+++ Der Tag an der Wallstreet +++ 15.01.2003 +++
Wall Street: US-Börsen sacken auf breiter Front ab
Die US-Börsen hatten zur Wochenmitte im roten Bereich eröffnet und fielen dann beständig durch den Tag. Am Ende hatten die drei großen US-Indizes jeweils 1,4 % verloren, für den Dow bedeutete das einen Punktverlust von 119 Zählern auf 8723 Punkte, die Nasdaq gab um 22 Punkte auf 1438 Zähler nach.
Tatsächlich gab es im Tagesverlauf auch keine guten Nachrichten, auf die man hätte kaufen können – weder von Seiten der Unternehmen noch im größeren Zusammenhang. Im Gegenteil: Die Notenbank spricht in ihrem Beige Book von einer nur schwachen Erholung und sah in ihrer Konjunkturbewertung keine überraschenden Aspekte.
Bereits am Morgen hatte der Markt aus Washington vernommen, dass die Produzentenpreise im Dezember überraschend schwach ausfielen. Während die Rate für den Gesamtmarkt unverändert ist, sind die Preise ohne die volatilen Bereiche Lebensmittel und Energie um 0,3 % gesunken. Analysten hatten mit einer Steigerung um 0,1 % gerechnet. Vor allem die weiter sinkenden Preise für Autos und Lkw sind für den Abwärtstrend verantwortlich, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Gute Nachrichten kamen unterdessen aus dem Produzierenden Gewerbe. Der New Yorker Empire State Index ist im Januar den dritten Monat in Folge gestiegen und notiert mit 20,7 Punkten auf dem höchsten Stand in der jungen Geschichte des Index. Dieser erst in 2001 eingeführte Index gewinnt an der Wall Street zunehmend an Beachtung. Aufgrund mangelnder Vergleichszahlen tun sich Analysten noch schwer mit einer Auslegung des Indexstandes, doch hält man am Mittwochmorgen fest, dass die dritte Steigerung in Folge in Schritt in die richtige Richtung sei. Am Donnerstag erwartet man eine Bestätigung des Trends durch den Bericht der Philie Fed.
Von Unternehmensseite beherrschte Intel den Markt, doch gingen von dem Chiphersteller auch keine positiven Impulse aus. Das Unternehmen hatte am Vorabend einen Gewinn von 1 Mrd. $ oder 16 Cent pro Aktie gemeldet und damit besser als im Vorjahr und über den Erwartungen. Ein Umsatzplus auf 7,2 Mrd. $ vervollständigt das Bild. Für die nahe Zukunft gibt sich das Management allerdings „vorsichtig“. Man setzt Umsatz- und Gewinnprognosen unter den Zahlen des vergangenen Quartals, und das verunsicherte Anleger. Die Aktie verlor 1,5 %.
Tiefer im roten Bereich schlossen die Aktien der Chip-Ausrüster. Zu Intels Jahresplanung 2003 gehört eine satte Kürzung der Kapitalinvestitionen, also der Ausgaben für neue Technologien. Statt der prognostizierten 5 Mrd. $ will das Unternehmen nur noch zwischen 3,5 und 3.9 Mrd. $ ausgeben, und das heißt, das weniger Maschinen und weniger Technologie zugekauft werden. Zu den betroffenen Unternehmen gehören Applied Materials und Novellus, deren Aktien bis zu 6 % verloren.
Mit einem Minus von 16 % ging Teradyne aus dem Handel, dem Unternehmen schadeten neben dem schwachen Intel-Ausblick auch die eigenen schlechten Zahlen. Am Vorabend hatte der Hersteller von Prüfgeräten für die Chip-Industrie einen größeren Verlust gemeldet als Analysten erwartet hatten.
Mit einem Minus von 1,3 % handelte der Computerhersteller Apple vor der eigenen Quartalskonferenz. Die Analysten von Morgan Stanley waren pessimistisch und erwarteten, dass Apple aufgrund unerwartet schwacher Zinseinkünfte die Prognosen nicht treffen werde. Die Bewertung der Aktie änderten die Analysten nicht, sie warteten auf mehr Details im Rahmen der Konferenz am Abend.
