Irak-Krieg verunsichert Anleger
Von Peter Bauer, dpa
New York (dpa) - Die Wall Street, die anderen internationalen Börsen sowie die Öl- und Rohstoffmärkte erleben angesichts der sich pausenlos ändernden Irak-Kriegsentwicklung eine dramatische Berg- und Talfahrt. Der erhoffte rasche Sieg der Amerikaner und Briten scheint sich nicht zu erfüllen. Stattdessen sieht es nach einem längeren Irak-Krieg und härteren Kämpfen aus. Der Euphorie an den internationalen Finanzmärkten während der vergangenen Woche ist deshalb plötzliche Ernüchterung gefolgt.
Die Aktienkurse in aller Welt und der Dollar waren nach ihrem beeindruckenden Höhenflug der vergangenen Woche am Montag wieder unter massiven Druck gekommen. Wie es in den kommenden Tagen und Wochen weiter gehen wird, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Die Öl- und Goldpreise sowie die Anleihekurse schwanken ebenfalls enorm.
Für US-Präsident George W. Bush hängt vom Kriegsverlauf und der damit in engem Zusammenhang stehenden amerikanischen Wirtschaftsentwicklung politisch enorm viel ab. Er will im November kommenden Jahres wiedergewählt werden. Dafür braucht er einen raschen und möglichst schmerzlosen Sieg im Irak und eine starke US- Wirtschaft. Ein Ende der seit drei Jahren andauernden schlimmsten Wall-Street-Baisse seit den dreißiger Jahren wäre ebenfalls sehr willkommen.
Die US-Konjunktur kränkelt aber momentan noch. Die amerikanischen Konsumenten befinden sich wegen der Kriegsunsicherheit mit ihren Ausgaben in Defensivhaltung. Dies spüren Detroit und die ausländischen Autohersteller, die Einzelhändler, die Fluggesellschaften, Hotels, die Baubranche und viele andere Wirtschaftszweige enorm. Ein längerer Irak-Krieg könnte auch dem Dollar schaden. Die Unternehmensinvestitionen werden kaum steigen, ehe nicht die «starke und umfassende Unsicherheit» über den Krieg, den Terrorismus und die Ölpreise beseitigt sind, erklärte Jack Guynn, der Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta.
Bleiben schlimme Terroranschläge aus, stabilisieren sich die Ölpreise auf einem deutlich niedrigeren Niveau und fassen die amerikanischen Verbraucher und Firmen wieder Vertrauen, dann wären nach Ansicht der meisten US-Wirtschaftsweisen die Grundlagen für ein starkes Comeback der amerikanischen Wirtschaft, eine mögliche Erholung der Aktienkurse und eine Dollar-Besserung gegeben.
Die US-Regierung hat die anfänglichen Irak-Kriegskosten auf 75 Milliarden Dollar beziffert. Bush will aber trotzdem sein neues Steuersenkungspaket von 726 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren beibehalten. Dies könnte das US-Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf die monumentale Summe von annähernd 400 Milliarden Dollar treiben.
Hinzu kommt ein US-Leistungsbilanzdefizit von rund 500 Milliarden Dollar. Dies bedeutet, dass die USA täglich 1,5 Milliarden Dollar an Geldern ausländischer Anleger hereinholen müssen, um das Riesenloch zu stopfen. Eine schwache Wall Street und ein gedrückter Dollar machen dies schwieriger. «Je nach Irak-Kriegsausgang könnten die Auswirkungen auf die Wirtschaft von einer Rezession bis hin zu einer leichten Stimulierung reichen», dozierte die «New York Times». Die Wall-Street-Gurus gehen für das erste Halbjahr 2003 von einem bescheidenen US-Wirtschaftswachstum von etwa zwei Prozent Jahresrate aus.
25.03.2003, 15:21 Uhr
Beste Grüße vom Gesellen
Von Peter Bauer, dpa
New York (dpa) - Die Wall Street, die anderen internationalen Börsen sowie die Öl- und Rohstoffmärkte erleben angesichts der sich pausenlos ändernden Irak-Kriegsentwicklung eine dramatische Berg- und Talfahrt. Der erhoffte rasche Sieg der Amerikaner und Briten scheint sich nicht zu erfüllen. Stattdessen sieht es nach einem längeren Irak-Krieg und härteren Kämpfen aus. Der Euphorie an den internationalen Finanzmärkten während der vergangenen Woche ist deshalb plötzliche Ernüchterung gefolgt.
Die Aktienkurse in aller Welt und der Dollar waren nach ihrem beeindruckenden Höhenflug der vergangenen Woche am Montag wieder unter massiven Druck gekommen. Wie es in den kommenden Tagen und Wochen weiter gehen wird, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Die Öl- und Goldpreise sowie die Anleihekurse schwanken ebenfalls enorm.
Für US-Präsident George W. Bush hängt vom Kriegsverlauf und der damit in engem Zusammenhang stehenden amerikanischen Wirtschaftsentwicklung politisch enorm viel ab. Er will im November kommenden Jahres wiedergewählt werden. Dafür braucht er einen raschen und möglichst schmerzlosen Sieg im Irak und eine starke US- Wirtschaft. Ein Ende der seit drei Jahren andauernden schlimmsten Wall-Street-Baisse seit den dreißiger Jahren wäre ebenfalls sehr willkommen.
Die US-Konjunktur kränkelt aber momentan noch. Die amerikanischen Konsumenten befinden sich wegen der Kriegsunsicherheit mit ihren Ausgaben in Defensivhaltung. Dies spüren Detroit und die ausländischen Autohersteller, die Einzelhändler, die Fluggesellschaften, Hotels, die Baubranche und viele andere Wirtschaftszweige enorm. Ein längerer Irak-Krieg könnte auch dem Dollar schaden. Die Unternehmensinvestitionen werden kaum steigen, ehe nicht die «starke und umfassende Unsicherheit» über den Krieg, den Terrorismus und die Ölpreise beseitigt sind, erklärte Jack Guynn, der Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta.
Bleiben schlimme Terroranschläge aus, stabilisieren sich die Ölpreise auf einem deutlich niedrigeren Niveau und fassen die amerikanischen Verbraucher und Firmen wieder Vertrauen, dann wären nach Ansicht der meisten US-Wirtschaftsweisen die Grundlagen für ein starkes Comeback der amerikanischen Wirtschaft, eine mögliche Erholung der Aktienkurse und eine Dollar-Besserung gegeben.
Die US-Regierung hat die anfänglichen Irak-Kriegskosten auf 75 Milliarden Dollar beziffert. Bush will aber trotzdem sein neues Steuersenkungspaket von 726 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren beibehalten. Dies könnte das US-Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf die monumentale Summe von annähernd 400 Milliarden Dollar treiben.
Hinzu kommt ein US-Leistungsbilanzdefizit von rund 500 Milliarden Dollar. Dies bedeutet, dass die USA täglich 1,5 Milliarden Dollar an Geldern ausländischer Anleger hereinholen müssen, um das Riesenloch zu stopfen. Eine schwache Wall Street und ein gedrückter Dollar machen dies schwieriger. «Je nach Irak-Kriegsausgang könnten die Auswirkungen auf die Wirtschaft von einer Rezession bis hin zu einer leichten Stimulierung reichen», dozierte die «New York Times». Die Wall-Street-Gurus gehen für das erste Halbjahr 2003 von einem bescheidenen US-Wirtschaftswachstum von etwa zwei Prozent Jahresrate aus.
25.03.2003, 15:21 Uhr
Beste Grüße vom Gesellen