Internet
Bei Mamma.com blüht wieder einmal die Kursphantasie
21. Dezember 2006
Mit massiven Kursgewinnen von etwas mehr als 200 Prozent in gerade einmal acht Tagen von 2,37 amerikanischen Dollar auf zuletzt 7,31 Dollar macht das kanadische Internetunternehmen Mamma.com auf sich aufmerksam.
Ob es sich dabei allerdings um eine nachhaltige Entwicklung handelt, dürfte äußerst zweifelhaft sein. Denn das Unternehmen verbuchte in den vergangenen Jahren nur geringe Umsätze, die Umsatzentwicklung war gleichzeitig sehr volatil. Von Gewinnen oder gar einem Gewinnwachstum kann überhaupt keine Rede sein, sondern das Unternehmen macht anhaltend Verluste.
Fallender Umsatz und zunehmender Verlust - nicht die optimale Kombination
Im dritten Quartal des laufenden Jahres war der Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode von 2,4 auf ebenso magere 1,9 Millionen Dollar gefallen, gleichzeitig verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 2,55 Millionen Dollar oder 18 Cent je Aktie. In der Vorjahresperiode hatte der Verlust noch 1,5 Millionen Dollar betragen.
Solche Zahlen machen deutlich, daß die operative Qualität des Unternehmen nicht sehr hoch sein kann. Ein Liquiditätsbestand von acht Millionen Dollar zum Ende des dritten Quartals macht gleichzeitig klar, daß die Überlebenszeit des Unternehmens bei anhaltenden Verlusten nicht mehr allzu groß ist.
Insgesamt gibt es aus operativer Sicht keinerlei Gründe für den stark steigenden Kurs der Aktie des Unternehmens. Es liegt nahe, daß spekulative Zocker ihr Unwesen treiben. Darauf deuten unter anderen die hohen Handelsvolumina der Aktie in den vergangenen Tagen hin. Am Mittwoch lagt der Handelsumsatz an der Börse bei knapp 29 Millionen Dollar, bei einer Anzahl von ausstehenden Aktien von 14,3 Millionen Stücken. In den vergangenen Tagen waren die Volumina ähnlich hoch. Es scheint somit einzelne Marktteilnehmer zu geben, die das Papier wie wild hin und her handeln.
Kursentwicklung mehr als spekulatives Gezocke?
Es dürfte ratsam sein, sich von solchen Bewegungen nicht verleiten zu lassen. Denn im Jahr 2004 gab es eine ähnliche Entwicklung. Nach massiven Kursgewinnen auf bis zu 17,5 Dollar im August des Jahres 2004 ging die Aktie in einem stetigen Abwärtstrend über und fiel bis auf 86 Cents im August des laufenden Jahres.
Mamma.com bietet im Internet “Metasuch“- und Onlinewerbedienste an und scheint nun auf den im Rahmen der Web 2.0-Euphorie wiederbelebten Internethype abzufahren. Aufgrund der im Rahmen der Übernahmen von Youtube (Google) und Myspace (Murdoch) gezahlten Preise scheint nun manchen Anlegern die spekulative Phantasie durchzugehen. Immerhin bietet Mamma.com schon seit Jahren - allerdings bisher kommerziell erfolglos - Suchdienste an, die in den vergangenen Tagen durch die Möglichkeit ergänzt wurden, auf dem Rechnet nach Dateien oder im Internet nach Videos zu suchen.
Damit scheint sich das Unternehmen mehr oder weniger für eine Übernahme positionieren zu wollen. Ob diese Rechnung jedoch aufgeht, dürfte äußerst ungewiß sein. Denn solche Angebote existieren nicht nur schon länger, sondern sie schießen inzwischen wie Pilze aus dem Boden. Damit ist die Spekulation darauf äußerst heiß, ein vernünftiger Anleger wird sich kaum darauf einlassen.
Bei Mamma.com blüht wieder einmal die Kursphantasie
21. Dezember 2006
Mit massiven Kursgewinnen von etwas mehr als 200 Prozent in gerade einmal acht Tagen von 2,37 amerikanischen Dollar auf zuletzt 7,31 Dollar macht das kanadische Internetunternehmen Mamma.com auf sich aufmerksam.
Ob es sich dabei allerdings um eine nachhaltige Entwicklung handelt, dürfte äußerst zweifelhaft sein. Denn das Unternehmen verbuchte in den vergangenen Jahren nur geringe Umsätze, die Umsatzentwicklung war gleichzeitig sehr volatil. Von Gewinnen oder gar einem Gewinnwachstum kann überhaupt keine Rede sein, sondern das Unternehmen macht anhaltend Verluste.
Fallender Umsatz und zunehmender Verlust - nicht die optimale Kombination
Im dritten Quartal des laufenden Jahres war der Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode von 2,4 auf ebenso magere 1,9 Millionen Dollar gefallen, gleichzeitig verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 2,55 Millionen Dollar oder 18 Cent je Aktie. In der Vorjahresperiode hatte der Verlust noch 1,5 Millionen Dollar betragen.
Solche Zahlen machen deutlich, daß die operative Qualität des Unternehmen nicht sehr hoch sein kann. Ein Liquiditätsbestand von acht Millionen Dollar zum Ende des dritten Quartals macht gleichzeitig klar, daß die Überlebenszeit des Unternehmens bei anhaltenden Verlusten nicht mehr allzu groß ist.
Insgesamt gibt es aus operativer Sicht keinerlei Gründe für den stark steigenden Kurs der Aktie des Unternehmens. Es liegt nahe, daß spekulative Zocker ihr Unwesen treiben. Darauf deuten unter anderen die hohen Handelsvolumina der Aktie in den vergangenen Tagen hin. Am Mittwoch lagt der Handelsumsatz an der Börse bei knapp 29 Millionen Dollar, bei einer Anzahl von ausstehenden Aktien von 14,3 Millionen Stücken. In den vergangenen Tagen waren die Volumina ähnlich hoch. Es scheint somit einzelne Marktteilnehmer zu geben, die das Papier wie wild hin und her handeln.
Kursentwicklung mehr als spekulatives Gezocke?
Es dürfte ratsam sein, sich von solchen Bewegungen nicht verleiten zu lassen. Denn im Jahr 2004 gab es eine ähnliche Entwicklung. Nach massiven Kursgewinnen auf bis zu 17,5 Dollar im August des Jahres 2004 ging die Aktie in einem stetigen Abwärtstrend über und fiel bis auf 86 Cents im August des laufenden Jahres.
Mamma.com bietet im Internet “Metasuch“- und Onlinewerbedienste an und scheint nun auf den im Rahmen der Web 2.0-Euphorie wiederbelebten Internethype abzufahren. Aufgrund der im Rahmen der Übernahmen von Youtube (Google) und Myspace (Murdoch) gezahlten Preise scheint nun manchen Anlegern die spekulative Phantasie durchzugehen. Immerhin bietet Mamma.com schon seit Jahren - allerdings bisher kommerziell erfolglos - Suchdienste an, die in den vergangenen Tagen durch die Möglichkeit ergänzt wurden, auf dem Rechnet nach Dateien oder im Internet nach Videos zu suchen.
Damit scheint sich das Unternehmen mehr oder weniger für eine Übernahme positionieren zu wollen. Ob diese Rechnung jedoch aufgeht, dürfte äußerst ungewiß sein. Denn solche Angebote existieren nicht nur schon länger, sondern sie schießen inzwischen wie Pilze aus dem Boden. Damit ist die Spekulation darauf äußerst heiß, ein vernünftiger Anleger wird sich kaum darauf einlassen.
