Kirch: Noch 24 Stunden bis zur Insolvenz?


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Kirch: Noch 24 Stunden bis zur Insolvenz?

 
27.03.02 10:42
Die Kirch-Investoren Murdoch und Berlusconi wollen Kirch offensichtlich hängen lassen. Sie konnten sich mit den Gläubigerbanken nicht auf einen gemeinsamen Rettungsplan einigen. Nun droht die Insolvenz.

Frankfurt – Seit Wochen beraten und verhandeln die Gläubigerbanken der Kirch-Gruppe über einen Rettungsplan. Doch alles, was sich die Banken ausdenken, muss im Einklang mit den Investoren der Kirch-Gruppe stehen. Und die Investoren scheinen an einer Rettung kaum interessiert – im Gegenteil, sie drohen Kirch mit Insolvenz. Das berichtete die "Financial Times Deutschland".

Demnach sind die Medienunternehmer Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi unter den aktuellen Umständen nicht bereit, das Unternehmen von Leo Kirch zu retten, was auch eine Übernahme ausschließt. "Im Augenblick ist ein Bankrott von Kirch wahrscheinlicher als eine sofortige Übernahme durch uns," zitierte die Zeitung einen Vertreter der Investorengruppe.

 
 
   
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Zu dieser Gruppe gehören neben Berlusconis Mediaset und Murdochs News Corp., die Investmentbank Lehman Brothers und der saudische Prinz Al Waleed.

Die Uhr tickt

Um fällige Rechnung bezahlen zu können, benötige Kirch rund 200 Millionen Euro, hieß es weiter. Sollte er dieses Geld in den nächsten 24 Stunden nicht auftreiben, so müsse Kirch Insolvenz anmelden. Ein Finanzexperte relativierte diese Darstellung. "Bei Kirch kommen alle fünf Minuten Zahlungsverpflichtungen." Möglicherweise sei die Drohung der Investoren Taktik.

Die Gläubigerbanken seien im Prinzip bereit, die Insolvenz zu vermeiden, hieß es weiter in dem Bericht. Sie wollten aber, dass sich die Investoren an einem Überbrückungskredit beteiligten. Dies würden die Investoren bisher ablehnen.

KirchMedia zum Nulltarif

Das "Handelblatt" berichtete, dass die Investoren ihrerseits forderten, dass die Banken auf ihre Forderungen an Kirch weitgehend verzichten. Dazu seinen die Geldinstitute aber nicht bereit. Insbesondere die Bayerische Landesbank, die Kirch fast zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt hat, wehrt sich gegen diesen Wunsch der Investoren.

Wie das "Handelsblatt" weiter berichtete, sei die entscheidende Sitzung am Montagabend zwischen den Banken und den KirchMedia-Gesellschaftern geplatzt, da sich die Vertreter der Berlusconi-Unternehmen Mediaset und Finninvest, die zusammen rund fünf Prozent an KirchMedia halten, zu Beratungen zurückzogen. Dafür mussten sie aber nach Italien reisen. Natürlich sind alle darauf bedacht, möglichst viel für sich herauszuholen, hieß es in München. Das Pokerspiel hat längst begonnen.



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