Gerstungen, 14.12.2015
K+S setzt weiter auf Panikmache - derzeit kein Entsorgungsnotstand
Während bereits mehrfach der angebliche Notstand bei der Entsorgung von Abfalllauge widerlegt wurde, setzt K+S weiter auf Panikmache und erklärt, dass man z.Z. nur 3 Tage im Voraus planen kann (MDR Thüringen Journal vom 11.12.2015). Damit erhofft sich das Unternehmen wohl, dass die Genehmigungsbehörde (Regierungspräsidium Kassel) wie bereits immer in der Vergangenheit einknickt und erneut die rechtswidrige Laugenversenkung als „nächste letzte Übergangslösung“ genehmigt.
Die z.Z. praktizierte bzw. angekündigte Drosselung der Produktion hat aber nichts mit der nichterteilten Versenkgenehmigung und einen daraus resultierenden Entsorgungsnotstand zu tun. Nach wie vor sind die Grenzwerte zur Einleitung in die Werra nicht ausgeschöpft und die großen Speicherbecken zwischen Philippsthal und Unterbreizbach sind ebenfalls so gut wie leer (Fotos vom 12.12.2015).
In diesem Zusammenhang erklärte der CDU Landtagsabgeordnete Dirk Landau, dass ein großes Stapelbecken angeblich ausreiche die Abfalllauge eines ganzen Monats aufzunehmen. Bedenkt man noch, dass zwei weitere neue Laugenbecken im Bereich von Wölfershausen kurz vor der Inbetriebnahme sind, erkennt man unweigerlich, wie vermessen die Forderung nach weiteren Übergangslösungen zu Lasten von Grund- und Trinkwasser sind.
Vollkommen unverständlich ist hierbei die Haltung der Thüringer CDU, welche während ihrer Regierungszeit viele Jahre die umweltschädlichen Entsorgungswege wohlwollend begleitet hat und nun die eigenen Versäumnissen mit den K+S Betriebsräten bei der Nachfolgeregierung einklagt.
Die Gemeinde Gerstungen hat vollstes Verständnis für die geschürten Arbeitsplatzängste der Kalikumpel, gibt aber hierbei zu bedenken, dass in erster Linie das Unternehmen K+S gefordert ist Technologien anzuwenden, welche dem lang geltenden bundesdeutschen und europäischen Recht entsprechen. Nur so werden wir eine Verbesserung der Gewässerqualität der Werra erreichen und das letzte noch nutzbare Trinkwasser der Region für zukünftige Generationen sichern können.
Ein Gemauschel wie bisher nützt in Wirklichkeit Niemanden.
Werner Hartung Bürgermeister
www.wasser-in-not.de/dateien/presse/...meinde%20Gerstungen.pdf