Im Gegenzug verpflichtete sich die Lufthansa, auf betriebsbedingte Kündigungen und Ausgliederungen bis Ende 2006 zu verzichten. Eine Option sieht laut einer Mitteilung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eine Verlängerung dieser Vereinbarung bis Ende 2007 vor. ver.di-Vorstand Jan Kahmann betonte, dass es gelungen sei, die Arbeitsplätze der rund 52.000 Beschäftigten zu sichern und ihnen zugleich eine tarifpolitische Perspektive zu eröffnen. Lufthansa-Verhandlungsführer Stefan Lauer zeigte sich besonders erfreut über die vereinbarte Felexibilisierung der Wochenarbeitszeit.
Wie weiter mitgeteilt wurde, enthält die Tarifeinigung auch eine Ausdehnung der Altersteilzeitregelung auf die Geburtsjahrgänge 1950 und 1951 sowie die Möglichkeit zur Einrichtung von Lebensarbeitszeitkonten.
Nun stehen bei der Lufthansa noch Verhandlungen mit der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) an, die den Großteil des Kabinenpersonals vertritt. Die Gespräche sollen am Freitag fortgesetzt werden und könnten nach Informationen einer mit den Verhandlungen vertrauten Person auch am Freitag zum Abschluss kommen. Allerdings steht hinter der Rechtsgültigkeit eines möglichen Vertrags mit UFO noch ein kleines Fragezeichen. Wie der "Spiegel" Ende Oktober meldete, verfügt die Gewerkschaft laut einem Gerichtsurteil derzeit über keinen rechtmäßig amtierenden Vorstand und kann deshalb keine unanfechtbaren Tarifvereinbarungen eingehen.
Der UFO-Vorstand hat gegen diese Entscheidung beim Oberlandesgericht Frankfurt Berufung eingelegt. Mit einem Urteil sei allerdings nicht vor Frühjahr 2005 zu rechnen, sagte ein UFO-Vorstandsmitglied. Der UFO-Vorstand sei im Vereinsregister eingetragen und insofern voll handlungsfähig. Deshalb sei auch ein etwaiger Tarifvertrag gültig, wurde betont. Sollten die UFO-Gespräche auch erfolgreich verlaufen, kommt der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber seinem Ziel ein großes Stück näher, bis 2006 Personaleinsparungen von 300 Mio EUR zu erreichen. Diese sind Teil des "Aktionsplans", der bis 2006 zusätzliche Ergebnisbeiträge von 1,2 Mrd EUR vorsieht.
-Von Christian Streckert und Eddy Holetic, Dow Jones Newswires; +49 (0)
69 913 039 15, christian.streckert@dowjones.com
(ENDE) Dow Jones Newswires/8.12.2004/ces/eh/nas
MfG bauwi

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