...und Stopp Loss Order nicht.
Das Erdbeben an den US-Märkten in dieser Woche werden wohl nur die wenigsten richtig mit gekriegt haben, sind doch die allg. Indizen wie S&P 500 oder Dax zwar in einen scharfen Korrektur-Modus gewechselt, doch kann man diese 12% nicht wirklich als weltbewegend betrachten. Das Ganze war ja ohne hin schon längst überfällig.
Das ganze Drama spielte sich indessen in dem Markt für Volatilitätsprodukte ab. Der Vola-Spike in der Grafik weiter unten hat nicht nur dazu geführt, dass diese Woche einige Hedge-Fonds, die sich übermässig in den Vola-Produkten engagiert haben liquidiert wurden, sondern dass auch einige Produkte ebenfalls als solche liquidiert wurden. So z.B. XIV von Credit Cuisse, der vor einer Woche am Freitag bei 125 USD öffnete und am Dienstag durch explodierende Vola des über Jahre völlig eingelullten Marktes unter 6 USD fiel und darauf hin von der Credit Cuisse liquidiert wurde,
Nun, es gab keine Optionen auf XIV und so habe ich seinen "Bruder" den SVXY gehandelt. Bei 105 USD habe ich Put Bull Spreads verkauft mit der intention, falls das ganze unter 80 USD geht, die Stücke zu 80 USD per verkaufte Puts zu übernehmen (so wie damir es mit K+S zu 19 vorhat). Für kleines Geld habe ich noch zu ca 50 USD für Puts gekauft, was mir zwar schon immer etwas unnötig und paranoid vorkam, aber bei Volaprodukten weiß man es halt nie. Anfang der Woche tat der SVXY dem XIV gleich und gapte um 85% auf 10 USD runter. Das wäre auch der Kurs für den Stopp Loss, und zwar egal wo er wirklich läge. Im Grunde genommen ein Total-Verlust. Der Options-Spread neutralisierte dagegen alle Verluste unter 50 USD. Es fielen zwar immer noch ca, 2600 USD Verlust (wenn man die Prämie mit einbezieht) pro Kontrakt an. Aber wäre man jedoch z.B. bei 105 USD einfach in dem Underliyng long gegangen und etwa bei 50 USD einen Stop Loss gesetzt, wären es am Ende trotzdem ungeachtet des Stopp Loss Order 9500 USD Verlust je 100 Stück (Kontraktgröße) angefallen, da die 50 USD niemals hätten getriggert werden können.
Was kann man daraus lernen?
1. Optionen sind klasse, denn sie funktionieren in den Situationen wo ein Stopp Loss niemals funktionieren kann.
2. Worst Case ist nicht das Schlimmste, was man sich vorstellen kann, sondern das was man sich vorzustellen weigert.
3. Sich an den Fehlern anderer Leute (und sei es der Vorstand einer K+S AG) zu laben anstatt in der Zeit selber was richtig zu machen, ist lächerlicher Mist.