Die Aktienmärkte haben nach Ansicht der meisten Analysten das Schlimmste noch nicht überstanden. Aufschluss über die weitere Entwicklung wird von den in der kommenden Woche anstehenden Quartalszahlen großer Unternehmen erwartet.
Zwar würden schlechte Unternehmensnachrichten inzwischen besser verkraftet als zuletzt, heißt es. Dennoch sei der Markt vor negativen Überraschungen nicht gefeit, eine nachhaltige Erholung mithin nicht zu erwarten.
Auch in dieser Woche legen zahlreiche Firmen, vor allem aus dem High-Tech-Sektor, ihre Quartalsergebnisse vor. Konjunkturdaten sind dagegen Mangelware. Daher dürfte sich die Entwicklung der Rentenmärkte abermals am Aktienmarkt orientieren.
Der Euro übersprang am Montag erstmals seit Februar 2000 wieder die Paritätsschwelle zum Dollar, was aber eher mit dem schwachen Zustand der US-Devise als der Stärke der Gemeinschaftswährung zusammenhängt. Am Freitagabend notierte der Euro mit 1,0142 $.
Indizes schließen schwächer
In der vergangenen Woche schlossen die weltweiten Indizes nach volatilen Handelstagen noch einmal deutlich schwächer. In den USA verloren der Dow Jones und der Nasdaq Composite im Wochenvergleich 7,7 und 3,9 Prozent. In Europa schwächten sich der Stoxx 50 um 6,6 Prozent und der Dax um 5,8 Prozent ab.
Dabei überwogen zum Wochenende negative Meldungen. Enttäuschende Geschäftsprognosen der Technikkonzerne Epcos , Ericsson und Infineon drückten die Kurse europaweit. Weitgehend positiv verlief dagegen die Entwicklung der Deutschen Telekom . Nach dem Abgang von Konzernchef Ron Sommer legte die T-Aktie kräftig zu, bis am Freitag Gewinnmitnahmen einsetzten.
Ratschläge, welche Branchen derzeit Renditen versprechen, geben die Marktstrategen nicht mehr ab. Zu viel hänge an den Quartalsausweisen und Geschäftsprognosen vor allem der Tech-Firmen. "Ende der Woche sehen wir klarer für die High-Tech-Branche", sagte Adrian Hopkinson von WestLB Panmure.
Weg nach unten ist offen
Wenn allerdings der zuletzt beobachtete Trend zu pessimistischen Ausblicken auf die zweite Jahreshälfte anhält, könnten die Kurse auch in dieser Woche wieder abwärts weisen. "Obwohl mehr Unternehmen mit ihren Ergebnissen die Erwartungen übertroffen haben, haben die Kurse darauf kaum positiv reagiert", beschreibt Robert Dickey von RBC Dain Rauscher die Lage.
"Aber die negativen Reaktionen, wenn Prognosen verfehlt wurden oder Ausblicke enttäuschten, sind dramatisch", sagte Dickey. Am meisten davon betroffen sind bislang Technikwerte. "Die Prognosen waren fast alle vorsichtig, mit stagnierenden oder niedrigeren Zahlen für das nächste Quartal", klagt Laura Conigliaro von Goldman Sachs. "Die Branche meldet keine Erholung bei den Investitionen, zudem ist unklar, in welche Richtung der private Verbrauch geht."
Zahlen-Flut ebbt nicht ab
Die Fortsetzung der Bilanzsaison führen in den USA Halbleiterfirmen wie Altera , Novellus , Applied Micro Circuits und LSI Logic an. Zudem berichten Telekomunternehmen und -ausrüster wie AT & T , SBC , Bell South , Lucent , JDS Uniphase und Corning sowie die Pharma- und Chemiekonzerne Bristol-Myers Squibb , Wyeth , Schering-Plough , Dupont und Dow Chemical . Auch 3M , Colgate-Palmolive und Gillette , Eastman Kodak , McDonald's , Amazon.com , Xerox und der Medienkonzern Viacom berichten.
Fokus auf Tyco
Von besonderem Interesse sind AOL Time Warner , dessen Geschäftsführer Robert Pittman gehen muss. Ebenfalls im Fokus stehen die wegen ihrer Bilanzmethoden in die Kritik geratenen Unternehmen Tyco und Halliburton .
Europäische Tech-Unternehmen, die Bericht erstatten, sind ST Microelectronics am Montag, Telecom Italia Mobile, ABB und Siemens am Mittwoch sowie Alcatel und Olivetti am Donnerstag. Ferner weisen Reuters am Montag, Abbey National , GlaxoSmithKline , Seat Pagine Gialle und Dassault Systems am Mittwoch, EADS , British Telecom , Pechiney , Renault und Rhodia tags darauf sowie Alliance & Leicester und Schering am Freitag Quartalsberichte aus.
