terrorist Osama bin Laden in den Mittelpunkt des Handelsgeschehens. Der arabische TV-Sender Al Jazeera spielt ein Band ab, auf dem sich Bin Laden hinter den Irak stellt und die arabischen Länder zum Kampf gegen das von den USA geführte Heer des Bösen zu kämpfen. Selbstmordattentate seien begrüßenswert, Morde an Unterstützern der USA auch im arabischen Raum gerechtfertigt. Dies unterstreiche die Bedenken der USA, dass eine Verbindung zwischen Saddam und den Terroristen bestehe, erklärt Außenminister Colin Powell.

Die Angst vor einem nahenden Irak-Krieg ist und bleibt ein Unsicherheitsfaktor – aber auf eine absehbare Zeit. Alan Greenspan konnte in seinem Rechenschaftsbericht George W. Bush kaum kräftiger ans Schienbein treten. Das vorgeschlagene Wirtschaftsförderpaket sei unausgereift und die Angst vor dem Irakkrieg schuld an der stotternden Konjunkturerholung. Je öfter die Konjunkturprobleme an Bush genietet werden, um so rascher muss „Mr. President“ handeln. Entweder in Form eines Krieges oder durch eine Einigung mit der UNO. Mit beiden Szenarien, selbst bei einem Alleingang der USA, dürfte die Börse leben können – solange endlich Klarheit herrscht und oder es zu keiner Eskalation eines militärischen Konflikts kommt.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Terror-Angst liegt über der Wall Street

 
13.02.03 07:23
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 12.02.2003 +++

 
 
Vergiss den Irak – Osama ist wieder da! Wer die jüngste Kursschwäche mit der Angst vor einem Irak-Krieg in Verbindung bringt, der irrt. Nicht der Irak, sondern Terrorismus hält die Wall Street im Bann. Ob das neue Tonband von Osama bin Laden als Ankündigung eines Terroranschlags gewertet werden könne, werde vom CIA Direktor George Tenet derzeit überprüft. Keine wirklich vertrauensbildende Nachricht. Nachdem gestern die Golden Gate Brücke in San Francisco vorrübergehend gesperrt wurde, legten Sicherheitskräfte heute die New Yorker Whitestone Brücke still. Der Grund: Ein verdächtiger Lkw.

Zwischen dem Weißen Haus und dem Pentagon stehen Raketenabwehrsysteme, Fernsehsender berichten von panikartigen Käufen von Taschenlampen, Plastikfolien, Wasser und Batterien. Auf dem Broadway hinter der New Yorker Aktienbörse winken Polizisten stichprobenartig Lkws zur Seite. Mit dem nahenden Ende der Pilgerwoche nach Mekka, steigt die Angst vor Anschlägen. Eine für die Wall Street nur schwerverdaulich Entwicklung. Im Gegensatz zu einem Krieg, sind die Folgen und der Zeitpunkt eines Anschlags unkalkulierbar und können vom Aktienmarkt daher nicht vorweggenommen und diskontiert werden.

Das sich der Weltsicherheitsrat auf Antrag der internationalen Atombehörde verstärkt mit Nordkorea beschäftigen wird, ging vor lauter Terrorangst so ziemlich unter. Laut US Angaben verfügt das kommunistische Land über ungetestete Langstreckenraketen, die das Potential hätten amerikanisches Gebiet zu erreichen.

Wäre da neben der turbulenten Geopolitik noch die anscheinend zahnlose Notenbankpolitik. Alan Greenspan kritisierte im zweiten Teil seines Rechenschaftsberichts vor dem Repräsentantenhaus erneut die aggressive Defizitpolitik und das unausgereifte Wirtschaftsförderpaket der Bush Regierung. Statt „Mr.G.“ schenkten die Händler allerdings einer hinter ihm sitzenden Person wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Die schnarchte sich bis zur Halbzeit der wichtigen Rede und wachte dann unverhofft mit einem lauten Räuspern zur Freude aller Zuschauer doch noch auf.

Technisch betrachtet ist der Schaden am Aktienmarkt kaum noch auszubügeln. Der S&P 500 Index hat die Unterstützungslinie von 840 Punkten nachhaltig nach unten durchbrochen. Auf dem Parkett der New Yorker Aktienbörse rechnen nun viele mit dem Antesten der Tiefstände vom Oktober letzten Jahres. Daran gemessen könnte der Dow Jones bis auf 7.197 Punkte absinken. Unter Beschuss gerieten zur Wochenmitte neben Autowerten, die unter negativen Kommentaren der Banc of America litten, auch der Rüstungssektor. Die Aktien von Coca-Cola, die von guten Quartalszahlen profitierten, konnten den negativen Effekt auf den Dow Jones nicht auffangen.

Wie sagte doch gleich der eine Händler zum anderen: „In einem Bullenmarkt brauche ich mir über einen schwachen Handelstag nicht den Kopf zerbrechen. Genauso wie ich an einem freundlichen Handelstag in einem Bärenmarkt nicht anfange zu hoffen!“
Ihr Markus Koch

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jack303:

Sensibler Handel im Zeichen der Irak-Debatte

 
17.02.03 10:24
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 14.02.2003 +++

 
 
Nach der Rede ist vor der Rede – zu deutsch: Nach dem Statement von UN-Chefinspekteur Hans Blix vor dem Sicherheitsrat und den darauf folgenden Analysen und Auswertungen der USA und anderer Verbündeter weiß die Wall Street über einen eventuell bevorstehenden Irakkrieg soviel wie zuvor: gar nichts.

