Die eine Direktbank bietet das Depot kostenlos an, dafür ist bei der nächsten die Ordergebühr niedriger. Mit welchen Angeboten die Online-Institute um Kunden buhlen.
von Stephan Haberer
Banken wollen nur unser Bestes – unser Geld. Um das zu bekommen, langen sie bei den Gebühren kräftig zu. Deutsche müssen für Kontoführung, Überweisung, Abhebung, Einzahlung, Scheck- und Kartensperrungen mehr berappen als Bankkunden in anderen Industrienationen. Das fand die Unternehmensberatung Cap Gemini bei einer Untersuchung von 130 Finanzinstituten in 19 Ländern heraus.
Demnach kommen auf Privatpersonen in Deutschland durchschnittlich 98 Euro Bankgebühren pro Jahr zu. Billiger ist’s für Niederländer: Sie zahlen mit 25 Euro weltweit am wenigsten. Am teuersten ist das Bankkonto in der Schweiz. Eidgenossen werden mit 137 Euro zur Kasse gebeten. Weltweit lagen die Kosten im Schnitt bei 78 Euro im Jahr. Doch mit Durchschnittskosten ist das so eine Sache. Wer clever ist, kommt auch hierzulande günstig an ein Konto. So verlangt die Postbank laut Studie nur 29 Euro im Jahr. Die Commerzbank ist mit 131 Euro am teuersten.
Nicht nur beim Girokonto, auch bei Depotkosten und Tradinggebühren gibt es Sparpotential. So kann ein von EURO kreierter Muster-Trader, der im Quartal 60mal mit Aktien auf Xetra handelt, mehr als 800 Euro durch die Wahl des günstigsten Anbieters sparen. Auch für den, der im Vierteljahr nur viermal mit Aktien handelt und daneben einen Fondssparplan bedient, kann sich der Wechsel zu günstigeren Anbietern lohnen. Hier winken immerhin um bis zu 50 Euro niedrigere Kosten im Quartal (siehe Kasten auf Seite 55).
Doch Achtung: Unsere Muster-Trader können nur erste Anhaltspunkte liefern. So wurden etwa Rabatte auf Ausgabe-Aufschläge nicht berücksichtigt, da diese – selbst bei ein und derselben Bank – je nach Fondsgesellschaft variieren. Zudem wurden nur Aktien- und Fondskäufe berücksichtigt. Derivate haben unsere Muster-Trader nicht gehandelt.
Auch sonst dürfte kaum ein Kunde genau den EURO-Vorgaben entsprechen. Und so bleibt für den, der wirklich auch noch den letzten Cent an Sparpotenzial ausschöpfen will, nur eines: sich selbst durch die Preisvergleiche der Banken zu mühen. Hierbei gilt ganz grob folgendes: Je weniger man tradet, desto wichtiger ist die Höhe der Depotgebühr. Hier gibt es einige Anbieter, bei denen Depots kostenlos sind. Doch nur zwei Banken – DAB und ING-Diba – knüpfen das nicht an Bedingungen. Doch die Depotgebühr ist nicht das einzige Entscheidungskriterium. Je mehr man tradet, desto wichtiger wird die Höhe der Ordergebühren. Doch da lohnt oft ein zweiter Blick. Beispiel: E-Trade verlangt im Professional-Tarif für eine Xetra-Order nur 4,95 Euro Mindestprovision. Im Basis-Tarif dagegen 12,50 Euro. Doch wer den vermeintlich billigeren Tarif wählt, muß monatlich einen Grundpreis von mindestens 199 Euro zahlen. Folge: Erst bei mehr als 26 Deals ist der Profi-Tarif wirklich günstiger. Jedoch gibt’s dafür auch ein Profi-Trader-Tool.
Generell gilt: Die Banken versuchen, ihre Produkte unvergleichbar zu machen. So bietet die Postbank mit 6,66 Euro den niedrigsten Transaktionspreis für Internetorder bis 1200 Euro. Die Citibank verlangt dagegen 9,99 Euro. Dies jedoch unabhängig von der Orderhöhe. Das heißt: Je höher das Transaktionsvolumen, im Schnitt desto attraktiver der Citibank-Tarif. Wieder andere – etwa Cortal Consors – bieten einen äußerst attraktiven Grundpreis von 4,95 Euro, zu dem aber eine transaktionsabhängige Provision hinzukommt.
