Kleine Fabel zur vermuteten Index-Manipulation

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Anti Lemming:

Kleine Fabel zur vermuteten Index-Manipulation

14
13.10.06 13:27
Wenn Jim Cramer (und viele andere) Recht haben, dass die US-Aktienkurse künstlich hochmanipuliert werden - Cramer schreibt (zitiert) in P. 983 des Doomsday-Bären-threads: "... It's like a lot of money is being forced into the market here unnaturally" - , fragt sich, wie das vonstatten gehen könnte. Schon seit Jahren hält sich die Mär eines "Plunge Protection Teams" (PPT), doch niemand weiß, ob es existiert, und falls ja, wie es arbeitet.

Ich habe mir dazu mal die folgende Fabel ausgedacht. Sie ist frei erfunden, könnte aber dennoch ein Fünkchen Wahrheit enthalten:



An einem geheimen Ort in USA - das kann ein Penthouse auf dem Dach des Goldman-Sachs-Hauptquartier in New York sein, aber auch ein atombomensicherer Keller in Los Alamos - sitzen fünf befristet vom Dienst freigestellte GS-Trader, die von Finanzminister Paulson, ehemaliger Chef von GS, als "besonders vertrauenswürdig und diskret" empfohlen wurden. Sie haben Verträge unterschrieben, die sie zu strengster Geheimhaltung verpflichten. Diese Trader haben nun die Aufgabe, die US-Indizes auf neue Rekordhochs zu bringen und dort zu halten, bis Bush die Wahlen im November gewonnen hat. Als Arbeitskapital erhalten sie dazu eine Milliarde Dollar aus dem Budget der National Security Agency (NSA, zuständig für staatliche und militärische Überwachungsprogramme) - und dazu die Auflage, dieses Geld möglichst nicht zu verlieren.

Die Trader setzen sich in ihren Raum, in dem auch fünf an Online-Tradingssysteme angeschlossene Computer stehen. Auf diesen Computern sind Buy-Programme für den Kauf von Futures installiert, die von den Tradern nach Belieben eingeschaltet werden können. Auch die Aggressivität der Programme bei den Käufen lässt sich nach Gutdünken einstellen.

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TraderonTour:

Gewinnmitnahmen

 
13.10.06 15:32
Wiedermal ein gutes Beispiel ist GE, Zahlen super, Kurs sinkt.. Das wird auch noch so weiter gehen..  
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TraderonTour:

gibt natürlich auch Ausnahmen.. o. T.

 
13.10.06 15:33
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HAL9000:

Wahrscheinlich sind wir einfach zu dumm....

 
13.10.06 15:36
um die Zahlen richtig zu verstehen.

Z.B. sinkender Einzelhandelsumsatz heisst mehr auf Bestand. Und beim Erdöl ist das ja auch gut wenn die Bestände hoch sind ;-) .
Ausserdem können die Leute mehr Geld in Aktien investieren, wenn sie weniger für unnützes Zeug ausgeben....
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Anti Lemming:

Schmaler Grat

 
13.10.06 17:29
Auch wenn das fiktive PPT-Team aus dem Eingangsposting nun schon auf 200 % Future-Gewinnen sitzt, drohen ihm bei einer erdrutschartigen Verkaufspanik immer noch Verluste aus der Eingangsposition. Es können bei Futures sogar Verluste entstehen, die um ein Vielfaches höher sind als der eingangs hinterlegte Margin. Wenn das vermieden werden soll, muss auch das PPT irgendwann mit Verkäufen beginnen, z. B. nach einer hässlichen, tiefroten Gap-Down-Eröffnung. Dann fehlt nicht nur der Support der PPT-Stützungskäufe, sondern das PPT drückt sogar noch mit eigene Verkäufen auf die Kurse.

Mit den Quartalszahlen scheint es bei GE heute weiterzulaufen wie zuvor bei Alcoa, Legg Mason, Lam Research und Pepsi: Die Zahlen sind jeweils gut oder sehr gut, aber nicht so berauschend, dass sie die durch die hochgelaufenen Indizes hochgelaufenen Erwartungen erfüllen. Es folgt die übliche "Sell-the-good-News"-Reaktion. Einzig McDonalds konnte nach guten Zahlen ein Kursplus halten. Fettmachende Fritten scheinen das einzige, was in Obese-Wonderland noch Zukunft hat.