Hans Blix hatte dem Markt zunächst die Hoffnung gegeben, dass ein Krieg vermeidbar sei, da die Inspekteure im Golf gut voran kämen. Mit dem Thema Krieg vom Tisch und der möglicherweise geminderten Terrorangst hätte die Wall Street noch einmal durchatmen können – allein, daraus wurde nichts. Colin Powell bleibt bei seiner Meinung, dass die Zeit für den Irak abgelaufen sei, und dass man das Land mit militärischen Mitteln entwaffnen müsse. Gleiches sagt Präsident Bush, gleiches sagen seine obersten Militärs, die Medien – und so bleibt die Unsicherheit.

Die US-Märkte rettete indes eine Rallye der Short-Seller, die Aktien zurückkauften und ihre Bestände löschten. Der Dow ging mit einem Plus von 159 Zählern oder 2 % auf 7908 Punkte aus dem Handel, die Nasdaq kletterte um 32 Zähler oder 2,5 % auf 1310 Punkte.

Abgesehen von der Irakkrise wertete die Wall Street Konjunkturdaten aus. Im Januar ist die Produktivität in den USA um 0,7 % gestiegen. Ebenfalls gestiegen ist die Kapazitätsauslastung, die allerdings immer noch bei nur 75,7 % liegt. Damit hat die US-Wirtschaft immer noch mit hohen Kosten zu kämpfen, ist aber für Wachstum gerüstet. Die Lagerbestände in der US-Industrie sind um 0,6 % auf ein Vier-Monats-Hoch gestiegen.

Das Verbrauchervertrauen ist unterdessen deutlich unter die Erwartungen des Marktes gefallen. Im Februar notiert der Index bei 79,2 Punkten auf einem 10-Jahres-Tief, was angesichts der unsicheren geopolitischen Lage, der Angst vor Terroranschlägen, der schwachen Konjunktur, der hohen Arbeitslosigkeit und einer fallenden Börse nicht überrascht.

Im Dow Jones Index schlossen die Aktien von General Motors, DuPont und International Paper als einzige im Minus, zu den größten Gewinnern gehörte beim Klang der Schlussglocke das Papier von SBC Communications, das sich von den jüngsten Verlusten im Zusammenhang mit der Übernahme des Satellitenbetreibers Hughes Electronics erholte. Auch United Technologies schloss an der Dow-Spitze, überflügelt nur von der Aktie von Hewlett-Packard, die 4,5 % zulegte.

Der Computer- und Druckerbauer profitierte von der guten Laune nach dem Quartalsbericht von Dell Computer. Das Unternehmen hat das vierte Geschäftsquartal in Höhe der Analystenerwartungen geschlossen und weist ein Gewinnwachstum von 30 % aus. Von ähnlichen Steigerungsraten geht man zunächst nicht aus, für das begonnene erste Quartal rechnet das Management von Dell erneut mit Nullwachstum, darüber hinaus mit keiner Trendwende für die schwache Hightechbranche. Analysten reagierten überwiegend positiv auf den Dell-Bericht. Bei Lehman Brothers ist man erfreut, dass das Management nicht wie erwartet eine Umsatzwarnung ausgesprochen hat. Bei First Albany werden die Aktien auf „Kaufen“ aufgestuft. Die Experten der Credit Suisse First Boston bestätigen ihre Prognosen für Dell.

Um ganze 21 % verbesserte sich Nvdia. Für den Spezialisten für Grafik- und Kommunikations-Chips, brechen laut Morgan Stanley bessere Zeiten an. Darauf deuteten die jüngsten Quartalszahlen. Das Unternehmen weist für die abgelaufenen drei Monate einen Gewinn von 50,9 Mio. $ aus, was zwar unter dem Vorjahreswert liegt. Doch hat man einen Streit mit Microsoft über den Preis der Chips für die Spielkonsole Xbox beigelegt, was die Geschäfte verbessern dürfte. Morgan Stanley stuft die Aktie auf „Übergewichten“ auf.

In einer allgemein guten Chip-Stimmung verbessert sich auch Micron um 7 %, obwohl am Morgen in den Handelsräumen der Brokerhäuser Gerüchte die Runde machten, nach denen der Chiphersteller in argen finanziellen Schwierigkeiten sei. Dafür gab es indes keinerlei Bestätigung, im Gegenteil: Man hakte die Geschichte ab, zumal Micron erst vor anderthalb Wochen neue Wandelanleihen in einem Gesamtwert von 550 Mio. $ ausgegeben, die erst einmal für ausreichend Liquidität sorgen sollten.

Um 7 % verbesserte sich AMR, die Holding hinter American Airlines. Im Rahmen der nach wie vor notwendigen Kostensenkung gibt es am Morgen eine gute Nachricht: Die Gewerkschaft der Piloten ist bereit zu neuen Verhandlungen und zu Lohnkürzungen. Vorab erklärt die Gewerkschaft, man sei zu Abstrichen bereit, verlange aber irgendeine Form von „finanzieller Wiedergutmachung in der Zukunft“. Das Unternehmen hat unterdessen, ebenso wie Continental Airlines, die Flugpreise erhöht, um die Verluste durch den gestiegenen Ölpreis und das teure Flugbenzin einzudämmen.
Ihr Markus Koch

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Bericht vom Vortag    



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jack303:

Wall Street: Nach dem Schneesturm kam ein Kursstur

 
19.02.03 07:17
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 18.02.2003 +++

 
 
Die US-Börsen haben zum verspäteten Wochenstart eine beeindruckende Rallye gezeigt. Am Tag nach dem Schneesturm von President’s Day profitierte die Wall Street von einer ungeahnten Ruhe im Irak-Konflikt. Der Dow verbesserte sich um 132 Zähler oder 1,7 % auf 8041 Punkte, die Nasdaq legte um 36 Zähler oder 2,8 % auf 1346 Punkte zu.

