LIZENZ ZUM GELDVERDIENEN


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LIZENZ ZUM GELDVERDIENEN

 
05.12.01 08:07
Deutschlands größte Finanzgenies

Das Gute liegt so nahe

Von Bernd Niquet
Gerade erst hat Abby Joseph Cohen von Goldman Sachs ihrer Fangemeinde mitgeteilt, dass sie den S&P-500-Index zum Ende des kommenden Jahres zwischen 1.300 und 1.425 Punkten sieht und deshalb eine Aktienquote der Anleger von drei Vierteln des Portfolios durchaus für angebracht hält. Und auch Ralph Acampora ist ein amerikanischer Held und wird demnächst sicherlich mit neuen Durchhalteparolen in den Medien erscheinen.
Doch warum in die Ferne schweifen? Und vor allem: Warum so komplizert? Warum immer diese komischen krummen Kursziele. Es geht doch alles viel einfacher! Und die Lösung ist uns näher als wir glauben! Wenn ich wissen will, wie der Markt sich entwickelt, dann schaue ich mir den Videotext bei n-tv an. Denn unter den Kursen werden hier stets kleine Ratgeberbalken eingeblendet mit einer Telefonnummer, die ich nur anrufen muss: Und schwupp - schon weiß ich, wohin die Fahrt geht.
Der deutsche Genius
Mein Liebling hier heißt Bernd Förtsch, denn dieser Mann hat wenigstens noch den Sinn fürs Prägnante. Und so etwas brauchen wir doch in unserer immer komplizierter werdenden Welt. Hier rufe ich an und dann weiß ich ein paar Minuten später, welche Aktie ein 100 Prozenter ist und welche nicht. Das Einzige, was ich bisher jedoch noch nicht so recht verstanden habe, ist das Folgende: Wenn dieser Mann die ganzen 100 Prozenter des Aktienmarktes kennt, warum hat er dann mit seinem DAC-Fonds in diesem Jahr nur 60,39 Prozent verloren? Und warum nicht 100 Prozent? Ich meine, das ist doch irgendwie inkonsequent. Wie kann man die ganze Zeit von 100 Prozent Verlust reden und dann selbst nur 60,39 Prozent Verlust machen? So geht das aber nicht, mein Herr!

Und trotzdem werde ich Bernd Förtsch niemals abschwören und ihn weiterhin jeden Tag anrufen. Hierfür habe ich nämlich noch einen weiteren Grund anzuführen: Würde ich eine renommierte Firma wie Roland Berger, Price Waterhouse oder Boston Consult einschalten, um ein Sanierungskonzept für mein notleidendes Depot erarbeiten zu lassen, dann würden diese nur ein paar Leute schicken, die dafür lächerliche 3.000 bis 5.000 DM am Tag berechnen. Lasse ich hingegen Bernd Förtsch mit seinen 2,42 DM pro Minute die selbe Zeit - also sagen wir 5 Tage à 10 Stunden - dudeln, dann würde mich das immerhin über 7.000 DM kosten. Und nun sage bitte niemand, Preis und Qualität würden sich nicht parallel entwickeln.


Deutschlands größte Finanzgenies

Bernd Förtsch vewirrt die Anleger

Am vergangenen Freitag nun habe ich jedoch ganz plötzlich einen fürchterlichen Schreck bekommen. Denn da schrieb Bernd Förtsch in seinem kleinen Ratgeberbalken "Diese Aktie steigt um 100 Prozent". Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mein Gott, er meint ja steigen und nicht fallen! Jetzt verstehe ich auch endlich, was die "200-Prozent-Liste" ist, von denen Förtschs Mitstreiter so oft erzählen. Immer wieder habe ich schließlich gegrübelt, wie man es denn schaffen kann, 200 Prozent seines Einsatzes zu verlieren. Doch ich bin ganz sicher, dass mein Liebling Bernd Förtsch auch das schaffen würde, wenn er nur will.
Gut, gut, es geht also um das Gewinnen. Jetzt habe auch ich es begriffen. Doch viel schlauer bin ich damit allerdings immer noch nicht. Denn wenn Bernd Förtsch weiß, welche Aktie um 100 Prozent steigt, warum hat dann sein Fonds 60,39 Prozent Verlust in diesem Jahr erzielt. Irgendwie passt das doch alles nicht zusammen. Vielleicht ist deshalb auch die zweite Überschrift auf seinem Ratgeberbalken die Antwort. Denn hier teilt uns Förtsch mit: "Jetzt geht's um Ihr Geld!". Denn das heißt doch umgekehrt: Vorher ging es um sein Geld! Ob letztlich also so ein Schuh daraus wird?
Auf jeden Fall finde ich das alles noch besser als die komplizierten anderen Leute. Markus Frick zum Beispiel schreibt über "2 Tipps, die um 100 Prozent steigen". Wenn zwei Tipps um 100 Prozent steigen, dann sind es nunmehr also vier Tipps. Ob jedoch diese Tipp-Inflation weiterführt? Da bin ich mir gar nicht mal sicher. Und vor allem: Markus Frick nimmt dauernd neue Aktien in seine "Verdopplerliste" auf. Doch was soll nun eigentlich aus 100 Prozentern werden, wenn es auch eine Verdopplerliste gibt? Oder ist das etwa das selbe?


100 Prozent - oder besser gleich 200 Prozent? Viel konsequenter ist da, finde ich, Fricks und Förtschs Kollege Sascha Opel, der diese Schwierigkeit elegant umgeht und gleich 200 Prozent Kursgewinn verspricht: "200 Prozent mit NM-Aktie für 1 Euro". Doch ein Problem bleibt auch dann noch bestehen: Wenn es hier also gleich 200 Prozent gibt, wer soll denn dann eigentlich noch die 100 Prozent Rufnummer anrufen? Das ist doch wirklich ein gravierendes Problem. Wenn ich für das gleiche Geld 200 Prozent machen kann, warum soll ich es dann noch in einen 100 Prozenter stecken? Hier mangelt es anscheinend also etwas an der Koordination.
Und eine Sache wird damit sogar noch rätselhafter als vorher: Wenn Bernd Förtsch für 2,42 DM pro Minute von Sascha Opel erfahren kann, welche Aktie um 200 Prozent steigt, ja, mein Gott noch mal, warum ruft er den dann nicht an und kauft diese Dinger? Ich verstehe es nicht! Warum bleibt Bernd Förtsch stumm, ruft nicht an und weist dann anstelle einer runden Gewinnzahl mit seinem Fonds eine so krumme Verlustzahl wie 60,39 Prozent aus?
Ich kann mir nicht helfen. Aber irgendetwas stimmt in der deutschen Börsenlandschaft anscheinend nicht.
Wie kann man es noch toller treiben als bei der Anlegerabzocke am Neuen Markt? Lesen Sie über die wirkliche "Lizenz zum Gelddrucken" Bernd Niquets neues Buch "Der Zauberberg des Geldes" (FinanzBuch Verlag).
Antworten
erzengel:

Und Bernd Niquets verdient damit auch 100% - hmm

 
05.12.01 10:06
Wenn der das weiß, kann ich es doch auch, also warum in seine Bücher 100% investieren. Naja, oder so.
Erzi
Antworten
vega2000:

Wieso braucht man eine Lizenz zum Geld

 
05.12.01 10:36
verdienen ?

Farbkopierer reicht doch.
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