An den US-Börsen könnten sich die fetten Zeiten hingegen bald dem Ende zuneigen. Wenn nicht bald eine kleinere technische Korrektur von ein paar Prozent kommt (z. B. auf SP-500 von 1300), droht wirklich ein massiver Absturz. Vor allem Intel könnte nächsten Mittwoch dem Gemunkel nach enttäuschen.

Je weiter man eine Feder aus der Ruhelage in die Länge zieht (wie es das PPT jetzt tut), desto heftiger schnellt sie, einmal losgelassen, wieder zurück - meist sogar über die vorherige Ruhelage hinaus in Richtung einer Kontraktion. Das wäre dann bis SP-500 1180 (dort liegt ein wichtiger Support) - oder gar darunter.


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lehna:

Mein kleiner Beitrag zum Thema...

8
13.10.06 17:47
Kursmanipulation im Dow:
Das sind Phrasen derer,welche verpennt haben,rechtzeitig Fahrkarten für die Fahrt gen Norden zu lösen.
Trotzdem ists für die Hausse von unendlichen Vorteil,wenn trotz Allzeithoch diese Skeptiker weiter ihre Argumente unters Volk bringen...
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>Depots
3
13.10.06 18:01
Die These im Eingangsposting, die US-Indexkurse seien hochmanipuliert und der Anstieg sei "unnatural", stammen von Jim Cramer, dem Gründer von TheStreet.com, der als Permabulle bekannt ist. Dein Argumention trifft also daneben.

Mein Fabel dazu ist Fiction oder Faction - wenn sie Wasser auf Deine Mühlen ist, freut mich, Dir damit gedient zu haben.

Deine Postings haben übrigens etwas Stereotypes. Es kreist immer wieder um das Mantra "Solange-es-noch-Bären-Threads-gibt...". Du übersiehst dabei, dass mein Short erst ein paar Tage alt ist. Wir sollten in einem Monat Bilanz ziehen, wer ab hier besser gefahren ist ;-))
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Anti Lemming:

Plädoyer für die Charttechnik

 
13.10.06 21:19
Im Grunde ist die These von den manipulierten Kursen im Eingangsposting ein Plädoyer für die Charttechnik. Die Kurse sind immerhin öffentlich zugänglich - inkl. Volumen, RSI usw. - und darin spiegeln sich alle wie auch immer gearteten "geheimen" Machenschaften notwendigerweise wider. Selbst wenn die "PPT-Stützungskäufe" plötzlich überraschend ausgesetzt werden, ist das in den Charts und den Volumina erkennbar (man weiß dann zwar nicht, oft sich echte oder fingierte Käufer zurückziehen, aber den Rückzug zumindest bemerkt man).

Fundamental hingegen tappt man völlig im Dunkeln: Bei manipulierten Kursen ist schlicht nicht zu "verstehen", wieso sie trotz widriger Fundamentals steigen. Fallen sie dann plötzlich scheinbar grundlos wieder (weil das PPT heimlich die Stütungskäufe aussetzt), so ist diese Kehrtwende ebenfalls nicht zu verstehen. Man kann sich zwar damit behelfen, dass die "Börse manchmal unlogisch" ist - aber ein wirklicher Trost ist das nicht...
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Anti Lemming:

Erstaunlich, wenn nicht geradezu paradox

 
13.10.06 23:29
finde ich, dass sich die Indexanstiege fortgesetzt haben, OBWOHL bislang die meisten US-Firmen bei den Quartals-Zahlen enttäuscht haben (Alcoa, Pepsi, Lam Research, Laz-Y-Boy, General Electric, Home Depot usw.). Lediglich McDonalds notierte nach guten Zahlen leicht im Plus und hielt sich dort, alle anderen sind im Minus.