Obwohl sich US-Präsident George W. Bush nach wie vor unnachgiebig zeigt und einen militärischen Angriff auf den Irak für das einzig wirksame Mittel gegen die Gefahr Saddam Hussein zu halten scheint, will er der Diplomatie wohl noch zwei Wochen Zeit geben. Auch der britische Premierminister Tony Blair, Bushs engster Vertrauter in der Krise, hält einen zeitnahen Militärschlag offensichtlich nicht mehr für zwingend. Damit kam zumindest ein wenig Ruhe in einen zuletzt von Kriegsangst gebeutelten Markt.

Ein weiterer Grund für den Aktien-Run, der den Dow wieder über die für den Markt wichtige 8000-Punkte-Marke brachte, war das zunehmende Interesse von Schnäppchenjägern, die sich nach einer wochenlangen Rutschpartie nach niedrigen KGV und günstig bewerteten Papieren umsahen.

Darüber hinaus gab es einige optimistische Töne von Seiten der Analysten. Eine positive Marktprognose lässt sich aus einer Studie von Merrill Lynch ableiten. Die Analysten haben 300 Fondmanager zum Markt befragt und dabei erfahren, dass eine Mehrheit von 63 % den Markt für überverkauft halten, und dass die angesichts einer höheren Risikoaversion die Cash-Reserven gestiegen sind. Damit ist mehr Geld aus dem Markt, dass dann wieder investiert werden kann, wenn sich die allgemeine Situation verbessert – wann dies ist, das wissen indes weder die Fondmanager noch Merrill Lynch.

Weiterhin „vorsichtig“ geben sich die Experten der Deutsche Bank zum amerikanischen Aktienmarkt, allerdings haben sie „bei einem S&P 500 nahe der 820 Punkte-Marke unsere ultra-vorsichtige Haltung gegenüber US-Aktien zurück genommen.“ Man sieht Chancen für eine leicht positive Wertentwicklung in den Bereichen Energie, Gesundheit und Konsum sehen. Allzu positiv gibt man sich zum allerdings nicht. Die Deutsche Bank hält weitere Kursverluste um etwa 100 Punkte im S&P 500 für wahrscheinlich, und sieht erst dann wirklich interessante Kaufmöglichkeiten – der breite Markt hätte dann ein KGV von 14,7.

Einen Blick auf das aktuelle konjunkturelle Umfeld gibt am Dienstagmorgen der New York Empire State Manufacturing Index, der die Aktivitäten im Produzierenden Gewerbe im Großraum New York misst. Er ist von seinem Allzeithoch bei 20,7 Punkten im Januar um 1,1 Punkte gefallen und notiert bei 19,6 Punkten. Damit weist er langsameres Wachstum aus als bisher. Den Markt belastete der Index nicht.

Zu den interessantesten Aktien im Dow gehörte das Papier von Wal-Mart. Der weltgrößte Einzelhändler hat die Gewinnerwartungen der Analysten an das abgelaufene Quartal geschlagen, wenngleich der Umsatz unter den Prognosen zurück blieb. Das Unternehmen weist für die vergangenen drei Monate einen Gewinn von 2,53 Mrd. $ oder 57 Cent pro Aktie aus, das entspricht einem Wachstum um 15 %. CEO Lee Scott nennt das aktuelle Umfeld für den Einzelhändler “herausfordernd” und rechnet mit anhaltend langsamem Umsatzwachstum.

Dass die Aktie dennoch leicht an Wert verlor, lag unter anderem am Wetter. Der Schneesturm an der Ostküste hatte dem Einzelhandel eines der umsatzstärksten Wochenenden verdorben. Statt stundenlang einkaufen zu gehen, blieben die Amerikaner am President’s Day zuhause, Wal-Mart schloss einzelne Filialen, die nicht mehr erreichbar waren, May Department Stores musste mehr als 100 Läden für einen Tag dicht machen.

Mit steigenden Verkaufszahlen rechnet man beim Ketchup-Riesen Heinz. Das Unternehmen, das neuerdings seine Flaschen falschrum bedruckt und damit die von anderen Unternehmen längst geförderte Auf-den-Kopf-stell-Strategie unterstützt, rechnet im laufenden Quartal mit einem Anteilsplus von mindestens 2 $ und baut auf weitere Expansion im asiatischen Raum. Die Aktie verbesserte sich um 1 %.

Auf Seiten der Hightech-Werte fiel die Aktie von Microsoft auf, die nur noch unter 25 $ handelt, allerdings nicht nach hohen Verlusten. Das Papier hat einen Aktiensplit im Verhältnis 2:1 realisiert, den man bereits Mitte Januar angekündigt hatte. Mit dem niedrigeren Kurs sollte die Aktie für Käufer attraktiver sein – am ersten Handelstag nach dem Split war sie das auch bereits: Microsoft verbesserte sich um 1,5 %.

Um 3,5 % verbesserte sich unterdessen der Chipriese Intel. Das US-Anlegermagazin Barrons beschäftigt sich mit dem neuen Manitoba-Chip, den das Unternehmen in der vergangenen Woche vorgestellt hat. Der Chip, der Computerfunktionen, Speicher- und Mobilfunktechnologie auf einem Halbleiter vereint, ist für die Branche ebenso revolutionär wie markterschütternd. Er dürfte Intel in direkte Konkurrenz zu Texas Instruments bringen – auf Kosten kleinerer Hersteller, deren Umsätze bröckeln dürften, darunter Broadcom, Marvell, Intersil, Nvidia und Qualcomm.

