Interview: ´Terrorismus den Nährboden entziehen´


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Interview: ´Terrorismus den Nährboden entziehen´

 
13.09.01 17:47
ftd.de, Mi, 12.9.2001, 15:22  
Interview: ´Terrorismus den Nährboden entziehen´
Von David Costanzo, Hamburg

Terrorismus droht den klassischen Krieg abzulösen, sagt Friedensforscher Ernst-Otto Czempiel. Der Terror sei viel gefährlicher als alles bisher Erlebte.


"Es wird in Zukunft darauf ankommen, die im Inneren der Länder drohenden Gefahren abzuwehren", sagte Ernst-Otto Czempiel von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung. Der internationale Terrorismus habe mit den verheerenden Anschlägen in den USA am Dienstag eine neue Dimension erreicht. "Die innere Bedrohung ist - auch in Deutschland - sehr ernst zu nehmen." Der klassische Krieg werde zusehends vom Terrorismus abgelöst. "Und der ist viel gefährlicher als alles, was wir bislang erlebt haben."


Konventionelles Militär hat ausgedient


Zum Schutz der Bürger braucht es nach Ansicht des Friedensforschers weniger konventionelles Militär mit Waffen, "die zur Verteidigung nach Außen gerichtet sind". Die geplante milliardenschwere US-amerikanische Raketenabwehr NMD (National Missile Defense) mit Abschussbasen im All hätte die jüngste Anschlagswelle nicht verhindern können. "Stattdessen müssen die Staaten dem Terrorismus den Boden entziehen, von dem er sich ernährt", sagte Czempiel der Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland.



Politische und ökonomische Probleme lösen


Es müssten die Ursachen des Terrorismus bekämpft werden. "Dazu gehören vor allem die ungelösten politischen Probleme im Nahen und Mittleren Osten und die drängenden wirtschaftlichen Probleme Afrikas und Südamerikas", sagte der Experte. Die reichen, westlichen Staaten sollten sich nach Ansicht des Wissenschaftlers stärker zur Lösung der Konflikte einbringen.


"Die Internationale Rassismus-Konferenz hat gezeigt, dass die Industrienationen die Kritik und die Enttäuschung der Entwicklungsländer noch nicht ernst genug nehmen." Bei der UNO-Konferenz der vergangenen Woche in Durban (Südafrika) war ein Streit zwischen westlichen Staaten und Entwicklungsländern um die Rolle der Sklaverei entbrannt.



Keine engere Zusammenarbeit der Staaten


Czempiel glaubt allerdings nicht, dass die internationale Staatengemeinschaft auf absehbare Zeit zur Bekämpfung des Terrorismus stärker zusammenarbeiten wird. In der Reaktion Russlands etwa, das die Attentate in den USA mit ungewohnt scharfen Worten verurteilt habe, sieht Czempiel rein taktisches Kalkül. "Präsident Putin will damit nur seine Tschetschenien-Politik verteidigen und sagen: ´Seht her, wir hatten Recht. Wir müssen mit aller Härte gegen die Terroristen vorgehen.´"



© 2001 Financial Times Deutschland
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_rain_:

Dazu müßten auch die USA ...

 
13.09.01 18:11
... über ihren Schatten springen und Ihre protektionistische Politik im Nahen Osten und Afrika aufgeben.
Dazu sind sie anscheinend aber nicht bereit, ich habe jedenfalls noch keinen sagen hören: "wir sind auch mit daran Schuld, daß es so weit kam..."
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cap blaubär:

ist doch Dummsinn

 
13.09.01 18:43
selbst wenn alle Ungerechtigkeiten der Welt morgen abgeschafft wären würden die Menschenverachter der Welt nen Anlass finden zu Morden etc dann kloppen die Suniten halt auf die Schiiten oder oder schaut euch doch mal Afganistan an
Wenn die Palestina Kids mit Euroknete Hass beigebracht bekommen und dann tanzen wenn das WTC zerbröselt brauch sich doch keiner wundern.
Also alle Konflikte der Welt lassen sich nicht lösen+wenn wär das kein Garant fürn terrorfreies Leben(blaubärgrüsse nach Alabama)m
Das einzige ist die Ladens der Welt einzuknasten Flüge besser zu kontrollieren und bei den Geheimdiensten mit einigen über ihre berufliche Zukunft reden etwa Pförtner Parkplatzwächter Eintüter im Supermarkt da solls noch Möglichkeiten geben
blaubärgrüsse  
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cap blaubär:

dazu

 
13.09.01 18:53
CIA und FBI erneut im Kreuzfeuer der Kritik

Washington (dpa) - Die Terrorwelle vom Dienstag bringt zwei US- Behörden ins Kreuzfeuer, zu deren Aufgaben die Verhinderung solcher Verbrechen gehört: CIA und FBI. Je mehr Einzelheiten über das ungewöhnlich große Netz von bis zu 50 Terrorbeteiligten bekannt werden, desto stärker drängt sich die Frage auf: Wie ist es möglich, dass der US-Geheimdienst und die Bundespolizei offenbar nicht den geringsten Hinweis auf eine derart umfassende Verschwörung hatten?