All dies erhärtet den Verdacht, dass die "Boyz" im Keller heimlich mit Futures an der Index-Schraube drehen ;-))
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lehna:

#23.Anti...

4
14.10.06 19:26
Ich hab keine Ahnung wo der Dow am Montag Abend,geschweige denn in 4 Wochen steht.
Vielleicht liegst du in 4 Wochen vorn und ich hab ein paar Narben mehr,so ist die Börse.
Das meiste Geld wird verloren, weil man seiner eigenen Einschätzung mehr traut, als dem, was der Markt uns zeigt.
Und der zeigt nach oben,wenn mich nicht alles täuscht....


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Anti Lemming:

Ja Lehna

 
14.10.06 20:08
Die Charts zeigen nach oben, aber eben schon viel zu lange und fast ohne den geringsten Rücksetzer. Das sind klassische parabolische Moves ("Melt-ups"). Was dabei am Ende rauskommt, sieht man an den Charts der Rohstoffe/Edelmetalle vom Frühjahr.


Inzwischen sind die Indizes bedrohlich überkauft. Das schreit geradezu nach einer Korrektur von einigen Prozent, die sich selbst die Bullen wünschen müssten (weil der Anstieg sonst nicht nachhaltig sein kann).

Für mich war die stark überkaufte Situation letzte Woche der Grund, den sicherlich sehr spekulativen Short in den intakten Uptend hinein aufzumachen. Ein weiterer Grund war die Annäherung des SP-500 an den hartnäckigen Widerstand von 1360, der ein (leicht überschossenes) Doppeltop mit Mai markiert und zugleich die Unterkante des Seitwärtstrendkanals aus dem Jahr 2000, als der SP-500 sein Allzeithoch von 1500 erreicht hatte.

Fundamental sieht es in Anbetracht der sich abschwächenden US-Wirtschaft und der US-Housing-Blase auch nicht so aus, als würden sich die Höchststände noch lange halten können. Man achte nur auf die Abverkäufe bei Alcoa, Pepsi und GE trotz guter bis sehr guter Zahlen. Exorbitant gestiegene Kurse erzeugen exorbitant gestiegene Erwartungen, die nicht einmal "sehr gute" Resultate befriedigen können. Dazu gab es auch noch Gurken wie Home Depot, Micron, Lem Research oder Legg Mason. Intel soll Dienstag auch Gewinne melden, die 23 Prozent unter denen des Vorjahrs liegen.

Mein Zeithorizont für die jetzige spekulative Position ist kurz. Vielleicht cover ich schon beim nächsten kleineren Rücksetzer auf z. B. 1320 bis 1340.

"Das Thema" des Doomsday-Bären-Threads ist eher die längerfristige Perspektive. Wer längerfristig shorten will, sollte ohnehin erst mal in Ruhe einen klaren Trendbruch abwarten und dann prozyklisch reingehen. Das kann man dann auch ein paar Monate stehen lassen.

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Anti Lemming:

Weiterer Faktor: große Fonds

 
15.10.06 13:43
Die großen Fonds haben (wie üblich zu spät) auf Energie und Rohstoffe gesetzt und damit seit Sommer Geld verloren. Um die "relative Underperformance" zum S&P-500 - ihrer Messlatte - aufzuholen, kaufen sie zurzeit massiv High-Beta-Techs wie Intel und Cisco, den vermeintlich bewährten Dampflokomotiven aus den späten 1990-ern (das ganze firmiert unter "Rotation von Energie in Tech").

Dies erklärt zugleich die Ungleichgewichte beim jüngsten Index-Anstieg, bei dem nur einige bekannte Big Caps haussierten, während die meisten kleinen Aktien und breiter gestreute Indizes wie die Russell 2000 nicht mitzogen.

Man darf bei den großen Fonds eine ähnliche "Kauf-Hemmungslosigkeit" unterstellen wie bei den "Boyz" - dem vermuteten PPT-Stützkauf-Team. Denn beide haben eines gemein: Sie investieren fremdes Geld - "other people's money".