Mit einem Minus von 0,7 % schloss auch Yahoo, ebenfalls vor der eigenen Quartalskonferenz am Abend. Dabei hatte das Wall Street Journal positiv über das Unternehmen geschrieben. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten in dem immer noch schwachen Internet-Umfeld sei es Yahoo gelungen, zahlreiche Anzeigenkunden zurück zu gewinnen und Teile des Angebots kostenpflichtig zu machen und dafür auch noch Abonnenten zu finden.
Im Dow Jones Index, wo mit Ausnahme von AT&T alle Aktien mit Verlusten schlossen, fielen in einem wenig volatilen Handel nur wenige Werte auf. Zu den größten Verlierern gehörte DuPont mit einem Minus von 3,1 %. Der Chemiekonzern hatte am Morgen die Gewinnprognosen für das vierte Quartal nach unten revidiert. Die operativen Gewinne, so DuPont, seien vor allem in der zweiten Hälfte des Quartals schwächer ausgefallen als erwartet. Für einen Zykliker ist das eine schlechte Prognose, da Experten aus den Geschäften Rückschlüsse auf den Lauf der Konjunktur ziehen.
Mit 0,6 % im Minus schloss Caterpillar, trotz einer guten Analyse der Credit Suisse First Boston. Der Baumaschinenhersteller, so die Experten, dürfte die Gewinnprognosen der Wall Street mindestens erfüllen. Eine Umfrage unter Händlern habe ergeben, dass der Markt verstärkt nach Caterpillar frage, und die Verkaufstrends – anders als im Quartal zuvor – positiv seien. Zum anderen habe Caterpillar erfolgreich die Preise gesteigert und sehe eine im Ausland stabile Nachfrage.
Ebenfalls im Minus schloss trotz guter Nachrichten Walt Disney. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Konkurrenten AOL Time Warner einen Prozess gewonnen, in dem auslaufende Copyright-Rechte für Filme wie Casablanca und Figuren wie Micky Maus um 20 Jahre verlängert wurden. Internetfirmen hatten geplant, nach Auslaufen der Patente ungeschützte Filme, Bücher und Bilder zu veröffentlichen und selbst anzubieten. Das wird nun nicht gehen, Lizenzgebühren sind den großen Unternehmen noch einmal gesichert.
Ihr Markus Koch
Nächstes Update 16:00 Uhr !
Wall Street: US-Börsen sacken auf breiter Front ab
Die US-Börsen hatten zur Wochenmitte im roten Bereich eröffnet und fielen dann beständig durch den Tag. Am Ende hatten die drei großen US-Indizes jeweils 1,4 % verloren, für den Dow bedeutete das einen Punktverlust von 119 Zählern auf 8723 Punkte, die Nasdaq gab um 22 Punkte auf 1438 Zähler nach.
Tatsächlich gab es im Tagesverlauf auch keine guten Nachrichten, auf die man hätte kaufen können – weder von Seiten der Unternehmen noch im größeren Zusammenhang. Im Gegenteil: Die Notenbank spricht in ihrem Beige Book von einer nur schwachen Erholung und sah in ihrer Konjunkturbewertung keine überraschenden Aspekte.
Bereits am Morgen hatte der Markt aus Washington vernommen, dass die Produzentenpreise im Dezember überraschend schwach ausfielen. Während die Rate für den Gesamtmarkt unverändert ist, sind die Preise ohne die volatilen Bereiche Lebensmittel und Energie um 0,3 % gesunken. Analysten hatten mit einer Steigerung um 0,1 % gerechnet. Vor allem die weiter sinkenden Preise für Autos und Lkw sind für den Abwärtstrend verantwortlich, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Gute Nachrichten kamen unterdessen aus dem Produzierenden Gewerbe. Der New Yorker Empire State Index ist im Januar den dritten Monat in Folge gestiegen und notiert mit 20,7 Punkten auf dem höchsten Stand in der jungen Geschichte des Index. Dieser erst in 2001 eingeführte Index gewinnt an der Wall Street zunehmend an Beachtung. Aufgrund mangelnder Vergleichszahlen tun sich Analysten noch schwer mit einer Auslegung des Indexstandes, doch hält man am Mittwochmorgen fest, dass die dritte Steigerung in Folge in Schritt in die richtige Richtung sei. Am Donnerstag erwartet man eine Bestätigung des Trends durch den Bericht der Philie Fed.