Mit einem Plus von 1,6 % schloss die Aktie von Waste Management. Das größte US-Entsorgungsunternehmen weist im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 236 Mio. $ oder 39 Cent pro Aktie aus und schlägt die Schätzungen der Analysten, doch sieht die Zukunft düster aus: Das Management von Waste Management rechnet für 2003 mit einem Gewinn unter den bisherigen Prognosen. Außerdem wird man 700 Angestellte und 270 Vertragsarbeiter entlassen. Offensichtlich geht nun selbst in den USA, dem mit Abstand größten Müll-Erzeuger der Welt, das Geschäft mit dem Müll zurück.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Kaufe bei Gerüchten eines Krieges

 
20.02.03 07:10

 
 
Was die Wall Street bewegt, ist nicht der Schrei nach Frieden, sondern die Hoffnung auf Krieg. Eine makabere Aussage, die bei genauerer Betrachtung die allgemeine Haltung an der Wall Street leicht untermauern lässt. Die Blicke konzentrieren sich auf 1991 und den ersten militärischen Feldzug gegen den Irak. Damals, mit dem Aufschlag der ersten Bombe, explodierte der Aktienmarkt. Gold und Öl kollabierten. Mit Beginn des Krieges, wurde die Risikoprämie eines „möglichen“ Krieges aus den Märkten gewaschen. Was den Ton an der Wall Street dieser Tage angibt, ist das Motto: Kaufe bei Gerüchten eines Krieges, verkaufe bei Anzeichen einer Verzögerung.

Nun, wo selbst Alan Greenspan die mit der Kriegsangst verbundene Unsicherheit als größten Bremsklotz am Bein der Konjunktur hervorgehoben hat, fiebert man dem Ende der Kriegsangst entgegen. Militär-Experten rechnen obenrein, mit einem nur kurz andauernden Krieg. Weil Wall Streeter clevere Menschen sind, und hoffen die Wahrheit gefunden zu haben (was kaum der Fall sein dürfte), steigt man im Vorfeld eines Krieges noch schnell ein.

Bei der Bestätigungsrede des neuen S.E.C. Chefs erwähnte Präsident George Bush die Friedensdemonstrationen, betonte aber erneut, dass man trotzdem Saddam im Visier habe. Wenige Stunden später kursierten Presseberichte, wonach Russland die im Irak lebende Bevölkerung aufgefordert hat das Land zu verlassen. Je lauter die Kriegssirenen aufheulten, um so stärker schossen die Kurse gen Norden. Und genau damit wären wir dann auch wieder bei den Geschehnissen am Mittwoch.

Die Pläne der USA mit Bodentruppen von der Türkei aus in den Norden des Irak einzumarschieren, geraten zunehmend ins Wanken. Die türkische Regierung hat die Entscheidung, ob überhaupt US Bodentruppen stationiert werden dürfen, aufgeschoben. In dieser Woche sei eine Entscheidung darüber nicht geplant, erklärte die Regierung. Eine Meldung, die sich auf die Wall Street belastend auswirkt. Die Entscheidung hängt wohl mit der Höhe der Fördermittel zusammen, die die USA für die Benutzung der militärischen Anlagen an die Türkei zahlen sollen. Da es „nur“ um’s schnöde Geld geht, dürfte die Zustimmung eher früher als später von Washington erkauft werden.

Wer übrigens genauestens wissen will wann der Krieg beginnt und wann er wieder beendet sein wird, braucht nur beim chinesischen TV Sender CCTV einschalten. Nach Beginn zwischen dem 23. und 28. Februar, soll der Feldzug binnen einer Frist von 100 Stunden erfolgreich beendet worden sein. Eine Meldung, die auf dem Parkett der New Yorker Aktienbörse für allgemeine Erheiterung sorgte. Hört sich an wie der Wetterbericht vom Wochenende. Nach einem kurzen, aber heftigen Schneeschauer, werden am späten Nachmittag die Wolken wieder aufbrechen.

Ob die Wolken an der Wall Street bald wieder aufbrechen, muss in Anbetracht der im allgemein eher schlechten Nachrichtenlage weiterhin in Frage gestellt werden. Während die Auftragseingänge der Chip-Maschinenbauer für den Januar enttäuschend ausfallen, zeichnet sich bei den PC-Herstellern eine nur zögerliche Erholung ab. Laut Goldman Sachs dürften die PC-Stückzahlverkäufe in diesem Jahr um 6 Prozent, der Umsatz aber nur um 1 Prozent zulegen. Das der DRAM Chiphersteller Micron Technology zehn Prozent der Belegschaft abbauen muss, unterstreiche das anhaltend schwierige Geschäftsumfeld, so das Brokerhaus Thomas Weisel. Die Ertragsaussichten können sich nur verbessern, wenn die Kosten massiv gesenkt werden.

© Wall Street Correspondents, Inc.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Die Talfahrt hat kein Ende

 
21.02.03 08:12
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 20.02.2003 +++

 
 
Ein schwacher Handelstag innerhalb eines Bullenmarktes ist genauso unbedeutend wie ein freundlicher Handelstag innerhalb eines Bärenmarktes. So ungern es die Spezies der Hoffenden auch hören mag: Aber der Boden an der Wall Street ist nicht erreicht. Erst nachdem der S&P 500 die Marke von 725 Punkten testet, dürfte die Talfahrt ein Ende haben. Das Kursverlustrisiko beim Dow Jones liegt darauf basierend bei noch immer rund 13 Prozent. Wie an dieser Stelle schon oft – und korrekterweise – erwähnt, ändert der kürzeste und erfolgreichste Feldzug gegen den Irak nichts an den fundamentalen Schwierigkeiten des Landes.

Die an diesem Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsdaten sprechen Bände: Trotz des schwächeren Dollars, sind die Exporte im Dezember gesunken. Das Handelsbilanzdefizit hat mit über 44 Milliarden Dollar einen neuen Rekord erreicht. Ein böses Omen für den Greenback. Gleichzeitig erreichten die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche das höchste Niveau seit sieben Wochen. Ein wiederum böses Omen für den Arbeitsmarkt und damit auch für das Verbrauchervertrauen und Konsumverhalten. Wäre da noch die in der Region von Philadelphia erneut nachlassenden Geschäftsaktivitäten der verarbeitenden Industrie.