Bei den Fonds kommt das Geld von Dummköpfen, die jetzt nach dem "DOW-Ausbruch" auf die Indizes aufspringen wollen - die Bildzeitung hatte Freitag dazu gerade eine Empfehlung auf der Titelseite (!) - , während es bei meinen fiktiven fünf GS-Tradern aus der Schatulle des NSA kommt. In beiden Fällen sind straflos beliebige Verluste möglich, ohne dass die Beteiligten persönlich Schaden nehmen. Folglich herrscht muntere "Risikofreudigkeit", die sich bei den Fonds/"Wall Street" argumentativ auf Wackelkonstruktionen wie die "soft landing" stützt - oder noch schlimmer auf den "deflationistischen Boom":

http://www.ariva.de/board/271953?pnr=2848787#jump2848787


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Malko07:

Zu den Fonds:

2
15.10.06 14:00
Fonds, ob groß oder klein, haben im Regelfall ihre Anlageregeln. Kaufen müssen sie, wenn Fondsanteile nachgefragt werden und verkaufen müssen sie wenn Fondsanteile zurückgegeben werden. Sie hängen also wesentlich von der Intelligenz und der mentalen Stabilität ihrer Mitglieder ab. Die Manager werden gezwungen Blasen weiter aufzublähen und unter Wert zu verkaufen.

Derartige irrwitzige Anlageregeln haben auch die Lebensversicherungen. Deshalb haben die am Tiefpunkt weiter verkauft (müssen) und haben den Einstieg verpasst und kaufen erst wieder wenn es richtig teuer wird.
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>2x bewertet
 
15.10.06 15:15
Im März 2003 erreichte das Fiasko seinen Höhepunkt, als die untereinander kreuzbeteiligten Unternehmen Allianz, Hypovereinsbank und Münchener Rück begannen, wechselseitig ihre Aktien zu verkaufen. Shortende Londoner Hedgefonds setzten noch "einen drauf". Die Aktie der Hypovereinsbank fiel damals auf 6,90 Euro.
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lehna:

#27,Natürlich wär jetzt ein Rücksetzer....

5
15.10.06 15:19
für uns Bullen und die Hausse äusserst gesund.
Eine Baisse ist fast unmöglich,dafür gabs die letzten Monate zuwenig Gier im Markt.
Erst wenn die Meute wieder überinvestiert ist,ist Schluss mit lustig.
Niemand traut dem Dow die 15000 zu,alle zweifeln,daß Bush eine weiche Landung hinkriegt.
Ich bleib dabei,diese Skepsis ist für Bullen die Beste aller Welten...




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Malko07:

Ich glaube nicht, dass es möglich

 
15.10.06 16:25
ist ein absolutes Timing beim Einstieg und beim Ausstieg hinzulegen. So habe ich z.B. den absoluten Einstieg verpasst, weil ich erst mit dem heftigen Donnern der Kanonen eingestiegen war. Den Ausstieg werde ich sicherlich noch stärker verpassen. Hintergrund: Mit dem Anstieg der Kurse ist mein Punkt für den Verkauf natürlich nicht so schnell gewachsen wie die Kurse. Sollten die Kurse weiter steigen, wird auch der Punkt an dem verkauft wird weiter steigen, allerdings langsamer.

Keiner weiss, wie die Weltkonjunktur in einem halben Jahr laufen wird. Keiner weiss, ob wir die nächsten Monate politische Ereignisse erleben werden, die die Börsen erschüttern werden. Es ist also überflüssig sich große Gedanken um die Zukunft zu machen. An die große Krise der Finanzsysteme glaube ich die nächste Zeit nicht. Ich stelle nur überrascht fest, wie "einfach" wir heute große Krisen wegstecken. Die Entwicklung der Ölpreise hat bis jetzt keinen riesigen Flurschaden hinterlassen. Wenn ich dagegen an die vergangenen Ölkrisen denke, die uns eine Sockelarbeitslosigkeit die bis heute nachwirkt und eine große Inflation gebracht hatten. Die heutige Krise Führt dagegen zu einer Abnahme der Arbeitslosigkeit (Satire) und nur zu minimalen Preissteigerungen.

