
Siemens Energy: Viel hätte nicht mehr gefehlt
Deutet zum Wochenauftakt noch alles darauf hin, dass die Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und sich der Abverkauf an den weltweiten Aktienmärkten beschleunigen würde, stellt sich die Lage am Montagabend völlig verändert dar.
US-Präsident Donald Trump verlängerte das noch am Wochenende verhängte Ultimatum gegenüber dem Iran, die Straße von Hormus bedingungslos zu öffnen, um 5 Tage, nachdem es in den vergangenen Tagen "produktive Gespräche" gegeben habe.
Eine besonders spektakuläre Berg- und Talfahrt durchlebte dabei die Aktie von Anlegerliebling Siemens Energy. Noch am Montagmorgen belegte die Aktie mit einem vorbörslichen Minus von über 7 Prozent den traurigen letzten Platz im Leitindex DAX.
Nach einem Mega-Comeback im Tagesverlauf arbeitete sie sich schließlich von ganz nach hinten nach ganz vorne vor. Aus einem Minus von 7 Prozent wurde ein Plus von 7 Prozent – eine rekordverdächtige Kehrtwende! Das Interesse an der Aktie war mit Blick auf das Handelsvolumen gewaltig. Rund 4 Millionen Stücke wechselten am Montag den Besitzer – das lag um mehr als 70 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen 3 Monate.

Rettung in letzter Sekunde: Aktie rettet Aufwärtstrend
Zum Konter der Bullen trug neben dem Taco-Trade auch eine starke Vorlage von Mitbewerber GE Vernova bei. Die Aktie legte nach gleich zwei angehobenen Kurszielen (960 US-Dollar von Morgan Stanley und 940 US-Dollar von Evercore ISI) um knapp 6 Prozent zu und verteuerte sich damit einmal mehr auf ein neues Allzeithoch, was auch das Vertrauen in die Aktie von Siemens Energy stärkte.
Mit dem aufsehenerregenden Intraday-Reversal befreien sich die Bullen aus einer äußerst schwierigen Situation. Am Morgen drohte, nachdem in der vergangenen Woche schon die 50-Tage-Linie aufgegeben werden musste, auch der Unterstützungsbereich bei 140 Euro sowie die Aufwärtstrendlinie unterschritten zu werden. Das hätte zur Vollendung der Top-Bildung und einer mittelfristigen Trendwende geführt.
Dieses Szenario ist vorerst zum Tisch, insbesondere wenn in den kommenden Tagen die 50-Tage-Linie wieder als Unterstützung und nicht mehr als Widerstand etabliert werden sollte. Hierfür liefert der Rebound des RSI Rückenwind, im Trendstärkeindikator MACD liegt allerdings noch Schwäche vor. Dieser zeigt unter der Nulllinie liegend eigentlich einen (neuen) Abwärtstrend der Aktie an. Noch ist die Schlacht also nicht geschlagen.
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Fazit: Die Kuh ist noch lange nicht wieder vom Eis
Die Käuferinnen und Käufer der Aktie von Siemens Energy geben sich nach den Verlusten in den vergangenen Wochen noch nicht geschlagen. Sie sorgten nach Berichten über Gespräche zwischen den USA und Iran für ein beeindruckendes Intraday-Reversal, mit dessen Hilfe sich die Aktie aus einer technisch angeschlagenen Situation retten konnte.
Die Erholung der Anteile ist allerdings noch fragil, da unklar ist, ob die Rückkehr über die 50-Tage-Linie von Dauer ist. Das gilt auch für die Frage nach der Nachhaltigkeit am Gesamtmarkt, da ein Waffenstillstand die in den vergangenen Wochen entstandenen nicht Schwierigkeiten nicht sofort lösen würde.
Auch die Unternehmensbewertung ist unverändert wenig attraktiv. Siemens Energy ist für 2026 bereits mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36,5 und für 2027 von 25,9 bewertet. Das mag zwar im Verhältnis von GE Vernova günstig erscheinen (KGVe 2026: 57,8), stellt für einen Industrietitel aber einen deutlich überdurchschnittlichen Wert dar.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