Die „Hoffenden“ – es gibt sie noch immer – dürften bei Ausbruch des aus Sicht vieler Analysten nicht mehr abzuwendenden Krieges die Kurse gen Süden jagen. Für eine Woche, für einen Tag, vielleicht auch nur für wenige Stunden. Doch was folgt dem Krieg? Mehr Terror? Und wie teuer wird der Aufbau des Irak überhaupt? Und wird der Ölpreis nun endlich wieder sinken? Die Ratingagentur Moody’s mahnte am späten New Yorker Nachmittag, dass in den USA eine erneute Rezession bevorstehen könnte, sollte der Ölpreis auf dem aktuell hohen Niveau bleiben. Ein 20-prozentiger Anstieg des Ölpreises, schmälert die Gewinne von Corporate Amerika um durchschnittlich 8 Prozent, ergibt eine Studie des Brokerhauses Bear Stearns. Öl ist allein in den letzten drei Monaten um rund 40% gestiegen. Seit nun schon 15 Monaten hängt das Schicksal des Aktienmarktes am Tropf des schwarzen Goldes. Die Korrelation zwischen Öl und S&P 500 liegt bei 79 Prozent.

Obgleich der Chip-Sektor nach Morgan Stanley nun auch von Merrill Lynch empfohlen wird, bemängelt Goldman Sachs die seit Jahresanfang überdurchschnittlich gute Performance der Hightechs. Das gute Abschneiden sei in Anbetracht der zunehmenden geopolitischen Risiken alarmierend. Während der Nasdaq 100 Index seit Ende letzten Jahres knapp 2 Prozent zugelegt hat, sackte der S&P 500 Index um rund 4,5 Prozent ab. Im Gegensatz zum Gesamtmarkt, ist weder Angst noch Unsicherheit in den Kursen der Hightechs reflektiert. Um so größer ist das Risiko einer im Kriegsfall nachhaltigen Korrektur des Sektors.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Schocktherapie an der Wall Street

 
24.02.03 07:39
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 21.02.2003 +++

 
 
Dunkle Rauchwolken türmen sich über Staten Island auf. Mit der Angst vor einem erneuten Terroranschlag, knicken die Kurse an der Wall Street kurz ein. Dann die Entwarnung: Es handelt sich um einen Unfall, berichtet das F.B.I. Nicht etwa eine Raffinerie, sondern lediglich eine Lagerhalle für bis zu 2 Millionen Barrel Benzin oder Öl, beschwichtigt ExxonMobil. Wenigstens rüttelte die Schocktherapie das gelangweilte Händlervolk wach. Aus allen Richtungen kamen die zeitweise verschollenen „Käufer“ herbei geeilt. Sie müssen wohl Angst gehabt haben, eine Rallye ungeahnten Ausmaßes zu verpassen. Die Rallye kam, blieb eine Weile, dürfte sich aber auch bald wieder verabschieden. Man denke nur an den vergangenen Freitag: Damals wie heute decken Leerverkäufer ihre Positionen vor dem Wochenende ein. Auch diese Jungs, wenn auch ungern gesehen, qualifizieren als „Käufer“.

Davon abgesehen, stand der Handel zum Wochenausklang vor allem unter einem Motto: „T.G.I.F. – Thank god it’s Friday!“ Das Handelsvolumen lag zwar über dem Niveau der letzten Tage, verharrt in Anbetracht des Auslauftermins für Optionen auf einem dennoch recht niedrigen Niveau. Das niedrige Volumen ist ein weiteres Indiz dafür, dass immer weniger Privatinvestoren an den Handelsgeschehnissen teilnehmen. In der Woche zum 7. Februar machten automatische Handelsprogramme ganze 39,2 Prozent des Volumens an der New Yorker Aktienbörse aus. Zwischen 1997 und 1998 lag die Quote bei lediglich 17 Prozent. Je höher der Prozentsatz an Handelsprogrammen, desto volatiler und schwieriger ist der Tagesverlauf einzuschätzen. In einem derartigen Umfeld Geld zu verdienen, ist selbst für die größten Profis schwierig.

Wären da noch die zu erwähnenden Verbraucherpreise für den Januar. Die sind um lediglich 0,3 Prozent gestiegen, exklusive Nahrungsmittel und Energie sogar um nur 0,1 Prozent. Die Erzeugerpreise verzeichneten zwar den größten Monatsanstieg seit 13 Jahren, von aufkommender Inflation kann aber nicht die Rede sein. Wie bei allen anderen Faktoren an der Wall Street, gibt es aber auch in diesem Fall eine Schattenseite. Die Verbraucherpreise steigen nicht, weil Unternehmen die höheren Erzeugerpreise absorbieren und nicht weiterreichen. Die höheren Kosten wirken sich auf das Ertragswachstum und die Margen wohlgemerkt belastend aus. Nicht Inflation, sondern Ertragswachstum ist das Problem.

Die nächste Woche könnte wieder voller Überraschungen stecken. Am Dienstag wird Hewlett-Packard Ergebnisse melden, bei Amgen steht am selben Tag eine Analystentagung an. Bei beiden Ereignissen soll es gute Nachrichten geben. Die Kernprodukte bei Amgen dürften stärker gefragt sein, als bisher erwartet. Auch die Produktpipeline soll Fortschritte gemacht haben. Wäre da noch Home Depot. Die im Schatten von Lowe’s stehende Baumarktkette wird ebenfalls am Dienstag die Ergebnisse vorlegen.