Natürlich werden die US-amerikanischen Leistungsbilanzdefizite ihre Wirkungen haben. À la longue wird der US-$ weiter verfallen, wie schon seit Jahrzehnten. Der aufgeblasene Derivatenhandel kann zu Erschütterungen führen, muss es aber nicht. Die Flucht in "Sachwerte" ist blödsinnig. Die abnehmende Bevölkerung in allen entwickelten Staaten wird die Sachwerte (Immobilien, Aktien, ...) verfallen lassen. Begonnen hat die Entwicklung schon, in ca. 10 Jahren wird sie nicht mehr zu übersehen sein. Könnte zu einer stärkeren Deflation führen. Trotzdem werde ich mir kein überflüssiges Metall zulegen.
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TraderonTour:

Timing des Ein- Ausstiegs

 
15.10.06 16:30
"So habe ich z.B. den absoluten Einstieg verpasst, weil ich erst mit dem heftigen Donnern der Kanonen eingestiegen war. Den Ausstieg werde ich sicherlich noch stärker verpassen. Hintergrund: Mit dem Anstieg der Kurse ist mein Punkt für den Verkauf natürlich nicht so schnell gewachsen wie die Kurse. Sollten die Kurse weiter steigen, wird auch der Punkt an dem verkauft wird weiter steigen, allerdings langsamer."

Wenn ich dich richtig verstehe sagst du, umso höher die Kurse gehen, umso länger bleibst du investiert. Umkehrschluss: Wenn die kurse fallen, steigst du erst aus und hoffst, dass es nicht schon ZU spät ist?
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Malko07:

#33: Wenn die Kurse fallen

 
15.10.06 17:01
und meine Verkaufsmarke erreichen, steige ich aus und bleibe wahrscheinlich für etliche Zeit am Seitenaus. Das gilt für den Großteil des Investments. Parallel gibt es natürlich immer zusätzlich kleinere Spekulationen mit anderen Ausstiegsregeln.  

Am Beginn einer Spekulation liegen im Regelfall die Grenzen etwas enger und es gibt zusätzlich Zeitvorgaben. Aber prinzipiell gilt: Beim Kauf liegen die Regeln für den Verkauf fest und es wird sich daran gehalten.

Natürlich kann der Ausstieg zu "spät" sein und man realisiert Verluste. Allerdings mit der aktuellen Vorgeschichte ist das fast unmöglich. Müsste schon ein Sturz in kürzester Zeit in den absoluten Keller kommen.

Während des letzten Hypes, der im Jahre 2000 seinen Höhepunkt fand, war ich deutlich zu früh ausgestiegen (wegen fundamentaler Sicht). Aber immer noch besser als überhaupt nicht. Ich kam dann zur Einsicht, dass es besser sein kann, fallenden Kursen eine begrenzte Zeit lang zu zuschauen. Immer schon war ich der Meinung, dass man nicht dauernd Aktien besitzen muss. Eine einfache Methode dazu kann man bei Michael O'Higgins nachlesen.
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Anti Lemming:

kleine Fabel - Teil 2

4
18.10.06 19:19
Trader Nick Rousse, einer der fünf von Goldman Sachs abkommandierten PPT-Stützungskäufer, ist eine Spielernatur. Schon als Kind hatte er sein Taschengeld gern in "einarmigen Banditen" versenkt - und oft auch gewonnen.

Beim routinemäßigen Blick auf den Monitor sieht er, wie sich der Dow langsam über die 12.000 schiebt. "Super", sagt Rousse. "Leute, das Ding ist gelaufen!". Die Sekretärinnen bringen Champagner und Sushis, alle stoßen an.

"Was meint ihr", ruft Rousse seinen vier Kollegen zu, "wollen wir in die Euphorie hinein mal eine kleine technische Korrektur zulassen? Wir sind nun schon drei Monate im Stück am Steigen, das sieht langsam ein wenig unglaubwürdig aus."

"Ok", erwidert Kollege Carl Cremer und stellt sein Champagnerglas auf den Schreibtisch. "Lass uns gleich mal damit loslegen."

