Dienstag, 16. Mai 2006
Skandal bei WM-Sponsor
Hyundai-Chef angeklagt
Im Schmiergeld-Skandal um Südkoreas größten Autobauer und WM-Sponsor Hyundai Motor ist Anklage gegen den inhaftierten Konzernchef Chung Mong Koo erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Chung Unterschlagung von Firmengeldern und Betrug vor. Der 68-Jährige war Ende April festgenommen worden, weil er Politiker bestochen haben soll.
Die Staatsanwaltschaft in Seoul hat Anklage wegen Untreue und Verletzung von Treuepflichten erhoben. Chung soll Firmengelder in Höhe von mehr als 100 Mrd. Won (82 Mio. Euro) abgezweigt haben, um damit schwarze Kassen anzulegen. Dieses Geld soll in den vergangenen Jahren an Regierungsbeamte und Politiker geflossen sein, damit sie sich für die Geschäftsinteressen der zweitgrößten Industriegruppe des Landes einsetzen.
Chung wird außerdem beschuldigt, bestimmte Konzern-Bereiche in die Verlust-Zone gedrängt haben, in dem er sie dazu zwang, schwächere Tochter-Bereiche zu unterstützen. Die Behörden wollen in der Sache auch noch andere Manager anklagen, darunter Chung Eui Sun, den Sohn des angeklagten Hyundai-Chefs und Präsident von Kia Motors. Der finanzielle Schaden wird nach koreanischen Medienberichten auf mehrere hundert Milliarden Won beziffert.
Hyundai hatte Mitte April angekündigt, als Zeichen der Entschuldigung für den Korruptionsskandal Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar an eine wohltätige Gesellschaft zu spenden. Der Anklage zufolge wird das die Untersuchungen in dem Fall nicht beeinflussen. Allerdings würden bei einer Strafforderung die nationalen Interessen berücksichtigt. Der Missbrauch von Firmengeldern ab einer Summe von fünf Mrd Won kann in Südkorea mit lebenslanger Haft bestraft werden.
Hyundai Motor, offizieller Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, befürchtet durch die Affäre neben einem bleibenden Imageschaden auch ein Führungsvakuum im Konzern. Hyundai, das zusammen mit der Schwesterfirma Kia Motors weltweit ehrgeizige Expansionspläne verfolgt, musste zudem bereits den Baubeginn für ein neues Werk in Tschechien auf Eis legen. Kia Motors hatte die Grundsteinlegung für seine erste Autofabrik in den USA auf unbestimmte Zeit verschieben müssen.
www.n-tv.de
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Hyundai-Chef angeklagt
Im Schmiergeld-Skandal um Südkoreas größten Autobauer und WM-Sponsor Hyundai Motor ist Anklage gegen den inhaftierten Konzernchef Chung Mong Koo erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Chung Unterschlagung von Firmengeldern und Betrug vor. Der 68-Jährige war Ende April festgenommen worden, weil er Politiker bestochen haben soll.
Die Staatsanwaltschaft in Seoul hat Anklage wegen Untreue und Verletzung von Treuepflichten erhoben. Chung soll Firmengelder in Höhe von mehr als 100 Mrd. Won (82 Mio. Euro) abgezweigt haben, um damit schwarze Kassen anzulegen. Dieses Geld soll in den vergangenen Jahren an Regierungsbeamte und Politiker geflossen sein, damit sie sich für die Geschäftsinteressen der zweitgrößten Industriegruppe des Landes einsetzen.
Chung wird außerdem beschuldigt, bestimmte Konzern-Bereiche in die Verlust-Zone gedrängt haben, in dem er sie dazu zwang, schwächere Tochter-Bereiche zu unterstützen. Die Behörden wollen in der Sache auch noch andere Manager anklagen, darunter Chung Eui Sun, den Sohn des angeklagten Hyundai-Chefs und Präsident von Kia Motors. Der finanzielle Schaden wird nach koreanischen Medienberichten auf mehrere hundert Milliarden Won beziffert.
Hyundai hatte Mitte April angekündigt, als Zeichen der Entschuldigung für den Korruptionsskandal Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar an eine wohltätige Gesellschaft zu spenden. Der Anklage zufolge wird das die Untersuchungen in dem Fall nicht beeinflussen. Allerdings würden bei einer Strafforderung die nationalen Interessen berücksichtigt. Der Missbrauch von Firmengeldern ab einer Summe von fünf Mrd Won kann in Südkorea mit lebenslanger Haft bestraft werden.
Hyundai Motor, offizieller Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, befürchtet durch die Affäre neben einem bleibenden Imageschaden auch ein Führungsvakuum im Konzern. Hyundai, das zusammen mit der Schwesterfirma Kia Motors weltweit ehrgeizige Expansionspläne verfolgt, musste zudem bereits den Baubeginn für ein neues Werk in Tschechien auf Eis legen. Kia Motors hatte die Grundsteinlegung für seine erste Autofabrik in den USA auf unbestimmte Zeit verschieben müssen.
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