© Wall Street Correspondents Inc.
Ihr Markus Koch

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Bericht vom Vortag


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jack303:

Wall Street: Transportwerte stürzen auf Jahrestief

 
25.02.03 07:37
+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 24.02.2003 +++

 
 
Die US-Börsen haben gleich zu Wochenbeginn rund 2 % an Wert eingebüßt. Bei nach wie vor schwachem Handelsvolumen haben die Indizes den ganzen Tag über keine Anstalten gemacht, nach oben zu drehen. Der Dow schloss mit einem Minus von 160 Zählern auf 7858 Punkten, die Nasdaq rutschte um 27 Zähler auf 1322 Punkte ab.

Auf dem Parkett führte man den schwachen Wochenauftakt hauptsächlich auf die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten zurück. Am Montag kündigten die USA und Großbritannien an, noch im Tagesverlauf eine zweite Irak-Resolution bei den Vereinten Nationen einzureichen. Auch die Gegenbewegung, in der Deutschland, Frankreich und Russland ein neues Konzept zur Lösung der Krise im Nahen Osten vorstellen wollen, wurde zur Kenntnis genommen.

Unter dem Druck eines drohenden Irakkrieges verloren vor allem die Transportwerte dramatisch. Der Dow Transportindex stürzte im Tagesverlauf auf ein neues Jahrestief. Größter Verlierer in dem konjunkturnahen Barometer war die Frachtgesellschaft JB Hunt mit einem Minus von fast 9 %, darüber hinaus waren die Fluggesellschaften schwächste Performer: Northwest Airlines und Continental verloren jeweils 7,5 %.

Im Dow gehörte unterdessen die Aktie von Boeing mit einem Minus von 5,5 % zu den größten Verlierern. Die Analysten der UBS Warburg finden es auch nach einem Kursverfall um 30 % in den vergangenen sechs Monaten „zu früh, einen Boden zu bestimmen“. Bei der Bank of Amerika ist man ebenfalls vorsichtig: Es sei noch zu früh, Boeing zu kaufen, heißt es. Vor allem angesichts eines drohenden Irakkrieges dürften die Flugzeugbestellungen schwach bleiben und sich die Aktie nicht erholen.

Während die branchennahen Aktien von Honeywell und United Technologies ebenfalls tief stürzten, hielt sich General Electric bei einem leichten Minus von 1,6 %. Die Aktie profitierte von einer optimistischen Erwähnung im Anlegermagazin Barron’s, wo Analysten davon ausgehen, dass die Finanzsparte GE Capital einen höheren Gewinn pro Aktie abwerfen würde als vermutet. Die Kritiker hätten aus Angst vor Kreditschieflagen die Ertragsprognosen zu niedrig angesetzt, heißt es.

Mit einem Minus von 0,8 % schloss die Aktie von Walt Disney, nachdem die Analysten von JP Morgan die Gewinnschätzungen für den Medien- und Entertainmentriesen zurück gefahren haben. Man rechnet damit, dass der Konzern in 2003 statt 69 Cent nur noch höchstens 66 Cent verdienen kann. Dafür seien vor allem die Freizeitparks verantwortlich, deren Besucherzahlen und Einnahmen vor dem Hintergrund eines weiter schwächer werdenden Tourismus weiter einbrechen dürften.

Als einziger Dow-Wert im Plus ging SBC Communications aus dem Handel. Das Papier des Telekomriesen verbesserte sich um 0,1 % und konnte sich damit doch nicht maßgeblich von den drastischen Verlusten der Vorwoche erholen, als eine für das Unternehmen ungünstige Entscheidung der US-Telekommunikationsbehörde die Aktie in den Keller schickte.

Ebenfalls zu den stärkeren Dow-Aktien konnte sich Home Depot zählen, nachdem die Aktie der Baumarktkette nur 0,8 % verloren hatte. Home Depots größter Konkurrent ist Lowe’s, und der hat für das abgelaufene Quartal starke Zahlen vorgelegt. Mit einem Plus von 40 Cent pro Aktie übertraf man die durchschnittlichen Schätzungen des Marktes um fast 20 Prozent. Das Management ist weiter optimistisch: Man setzt die Prognosen für das Gesamtjahr 2003 herauf.

In Grenzen hielten sich auch die Verluste für Intel – der Chipgigant notierte bis am späten Nachmittag sogar im Plus. Das Papier profitierte ein wenig von optimistischen Aussagen von Gartner Dataquest. Die Marktforscher rechnen mit einem Wachstum der globalen Chip-Umsätze um 8,9 % in 2003. Ein Comeback der IT-Ausgaben im zweiten Halbjahr, dürfte aktuelle Flaute beenden.

Eher unauffällig gingen Aktien der Einzelhandelsbranche über den Tisch. Der Bilanzskandal um den holländischen Konzern Ahold, der die Einnahmen um 500 Mio. % gepusht haben soll, und der manchen schon als europäisches Enron gilt, kostete dessen Aktie zwar 61 % an Wert, wirkte sich auf die Branche allerdings nicht aus.

Dass Federated Department Stores, die Gesellschaft hinter Macy’s und Bloomingdale’s, und J.C. Penney im Minus schlossen, lag an deren Umsatzwarnungen vom Vormittag. Beide Unternehmen erwarten, dass ihre Februarergebnisse hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben dürften. Branchenriese Wal-Mart unterdessen sieht seine Umsatzentwicklung im Zeitplan und hält an den Prognosen fest. Die Aktie verlor dennoch 1,7 %.