Die fünf Trader setzen sich an ihre Computer und schalten zunächst vier der fünf Buy-Programme ab. Die Kurse fallen trotzdem nicht. "Ziemlich zähe bullische Stimmung", höhnt Cremer, "da kommen wir überhaupt nicht mehr gegenan!"

Sprach's und schaltete nun auch den fünften Computer ab. Wieder nichts. Erst nach einer Viertelstunde beginnen die Kurse zu sinken. Der DOW fällt auf 11960 - doch dann geht es wie von allein wieder los: Dip-Buyer aus aller Welt nutzen die Kaufgelegenheit, den Dow abermals auf 12.000 hochzutreiben.

"Shit", flucht Rousse, "die Bullen sind übergeschnappt." Nun verkauft er noch einige Tausend der Futures, die er auf dem Weg nach oben aufgelesen hat, "von Hand" in den Markt . Der DOW geht 35 Punkte runter, steigt aber gleich wieder um 7. Also schiebt Rousse noch einmal achttausend hinterher.

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Anti Lemming:

Wozu die gepushte "Rallye" gut ist

 
20.10.06 07:28
Mancher wird sich fragen, wozu das Hochmanipulieren der US-Indizes - außer für die Wahlen am 7. Nov., die Bush wieder gewinnen will - gut sein soll.

Hier die Antwort: US-Investoren bekommen vom stagnierenden bis rückläufigen Immobilienmarkt keine neuen "Kicks" mehr, die ihnen das Gefühl geben, "immer reicher" zu werden. Dies soll der erstarkende Aktienmarkt nun ausgleichen - damit sich die "Konsumfreude" nicht legt und Stimmungsindikatoren weiter oben bleiben.

US-Haushalte haben rund 10 Billionen Dollar (US: trillion!) in Aktien investiert - direkt oder indirekt über Fonds. Durch den Anstieg des SP-500 um 8 % seit Juli wuchs der Papierwert dieser Positionen um rund 800 Milliarden Dollar (siehe Text unten).

Damit ist also seit Juni jeder der 260 Millionen US-Bürger im Schnitt um 3384 Dollar "reicher" geworden. (De facto dürfte der Reichtumszuwachs in der Mittelschicht eher bei 7000 Dollar, bei den Armen bei Null liegen.)

Dieser "Wealth effect", wissen die Umfragestrategen (z. B. vom Michigan Sentiment Index), ist es, was Amerikaner bei Laune hält. Weil Häuser nicht mehr "laufen", bedurfte es einer neuen "Geldmaschine", die weiteren Papier-Reichtum suggeriert.



Rally Adds Billions to Net Worth
By Tony Crescenzi
10/19/2006 4:27 PM EDT

The stock market's recent rally is boosting household net worth and contributing to a rebound in the economy following months of slow growth. This is apparent in the sharp gains seen lately in major consumer confidence readings from Investor's Business Daily, the University of Michigan and ABC News, as well as the weekly data on chain-store sales, which have strengthened of late.

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Anti Lemming:

Marktmanipulation? - G.S. machte in Öl

 
01.11.06 13:42
Barry Ritholtz beschreibt im folgenden Artikel (mit Quellenangabe, siehe Link), wie Goldman Sachs im Sommer durch Reduzierung der Gewichtung der Benzinkomponente im "Goldman Sachs Commodities Index (GSCI)" dazu beitrug, dass der Rohölpreis kollabierte [unten, rot]. Dies könnte, meint Ritholtz, durchaus im Zusammenhang mit den Kongresswahlen am 7. November stehen, bei denen Bush gern die Mehrheit behalten möchte (Ex-CEO Paulson von Goldman Sachs wurde von Bush ja sogar eigens zum Finanzminister berufen).

Da der sinkende Ölpreis stark zur jetzigen Aktien-Hausse beitrug (weniger Inflationsängste durch sinkende Benzin-Preise), kann man die Manipulationen von GS im Öl-Markt auch als indirektes Pushen des Aktienmarktes betrachten.