Konjunkturdaten, die in jüngster Zeit auf eine leichte Erholung hinwiesen, werden fast keine veröffentlicht. In den USA stehen an interessanten Daten lediglich am Donnerstag die Auftragslage für langlebige Güter im Juni und der Juli-Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan am Freitag an. Während bei den Auftragseingängen ein leichter Zuwachs von 0,5 Prozent nach 0,9 Prozent im Mai erwartet wird, rechnen Volkswirte für den Michigan-Index mit einer Stagnation bei 86,5 Punkten.
Optimistische Devisenstrategen
Für den Euro sind die Strategen weiterhin optimistisch. "Der Dollar ist noch immer rund zehn Prozent überbewertet", schreibt Goldman Sachs. "Die stärkste Überbewertung ist gegen den Euro und viele asiatische Währungen zu beobachten." Den "fairen Wert" für den Euro sehen die Strategen derzeit bei rund 1,19 $.
Auch die Experten der Deutschen Bank gehören zu den "Euro-Bullen". Doch sehen sie auf Grund der extremen Positionierung der Marktteilnehmer und einer ihrer Meinung nach möglichen Sommer-Rally bei den US-Aktien kurzfristig gute Chancen für eine Kurskorrektur.
Yen drohen Interventionen
Der Yen, der die vergangene Woche mit leichten Gewinnen gegen den Dollar beendete, dürfte weiter von Angst vor Eingriffen der japanischen Notenbank (BoJ) zur Schwächung der heimischen Währung geprägt sein. Da seit dem 28. Juni kein weiterer Markteingriff der BoJ mehr erfolgt ist, wirft die Commerzbank die Frage auf, ob Tokio bereits das Handtuch geworfen hat.
Wirkungslose Interventionen
Dennoch folgern die Strategen, dass die Einsicht überwiegen dürfte, dass beim gegenwärtigen Marktumfeld Interventionen keinen Erfolg haben dürften. Denn trotz der Interventionen im Mai und Juni im Gesamtvolumen von 33 Mrd. $ sei der Fall des Yen auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten nicht verhindert worden.
"Der Erfolg von Interventionen wird also weitestgehend davon abhängen, ob sich der Dollar nach seinem starken Wertverlust stabilisieren kann", schreibt die Commerzbank. "Dann ist auch damit zu rechnen, dass Japan verstärkt versuchen wird, den Yen in die bevorzugte Spanne von 125 bis 130 Yen pro Dollar zurückzuführen.".
ftd.de
Zwar würden schlechte Unternehmensnachrichten inzwischen besser verkraftet als zuletzt, heißt es. Dennoch sei der Markt vor negativen Überraschungen nicht gefeit, eine nachhaltige Erholung mithin nicht zu erwarten.
Auch in dieser Woche legen zahlreiche Firmen, vor allem aus dem High-Tech-Sektor, ihre Quartalsergebnisse vor. Konjunkturdaten sind dagegen Mangelware. Daher dürfte sich die Entwicklung der Rentenmärkte abermals am Aktienmarkt orientieren.
Der Euro übersprang am Montag erstmals seit Februar 2000 wieder die Paritätsschwelle zum Dollar, was aber eher mit dem schwachen Zustand der US-Devise als der Stärke der Gemeinschaftswährung zusammenhängt. Am Freitagabend notierte der Euro mit 1,0142 $.
Indizes schließen schwächer
In der vergangenen Woche schlossen die weltweiten Indizes nach volatilen Handelstagen noch einmal deutlich schwächer. In den USA verloren der Dow Jones und der Nasdaq Composite im Wochenvergleich 7,7 und 3,9 Prozent. In Europa schwächten sich der Stoxx 50 um 6,6 Prozent und der Dax um 5,8 Prozent ab.
Dabei überwogen zum Wochenende negative Meldungen. Enttäuschende Geschäftsprognosen der Technikkonzerne Epcos , Ericsson und Infineon drückten die Kurse europaweit. Weitgehend positiv verlief dagegen die Entwicklung der Deutschen Telekom . Nach dem Abgang von Konzernchef Ron Sommer legte die T-Aktie kräftig zu, bis am Freitag Gewinnmitnahmen einsetzten.
Ratschläge, welche Branchen derzeit Renditen versprechen, geben die Marktstrategen nicht mehr ab. Zu viel hänge an den Quartalsausweisen und Geschäftsprognosen vor allem der Tech-Firmen. "Ende der Woche sehen wir klarer für die High-Tech-Branche", sagte Adrian Hopkinson von WestLB Panmure.
