Hat ABN Amro Kinowelt absichtlich gegen die Wand gefahren?
Michael Kölmel erhebt schwerste Vorwürfe gegen die niederländische Bank und deren Rolle in der Insolvenz des Medienunternehmens
Michael Kölmel schießt scharf gegen die ABN Amro Bank: „ABN Amro Bank opfert (!) Kinowelt in ihrem Kampf gegen AOL Time Warner“, lautet die Überschrift der heutigen Pressemitteilung aus dem Münchener Medienhaus. Kinowelt liegen nach eigenen Angaben Dokumente vor, die dies belegen sollen.
Hat die ABN Amro Bank den Kinowelt-Insolvenz dabei absichtlich herbei geführt, um sich Vorteile zu verschaffen? Kölmel behauptet dies und kommentiert die Ereignisse: „Die zeitlichen Abläufe bestätigen das eindrucksvoll.“ Hintergrund soll ein Kampf um die Rechte an dem Warner-Filmpaket sein, dessen Kosten Kinowelt den Hals gebrochen haben. Kölmel: „Es war für uns bisher unverständlich, warum ausgerechnet jetzt Kredite, die seit vielen Monaten gestundet waren, gekündigt wurden, obwohl die Bank relativ schlechte Sicherheiten aus dem Vermögen der Kinowelt besitzt.“
Die Chronologie der Ereignisse, wie Kinowelt sie darstellt: Am 21. November habe Warner Klage zur Erlangung einer einstweiligen Verfügung eingereicht, dass die Rechte an dem besagten Filmpaket wieder an Warner zurück fallen. ABN Amro habe bis zum 26. des Monats Zeit gehabt, in den Vertrag mit einzusteigen, sofern man alle Rechte und Pflichten sowie zukünftigen Zahlungen übernommen hätte. ABN Amro habe dann um einen Aufschub bis zum 30. November gebeten, der von Warner auch genehmigt wurde. Die Zeit habe die Bank genutzt, um Kinowelt die Kredite fällig zu stellen und dann – als die Zahlungen ausblieben – am 29. November die Insolvenz zu beantragen.
Der Sinn der Räuberpistole: Kinowelt-Chef Kölmel glaubt, dass die ABN Amro Bank bestimmte Rechte blockieren will, um sich Vorteile gegenüber Warner zu verschaffen. Starker Tobak, der hier verbreitet wird. Egal, ob er sich bewahrheitet oder nicht – der „Fall Kinowelt“ bleibt spannend – und vielleicht bald ein Fall für die Gerichte.
Autor: Michael Barck, 10:28 11.12.01
Michael Kölmel erhebt schwerste Vorwürfe gegen die niederländische Bank und deren Rolle in der Insolvenz des Medienunternehmens
Michael Kölmel schießt scharf gegen die ABN Amro Bank: „ABN Amro Bank opfert (!) Kinowelt in ihrem Kampf gegen AOL Time Warner“, lautet die Überschrift der heutigen Pressemitteilung aus dem Münchener Medienhaus. Kinowelt liegen nach eigenen Angaben Dokumente vor, die dies belegen sollen.
Hat die ABN Amro Bank den Kinowelt-Insolvenz dabei absichtlich herbei geführt, um sich Vorteile zu verschaffen? Kölmel behauptet dies und kommentiert die Ereignisse: „Die zeitlichen Abläufe bestätigen das eindrucksvoll.“ Hintergrund soll ein Kampf um die Rechte an dem Warner-Filmpaket sein, dessen Kosten Kinowelt den Hals gebrochen haben. Kölmel: „Es war für uns bisher unverständlich, warum ausgerechnet jetzt Kredite, die seit vielen Monaten gestundet waren, gekündigt wurden, obwohl die Bank relativ schlechte Sicherheiten aus dem Vermögen der Kinowelt besitzt.“
Die Chronologie der Ereignisse, wie Kinowelt sie darstellt: Am 21. November habe Warner Klage zur Erlangung einer einstweiligen Verfügung eingereicht, dass die Rechte an dem besagten Filmpaket wieder an Warner zurück fallen. ABN Amro habe bis zum 26. des Monats Zeit gehabt, in den Vertrag mit einzusteigen, sofern man alle Rechte und Pflichten sowie zukünftigen Zahlungen übernommen hätte. ABN Amro habe dann um einen Aufschub bis zum 30. November gebeten, der von Warner auch genehmigt wurde. Die Zeit habe die Bank genutzt, um Kinowelt die Kredite fällig zu stellen und dann – als die Zahlungen ausblieben – am 29. November die Insolvenz zu beantragen.
Der Sinn der Räuberpistole: Kinowelt-Chef Kölmel glaubt, dass die ABN Amro Bank bestimmte Rechte blockieren will, um sich Vorteile gegenüber Warner zu verschaffen. Starker Tobak, der hier verbreitet wird. Egal, ob er sich bewahrheitet oder nicht – der „Fall Kinowelt“ bleibt spannend – und vielleicht bald ein Fall für die Gerichte.
Autor: Michael Barck, 10:28 11.12.01