Barry Ritholtz
TheStreet.com
Conspiracy Theories?
10/31/2006 4:06 PM EST

Rev Shark looks askance at the many theories floating around about Government intervention in the Equity and Energy markets: Debunking Conspiracy Theories:

"With the election just a week off, there is a lot of talk in certain quarters about how the market is being "manipulated" for political gain. The theory is that the Republicans are driving the market up in order to give the impression that economic conditions are good, which would in turn cause voters to support the incumbent party. That certainly explains the market action and has a great appeal to the conspiracy theorists but is it realistic? I have a great aversion to the idea of conspiracies simply because I don't believe that its possible for a large number of politicians and bureaucrats with big egos to keep anything a secret."

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Anti Lemming:

Das Todesurteil gegen Saddam

 
05.11.06 13:19
ist jetzt noch das i-Tüpfelchen auf der Pro-Bush-Kampagne. Denn das sagt den Amerikanern: Hat George W. auch viel Geld im Irak verballert, Tausende von Soldaten verloren und den Ölpreis in astronomische Höhen getrieben, so war es am Ende doch für einen guten Zweck: Den "Sieg der Gerechtigkeit".

Die Verkündung zwei Tage vor dem Urnengang zur Novemberwahl ist perfekt getimt. Lediglich Amnesty international ist mit dem Urteil nicht zufrieden (unten, fett):



FTD, 5.11.06
Saddam Hussein zum Tode verurteilt

Der irakische Ex-Machthaber Saddam Hussein ist knapp zwei Jahre nach seiner Festnahme durch die US-Truppen von einem Sondertribunal in Bagdad zum Tode durch den Strang verurteilt worden. In Bagdad waren nach der Bekanntgabe einzelne Freudenschüsse zu hören. Aber es gab auch Kritik an dem Urteil.

Die Menschenrechtsgruppe Amnesty International missbilligte das Todesurteil und kritisierte, der Prozess sei nicht fair gewesen. Das Sondertribunal in Bagdad befand Saddam im Prozess um ein im Jahr 1982 verübtes Massaker an 148 schiitischen Dorfbewohnern für schuldig. Auch Saddams Halbbruder Barsan Ibrahim al-Tikriti und der frühere Vorsitzende des Revolutionsgerichtes, Auad Hamed al-Bander, erhielten die Todesstrafe. Vier weitere Mitangeklagte wurden zu Haftstrafen verurteilt.

"Das Gericht hat entschieden, Saddam Hussein al-Madschid wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit dazu zu verurteilen, gehängt zu werden, bis der Tod eintritt", sagte der Vorsitzende Richter Rauf Abdul Rahman. Er ignorierte damit einen Appell des früheren Machthabers, nicht durch den Strang sondern durch Erschießen zu sterben.

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Stöffen:

AntiL. - Threads im Fadenkreuz von DonRumms ?

 
05.11.06 14:15
Jawoll Anti, das Pentagon hat im Endspurt zu den Kongresswahlen eine Task – Force gegen tendenziöse und ungenaue Berichterstattung im Internet gebildet. Deine subversiven Threads werden da bestimmt rasch auffallen, lol.

Rumsfeld nimmt kritische Websites ins Visier

Eine Woche vor den Kongresswahlen treibt die US-Regierung ihre Propaganda-Maschine noch einmal auf Hochtouren. Eine rasch aufgestellte PR-Truppe soll im Wahlkampf-Endspurt dem Frust über das Chaos im Irak entgegensteuern. Insbesondere die Internet-Berichterstattung ist dem Pentagon ein Dorn im Auge.
Washington - Donald Rumsfeld hat es schon im Frühjahr gewusst: Die USA verlören den Propaganda-Krieg, konstatierte der US-Verteidigungsminister seinerzeit mit Blick auf die schwindende Unterstützung im eigenen Land für den Krieg im Irak. In der Tat machen vor allem die anhaltenden Nachrichten über die ausbleibenden Erfolge beim US-Engagement am Persischen Golf, über das Chaos und den immer größeren Blutzoll der US-Streitkräfte einen Erdrutschsieg der Demokraten bei den Kongresswahlen immer wahrscheinlicher. Präsident George W. Bush droht zumindest im Repräsentantenhaus die republikanische Mehrheit zu verlieren, auch der Senatsrückhalt wackelt.

