München (ddp.djn). Der Kreis der Interessenten für den insolventen Chiphersteller Qimonda nimmt offenbar zu. Nach möglichen Investoren aus China und Tawain sei auch der Einstieg eines russischen Unternehmens eine Option, berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (Donnerstagausgabe). Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Michael Jaffé habe sich zu dem Bericht nicht äußern wollen. Jaffé soll bereits mit dem russischen Interessenten gesprochen haben. Den größten Fortschritt gibt es dem Bericht zufolge jedoch mit dem chinesischen Unternehmen Inspur.
Bei allen Interessenten handele es sich um staatliche Stellen oder um Firmen, die zum Großteil in staatlichem Besitz seien. In den drei Ländern werde die Chipindustrie mit öffentlichen Mitteln in Milliardenhöhe gefördert. China und Russland wollen dem Bericht zufolge eigene Chipfirmen aufbauen. Bereits im vergangenen Jahr hatte dafür der russische Elektronikkonzern Angstream Anlagen aus dem Dresdner Werk des US-Chipherstellers AMD gekauft. Ende des Jahres soll durch Angstrem nahe Moskau die Produktion aufgenommen werden. Taiwan hingegen wolle seine existierenden Unternehmen zusammenlegen.
Jaffé baut bei allen Rettungsoptionen für Qimonda den Angaben zufolge jedoch auch weiter auf einen Einstieg der öffentlichen Hand. In den vergangenen Wochen soll der Insolvenzverwalter bereits an mehr als 100 potenzielle Investoren herangetreten sein. Bislang zeigten die Qimonda offenbar aber die kalte Schulter. Grund seien der rapide Preisverfall in der Branche sowie weltweite Überkapazitäten.
Qimonda hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. Infineon hält derzeit 77,5 Prozent an Qimonda. Am Standort Dresden gibt es derzeit noch rund 2700 Mitarbeiter. Nach den Vorstellungen des Insolvenzverwalters müsste ein Großteil der Belegschaft in den kommenden Tagen in eine Transfergesellschaft wechseln, um Zeit für weitere Investorengespräche zu gewinnen.
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