Mit "wenn es Unterschiede in den Entstehungskosten gibt, darf man Kalkulation für Jordanien eben nicht hochrechnenen auf alle Länder" hast du natürlich Recht. Zumal ja in Deutschland die Solarkosten mit am niedrigsten sind auf der Welt.
Nach Berechnungen der Citigroup liegen im Südwesten der USA, also relativ ähnliche Sonnenverhältnisse wie im Mittleren Osten, die Solar-Stromgestehungskosten aktuell bei um die 0,13 $/kWh. Von den erwähnten 0,05 $/kwh sind wir bei Solar also noch meilenweit entfernt.
In den USA hat aber z.B. First Solar in New Mexico oder auch SunEdsion in Texas für ihre noch zu bauenden Solarkraftwerke 20jährige Stromabnahmeverträge (PPA) über 0,055 $/kWh bzw. 0,05 $/kWh abgeschlossen. Das kommt natürlich daher, dass in den USA mit den 30%igen Tax Credits Solar noch sehr hoch subventioniert wird und diese 0,05 $/kWh entsprechen laut der Citigroup ihren unsubventionierten Solar-Stromgestehungskosten von 0,13 $/kWh.
Laut der Citigroup liegen die Stromgestehungskosten in den USA bei neu zu bauende Atomkraftwerke bei 0,11 $/kWh und bei neu zu bauenden Kohlekraftwerken bei 0,156 $/kWh.
Es ist halt wie immer bei solche Rechnungen der Teufel liegt im Detail bei solchen Betrachtungen. Fakt ist aber und das erwähnt die Citigroup explizit in ihrer Analyse "Age of Renewables has begun", dass Solar durch die niedrigeren Kapitalkosten ($/W) keine hohe Finanzierungskosten hat und Solarkraftwerke werden mittlerweile gekennzeichnet durch starke und regelmäßige Cash-Flow Generierung und einem niedrigen Risikoprofil. Klar ist aber auch, dass das aktuell historisch niedrige Zinsniveau bei Investitionen in Erneuerbaren sehr hilfreich ist. Wie das Aussehen wird, wenn die Zinsen in 1, 2 Jahren wieder auf einem normalen Niveau sein werden, das muss man abwarten.
Die Kosten ob Moldule oder die Balance of Systemkosten (BoS) varieren von Land zu Land recht kräftig. In China kosten z.B. die Module nur um die 0,60 $/W und die BoS-Kosten liegen bei um die 0,80 $/W. In Europa kosten die Module um die 0,78 $/W und die BoS-Kosten liegen bei rd. 0,92 $/W. In den USA kosten die Module etwa 0,70 $/W und die BoS-Kosten liegen bei 1,00 $/W. Damit kommen wir auf Kapitalkosten in China von ca. 1,40 $/W, in Europa und den USA auf 1,70 $/W. Also ist z.B. China bei den Kapitalkosten um rd. 18% günstiger. Das sind Kosten für Solarkraftwerke.
Diese Citigroup-Analyse ist interessant:
www.greentechmedia.com/articles/read/...f-renewables-has-begun
("Citigroup Says the ‘Age of Renewables’ Has Begun")
Jedoch zeigt eine relative aktuelle Lazars-Analyse etwas andere Stromgestehungskosten in den USA. So liegen laut Lazar die unsubventionierten Solar-Stromgestehungskosten in den USA zwischen 0,09 bis 0,104 $/kWh. Dünnschicht und Si bewegen sich laut Lazar in etwa auf dem gleichen Preisniveau.
Hier der Link zu den von Lazar ermittelten unsubventionierten Stromgestehungskosten:
wpcore.wpe.s3.amazonaws.com/wp-content/...-energy-1024x380.jpg
Mal unabhängig von den erwähnten Stromgestehungskosten Fakt ist, dass Großsolarkraftwerke ab 10 MW mittlerweile in einigen Länder mit der konventionellen Stromerzeugung preislich schon mithalten können, im Peak-Bereich ohnehin, und zudem hat Solar einen ganz großen Vorteil, es ist leicht und schnell zu installieren und die Betriebskosten sind im Vergleich zu anderen Stromerzeuger ob Wind oder Gas gering.
Jedoch kann der Ausbau von Solar nicht unendlich weit getrieben werden, denn irgendwann hat man zu viel an Peak-Strom und das bringt die Strompreise zum Purzeln und dann wird Solar wirtschaftlich uninteressant. An diesem Punkt sind wir z.B. in Deutschland. Im Sommer haben wir durch Solar an sonnigen Tagen viel zu viel Peak Strom und an sonnigen Wochenenden verschenken wir in Süddeutschland fast den kompletten Solarstrom nach Österreich oder in die Schweiz und die füllen dann ihre Pumpenspeicherkraftwerke und verkaufen dann den Strom für teures Geld.
Da Solar ja erst in den Kinderschuhen steckt global gesehen ist Deutschland nur die Ausnahme.