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scenario:

wie zu zeiten von till eulenspiegel

 
19.11.06 20:45
Wenn Till Eulenspiegel heute leben würde, er wäre mehr in Haftanstalten als in Freiheit. Straftaten: Diebstahl, Betrug, Beleidigung, Körperverletzung. Warum umgibt diesen Mann auch siebenhundert Jahre später solch ein Mythos? Weil er über die Gabe verfügte seinen Mitmenschen den Spiegel vorzuhalten und sein Lohn an die Betrogenen die Einsicht eigener Fehlerhaftigkeit war.

Betrüger erkennen Sehnsüchte und wecken Träume. Auch Rechtsanwälte, Banker und Geschäftsleute gehören immer öfter zur Fraktion der Spitzbuben. Fixiert auf Erfolg - und verdammt dazu immer mehr Geld machen zu müssen - treibt die Gruppe oft am Rande krimineller Machenschaften, hervorgerufen durch eine neue Art von Sucht: Gewinn- und Profilierungssucht!

Von der Cleverness des Managers, zur betrügerischen Manipulation des Gauners ist es nur ein winziger Schritt. Ist der Betrüger demzufolge nichts anderes als der dunkle Zwilling des Betrogenen? Auch Eulenspiegel zahlte nicht mit Gulden, er klimperte damit. Ähnlich wie Bankhäuser, Wertpapierunternehmen, Politiker oder Versicherungen heute? Denken Sie mal drüber nach.
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stanley:

ppt team

 
19.11.06 21:30
Die Älteren von Uns werden sich erinnern: da kam dieser ältere nette Herr von B.L. und kotzte uns in die Suppe. Wir haben damals noch über Herrn Hoppenstedt gelacht; der mit dem Linal und der Halbbrille.
Die Jüngeren von Euch sind – natürlich, Chartisten (in der Zirkuskuppel).
Zu dem netten Herrn aus Belgien sei vermerkt: man muß nur lange genug (Brüsseler) Bär  sein, dann hat man auch Recht.

Bei der Beurteilung der kommenden Börsenentwicklung muss ein Analyst fundamental vorgehen und sich vor allen Dingen Gedanken machen über die weitere Gewinnentwicklung der Unternehmen; denn deren Aktien sind nun einmal an der Börse notiert, und die Kurse tragen - und dies ist wissenschaftlich nachgewiesen - langfristig der Gewinnentwicklung Rechnung. Die Frage ist also: wie werden sich die Gewinne der amerikanischen Unternehmen im nächsten Jahr entwickeln? Ich befürchte, wir werden in Amerika eine Rezession erleben. Und die besten Vorzeichen dafür kann man an der Kursentwicklung der Indizes der Immobilien- und Konsumgüteraktien ablesen, und die sind auf Talfahrt (minus 15% bis minus 30%). Da nun einmal in Amerika rund 75% der Wirtschaft von diesen beiden Sektoren abhängen, sagt die Kursentwicklung dieser Kategorie von Aktien einen Einbruch nicht nur in diesen Sektoren voraus, sondern in der ganzen Wirtschaft. Damit hätten wir in Amerika eine Rezession, die natürlich alle Märkte der Welt erschüttern wird.

Das Hindenburg-Omen ist eigentlich peinlich

Jedoch –  macht bitte Platz auf dem Schlitten !
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Anti Lemming:

Beweis: Das Plunge Protection Team existiert

 
26.12.06 10:30
Das ominöse PPT existiert tatsächlich (Link unten) und soll nun unter US-Finanzminister Paulson nun sogar noch ausgebaut werden. Ob Paulson als Insider etwas weiß, was wir nicht wissen? Handelt er in "vorauseilendem Gehorsam", weil er einen Absturz befürchtet?

http://www.ariva.de/board/245194?pnr=2986825#jump2986825
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