Gerne erkläre ich nochmal das Thema Pflanzenernährung aber nur im Schnelldurchgang:
N, P, K wichtig aber die Dünung von K kann man (bis auf die Soja in BRA) bis zu zwei Jahre ohne signifikante Verluste aussetzen, N nicht. Es geht nicht um den "Dünger" sondern um die Nährstoffe im Dünger. Diese sind je nach Kultur unterschiedlich wichtig.
Zum Thema 13 Jahre...damals waren die Vorzeichen deutlich optimaler für höhere Preise.
Niemand hatte die technischen Kapazitäten am Start. Weder die sog. bownfields oder greenfields waren entwickelt, häufig noch nicht mal geplant. Angebot und Nachfrage waren sehr gut ausbalanciert. Die Wettbewerbsstruktur war ein Oligopol mit einem Kartell zwischen BPC und UKT.
Aktuell sind die theoretisch technischen und entwickelten Kapazitäten aller Produzenten weit über der Nachfrage, neue Wettbewerber sind am Start und als Konsequenz wurden etliche "alte" Kapazitäten in den letzen Jahren reduziert oder besser formuliert von den Kanadiern auf Eis gelegt. Diese "Strecken" in den großen konventionellen Minen sind jedoch schnell (6 - 12 Monate) wieder "on line" aber eben nicht "ad hoc".
Somit die kommen jetzt wieder (inkl. in 5-7 Jahren BHP!) und jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben.
Zudem aktuell gibt es diese Lücke nur, da die BPC nicht so kann wie sie gerne möchte. und es kaum Schiffrsaum gibt.
Wenn nun die BPC wieder voll da ist, dieLogistik sich entspannt fallen die Preise schneller und tiefer wie je zuvor.
D. h. drei Effekte kommen aktuell zusammen die diese Preisentwicklung befeuern die aber jeder für sich nicht nachhaltig sind:
- BPC "drohendes" Embargo
- Rohstoffboom (komplette Übertreibung)
- Konsequenz: kaum verfügbarer Schiffsraum (die fast Verzehnfachung der Logistikkosten auf einigen Strecken sollten nicht unerwähnt bleiben).
Somit "damals" war der Blick nach vorne für die nächsten 5-7 Jahre klar. Niemand kann so schnell mit neuen Kapazitäten kommen und es wird fast ein Jahrzehnt dauern bis sich die Situation entspannt. Trotzdem sanken die Preise extrem, denn die Käufer haben einfach den potash holiday ausgerufen und damit waren zwar die Preise (kontrolliert durch das Oligopol) weiterhin hoch aber es gab keine Nachfrage. Kurzarbeit war dann 2009 die Folge bei K+S:
www.topagrar.com/markt/news/...rt-kurzarbeit-ein-9207903.html
Somit:
Das Preisniveau für Düngemittel hat immer als Basis die landwirtschaftlichen Produkte. Driftet das zu weit auseinander kürzt der Landwirt als erstes beim Kali und als letztes beim Stickstoff oder Pflanzenschutz. Diesel oder Strom kann er kaum beeinflussen. Das ist so 2008/2009 erfolgt. Die Historie kennt jeder.
Das sind die Hintergründe warum es "damals" so steil nach oben -auch für die K+S- ging, es dennoch sehr bald einen großen Katzenjammer gab und warum heute doch eher Ernüchterung herrscht.