An der Nasdaq verlor Biotech-Unternehmen Vaxgen 47 %, nachdem man im Zusammenhang mit dem AIDS-Impfstoff Aidsvax keine überragenden Ergebnisse vorgelegt hat. In der maßgeblichen dritten Versuchsphase hat das Medikament die Zahl der Aids-Infektionen nicht deutlich reduziert. Allerdings fiel auf, dass Schwarze und Asiaten unter Behandlung mit Aidsvax mehr Antikörper gegen HIV produzierten als zuvor, während Weiße und Hispanier weniger Antikörper produzierten. In wie fern Vaxgen auf der Basis dieser Ergebnisse an dem Medikament weiter arbeiten wird, ist nicht geklärt.
Ihr Markus Koch

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jack303:

Späte Rallye trotz Krise und schlechter Daten

 
26.02.03 07:30
Wall Street: Späte Rallye trotz Krise und schlechter Daten
 
 
Die US-Börsen hatten den Dienstag über weitgehend im roten Bereich gehandelt, starteten am späten Nachmittag aber wieder einmal zu einer überraschenden Rallye und schlossen mit Gewinnen. Der Dow verbesserte sich um 51 Zähler oder 0,6 % auf 7909 Punkte, die Nasdaq legte um 6,6 Zähler oder 0,5 % auf 1329 Punkte zu.

Am Morgen hatten zunächst Nachrichten aus den Krisenherden Irak und Nordkorea den amerikanischen Aktienmarkt belastet. Nordkorea hatte in der Nacht eine Testrakete gefeuert und so deutlich gemacht, dass die Aufrüstung im Land in vollem Gange ist. Saddam Hussein unterdessen hat einem US-Nachrichtensender gesagt, dass er seine von der UN beanstandeten Raketen vom Typ „al-Samoud 2“ nicht zerstören wolle.

Den Märkten half später jedoch, dass sich US-Experten unbesorgt über die Tests in Korea gaben und da seitens des Irak keine neuen Nachrichten oder unangenehmen Überraschungen kamen. UN-Chefinspekteur Hans Blix lobte in einem Interview sogar wieder die Kooperation Bagdads, woraus Marktteilnehmen schließen, dass eine nicht-militärische Lösung des Konflikts im Nahen Osten vielleicht doch nicht ganz ausgeschlossen ist.

Bereits im Laufe des Vormittags drehte daher der Handel mit Gold und Öl, die beide mit einer Rallye gestartet waren und später in die Miesen fielen. Die Aktien schafften den Dreh erst später, hatten letztlich aber 200 Punkte gutgemacht.

Ein Schock kam von konjunktureller Seite, als kurz nach Handelsbeginn das Verbrauchervertrauen mit nur 64 Punkten vorgelegt wurde. Damit notiert der Index auf dem tiefsten Stand seit fast 10 Jahren und zeigte den steilsten Verfall seit den Terrorattacken des 11. September 2001. Die Ursachen für den Verfall des Verbrauchervertrauens sind vielfältig: der drohende Irakkrieg, die anhaltende Angst vor Terrorismus, ein schwacher Arbeitsmarkt und die desolaten Finanzmärkte.

Positiver fiel hingegen ein Blick auf das Baugewerbe aus. Im Januar ist die Zahl der Hausverkäufe auf ein historisches Hoch von 6,09 Mio. Einheiten gestiegen. Grund hierfür sind die immer noch niedrigen Kreditzinsen, die eine Investition in Immobilien attraktiv machen.

Größter Gewinner im Dow-Gewinnern war die Aktie von Home Depot, die sich um 3,3 % verbesserte. Die weltgrößte Baumarktkette hat für das abgelaufene Quartal einen Gewinn von 30 Cent und damit in Höhe des Vorjahresquartals und über den Analystenerwartungen vorgelegt. Verglichen mit dem Konkurrenten Lowe’s, der am Vorabend Zahlen vorgelegt hat, sieht es bei Home Depot indes düster aus: Umsatz und Gewinn gingen prozentual leicht zurück, der Druck der Konkurrenten wird offensichtlich noch größter.

Mit Federated Department Stores hatte ein weiterer Einzelhändler gemeldet. Die Muttergesellschaft hinter den Kaufhäusern Macy's und Bloomingdale's weist für das abgelaufene vierte Quartal einen Gewinn von 341 Mio. $ oder 1,78 $ pro Aktie aus – im Vorjahr stand dem Unternehmen noch ein Verlust zu Buche. Das Management gab ein schlichtes Erfolgsrezept zu Protokoll: Man habe einfach Kosten gespart, um einen Ausgleich für die anhaltend schwachen Umsätze zu schaffen. Obwohl das Management die Erwartungen für das laufende Jahr unter die Prognosen des Marktes setzt, legt das Papier 2,5 % zu.

Ebenfalls mit einem Plus von 2,2 % schloss die Aktie von Hewlett-Packard. Der Computer- und Drucker-Hersteller sollte am Abend Quartalszahlen melden, und Analysten äußerten sich im Vorfeld optimistisch.

Nicht retten konnten sich die Papiere von DuPont, Honeywell, McDonalds und Boeing, die als schwächste Aktien im Dow Jones Index aus dem Dienstagshandel gingen.

Dem Markt im allgemeinen schadet unterdessen eine erneut negative Konjunkturprognose von Morgan Stanley. Nachdem die Analysten bereits am Vortag die Erwartungen auf das BIP-Wachstum in 2003 auf 2,5 % gesenkt hatten, mahnt nun Steve Galbraith, dass sie Welt wieder am Rande einer Rezession stehe. Er senkt die Ertragsprognosen für die Unternehmen im S&P 500 Index.
Ihr Markus Koch


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jack303:

Zickzack-Kurs führt am Mittwoch ins Minus

 
27.02.03 08:57
Wall Street:
 
 
Die US-Börsen fahren einen scharfen Zickzack-Kurs. Nach steilen Verlusten am Montag und einer Rallye am Dienstag ging es am Mittwoch erneut bergab. Letztlich schloss der Dow Jones Index mit einem Minus von 103 Zählern oder 1,2 % auf 7807 Punkten, die Nasdaq verlor 25 Zähler oder 1,9 % auf 1303 Punkte.

