interessantes Interview zur Lage am Neuen Markt !


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das Zentrum d.:

interessantes Interview zur Lage am Neuen Markt !

 
14.11.00 18:09
Gruß dZdM

Frankfurt (GLBN) - Durchhalteparolen sind derzeit „in“ am Neuen Markt. „Tiefer kann es nicht mehr fallen“, verbreitet Strategen und Fonds-Manager. So meint zum Beispiel die DG Bank, der Neue Markt sei nun unterbewertet, sie sieht den Nemax-50 bereits wieder auf 8.000 Punkte steigen. Würden Anleger andererseits klassische Bewertungsmaßstäbe anlegen und den Aktien im Nemax-50 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 auf die voraussichtlichen Unternehmensgewinne in diesem Jahr zugestehen, sähen sie den Index vermutlich unter 1.500 Punkte fallen.

Mit fundamentalen Begründungen ist die derzeitige Baisse also wohl genauso wenig greifbar wie die Hausse vom November 1999 bis in den März dieses Jahres hinein. Der Markt scheint vom Herdentrieb geprägt, von einem starken Trendverhalten. Dieses wird von der technischen Analyse untersucht. Einer ihrer Vertreter ist Markus Drengner, für die technische Analyse zuständig beim Frankfurter Bankhaus Delbrück & Co.

Herr Drengner, am Neuen Markt rutschen die Kurse immer schneller nach unten, Kaufempfehlungen der Fundamentalanalysten haben sich in den vergangenen Monaten und Wochen lediglich als Gelegenheit zum Verkauf herausgestellt. Gibt wenigstens die Technische Analyse Anlass zur Hoffnung?

Drengner: Zunächst einmal ist es ein schlechtes Zeichen, dass der Neue Markt am Montag neue Jahrestiefststände markiert hat. Damit ist er dem Nasdaq-Index gefolgt, der nun sogar erstmals in diesem Jahr die 3.000er Marke unterschritten hat. Damit ist die Erholung am Dienstag tatsächlich wieder nur eine temporäre Erholung, die Märkte haben ihre Tiefs noch nicht gesehen. Trotzdem erscheint uns das Abwärtspotenzial nun beschränkt, und zwar auf 2.800 Punkte im Nasdaq und auf den Bereich zwischen 3.500 und 3.300 Zählern im Nemax-50.

Wie kommen Sie auf diese Kursziele?

Beim Nasdaq kann man das ziemlich genau errechnen. Beim Nasdaq-Index sind zwei Erholungen im Juli und im September jeweils bei knapp 4.300 Punkten gescheitert. Damit hat sich hier eine obere Umkehrformation als Verkaufssignal in Form eines Doppel-Tops herausgebildet. Das Tief zwischen den beiden Hochs lag im August bei 3.521 Punkten. Die Länge der Strecke zwischen Top und Zwischen-Tief entspricht erfahrungsgemäß der Länge zwischen Zwischentief und Ziel der Bewegung, damit sollte der Abschwung bei 2.800 Punkten zum Stillstand kommen.

Wird dieses Ergebnis von weiteren Analyseergebnissen gestützt?

Da ist zum einen der RSI, ein Indikator, der die Trenddynamik misst. Er ist nicht unter das Tief gefallen, mit dem er das Nasdaq-Tief bei 3.042 Punkten begleitet hatte. Das ist eine positive Divergenz, die öfters einem Trendwechsel des Markts vorangeht. Am Neuen Markt sehen wir im RSI exakt das gleiche Phänomen. Der Bereich zwischen 3.500 und 3.300 Punkten im Nemax-50 ist eine breite Unterstützungszone, die mit dem Nasdaq-Bereich von 2.800 korrespondieren könnte.

Sollen Anleger das gedrückte Niveau also jetzt zum Kauf nützen?

Die technische Analyse arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit für einen Trendwechsel würde deutlich wachsen, wenn der Nasdaq wieder über den ehemaligen Tiefs von 3.026 und 3.042 Punkten schließt und der Neue Markt über der Marke von 4.005 Punkte. Auch hier hatten wir ein Zwischentief, erreicht am 18. Oktober. Wir raten, erst bei einem Überschreiten der genannten Marken zu kaufen, die Märkte haben dann auch noch genügend Aufwärtspotenzial.