Vor allem die Tatsache, dass einige der Entführer anscheinend seelenruhig in den USA ihrem Pilotentraining nachgehen konnten und auch die Einreise der Terroristen offenbar problemlos verlief, sorgt für neuen Schock in der verwundeten Nation.

Ohnehin war das Image beider Behörden vor dem blutigen Dienstag bereits stark angeschlagen. Peinliche Pannen haben das FBI in der jüngsten Zeit immer wieder in die Schlagzeilen gebracht. Auch bei der CIA muss man nicht auf das Schweinebucht-Debakel von 1961 oder die Iran-Contra-Affäre von 1986 zurückgreifen, um eine Serie von Pannen und Fehlern nachzuweisen. Man denke nur an das Malheur mit der alten Straßenkarte von Belgrad, das 1999 während der Luftangriffe auf Serbien zur irrtümlichen Bombardierung der chinesischen Botschaft führte.

Und dann war da 1998 der US-Angriff auf eine vermeintliche Chemiewaffenfabrik im Sudan als Vergeltung für vorausgegangene Bombenanschläge auf zwei US-Botschaften in Afrika. Die von der CIA als Waffenlabor identifizierte Einrichtung entpuppte sich als Arzneimittelfabrik, aber da lag sie schon in Schutt und Asche.

1996 misslang eine Operation im Irak zum Sturz des Präsidenten Saddam Hussein gründlich: Der Fehlschlag soll 200 Irakern im Dienst der CIA das Leben gekostet haben. Und nicht zu vergessen die Blamage von 1994: Da wurde ein hochrangiger CIA-Mann als Spion enttarnt. Neun Jahre lang hatte Aldrich Ames Geheimnisse an Moskau verraten können.

Rieb man sich angesichts der bis heute bestehenden Rivalitäten zwischen beiden Behörden beim FBI schadenfroh die Hände, dann wohl nicht mehr seit diesem Frühjahr. Erst da nämlich wurde dem FBI- Agenten Robert Hanssen das Handwerk gelegt. Er hatte sage und schreibe 15 Jahre lang im Dienste Moskaus gestanden. Wenig später nach dem Spionage-Skandal kam der Fall Timothy McVeigh. Kurz vor der geplanten Hinrichtung des Bombenlegers von Oklahoma City musste die Bundespolizei tief beschämt zugeben, dass es Ermittlungsakten im Umfang von 4000 Seiten versehentlich nicht an die McVeigh-Anwälte weitergegeben hatte. Die Amerikaner waren fassungslos.

1992 hatte die öffentlich bekannte Serie von Fehlern und Pannen begonnen. In jenem Jahr endete in Ruby Ridge der Versuch, einen Separatisten festzunehmen, mit mehreren Toten. Danach versuchten FBI- Beamte, Fehler zu vertuschen. Bis heute bleibt auch das FBI-Verhalten im Fall Waco im Zwielicht, wo 1993 die 51-tägige Belagerung eines Sektenanwesens in einem Flammeninferno endete. Eine wenig glückliche Hand zeigte das Amt dann auch 1996 nach dem Bombenanschlag bei den Olympischen Spielen in Atlanta, als ein Unschuldiger vom FBI als Hauptverdächtiger verfolgt wurde.

Bei der Untersuchung der Ursache für den Absturz der TWA-Maschine 1999 verbiss sich das FBI zu lange in den Terrorverdacht - anstatt einen mechanischen Fehler in Betracht zu ziehen - und gefährdete nach Ansicht von Kritikern damit die Flugsicherheit. Und höchst peinlich endete 2000 die Verfolgung eines mutmaßlichen Spions im US- Nuklearlabor Los Alamos. Die US-Regierung musste sich bei dem Mann für das FBI-Verhalten entschuldigen.

Die Fehlerkette hat in den vergangenen Monaten zu mehreren Kongress-Untersuchungen geführt. Reformen sind im Gange, und man erhofft sich vom neuen FBI-Chef Robert Mueller, der erst vor wenigen Tagen sein Amt angetreten hat, eine positive Wende. Keine Frage: Ein rascher Fahndungserfolg nach den Terroranschlägen liegt auch aus Imagegründen im enormen Interesse des FBI und würde insgesamt das erschütterte Vertrauen der Amerikaner in seine Schutzbehörden wenigstens etwas wieder aufmöbeln.


© Copyright 2001, dpa - Deutsche Presseagentur
© Copyright 2001, Frankfurter Rundschau online
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boomer:

Stimmt, cap blaubär! o.T.

 
13.09.01 18:55
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