SCHELTER IN BEDRÄNGNIS
Gehaltspfändung gegen Brandenburgs Justizminister beantragt
Wegen seiner Immobilien- und Steueraffäre gerät Brandenburgs Justizminister Kurt Schelter (CDU) immer weiter unter Druck. Wie am Montag bekannt wurde, ging bei der zentralen Bezügestelle des Landes bereits ein Antrag auf Gehaltspfändung gegen den Minister ein.

Antrag auf Gehaltspfändung: Brandenburgs Justizminister Kurt Schelter
Regierungssprecher Erhard Thomas bestätigte den Vorgang, Einzelheiten kenne er jedoch nicht. Grund für den Pfändungsantrag, so Thomas, seien "finanzielle Verbindlichkeiten" des Ministers.
Schelter hatte noch am Sonntag dementiert, Geldprobleme zu haben. Der SPIEGEL hatte in seiner neuesten Ausgabe über schräge Immobiliengeschäfte des Juraprofessors berichtet, der sich seit 1995 in Berlin 61 Wohnungen gekauft hatte. Für einen Rückfluss von 340.000 Mark aus einem Hauskauf hatte sich die Münchener Steuerfahndung interessiert und das Verfahren unlängst vorläufig nach §153a Strafprozessordnung gegen Zahlung einer Geldbuße bis Mitte August eingestellt.
Der in den Kaufverträgen beurkundete Gesamtkaufpreis für Schelters Immobilien betrug über 9,3 Millionen Mark, für Darlehen wurden Grundschulden über fast 8,6 Millionen Mark eingetragen. Die Zinsbelastung ist auch für einen Minister erdrückend. Das hatte Schelter in einer Stellungnahme am noch Wochenende bestritten: "Ich stecke nicht in finanziellen Schwierigkeiten".
Spiegel