So wie die Rallye am Vortag mit der für einige Stunden entspannten Nachrichtenlage aus Irak und Nordkorea zusammenhing, so hatten die Verluste zur Wochenmitte wieder mit den allgemeinen geopolitischen Sorgen des Marktes zu tun. So kursierten Nachrichten, nach denen im Irak gefundene Raketen Teil eines Waffenprogramms sein könnten, mit dem das Land Teheran oder Tel Aviv angreifen könnte. Die UN halten nach wie vor an der Forderung nach der Vernichtung der Waffen fest.

Außerhalb der geopolitischen Sorgen war Hewlett-Packard Thema des Tages. Das Unternehmen hatte am Vorabend einen Gewinn über den Erwartungen vorgelegt, nachdem man erneut mit Erfolg auf die Kostenbremse getreten ist. Der Computer- und Druckerhersteller konnte die operativen Verluste in der Compaq-Sparte eindämmen und weist nun dank des anhaltenden Erfolgs im Printerbereich einen höheren Gewinn aus als Analysten erwartet hatten. Einem Gewinnwachstum um fast 50 % steht aber ein satter Umsatzeinbruch gegenüber, vor allem im US-Geschäft.

Die Analysten von Goldman Sachs setzten die Bewertung für Hewlett-Packard auf „In line“ zurück. Das Papier verlor 15 % und war schwächste Aktie im Standardindex. Anleger setzten sich unterdessen auch kritisch mit der ganzen Computerbranche auseinander: HPs Konkurrent Dell verlor 2,6 %, die Aktien von IBM und Sun Microsystems verloren ebenso.

Mit einem Minus von 2,5 % schloss der Software-Riese Microsoft, der also von einer Aufstufung der Deutsche Bank nicht profitieren kann. Die Analysten der Deutsche Bank setzen die Aktie auf „Kaufen“ und geben ihr ein Kursziel von 30 $, das entspricht einer Wachstumsprognose um fast 25 %. Man sieht alle negativen Nachrichten für die Aktie eingepreist, darunter die pessimistischen Prognosen des Managements, das schwache IT-Umfeld und die anhaltende Bedrohung durch den Konkurrenten Linux. Mit einem Investmenthorizont von 12 Monaten sei Microsoft ein Kauf mit einer attraktiven Risiko-Gewinn-Ratio.

Außerhalb des Hightechsektors fand sich SBC Communications mit einem Minus von 3 % unter den größten Verlierern. Das Unternehmen, das seit einer Entscheidung der US-Telekommunikationsbehörde gegen eine angestrebte Deregulierung des Telefonmarktes auf der Verliererstraße. Dass das Management am Dienstagabend eine drastische Kürzung der IT-Ausgaben ankündigte, verdeutlicht Anlegern, wie schlecht es um den Konzern steht.

Auf der Plus-Seite fand sich neben nur einer Handvoll Papiere die Aktie von Altria Group (ehemals Philip Morris). Anleger reagierten mit Käufen auf die Ankündigung des Managements, man wolle eigene Aktien für 3 Mrd. $ nachkaufen.

Ebenfalls im Plus endeten die Papiere zweier Rohstoffkonzerne. Die Analysten von Prudential Financial haben ihre Bewertung für International Paper von „Verkaufen” auf „Halten“ angehoben, da das Unternehmen mit Kostensenkungen besser voran käme als erwartet. Der weltgrößte Aluminiumkonzern Alcoa kam bei Prudential ebenfalls gut weg. Für die Branche sei der Boden erreicht, meinen die Experten, die aus dem schwachen Dollar, der Nachfrage in Asien und Frühindikatoren einer Nachfrageerholung in den USA eine Trendwende für Alcoa ablesen.

Den Banken- und Brokersektor drückte unter anderem die Aktie von Morgan Stanley mit einem frühen Minus von 2,1 %. Die US-Börsenaufsicht will gegen das Unternehmen ermitteln, das interessante IPO-Aktien an gute Kunden bevorzugt verteilt haben soll, vor allem wenn diese sich zuvor bereit erklärt hatten, im späteren Handel mit dem Papier nachzukaufen. Diese Praxis des IPO-Spinning ist illegal, war an der Wall Street aber über Jahre hinweg gang und gäbe.

Mit größeren Einbußen schlossen unterdessen die Papiere von Charles Schwab und Ameritrade, nachdem die Branchenkollegen von Putnam Lovell pessimistische Äußerungen gemacht hatten. Man sehe ein hohes Risiko für die Aktien der Unternehmen, die unter dem dramatischen Rückgang des Handelsvolumens leiden würden. Das Volumen im Online-Trading ist im Februar gegenüber dem Vormonat um fast 25 % eingebrochen.

Mit einem satten Plus von 6,4 % schlossen die Aktien von Tiffany, nachdem der New Yorker Nobel-Juwelier am Vorabend starke Ergebnisse vorgelegt hat. An dem Luxus-Unternehmen scheint die Konjunkturkrise spurlos vorbeizugehen, man weist einen Gewinn von 60 Cent pro Aktie aus – mehr als im Vorjahresquartal und mehr als die Analysten erwartet hatten. Auch der Umsatz lag mit 619 Mio. $ um 9 % höher als im Jahr zuvor. An den bisherigen Prognosen für 2003 hält man fest.

Andernorts tut man sich mit Prognosen schwer. Der legendäre Klavierbauer Steinway Musical Instruments hat im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal den Gewinn um 30 % gesteigert, der Umsatz ging um 7 % nach oben. Die Zukunft sieht das Management aber nicht so klar: Das Geschäft hänge eng mit der weltweiten konjunkturellen Situation zusammen, die man nicht einschätzen könne. Die Aktie verbesserte sich um 1,3 %.
Ihr Markus Koch

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Markus Koch, Der Tag an der Wallstreet 954498



















uf wiederluagn

jackyjack

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