LuS hat als "Lang & Schwarz Finanzholdinggruppe" seinen Offenlegungsbericht veröffentlicht.
www.ls-d.de/media/finanzberichte/...fenlegungsbericht2020.pdf
Aufsichtsrechtlich ist die AG als Finanzunternehmen eine Finanzholding und die LuS Tradecenter KG das sog. übergeordnete Unternehmen. Das Aufsichtsrecht folgt daher dem Zivilrecht und nicht dem Steuerrecht. Naja, egal.
Aus der Unternehmensaufstellung ist jedenfalls ersichtlich, dass die Broker GmbH ihre § 32 KWG-Lizenz (Wertpapierhandelsbank) im Dezember 2020 zurückgegeben hat. Die "Broker" ist jetzt nur noch EDV-Dienstleister.
Bzgl. der Eigenmittel hätte ich jetzt erwartet, dass wenn bei der Eigemittelstruktur (Punkt 7) schon eine Überleitung zwischen Meldung und Abschluss dargestellt wird (7.1), dass dann bei der Offenlegung der Eigenmittel zum 31.12.2020 (7.4.) der Abschluss und nicht die Meldung zugrunde gelegt wird. 2019 haben die das aber auch schon so gemacht, wird daher wohl kein Versehen sein. Jedenfalls wird dadurch nicht die richtige Eigenmittelquote dargestellt. Denn in der Meldung ist der Fonds für allg. Bankrisiken noch mit TEUR 0 angegeben, während sich aus dem Abschluss dort ein Betrag (siehe 7.1.) von TEUR 27.027 ergibt.
Richtig ist daher, dass die aufsichtlichen Eigenmittel jetzt mehr nicht TEUR 26.503 betragen, sondern TEUR 64.351 !!!
Und das wiederum führt nicht zu einer für die BaFin wichtigen Gesamtkapitalquote von (dort genannt) 12,47%, sondern von krassen 30,28% (und alles ist sogar hartes Kernkapital!!!). Damit dürfte LuS vermutlich zu den derzeit am besten kapitalisierten Instituten D´lands gehören.
Die Quote hängt natürlich von den RWA ab, die Ende 2020 ggü. Ende 2019 von 123,1 Mio. auf 212,5 Mio., also um ca. 89,5 Mio., gestiegen sind. Daran zeigt sich eindeutig das Mehr-Geschäft.
Und das Gute ist:
Selbst wenn in 2021 sich die RWA noch mal auf 425 Mio. verdoppeln würde, würde man mit den bereits JETZT bestehenden Eigenmitteln immer noch eine ordentliche EK-Quote von 15% haben. Ich würde daher mal spekulieren, dass LuS zu Ende 2021 keinen "freiwilligen" Betrag mehr in den Bankenfonds steckt, sondern ggf. nur den gesetzlich erforderlichen Betrag (oder die widmen ggf. den freiwilligen um? aber keine Ahnung ob das geht).
Jedenfalls dürfte uns deshalb in 2021 kein außerordentlich großer Ergebnisbetrag "geklaut" werden. Spätestens Mai 2022 sollte das dann auch der letzte kapiert haben, was wir hier für eine Gesellschaft haben...