Autozulieferer
Continental macht operativ wieder Gewinn
Der Autozulieferer Continental hat dank seines rigiden Sparkurses im zweiten Quartal einen kleinen Betriebsgewinn erzielt. Grund zur Entwarnung sieht Unternehmenschef Karl-Thomas Neumann aber noch nicht. Unterdessen weckt der vom Familienunternehmen Schaeffler übernommene Zulieferer offenbar das Interesse arabischer Investoren geweckt.
Conti-Chef Karl-Thomas Neumann hat früher als erwartet Eckpunkte für das zweite Quartal vorgelegt. Quelle: ap
ax/mcs/HB HAMBURG. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im zweiten Quartal lag bei 38,8 Mio. Euro, wie Conti am Montag überraschend zehn Tage früher als geplant mitteilte. Im Auftaktquartal hatte der von dem fränkischen Wälzlagerhersteller Schaeffler kontrollierte hannoversche Konzern einen Betriebsverlust von 165 Mio. Euro ausgewiesen.
Der Umsatz brach im zweiten Quartal wegen des Produktionsstopps während der Insolvenz des US-Autobauers Chrysler binnen Jahresfrist um fast ein Drittel auf 4,76 Mrd. Euro ein. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten war der Umsatz allerdings fast eine halbe Milliarde Euro höher.
Der hoch verschuldete Autozulieferer hielt nach eigenen Angaben die mit den Banken für das zweite Quartal vereinbarten Finanzkennzahlen (Covenants) ein. Conti habe trotz des schwierigen Marktumfelds und der Lähmung durch die unklare Zukunft seine operative Ziele erreicht, erklärte Konzernchef Karl-Thomas Neumann. Trotz einer leichten Markterholung gebe es aber noch keinen Grund zur Entwarnung. Seit Beginn der Absatzkrise der Automobilbranche im September 2008 baute Conti den Angaben zufolge weltweit rund 16 000 Arbeitsplätze ab.
Derweil stößt das Unternehmen auf das Interesse von arabischen Investoren. Kuwaitische Anleger hätten vor wenigen Tagen Kontakt mit Continental-Chef Karl-Thomas Neumann aufgenommen, wie die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf gut informierte Kreise berichtet. Der Kontakt befinde sich aber noch in einem frühen Stadium. Mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) sollen sich die Investoren in Hannover getroffen haben, um die politische Machbarkeit eines Einstiegs auszuloten. Ein Conti-Sprecher sagte lediglich, das Unternehmen erhalte Kontakte zu potenziellen Investoren aufrecht. Neumann hatte zuletzt Road-Shows in Europa und den USA absolviert.
Nach heftiger Übernahmeschlacht wurde Conti Anfang 2009 vom erheblich kleineren Familienunternehmen Schaeffler übernommen. Beide Firmen drücken Schulden von insgesamt 22 Mrd. Euro. Ein Einstieg des Staatsfonds Kuwait Investment Authority im Rahmen einer Kapitalerhöhung sei daher vorstellbar, berichtet das Magazin. Handelsblatt-Informationen zufolge dürfte aber Schaeffler eine aus Conti-Sicht dringend nötige Kapitalerhöhung blockieren, um den eigenen Anteil nicht zu verwässern.