Anzeige
Meldung des Tages: Billigdrohnen verändern Kriege – startet hier der nächste Milliarden-Profiteur?

Ich gedenke auch des 11. September


Thema
abonnieren
Beiträge: 37
Zugriffe: 907 / Heute: 2
Karlchen_I:

Was sollen die Relativierungen?

 
11.09.02 19:50
Wie man die Terrorattacke auf die USA, bei der 3000 Unschuldige starben, als ein maßloses Verbrechen bezeichnen kann, so kann man den Putsch in Chile und die anschließenden Erschießungen, Folterungen etc. doch als dasselbe bezeichnen.
Oder täusche ich mich da? Es kann doch nicht sein, dass manche Verbrechen öffentlich mit einem Riesenzinnober beklagt werden, und andere aus der Wahrnehmnung ausgeklammert werden.

Und konkret: Soll Henry Kissinger vor Gericht. Da bietet sich nicht nur das gerade ermittelnde Gericht in Chile an, sondern auch der Internationale Gerichtshof wegen der Schweinereien in Vietnam (Giftgaseinsatz).

Das Herumgeeiere lässt auf selektive Wahrnehmnung schließen.
Antworten
Reila:

@Karlchen_I,

 
11.09.02 19:56
daß Kissinger vor ein Gericht gehört, steht ja wohl außer Zweifel für jeden, der Respekt vor Recht und Ordnung hat. Er wird aber geausowenig dahinkommen, wie irgendein US-amerikanischer Soldat vor einen internationalen Gerichtshof.

R.
Antworten
Karlchen_I:

Es gibt eben zwei Arten von Menschen....

 
11.09.02 19:58
1. US-Bürger

2. Der Rest der Welt, für die gibt es den Internationalen Gerichtshof.
Antworten
mod:

Tja, Karlchen,

 
11.09.02 20:00
dann müssten wohl sehr viele ehemalige
Regierungsmitglieder aus aller Welt vor Gericht.
Ich wehre mich nur dagegen, dass der Zusammenhang
zwischen WTC und "Sonstigen" willkürlich hergestellt
wird.
Ebenso könnte man China, Russland usw. heranziehen.
Ich erinnere daneben nur an Deine Beiträge hier zum
Kosovokrieg. Auch die sind berechtigt..
Es gibt nun einmal bei diesem Ereignis WTC weltweite
Betroffenheit, zu Recht.

Viele Grüsse
m.
Antworten
Schwarte:

Da gehöre ich lieber zum Rest der Welt

 
11.09.02 20:03
Im Gegenteil denke ich, daß wir Europäer auch US-Amerikanern politisches Asyl gewähren sollten!
Antworten
Reila:

Karlchen, jeder Staat versucht seine Bürger zu

 
11.09.02 20:04
schützen und seine Interessen durchzusetzen (oder die seiner stärksten Lobbyisten). Denk mal an die Hallstein-Doktrin. Die USA sind eben die stärksten in dem Spiel. Das hat mit Gleichberechtigung nicht viel zu tun. Mein einziger Trost: Es könnte ja noch schlimmer kommen. Was wäre, wenn China DIE Supermacht wäre? (Was sie vielleicht noch wird.)

R.
Antworten
Schnorrer:

Im Geiste dieses Threads: ein interessantes

 
11.09.02 20:11
Interview zum Thema "CIA" und Interessen der USA. Fand ich lesenswert. Auch für Befürworter der US-Politik geeignet und in keiner Weise emotional.

www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/13225/1.html

Auszug:

Mit der Auflösung der Sowjetunion und dem Ende des Kalten Kriegs ging es bergab mit der CIA. Ohne einen Feind wurde sie zu einem Schiff ohne Steuer. Das Adrenalin schoss nicht mehr durch ihre Venen. Die CIA kam ganz raus aus dem Spionagegeschäft. Sie schickte Leute im Feld in den Ruhestand, schloss Büros in der ganzen Welt und begann, auf Nummer sicher zu spielen. Das heißt, sie verließ sich immer stärker auf SIGINT (Signal Intelligence), also auf meist von Satelliten abgehörte Nachrichten, statt auf das risikoreichere Geschäft mit der HUMINT, der menschlichen Aufklärungsarbeit. Sie hörte auf damit, den Zuständigen in Washington Dinge zu erzählen, die diese nicht hören wollten. Sie verwandelte sich in eine ängstliche, bürokratische Organisation.
Antworten
Karlchen_I:

@Reila... Ist wohl wahr.............

 
11.09.02 20:15
Wenn die Chinesen oder die Russen das sagen hätten, sähe es gewiss noch sehr viel übler aus.

Aber ich glaube nicht, dass die Chinesen die Nr. 1 werden. Die haben viel zu viele innere Probleme. Wenn man mal mit denen in trauter Runde redest, dann kann man feststellen, dass die ungeheure Angst haben, dass ihnen ihr Laden um die Ohren fliegt (enorme versteckte Arbeitslosigkeit, riesige Mengen an Wanderarbeitern, unproduktive Sektoren und eine katastrophale demografische Perspektive wegen der Geburtenkontrolle).
Antworten
Ding:

USA

 
11.09.02 20:38
Es mag sein, daß nicht jeder Einfluß, der aus den USA kommt, so toll ist,
und daß man einzelne Dinge beanstanden kann.