Von Unternehmensseite beherrschte Intel den Markt, doch gingen von dem Chiphersteller auch keine positiven Impulse aus. Das Unternehmen hatte am Vorabend einen Gewinn von 1 Mrd. $ oder 16 Cent pro Aktie gemeldet und damit besser als im Vorjahr und über den Erwartungen. Ein Umsatzplus auf 7,2 Mrd. $ vervollständigt das Bild. Für die nahe Zukunft gibt sich das Management allerdings „vorsichtig“. Man setzt Umsatz- und Gewinnprognosen unter den Zahlen des vergangenen Quartals, und das verunsicherte Anleger. Die Aktie verlor 1,5 %.
Tiefer im roten Bereich schlossen die Aktien der Chip-Ausrüster. Zu Intels Jahresplanung 2003 gehört eine satte Kürzung der Kapitalinvestitionen, also der Ausgaben für neue Technologien. Statt der prognostizierten 5 Mrd. $ will das Unternehmen nur noch zwischen 3,5 und 3.9 Mrd. $ ausgeben, und das heißt, das weniger Maschinen und weniger Technologie zugekauft werden. Zu den betroffenen Unternehmen gehören Applied Materials und Novellus, deren Aktien bis zu 6 % verloren.
Mit einem Minus von 16 % ging Teradyne aus dem Handel, dem Unternehmen schadeten neben dem schwachen Intel-Ausblick auch die eigenen schlechten Zahlen. Am Vorabend hatte der Hersteller von Prüfgeräten für die Chip-Industrie einen größeren Verlust gemeldet als Analysten erwartet hatten.
Mit einem Minus von 1,3 % handelte der Computerhersteller Apple vor der eigenen Quartalskonferenz. Die Analysten von Morgan Stanley waren pessimistisch und erwarteten, dass Apple aufgrund unerwartet schwacher Zinseinkünfte die Prognosen nicht treffen werde. Die Bewertung der Aktie änderten die Analysten nicht, sie warteten auf mehr Details im Rahmen der Konferenz am Abend.
Mit einem Minus von 0,7 % schloss auch Yahoo, ebenfalls vor der eigenen Quartalskonferenz am Abend. Dabei hatte das Wall Street Journal positiv über das Unternehmen geschrieben. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten in dem immer noch schwachen Internet-Umfeld sei es Yahoo gelungen, zahlreiche Anzeigenkunden zurück zu gewinnen und Teile des Angebots kostenpflichtig zu machen und dafür auch noch Abonnenten zu finden.
Im Dow Jones Index, wo mit Ausnahme von AT&T alle Aktien mit Verlusten schlossen, fielen in einem wenig volatilen Handel nur wenige Werte auf. Zu den größten Verlierern gehörte DuPont mit einem Minus von 3,1 %. Der Chemiekonzern hatte am Morgen die Gewinnprognosen für das vierte Quartal nach unten revidiert. Die operativen Gewinne, so DuPont, seien vor allem in der zweiten Hälfte des Quartals schwächer ausgefallen als erwartet. Für einen Zykliker ist das eine schlechte Prognose, da Experten aus den Geschäften Rückschlüsse auf den Lauf der Konjunktur ziehen.
Mit 0,6 % im Minus schloss Caterpillar, trotz einer guten Analyse der Credit Suisse First Boston. Der Baumaschinenhersteller, so die Experten, dürfte die Gewinnprognosen der Wall Street mindestens erfüllen. Eine Umfrage unter Händlern habe ergeben, dass der Markt verstärkt nach Caterpillar frage, und die Verkaufstrends – anders als im Quartal zuvor – positiv seien. Zum anderen habe Caterpillar erfolgreich die Preise gesteigert und sehe eine im Ausland stabile Nachfrage.
Ebenfalls im Minus schloss trotz guter Nachrichten Walt Disney. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Konkurrenten AOL Time Warner einen Prozess gewonnen, in dem auslaufende Copyright-Rechte für Filme wie Casablanca und Figuren wie Micky Maus um 20 Jahre verlängert wurden. Internetfirmen hatten geplant, nach Auslaufen der Patente ungeschützte Filme, Bücher und Bilder zu veröffentlichen und selbst anzubieten. Das wird nun nicht gehen, Lizenzgebühren sind den großen Unternehmen noch einmal gesichert.
Ihr Markus Koch
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