Auch sehr beliebt: Viel-Tradern besondere Vergünstigungen einzuräumen. So bekommen alle Kunden, die 2005 mehr als 150mal über S-Broker handeln, Anfang nächsten Jahres Geld zurück. Immerhin bis zu 1500 Euro. Für diesen Betrag muß der Kunde dann aber auch mindestens 1500 Orders getätigt haben.
Die DAB-Bank wiederum hat ein bei Anlegern beliebtes Produkt für sich entdeckt, das einige andere Banken noch nicht so im Blick haben: Zum 1. April baute die Online-Bank ihr Sparplanangebot auf Zertifikate kräftig aus. Ab sofort können 60 Zertifikate mit mindestens 50 Euro bespart werden. Nur Deutsche-Bank-Tochter Maxblue bietet da mit 82 Sparplänen mehr. Die Fondsanleger hat dagegen Comdirect im Blick: Zusätzlich zu bereits gewährten Rabatten auf den Ausgabe-Aufschlag zahlt die Quickborner Direktbank ebenfalls seit 1. April einen Teil des gezahlten Agios zurück. 15 Prozent retour gibt es bei einem Gesamtvermögen von über 25000 Euro. Sogar 30 Prozent bekommen Kunden zurück, die bei der Comdirect über 50000 Euro angelegt haben. Doch auch wer weniger Vermögen hat, kann profitieren. Bis Ende Juni gibt’s den 30-Prozent-Rabatt für alle, die einen von sechs ausgewählten Fonds ordern.Genau andersherum macht es die 1822direkt, die Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse. Je nach Fonds und gewähltem Depotmodell werden nochmals bis zu 1,0 Prozent An- und 0,6 Prozent Verkaufsgebühr fällig. Was Cap-Gemini-Experte Wilken beim Giro-Bereich herausgefunden hat, scheint auch fürs Brokerage zu gelten: "Ein Wettbewerb über den Preis findet nur in den direkt sichtbaren Bereichen statt."
von Stephan Haberer
Banken wollen nur unser Bestes – unser Geld. Um das zu bekommen, langen sie bei den Gebühren kräftig zu. Deutsche müssen für Kontoführung, Überweisung, Abhebung, Einzahlung, Scheck- und Kartensperrungen mehr berappen als Bankkunden in anderen Industrienationen. Das fand die Unternehmensberatung Cap Gemini bei einer Untersuchung von 130 Finanzinstituten in 19 Ländern heraus.
Demnach kommen auf Privatpersonen in Deutschland durchschnittlich 98 Euro Bankgebühren pro Jahr zu. Billiger ist’s für Niederländer: Sie zahlen mit 25 Euro weltweit am wenigsten. Am teuersten ist das Bankkonto in der Schweiz. Eidgenossen werden mit 137 Euro zur Kasse gebeten. Weltweit lagen die Kosten im Schnitt bei 78 Euro im Jahr. Doch mit Durchschnittskosten ist das so eine Sache. Wer clever ist, kommt auch hierzulande günstig an ein Konto. So verlangt die Postbank laut Studie nur 29 Euro im Jahr. Die Commerzbank ist mit 131 Euro am teuersten.
Nicht nur beim Girokonto, auch bei Depotkosten und Tradinggebühren gibt es Sparpotential. So kann ein von EURO kreierter Muster-Trader, der im Quartal 60mal mit Aktien auf Xetra handelt, mehr als 800 Euro durch die Wahl des günstigsten Anbieters sparen. Auch für den, der im Vierteljahr nur viermal mit Aktien handelt und daneben einen Fondssparplan bedient, kann sich der Wechsel zu günstigeren Anbietern lohnen. Hier winken immerhin um bis zu 50 Euro niedrigere Kosten im Quartal (siehe Kasten auf Seite 55).