Weg nach unten ist offen
Wenn allerdings der zuletzt beobachtete Trend zu pessimistischen Ausblicken auf die zweite Jahreshälfte anhält, könnten die Kurse auch in dieser Woche wieder abwärts weisen. "Obwohl mehr Unternehmen mit ihren Ergebnissen die Erwartungen übertroffen haben, haben die Kurse darauf kaum positiv reagiert", beschreibt Robert Dickey von RBC Dain Rauscher die Lage.
"Aber die negativen Reaktionen, wenn Prognosen verfehlt wurden oder Ausblicke enttäuschten, sind dramatisch", sagte Dickey. Am meisten davon betroffen sind bislang Technikwerte. "Die Prognosen waren fast alle vorsichtig, mit stagnierenden oder niedrigeren Zahlen für das nächste Quartal", klagt Laura Conigliaro von Goldman Sachs. "Die Branche meldet keine Erholung bei den Investitionen, zudem ist unklar, in welche Richtung der private Verbrauch geht."
Zahlen-Flut ebbt nicht ab
Die Fortsetzung der Bilanzsaison führen in den USA Halbleiterfirmen wie Altera , Novellus , Applied Micro Circuits und LSI Logic an. Zudem berichten Telekomunternehmen und -ausrüster wie AT & T , SBC , Bell South , Lucent , JDS Uniphase und Corning sowie die Pharma- und Chemiekonzerne Bristol-Myers Squibb , Wyeth , Schering-Plough , Dupont und Dow Chemical . Auch 3M , Colgate-Palmolive und Gillette , Eastman Kodak , McDonald's , Amazon.com , Xerox und der Medienkonzern Viacom berichten.
Fokus auf Tyco
Von besonderem Interesse sind AOL Time Warner , dessen Geschäftsführer Robert Pittman gehen muss. Ebenfalls im Fokus stehen die wegen ihrer Bilanzmethoden in die Kritik geratenen Unternehmen Tyco und Halliburton .
Europäische Tech-Unternehmen, die Bericht erstatten, sind ST Microelectronics am Montag, Telecom Italia Mobile, ABB und Siemens am Mittwoch sowie Alcatel und Olivetti am Donnerstag. Ferner weisen Reuters am Montag, Abbey National , GlaxoSmithKline , Seat Pagine Gialle und Dassault Systems am Mittwoch, EADS , British Telecom , Pechiney , Renault und Rhodia tags darauf sowie Alliance & Leicester und Schering am Freitag Quartalsberichte aus.
Konjunkturdaten, die in jüngster Zeit auf eine leichte Erholung hinwiesen, werden fast keine veröffentlicht. In den USA stehen an interessanten Daten lediglich am Donnerstag die Auftragslage für langlebige Güter im Juni und der Juli-Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan am Freitag an. Während bei den Auftragseingängen ein leichter Zuwachs von 0,5 Prozent nach 0,9 Prozent im Mai erwartet wird, rechnen Volkswirte für den Michigan-Index mit einer Stagnation bei 86,5 Punkten.
Optimistische Devisenstrategen
Für den Euro sind die Strategen weiterhin optimistisch. "Der Dollar ist noch immer rund zehn Prozent überbewertet", schreibt Goldman Sachs. "Die stärkste Überbewertung ist gegen den Euro und viele asiatische Währungen zu beobachten." Den "fairen Wert" für den Euro sehen die Strategen derzeit bei rund 1,19 $.
Auch die Experten der Deutschen Bank gehören zu den "Euro-Bullen". Doch sehen sie auf Grund der extremen Positionierung der Marktteilnehmer und einer ihrer Meinung nach möglichen Sommer-Rally bei den US-Aktien kurzfristig gute Chancen für eine Kurskorrektur.
Yen drohen Interventionen
Der Yen, der die vergangene Woche mit leichten Gewinnen gegen den Dollar beendete, dürfte weiter von Angst vor Eingriffen der japanischen Notenbank (BoJ) zur Schwächung der heimischen Währung geprägt sein. Da seit dem 28. Juni kein weiterer Markteingriff der BoJ mehr erfolgt ist, wirft die Commerzbank die Frage auf, ob Tokio bereits das Handtuch geworfen hat.
Wirkungslose Interventionen
Dennoch folgern die Strategen, dass die Einsicht überwiegen dürfte, dass beim gegenwärtigen Marktumfeld Interventionen keinen Erfolg haben dürften. Denn trotz der Interventionen im Mai und Juni im Gesamtvolumen von 33 Mrd. $ sei der Fall des Yen auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten nicht verhindert worden.
"Der Erfolg von Interventionen wird also weitestgehend davon abhängen, ob sich der Dollar nach seinem starken Wertverlust stabilisieren kann", schreibt die Commerzbank. "Dann ist auch damit zu rechnen, dass Japan verstärkt versuchen wird, den Yen in die bevorzugte Spanne von 125 bis 130 Yen pro Dollar zurückzuführen.".
ftd.de
