Wir hängen also noch immer am Tropf der USA, wie schon seit Jahren. Es hat sich nichts geändert. Nokia hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Und wenn die Bild schon von berechtigter Jobangst in Deutschland spricht, ist die Panik endgültig da....
ddp - Sonntag, 20. Januar, 05:33 Uhr
Hamburg (ddp). Nach der angekündigten Schließung des Nokia-Werkes in Bochum fürchtet fast jeder vierte Deutsche um seinen Arbeitsplatz. Eine Umfrage des Emnid-Instituts für «Bild am Sonntag» ergab: 24 Prozent der Beschäftigten sehen ihren Job in Gefahr - das sind drei Prozentpunkte mehr als im November. In den neuen Bundesländern sind es sogar 30 Prozent, bei den über 50-Jährigen fast jeder Dritte. 75 Prozent der Arbeitnehmer glauben, ihr Job sei sicher.
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Zudem rechnet eine Mehrheit von 48 Prozent entgegen aller Prognosen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit bis 2009. 45 Prozent erwarten, die Arbeitslosigkeit werde weiter zurückgehen. 90 Prozent der Deutschen fordern, Nokia müsse die Subventionen für das Bochumer Werk zurückzahlen. Nur sechs Prozent sind gegenteiliger Ansicht.
In der Telekommunikationsbranche drohen unterdessen offenbar weitere Stellenstreichungen. Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, sagte der Zeitung: «Wir befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzt und weitere Arbeitsplätze in der Produktion von Kommunikationstechnik abgebaut werden.» Das Dramatische sei: «Wenn die Herstellung ins Ausland verlagert wird, wandern im zweiten Schritt auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ab.» Die Zahl der Beschäftigten in der Herstellung von Kommunikationstechnik ist nach Bitkom-Angaben bereits von 80 000 im Jahr 2000 auf 57 500 in 2007 gesunken.
Einen weiteren Rückgang der Industrie-Arbeitsplätze erwartet Hans-Werner Sinn, Direktor des Münchner Ifo-Instituts. «Generell müssen Industriearbeiter in allen Branchen langfristig um ihre Jobs fürchten», sagte Sinn. «Die Herstellung der Vorprodukte mit ihren vielen Arbeitsplätzen geht in Deutschland mehr und mehr verloren, alle Kraft konzentriert sich auf die Endstufen.» Dort entstünden viele Jobs für Ingenieure und Manager, aber nicht mehr genug für die Arbeiter. «Wo überhaupt noch in Fabriken investiert wird, werden Werkhallen für Roboter statt für Menschen gebaut», sagte Sinn.
Ähnlich äußerte sich Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts: «Konsummassenartikel wie Schuhe, Kleider, günstige Fahrzeuge und einfache Elektrogeräte können in Deutschland nicht konkurrenzfähig hergestellt werden.» Da hätten «die deutschen Beschäftigten keine Zukunft». Straubhaar: «Für die gering qualifizierten Beschäftigten sieht es bitter aus. Selbst im Wirtschaftsaufschwung sind sie vom Arbeitsplatzverlust bedroht, weil die Jobs in Billiglohnländer abwandern.»
(ddp)
ddp - Sonntag, 20. Januar, 05:33 Uhr
Hamburg (ddp). Nach der angekündigten Schließung des Nokia-Werkes in Bochum fürchtet fast jeder vierte Deutsche um seinen Arbeitsplatz. Eine Umfrage des Emnid-Instituts für «Bild am Sonntag» ergab: 24 Prozent der Beschäftigten sehen ihren Job in Gefahr - das sind drei Prozentpunkte mehr als im November. In den neuen Bundesländern sind es sogar 30 Prozent, bei den über 50-Jährigen fast jeder Dritte. 75 Prozent der Arbeitnehmer glauben, ihr Job sei sicher.
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Zudem rechnet eine Mehrheit von 48 Prozent entgegen aller Prognosen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit bis 2009. 45 Prozent erwarten, die Arbeitslosigkeit werde weiter zurückgehen. 90 Prozent der Deutschen fordern, Nokia müsse die Subventionen für das Bochumer Werk zurückzahlen. Nur sechs Prozent sind gegenteiliger Ansicht.
In der Telekommunikationsbranche drohen unterdessen offenbar weitere Stellenstreichungen. Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, sagte der Zeitung: «Wir befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzt und weitere Arbeitsplätze in der Produktion von Kommunikationstechnik abgebaut werden.» Das Dramatische sei: «Wenn die Herstellung ins Ausland verlagert wird, wandern im zweiten Schritt auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ab.» Die Zahl der Beschäftigten in der Herstellung von Kommunikationstechnik ist nach Bitkom-Angaben bereits von 80 000 im Jahr 2000 auf 57 500 in 2007 gesunken.
Einen weiteren Rückgang der Industrie-Arbeitsplätze erwartet Hans-Werner Sinn, Direktor des Münchner Ifo-Instituts. «Generell müssen Industriearbeiter in allen Branchen langfristig um ihre Jobs fürchten», sagte Sinn. «Die Herstellung der Vorprodukte mit ihren vielen Arbeitsplätzen geht in Deutschland mehr und mehr verloren, alle Kraft konzentriert sich auf die Endstufen.» Dort entstünden viele Jobs für Ingenieure und Manager, aber nicht mehr genug für die Arbeiter. «Wo überhaupt noch in Fabriken investiert wird, werden Werkhallen für Roboter statt für Menschen gebaut», sagte Sinn.
Ähnlich äußerte sich Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts: «Konsummassenartikel wie Schuhe, Kleider, günstige Fahrzeuge und einfache Elektrogeräte können in Deutschland nicht konkurrenzfähig hergestellt werden.» Da hätten «die deutschen Beschäftigten keine Zukunft». Straubhaar: «Für die gering qualifizierten Beschäftigten sieht es bitter aus. Selbst im Wirtschaftsaufschwung sind sie vom Arbeitsplatzverlust bedroht, weil die Jobs in Billiglohnländer abwandern.»
(ddp)
VG,
Paro
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