Qimonda: Staatliche Treuhandlösung vom Tisch – schon wieder neue Idee
Mittwoch, 20. Mai 2009 (Sächsische Zeitung)
Von Annette Binninger
Die Landesregierung verwirft ihren Vorschlag, erwägt nun aber eine privatrechtliche Lösung.
Dresden. Bei den dramatischen Rettungsbemühungen für den insolventen Chip-Hersteller Qimonda jagt eine Idee die nächste – allerdings derzeit ohne große Erfolgsaussichten. So hat die sächsische Staatsregierung gestern eine Treuhandlösung für Qimonda – analog zur Opel-Rettung – nur zwei Tage nach dem Vorschlag von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wieder verworfen.
Tillich hatte am Wochenende Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) mit einer entsprechenden Prüfung beauftragt. Jurks Fazit: Rechtlich und finanziell nicht machbar. Das teilte er gestern seinen Ministerkollegen im Kabinett mit. Qimonda sei mit Opel nicht vergleichbar. Denn Qimonda sei bereits in Insolvenz. Vor allem aber sei Opel im Vorteil, weil drei mögliche Investoren bereitstünden.
Doch weil für Qimonda ein Investor fehlt, käme derzeit nur der Freistaat selbst als Treuhänder infrage. Allein für die nächsten zwölf Monate müsste er rund 500 Millionen Euro Verluste auffangen –hinzu kämen die Kosten für den Erwerb von Anlagen im Wert eines weiteren dreistelligen Millionenbetrags. Doch diese Summen will der Freistaat derzeit nicht als Treuhänder selbst in die Hand nehmen. Zumindest darüber bestand gestern im Kabinett Einigkeit, nachdem sich CDU und SPD am Wochenende erneut laut über eine Treuhandlösung gestritten hatten. Auch die Hoffnung eines CDU-Ministers, ein chinesischer Investor könnte einsteigen, wenn der Bund dies mit einer 90-prozentigen Bürgschaft absichert, ist nach SZ-Informationen vom Tisch. Der Bund will nicht.
Kein Investor in Sicht
Dennoch: Die nächste Rettungsidee wird in Dresden bereits geprüft: Man wolle ja gar kein staatliches, sondern ein privatrechtliches Treuhandmodell, bemühte sich Tillichs Sprecher Peter Zimmermann gestern, das zarte Flämmchen Hoffnung medienwirksam am Brennen zu halten. Jurk sei „irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass es um eine staatliche Treuhandlösung geht“, so Zimmermann. Es gehe lediglich um eine Zwischenlösung, betonte Zimmermann – bis ein Investor gefunden sei. Der aber lässt weiter auf sich warten. Weder von dem ominösen russischen Großinvestor, noch aus China gab es bisher eine Rückmeldung, hieß es gestern aus dem Büro des Insolvenzverwalters in München.
www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2160519
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// Langsam wird mir ein bissl komisch im Bauch. Wie gut, dass ich mein investiertes Kapital schon abgeschrieben habe. Ich finde alles sehr sehr merkwürdig!!! Hat jemand vergleichbare Erfahrungen mit anderen Unternehmen?