Heftige Debatten um mögliche Zinssenkungen
Die Furcht vor einem Konjunktureinbruch könnte die Europäische Zentralbank zur geldpolitischen Lockerung zwingen.
FRANKFURT/NEW YORK (ag.). Senkt die US-Notenbank Fed noch in diesem Jahr die Zinsen? Die Meinungen der Aktienstrategen zu diesem Thema gehen nach wie vor weit auseinander. Die meisten erwarten zumindest für die kommende Sitzung am Dienstag, 13. August, noch keinen Zinsschritt: Eher wird davon ausgegangen, das die Fed zwar erstmals wieder von verstärkten Konjunkturgefahren bei der Abwägung der Risiken sprechen - aber noch nicht handeln wird.
Auch in Europa setzen die Finanzmärkte zunehmend auf eine Zinssenkung; unter Volkswirten grassiert die Furcht vor einem Konjunktureinbruch, der die EZB zur geldpolitischen Lockerung zwänge. Doch der Tanker EZB wird nach Einschätzung der Analysten allenfalls langsam den Kurs ändern. Einen kleinen Schwenk erwarten die Analysten für heute, Donnerstag: Im EZB-Monatsbericht werde die Bank von ihrer optimistischen Wachstumserwartung abrücken. Die EZB könne nicht länger dabei bleiben, daß die Wirtschaft des Euroraums im letzten Quartal 2002 mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von bis zu 2,5 Prozent wächst, so Analysten.
Führende deutsche Ökonomen haben die EZB bereits aufgefordert, die Leitzinsen zu senken. "Dies würde die Nachfrage ankurbeln", sagt etwa Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Auch Politiker riefen die EZB laut "Financial Times" zur Konjunkturstützung auf. "Ich sehe einen gewissen Spielraum für die EZB nach unten", sagt Rainer Wend, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD.
Skeptiker einer Fed-Zinssenkung noch heuer begründen ihre Haltung mit dem Zustand der US-Wirtschaft. "Alan Greenspan wird sein Pulver nicht so leicht verschießen", sagt Christian Stocker von HVB Equity Research. Die realwirtschaftlichen Impulse dürften sich angesichts des bereits niedrigen Zinsniveaus in Grenzen halten. "Ob die Fed Funds Rate nun 1,75 Prozent oder 1,50 Prozent beträgt, der Unterschied wird keinen Unternehmer zu einer Investition bewegen", sagt Günter Dielmann von Gebser & Partner.
Die Furcht vor einem Konjunktureinbruch könnte die Europäische Zentralbank zur geldpolitischen Lockerung zwingen.
FRANKFURT/NEW YORK (ag.). Senkt die US-Notenbank Fed noch in diesem Jahr die Zinsen? Die Meinungen der Aktienstrategen zu diesem Thema gehen nach wie vor weit auseinander. Die meisten erwarten zumindest für die kommende Sitzung am Dienstag, 13. August, noch keinen Zinsschritt: Eher wird davon ausgegangen, das die Fed zwar erstmals wieder von verstärkten Konjunkturgefahren bei der Abwägung der Risiken sprechen - aber noch nicht handeln wird.
Auch in Europa setzen die Finanzmärkte zunehmend auf eine Zinssenkung; unter Volkswirten grassiert die Furcht vor einem Konjunktureinbruch, der die EZB zur geldpolitischen Lockerung zwänge. Doch der Tanker EZB wird nach Einschätzung der Analysten allenfalls langsam den Kurs ändern. Einen kleinen Schwenk erwarten die Analysten für heute, Donnerstag: Im EZB-Monatsbericht werde die Bank von ihrer optimistischen Wachstumserwartung abrücken. Die EZB könne nicht länger dabei bleiben, daß die Wirtschaft des Euroraums im letzten Quartal 2002 mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von bis zu 2,5 Prozent wächst, so Analysten.
Führende deutsche Ökonomen haben die EZB bereits aufgefordert, die Leitzinsen zu senken. "Dies würde die Nachfrage ankurbeln", sagt etwa Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Auch Politiker riefen die EZB laut "Financial Times" zur Konjunkturstützung auf. "Ich sehe einen gewissen Spielraum für die EZB nach unten", sagt Rainer Wend, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD.
Skeptiker einer Fed-Zinssenkung noch heuer begründen ihre Haltung mit dem Zustand der US-Wirtschaft. "Alan Greenspan wird sein Pulver nicht so leicht verschießen", sagt Christian Stocker von HVB Equity Research. Die realwirtschaftlichen Impulse dürften sich angesichts des bereits niedrigen Zinsniveaus in Grenzen halten. "Ob die Fed Funds Rate nun 1,75 Prozent oder 1,50 Prozent beträgt, der Unterschied wird keinen Unternehmer zu einer Investition bewegen", sagt Günter Dielmann von Gebser & Partner.
