Joghurt essen für die Bahn
Aus Altplastik werden Schwellen für Tram-Gleise / Test bei Dresdner Verkehrsbetrieben
Von Christian Spahr
Wenn die Dresdner Joghurt essen, tun sie damit vielleicht bald den städtischen Verkehrsbetrieben einen Gefallen. Zumindest in der Theorie. Nach einem Rezept von Wolfgang Rank aus Struppen nämlich wird der Plastik-Abfall aus dem Gelben Sack zu neuen Straßenbahn-Schwellen umgeschmolzen.
„Seit wenigen Wochen läuft ein Versuch am Gleisdreieck Prohlis“, sagt Rank, der an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) angehende Bauingenieure unterrichtet. Gemeinsam mit seinen Studenten und einer Firma aus dem Erzgebirge hat er die europaweit einzigartigen Recycling-Schwellen erfunden – und stieß bei den Verkehrsbetrieben auf großes Interesse. „Schließlich leben die normalen Eichenholz-Schwellen nur fünf Jahre“, erklärt der Forscher, „und man muss immer wieder das Ungeziefer mit giftigen Chemikalien loswerden.“
Bis zum September rattern die Dresdner Straßenbahnen testweise über die ersten Plastik-Schwellen, dann hofft Rank auf den Zuschlag des städtischen Verkehrsunternehmens. „Sie rosten nicht, sie faulen nicht und sie belasten die Umwelt nicht“, wirbt Rank für seine Innovation. Ein Langzeit-Versuch an der Ostsee habe die Haltbarkeit seines Kunststoffs bestätigt – eine Seebuhne in Kühlungsborn besteht daraus.
Auch Telekom-Masten aus Kunststoff sind geplant
Dass seine Schienen sich leicht verbiegen könnten, hält Rank ebenfalls für ausgeschlossen. „Aus den weichen Joghurtbechern wird bei der Wiederverwertung richtig harter Kunststoff“, sagt er. So hart, dass er auch für Kabelmasten der Telekom verwendet werden kann. „Gerade läuft das Zulassungsverfahren“, berichtet Rank, „und wir simulieren dafür einen Auto-Aufprall mit 50 oder 60 Kilometern pro Stunde.“ Dem muss der Plastik-Mast standhalten, damit er im nächsten Jahr mit 5 000 Exemplaren in Serie geht; insgesamt sind 30 000 Stück geplant.
Dem Dualen System, von dem der Erfinder und seine Partner Altplastik bekommen, waren die Ideen des Professors einen „Innovations-Stempel“ wert. Den gibt es für gute Recycling-Konzepte. Die hat Deutschland dringend nötig, denn laut Rank werden 60 Prozent der Abfälle aus dem Gelben Sack verbrannt. Das wird den Straßenbahnschwellen aus Kunststoff kaum passieren – wenn sie verschlissen sind, werden sie wieder eingeschmolzen.
Aus Altplastik werden Schwellen für Tram-Gleise / Test bei Dresdner Verkehrsbetrieben
Von Christian Spahr
Wenn die Dresdner Joghurt essen, tun sie damit vielleicht bald den städtischen Verkehrsbetrieben einen Gefallen. Zumindest in der Theorie. Nach einem Rezept von Wolfgang Rank aus Struppen nämlich wird der Plastik-Abfall aus dem Gelben Sack zu neuen Straßenbahn-Schwellen umgeschmolzen.
„Seit wenigen Wochen läuft ein Versuch am Gleisdreieck Prohlis“, sagt Rank, der an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) angehende Bauingenieure unterrichtet. Gemeinsam mit seinen Studenten und einer Firma aus dem Erzgebirge hat er die europaweit einzigartigen Recycling-Schwellen erfunden – und stieß bei den Verkehrsbetrieben auf großes Interesse. „Schließlich leben die normalen Eichenholz-Schwellen nur fünf Jahre“, erklärt der Forscher, „und man muss immer wieder das Ungeziefer mit giftigen Chemikalien loswerden.“
Bis zum September rattern die Dresdner Straßenbahnen testweise über die ersten Plastik-Schwellen, dann hofft Rank auf den Zuschlag des städtischen Verkehrsunternehmens. „Sie rosten nicht, sie faulen nicht und sie belasten die Umwelt nicht“, wirbt Rank für seine Innovation. Ein Langzeit-Versuch an der Ostsee habe die Haltbarkeit seines Kunststoffs bestätigt – eine Seebuhne in Kühlungsborn besteht daraus.
Auch Telekom-Masten aus Kunststoff sind geplant
Dass seine Schienen sich leicht verbiegen könnten, hält Rank ebenfalls für ausgeschlossen. „Aus den weichen Joghurtbechern wird bei der Wiederverwertung richtig harter Kunststoff“, sagt er. So hart, dass er auch für Kabelmasten der Telekom verwendet werden kann. „Gerade läuft das Zulassungsverfahren“, berichtet Rank, „und wir simulieren dafür einen Auto-Aufprall mit 50 oder 60 Kilometern pro Stunde.“ Dem muss der Plastik-Mast standhalten, damit er im nächsten Jahr mit 5 000 Exemplaren in Serie geht; insgesamt sind 30 000 Stück geplant.
Dem Dualen System, von dem der Erfinder und seine Partner Altplastik bekommen, waren die Ideen des Professors einen „Innovations-Stempel“ wert. Den gibt es für gute Recycling-Konzepte. Die hat Deutschland dringend nötig, denn laut Rank werden 60 Prozent der Abfälle aus dem Gelben Sack verbrannt. Das wird den Straßenbahnschwellen aus Kunststoff kaum passieren – wenn sie verschlissen sind, werden sie wieder eingeschmolzen.
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