Trotzdem ist das alles unterm Strich auf einem vollkommen anderen
(höheren, besseren) Niveau, als das, was aus anderen Systemen kommt.

Dies ist in der langen demokratischen Tradition des amerikanischen
Volkes begründet und wird deshalb auch noch lange so bleiben.

Jemand, der der Meinung ist, daß westlich der Mauer die ganze Zeit dasselbe gemacht wurde wie östlich der Mauer, wird diese Meinung natürlich nicht teilen.

Leider werden bestimmte Dinge sehr schnell vergessen.


Antworten
Karlchen_I:

@Ding, @Reila

 
11.09.02 21:00
@Ding, "beanstanden" ist wohl ein bißchen milde formuliert. Und mit den demokratischen Traditionen in den USA ist es auch so eine Sache. Trotzdem: Im Grunde sehe ich es auch so wie Du.
Und natürlich: In erster Linie sollte man nicht vor fremden Türen kehren, sondern vor der eigenen. Da gibt es reichlich zu tun. Aber das wird verdeckt durch den aktuellen Wahlkampf, bei dem sich die Parteien nur in Marginalien unterscheiden. Gewählt kann werden zwischen Not und Elend oder: Wer ist der bessere Kanzlerdarsteller?

@Reila: Was machen die Geschäfte? Wie wär es, wenn wir nächste Woche mal ein Bier trinken könnten? Warst Du jetzt mal im Botanischen Garten?
Den kleinen Park in Pankow habe ich mir angesehen.
Antworten
Schnorrer:

Fakten

 
11.09.02 21:42
Kosten der Freiheit (1)

5. August, "Tageszeitung":

Einer neuen Umfrage zufolge würden heute 68 Prozent der polnischen Bauern lieber heute als morgen zum Sozialismus zurückkehren. Auch die Gesellschaft insgesamt ist gespalten: 13 Jahre nach der Wende leben nur 42 Prozent der Polen lieber im heutigen Polen denn in dem der Giereks, Kanias und Jaruzelskis. 39 Prozent sehnen sich zurück. 19 Prozent sind unentschieden.

Kosten der Freiheit (2)

8. August, "Zeit",

Das düstere Stimmungstief im früheren Musterland der Wende, das in Bälde der sechstgrößte Staat der EU sein soll, bestätigen alle Meinungsforscher. Die Frage, ob Polen auf dem rechten Weg sei, beantworten drei von vier Bürgern mit Nein. Zwei von drei Polen sind überzeugt, daß sie in der EU nur Bürger zweiter Klasse sein werden ... Die Arbeitslosigkeit steigt gegen 20 Prozent, unter den Jugendlichen erreicht sie schon 40 Prozent. Mit Förderungsmaßnahmen kann diese Generation vorerst nicht rechnen ... Durch die Nation geht ein immer breiterer Riß zwischen den Wendegewinnern der Großstädte und verarmten Provinzen. Bauern und Landarbeiter sind die Parias des neuen Polen - verelendet auf den bankrotten Staatsfarmen im Nordosten, verdrängt aus ihren winzigen privaten Existenzen im Südosten, untergebuttert von subventionierten EU-Produkten ... "Viele Bauern erinnern sich mit Wehmut an die goldenen siebziger Jahre", sagt der Landrat, "als sie ein Haus bauen und sich sogar ein Auto leisten konnten."

Kosten der Freiheit (3)

9. August, "Le Monde diplomatique":

Zehn Jahr nach der Verabschiedung der Agenda 21 (auf dem Umweltgipfel von Rio) hat sich die Lage in vielen Bereichen nicht verbessert ..., die Einkommensunterschiede haben ein seit der zeit der Pharaonen nicht mehr bekanntes Maß erreicht. Das Vermögen der drei reichsten Personen der Welt übersteigt im Wert den kumulierten Besitz der Bevölkerung der 48 ärmsten Länder. Die Verschmutzung der Biosphäre durch die reichen Länder hat weiter zugenommen.

Die etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung, die in den 30 höchstentwickelten Ländern leben, produzieren und verbrauchen 85 Prozent der synthetischen Chemieerzeugnisse, 80 Prozent der nicht erneuerbaren Energien und 40 Prozent des weltweit verfügbaren Süßwassers, während sie pro Kopf zehnmal so viel Treibhausgase in die Atmosphäre pusten wie die Menschen in den Entwicklungsländern ... Mehr als eine Milliarde Menschen haben nach wie vor keinen Zugang zu Trinkwasser, und fast drei Milliarden Menschen - die Hälfte der Menschheit - müssen mit qualitativ minderwertigem Wasser auskommen. Verschmutztes Trinkwasser kostet täglich 30.000 Menschen das Leben, Tag für Tag zehnmal mehr, als den verbrecherischen Attentaten vom 11. September 2001 zum Opfer fielen.

Antworten
Ding:

@Fakten

 
12.09.02 09:07
Also das verunsichert mich wieder total. Wie war das damals denn eigentlich
mit der Mauer gewesen? War die dann tatsächlich doch ein Schutzwall gewesen,
um die eigenen Bevölkerung vor dem Ansturm aus dem Westen zu schützen?

(Könnte es sein, daß die polnischen Bauern früher, im Verhältnis zu
ihrer Arbeit, viel zu viel verdient hatten? gab es da nicht mal eine
Aktion mit Care-Paketen etc.? Vergessen wir zu schnell? )
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht 1 2 ZurückZurück

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--