Doch Achtung: Unsere Muster-Trader können nur erste Anhaltspunkte liefern. So wurden etwa Rabatte auf Ausgabe-Aufschläge nicht berücksichtigt, da diese – selbst bei ein und derselben Bank – je nach Fondsgesellschaft variieren. Zudem wurden nur Aktien- und Fondskäufe berücksichtigt. Derivate haben unsere Muster-Trader nicht gehandelt.
Auch sonst dürfte kaum ein Kunde genau den EURO-Vorgaben entsprechen. Und so bleibt für den, der wirklich auch noch den letzten Cent an Sparpotenzial ausschöpfen will, nur eines: sich selbst durch die Preisvergleiche der Banken zu mühen. Hierbei gilt ganz grob folgendes: Je weniger man tradet, desto wichtiger ist die Höhe der Depotgebühr. Hier gibt es einige Anbieter, bei denen Depots kostenlos sind. Doch nur zwei Banken – DAB und ING-Diba – knüpfen das nicht an Bedingungen. Doch die Depotgebühr ist nicht das einzige Entscheidungskriterium. Je mehr man tradet, desto wichtiger wird die Höhe der Ordergebühren. Doch da lohnt oft ein zweiter Blick. Beispiel: E-Trade verlangt im Professional-Tarif für eine Xetra-Order nur 4,95 Euro Mindestprovision. Im Basis-Tarif dagegen 12,50 Euro. Doch wer den vermeintlich billigeren Tarif wählt, muß monatlich einen Grundpreis von mindestens 199 Euro zahlen. Folge: Erst bei mehr als 26 Deals ist der Profi-Tarif wirklich günstiger. Jedoch gibt’s dafür auch ein Profi-Trader-Tool.
Generell gilt: Die Banken versuchen, ihre Produkte unvergleichbar zu machen. So bietet die Postbank mit 6,66 Euro den niedrigsten Transaktionspreis für Internetorder bis 1200 Euro. Die Citibank verlangt dagegen 9,99 Euro. Dies jedoch unabhängig von der Orderhöhe. Das heißt: Je höher das Transaktionsvolumen, im Schnitt desto attraktiver der Citibank-Tarif. Wieder andere – etwa Cortal Consors – bieten einen äußerst attraktiven Grundpreis von 4,95 Euro, zu dem aber eine transaktionsabhängige Provision hinzukommt.
Auch sehr beliebt: Viel-Tradern besondere Vergünstigungen einzuräumen. So bekommen alle Kunden, die 2005 mehr als 150mal über S-Broker handeln, Anfang nächsten Jahres Geld zurück. Immerhin bis zu 1500 Euro. Für diesen Betrag muß der Kunde dann aber auch mindestens 1500 Orders getätigt haben.
Die DAB-Bank wiederum hat ein bei Anlegern beliebtes Produkt für sich entdeckt, das einige andere Banken noch nicht so im Blick haben: Zum 1. April baute die Online-Bank ihr Sparplanangebot auf Zertifikate kräftig aus. Ab sofort können 60 Zertifikate mit mindestens 50 Euro bespart werden. Nur Deutsche-Bank-Tochter Maxblue bietet da mit 82 Sparplänen mehr. Die Fondsanleger hat dagegen Comdirect im Blick: Zusätzlich zu bereits gewährten Rabatten auf den Ausgabe-Aufschlag zahlt die Quickborner Direktbank ebenfalls seit 1. April einen Teil des gezahlten Agios zurück. 15 Prozent retour gibt es bei einem Gesamtvermögen von über 25000 Euro. Sogar 30 Prozent bekommen Kunden zurück, die bei der Comdirect über 50000 Euro angelegt haben. Doch auch wer weniger Vermögen hat, kann profitieren. Bis Ende Juni gibt’s den 30-Prozent-Rabatt für alle, die einen von sechs ausgewählten Fonds ordern.Genau andersherum macht es die 1822direkt, die Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse. Je nach Fonds und gewähltem Depotmodell werden nochmals bis zu 1,0 Prozent An- und 0,6 Prozent Verkaufsgebühr fällig. Was Cap-Gemini-Experte Wilken beim Giro-Bereich herausgefunden hat, scheint auch fürs Brokerage zu gelten: "Ein Wettbewerb über den Preis findet nur in den direkt sichtbaren Bereichen statt."