Zum Beispiel für eine Jahresendrallye?

Erwarten Sie bitte keine Rallye wie im vergangenen Winter. Viele Anleger haben zu früh gekauft und sind falsch positioniert, sie warten nur auf Erholungen, um Bestände abzubauen. Der Markt wird auf dem Weg nach oben phasenweise regelrecht verstopft sein. Der Aufschwung wird sehr zäh ablaufen, und selektiv, also von ausgewählten Einzelaktien getragen. Welche zeichnen sich da ab?

Derzeit sollten Anleger lediglich beobachten, welche Aktien Relative Stärke aufbauen, also vergleichsweise stabil im Markt liegen. Sie könnten die Gewinner von Morgen sein. Ansätze dazu sehen wir derzeit bei BB Biotech, Broadvision, Direktanlagebank, Medion und Kontron.

Und ehemalige Lieblinge der Fondsmanager wie Intershop, EM.TV, Singulus und Aixtron?

Bei Intershop ist das Abwärtspotenzial wahrscheinlich auf den Bereich zwischen 40 und 38 Euro begrenzt. Singulus gefällt uns überhaupt nicht, hier sehen wir eine starke obere Umkehrformation mit einem Kursrisiko von 30 Euro oder tiefer. Auch EM.TV sehen technisch einfach schlecht aus. Und bei Aixtron liegt das Risiko deutlich unter 100 Euro.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte vwd-Börsenkorrespondent Herbert Rude exklusiv für GLBN

vwd/jan

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SchwarzerLor.:

tja ein Charttechniker

 
14.11.00 20:06
Er sagt ja selbst, daß er mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet. Wie wahrscheinlich ist, daß mich morgen ein Auto überfährt, sollte ich etwa deswegen nicht aus dem Haus? Mit der Aufschwungphase gebe ich ihm absolut recht, viele Kleinanleger sind falsch positioniert, allerdings wird es eine Aufwärtsbewegung geben. Nur wann und wie hoch - keiner weiß es, auch er nicht. Nochmals Tiefststände, mmm, hängt von vielen unwägbaren fundamentalen Faktoren und Sondereinflüssen ab (USA-Wahl, Öl, Zinsen, Unternehmensergebnisse...). Bestätigt meine Skepsis über reine Charttechnik ohne Fundamentals einzubeziehen.
S.Lord
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ruhrpottzocker:

Alles sehr logisch - oder auch nicht !!

 
14.11.00 20:13
Ich glaube grundsätzlich keinem dieser Wettervorhersagetypen. Sie ändern ihre Meinungen von Tag zu Tag, beeinflusst von Stimmungen. Manche haben Glück - dann hatte ihre Glaskugel einen guten Tag. Manche geben noch nicht einmal Vergangenes einigermaßen korrekt wieder.
Stattdessen vertraue ich lieber meinem eigenen Gefühl - das erscheint mir schon deshalb sicherer, weil es nicht durch "Sachverstand" beeinträchtigt ist. Wenn man dann noch ein bißchen seine Gier drosselt und Vorsicht und Geduld walten läßt, ist das sicher der beste Weg. Fest steht, keiner weiss, wie es tatsächlich weiter geht.
Dass es diesmal nicht derart rasant aufwärts geht, glaube ich auch. Zu viele rechnen damit. Es kann aber auch ganz anders kommen.
Gruß RZ

 
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Idefix1:

Der Nemax wird eine Untertassenformation ausbilden

 
14.11.00 20:35
Das hab ich nun schon länger prophezeit. Eine Untertasse bedeutet aber ein Auf und Ab bevor sich der Aufwärtstrend ausbildet. D.h. es ist kein Zwang nachzulaufen. Im Gegenteil: Je schneller was hochläuft, desto schneller kommt es wieder runter.

Trotzdem glaube ich, daß der Sell-Out vom Montag der Tiefstpunkt war - glauben ist aber eine heikle Sache - die Chancen stehen aber m.E. gut.

Falls wir morgen über die 4000 Punkte "hinausschießen", bin ich mir aber auch ziemlich sicher, daß die 4000 noch mehrfach wieder getestet werden. D.h. ich werde morgen wieder Calls shorten.
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